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Corona-Pandemie

Neuer Höchststand an Corona-Neuinfektionen in Indien: Impfdosen gehen aus – reicht Deutschlands Hilfe?

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
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Deutschland fliegt Beatmungsgeräte nach Indien. 120 Stück wirken angesichts des neuen Höchstwertes von 400.000 Neuinfektionen am Tag nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Berlin / Neu-Delhi – Die Corona-Lage in Indien bleibt unverändert angespannt. Als erstes Land verzeichnet Indien 400.000 Corona-Infektionen an einem Tag.

Deutschland liefert deshalb 120 Beatmungsgeräte an Indien. Diesen Samstag (01.05.2021) startete die erste Maschine in Richtung der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. Auch medizinisches Fachpersonal sei an Bord einer Maschine der Luftwaffe und werde zwei Wochen in Indien bleiben, um bei Aufbau der Sauerstoffgeräte zu helfen, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Ob nur 120 Beatmungsgeräte angesichts 400.000 Neuinfektionen am Tag wirklich helfen, bleibt jedoch fraglich. Die USA schickten 400 Sauerstoffflaschen und Belgien lieferte das Medikament Remdesivir. Irland soll 700 medizinische Sauerstoffkonzentratoren schicken. Die Indien-Hilfen werden mittlerweile über das EU-Katastrophenschutzverfahren koordiniert.

Ein Krematorium in Bhopal, Indien.

Indien registriert bereits den neunten Tag in Folge einen Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Corona-Pandemie steckten sich 19 Millionen Menschen in Indien an. Mit insgesamt 211 853 Toten infolge einer Covid-19-Erkrankung liegt Indien hinter den USA, Brasilien und Mexiko auf dem vierten Platz weltweit.

Corona in Indien: 400.000 Neuinfektionen in Indien - neuer Höchstwert

Auch eine Unterstützung bei der Impfstoffproduktion erteilte die Bundesregierung bisher eine Absage. Dies liege daran, dass Indien selbst eines der Länder mit der größten Impfstoffproduktion der Welt sei, hieß es als Begründung. Die indische Impfkampagne - die größte weltweit - sieht vor, dass sich von heute an eigentlich alle Erwachsenen sich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Bisher war dies nur Menschen über 45 Jahren oder mit Vorerkrankungen möglich. Auch medizinisches Personal und Polizist:innen wurde bereits geimpft. Mit der Freigabe sollen nach Regierungsplänen 500 bis 600 Millionen weitere Menschen die Möglichkeit einer Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Allerdings gehen oder sind bereits Impfdosen in mehreren Bundesstaaten ausgegangen seien. Bislang ist weniger als zehn Prozent der Menschen in Indien mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Etwa zwei Prozent sind vollständig geimpft.

Ein Krankenhaus in Neu-Delhi, Indien.

Die Gründe für den Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Indien sind wohl komplex. Zum einen kursiert die Mutante B.1.617 des Coronavirus, die zuerst in Indien nachgewiesen worden ist. Der Virologe Christian Drosten jedoch hält die Mutante für von den Medien überschätzt und sieht einen Zusammenhang von verschiedenen Faktoren. Auch die britische Mutante B.1.1.7 und andere Mutante kursierten mittlerweile in Indien. Antikörper in der Bevölkerung durch die erste und zweite Welle schwinden langsam wieder. In Indien herrsche zudem eine allgemeine schlechtere Gesundheit, so Drosten.

Corona-News

Alle Informationen zu sars-CoV-2 finden Sie in den Corona-News.

Corona in Indien: EU und USA liefern Sauerstoff und Medikamente

Weitere Faktoren könnten auch ein allgemein schlecht ausgestattetes Gesundheitssystem sein. Mehrere Krankenhäuser erlitten Stromausfälle, in einem Krankenhaus brach ein Brand aus, in dessen Folge 18 Menschen starben. Premierminister Modi wird vorgeworfen, trotz der Gefahr durch das Coronavirus Wahlkampfveranstaltungen abzuhalten. Zudem werden auch traditionelle. religiöse Feste gefeiert, zu denen viele Menschen zusammenkommen.

Allgemein ist es auch aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen insbesondere in Großstädten schwierig Abstandsregeln einzuhalten. Gerade in Großstädten sind Lungenkrankheiten aufgrund schlechter Luftqualität zudem verbreitet, was eventuell auch eine Rolle spielen könnte. Die Menschen sind gezwungen für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, um nicht zu verhungern und können oftmals Lockdown-Regeln nicht einhalten. (Delia Friess mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © PRAKASH SINGH / afp

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