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Immer wieder werden Mythen zur Corona-Impfung verbreitet. Diese können aber wissenschaftlich leicht widerlegt werden.
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Immer wieder werden Mythen zur Corona-Impfung verbreitet. Diese können aber wissenschaftlich leicht widerlegt werden.

Corona-Pandemie

Gefährliche Scheinwelt: Corona-Impfverweigerer schaffen sich Parallel-Gesellschaft

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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Corona-Impfverweigerer:innen schließen sich im Netz zusammen und geben sich Tipps, wie sie gegen die Corona-Maßnahmen vorgehen können. Eine Parallelwelt entsteht.

Berlin - Die Corona-Impfung ist ein essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Flächendeckende 2G- oder sogar 2G-Plus-Regeln bestimmen den Alltag. Mittlerweile haben sich jedoch als Reaktion auf die Corona-Maßnahmen gefährliche Netzwerke gebildet, in denen Impfverweigerer:innen ihr Gedankengut teilen und sich gegenseitig unterstützen. Spiegel Online berichtet darüber.

Die Website Impffrei.work setzt sich zum Ziel, „den freien Willen und die Selbstbestimmung“ zu fördern und Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen „vor dem wirtschaftlichen Totalschaden zu bewahren“. Die Website verbreitet brutale Thesen aus der „Querdenker“-Szene und spricht von einer „sogenannten Pandemie“. Die Website fungiert gleichzeitig als Jobvermittlung für Ungeimpfte. Die selbst ernannte „Alternative Jobbörse“ bietet Arbeitsstellen aus diversen Branchen wie Bauwesen, Gastronomie oder Steuerkanzlei. Allein im Gesundheitswesen finden sich 82 offene Stellen, obwohl der Bundestag kürzlich über eine Impfpflicht in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen beriet, so Spiegel Online.

Corona-Impfverweigerer schließen sich im Netz zusammen: Abspaltung von der Realität

Zusätzlich zu Impffrei.work gibt es noch eine Reihe vieler anderer Seiten, die den Menschen „helfen“ wollen, sich von der Realität abzuspalten. Es gibt zum Beispiel Impffrei.kaufen und Impffrei.love („Lieber Händchen halten als Abstand halten“). Auf der Telegram-Seite „EoI“ bieten unter anderem Biohöfe, Naturläden, Imkereien und Weingüter ihre Produkte ohne Corona-Regeln an. Auf Telegram gibt es auch Gruppen wie „Studenten stehen auf“. Dort tauschen sich die Teilnehmer:innen darüber aus, wo man sich ohne 2G- oder 3G-Nachweise treffen kann. Die Organisatorin der Gruppe schreibt an die Gruppenmitglieder, dass es in Köln ein Lokal gibt, in dem die Gruppenmitglieder:innen auf die Frage, ob sie 3G hätten laut mit „Ja“ antworten sollen. Sie dürften dann eintreten.

Wie der Spiegel weiterhin berichtet versprechen andere Webseiten unter anderem „No Mask? No problem!“ oder geben mit juristischen Expertisen antworten, wie sich zum Beispiel Kinder in der Schule, ohne Impfung, vom Schnelltest befreien können. Corona-Skeptiker:innen haben sich im Verbund Ungeimpfter Menschen (VUM) zusammengeschlossen. Dieses fungiert als „Antidiskriminierungsnetzwerk und Unternehmensberatung“.

Corona-Impfverweigerer schließen sich im Netz zusammen: Krankmeldungen im Internet

Auf der Webseite Dransay.com verkauft Can Ansay, mittels Ferndiagnose, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Ansay erweiterte sogar sein Geschäftsfeld und bietet nun Corona-Testzertifikate „vom Online-Arzt ohne Arztgespräch“ an. „Einfach nur Fragebogen ausfüllen und 5 Min. danach erhältst Du Deine PDF per E-Mail“, schreibt Ansay. So könne jeder Bürger seine „Freiheit“ genießen, wo 3G oder 2G gelte und kein QR-Code nötig sei. Die beurkundende Ärztin ist Dr. med. Eva-Maria Ansay aus Berlin mit Stempel und Unterschrift. Einige Arbeitnehmer:innen nehmen diesen Dienst in Anspruch, um die 3G Regel auf der Arbeit zu umgehen. Can Asay ist überzeugt, dass seine Dienstleistung rechtlich in Ordnung sei. Auch wenn Can und Eva-Maria Ansay in juristische Konflikte verwickelt sind, akzeptieren viele Kontrolleure in Unternehmen, Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr die Ausdrucke mit den Stempeln der Privatärztin, so der Spiegel.

Auch in der Gastronomie und im Einzelhandel schaffen es die „Querdenker“ eine Alternative zu finden. Entlang der sächsischen Grenze profitieren Ladenbesitzer in Polen und Tschechien von den Umsatzeinbußen der 2G betroffenen Läden. Laut Spiegel Online weichen viele Menschen zum Shoppen in die Nachbarländer aus, die vergleichsweise milde Corona-Maßnahmen haben. Aus der Verzweiflung heraus reagieren manche Gastronom:innen oder Einzelhändler:innen. Im Kunstcafé Salon in Annaberg-Buchholz zum Beispiel erklärte der Inhaber im November trotz der gesetzlichen Vorgaben: „Sie sind als MENSCH herzlich willkommen“, so stand es auf seinem Aushang. „Egal ob (un)geimpft, (un)getestet.“ Egal ob „männlich, weiblich, divers“. (Ares Abasi)

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