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Großbritannien: Boris Johnson präsentiert „Plan für das Leben mit Covid“

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Von: Stefan Krieger

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Der britische Premierminister stellt Pläne zum Ende der Quarantäne-Pflicht nach einer Corona-Infektion in England vor.

London - Großbritanniens Premier Boris Johnson wird am heutigen Montag (21.02.2022) das Ende der gesetzlichen Pflicht zur Selbstisolierung nach einem positiven Test auf Covid-19 für England ankündigen. Wie ein Regierungssprecher der Downing Street mitteilte, wird Boris Johnson im Rahmen seines Plans „Leben mit Covid“ seine Absicht darlegen, alle Pandemievorschriften aufzuheben, die „die öffentlichen Freiheiten in England“ einschränken.

„Dank unseres erfolgreichen Impfprogramms und der großen Zahl von Menschen, die sich impfen lassen wollten, sind wir nun in der Lage, diese Woche unseren Plan für das Leben mit Covid vorzustellen“, so Johnson laut der britischen Zeitung Guardian. Pharmazeutische Maßnahmen sollen, so Johnson, „weiterhin unsere erste Verteidigungsstrategie sein“, wobei das Impfprogramm „für jeden offen bleibt, der sich noch nicht gemeldet hat“, wird der Premierminister zitiert.

Corona in Großbritannien: Bei positivem Test nur eine Empfehlung

Boris Johnson: Appell an die „Eigenverantwortung der Bürger“
Boris Johnson: Appell an die „Eigenverantwortung der Bürger“ © Olivier Matthys/dpa

Es wird erwartet, dass die britische Regierung ab März 2022 lediglich empfiehlt, im Fall einer Infektion zuhause zu bleiben. Allerdings könnte es auch schwieriger werden, Infektionen überhaupt nachzuweisen, denn auch die bislang kostenlosen Schnelltests sollen Berichten zufolge nicht mehr in der bisherigen Art und Weise verfügbar sein.

In einem BBC-Interview verteidigte Johnson am Wochenende bereits seine Strategie: „Wir sagen nicht, dass die Leute ihre Vorsicht in den Wind schlagen sollen. Covid bleibt eine gefährliche Krankheit, vor allem für Ungeimpfte.“ Allerdings habe man einen Punkt erreicht, an dem man statt staatlicher Regeln an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren und Empfehlungen aussprechen könne.

Corona in Großbritannien: Streit um kostenlose Corona-Tests

Auch kostenlose Corona-Tests für die Bevölkerung soll es in England bald nicht mehr geben. Innerhalb der britischen Regierung ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Streitereien wegen der Kosten für diese Tests gekommen. Aktuellen Daten zufolge lassen sich fast vier Millionen Menschen wöchentlich regelmäßig auf Covid testen.

Eine von den Liberaldemokraten durchgeführte Untersuchung, die auf den durchschnittlichen Kosten für Corona-Tests in Großbritannien basiert, zeigt, dass Menschen, die zwei Tests pro Woche machen, Kosten von 534 britischen Pfund (rund 650 Euro) pro Jahr verursachen.

Fachleute kritisieren die geplanten Schritte der Regierung Johnson als voreilig und nicht auf wissenschaftlichen Einschätzungen beruhend. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Corona-Maßnahmen und gehen oft einen etwas vorsichtigeren Weg als England. (skr/dpa)

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