Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Großbritannien

Corona in Großbritannien: England plant Aufhebung der Maskenpflicht - trotz steigender Inzidenz

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
    schließen

Ein britischer Minister kündigt die Aufhebung der Maskenpflicht an. In der Wissenschaft stößt das auf Kritik.

London - Die sprunghaft steigenden Corona-Zahlen scheinen die britische Regierung nicht zu schocken. Auch wenn die Delta-Variante des Virus in Großbritannien wieder für hohe Infektionszahlen sorgt, wurde für den Landesteil England jetzt die weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht angekündigt.

Schutzmasken, die derzeit noch in Geschäften sowie Bussen und Bahnen verpflichtend sind, würden bald zur „persönlichen Entscheidung“, erklärte Wohnungsbauminister Robert Jenrick am Sonntag (04.07.2021) im Sender Sky News. „Unterschiedliche Menschen werden bei Dingen wie Masken zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen“, so der Minister.

Das Ende der Maskenpflicht ist Teil einer weitgehenden Aufhebung von Corona-Maßnahmen am 19. Juli, die die Regierung in den kommenden Tagen bestätigen will. Dazu gehört die Aufhebung aller Kontaktbeschränkungen, aber auch die Wiedereröffnung von Clubs.

Steigende Corona-Fallzahlen in Großbritannien: Apell an die Eigenverantwortung

Der neue britische Gesundheitsminister Sajid Javid hat die für England geplanten Lockerungen trotz steigender Corona-Zahlen verteidigt und an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert. Das Land könne dadurch nicht nur „freier, sondern auch gesünder werden, schrieb Javid am Sonntag in einem Gastbeitrag für die Mail on Sunday. Er spielte damit etwa auf die Belastung der psychischen Gesundheit vieler Menschen an.

Masken in der Londoner U-Bahn sollen bald keine Pflicht mehr sein.

Auch wenn man die geplanten Maßnahmen kritisch sieht, bleibt festzuhalten, dass die „Wand der Impfstoffe“ im Vereinigten Königreich deutlich stabiler ist als in vielen anderen Ländern. Gut 63 Prozent der britischen Erwachsenen sind bereits vollständig geimpft, etwa 86 haben immerhin die erste Dosis hinter sich. Dennoch bleiben genug Menschen übrig, für die Delta eine Gefahr darstellt - zumal ein wirklich wirksamer Schutz vor der Variante erst nach der vollständigen Impfung bestehen soll.

Corona-Fallzahlen in Großbritannien: Krankenhäuser füllen sich

Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle steigt in Großbritannien bislang nicht im gleichen Maße mit den positiven Fällen an wie in vorherigen Corona-Wellen. Aber vergangene Woche sahen sich die Krankenhäuser in England dennoch wieder mit so vielen Corona-Fällen konfrontiert wie schon lange nicht mehr. Das Kalkül der Regierung ist trotzdem: Jüngere und Kinder landen seltener mit Covid-19 im Krankenhaus oder sterben daran. Dass sie zum Teil mit Langzeitfolgen genauso zu kämpfen haben und hohe Infektionszahlen Raum für neue, noch gefährlichere Mutationen des Virus bieten, wird dabei ausgeblendet.

Die hochansteckende Delta-Variante lässt die Corona-Fallzahlen in Großbritannien derzeit wieder in die Höhe schießen, die Inzidenz liegt bei knapp 200. Allerdings steigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle nicht in gleichem Maße an wie in vorherigen Wellen. Die Regierung verlässt sich daher voll und ganz auf die Wirkung der Impfungen und hofft, dass dadurch möglichst viele schwere Verläufe der Krankheit vermieden werden können.

Corona in Großbritannien: Wissenschaftler besorgt

Britische Wissenschaftler warnen unterdessen davor, dass eine dritte Welle das Gesundheitssystem des Landes an seine Grenzen bringen würde, selbst wenn Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch die Impfungen stark reduziert würden. Die Fallzahlen liegen bei etwa 27.000 pro Tag. „Derzeit haben wir noch ein Rückverfolgungssystem, bei dem sich Kontakte selbst isolieren müssen“, sagte Prof. Mark Woolhouse von der University of Edinburgh. „Wenn wir für jeden Fall fünf oder vielleicht sogar zehn Personen auffordern, sich selbst zu isolieren, wird das zu großen Problemen führen.“ Woolhouse forderte die Regierung im aus diesem Grund dazu auf, über die geplanten Lockerungen noch einmal nachzudenken.

Dessen ungeachtet bleibt Robert Jenrick bei seiner Einschätzung: „Wie viele Menschen möchte ich so schnell wie möglich von diesen Einschränkungen wegkommen. Ich denke, es ist an der Zeit, die gesetzlichen Beschränkungen aufzuheben und auf ein gewisses Maß an Eigenverantwortung und Urteilsvermögen zu setzen“, so Jennings gegenüber dem Guardian. Auf die Frage, ob er seine Maske nach dem 19. Juli ablegen würde, sagte Jenrick: „Das werde ich. Ich möchte nicht unbedingt eine Maske tragen. Ich glaube nicht, dass viele Leute Spaß daran haben.“ (skr/dpa)

Rubriklistenbild: © Yui Mok/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare