Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Coronavirus

Corona-Varianten: Wieso der zweite Piks für den vollen Impfschutz entscheidend ist

  • Alexander Seipp
    vonAlexander Seipp
    schließen

Eine Studie zeigt: Nur der volle Impfschutz hilft wirklich gegen die neuen Corona-Varianten. Und den gibt es erst nach der zweiten Impfung.

Berlin – Die Impfkampagne in Deutschland schreitet weiter voran. Immer mehr Bürger:innen bekommen ihre Spritze gegen das Coronavirus*. Doch das reicht nicht aus: Bei den meisten Impfstoffen*, außer dem von Johnson&Johnson*, folgt nach zwei bis drei Monaten eine zweite Impfung. Und die ist entscheidend, wie eine neue Studie zeigt.

Denn erst dann ist der volle Impfschutz erreicht. Diese zweite Impfung, auch „Booster-Impfung“ genannt, ist entscheidend, um die Personen tatsächlich vor dem Virus zu schützen, berichtet der Focus über eine Studie aus Großbritannien. Die im Fachblatt The Lancet erschienene Untersuchung beschäftigte sich mit den im Blut enthaltenen Antikörpern nach der Erstimpfung. Im Labor wurde das abgenommene Blut dann unterschiedlichen Varianten des Coronavirus ausgesetzt.

Erstimpfung: Schutz ja, doch kaum gegen die neuen Corona-Varianten

Das Fazit: Gegen die ursprüngliche Variante von Sars-CoV-2, auch Coronavirus genannt, hilft die Erstimpfung in der Tat sehr gut. Auch gegen die Variante, die sich seit Beginn 2020 weltweit verbreitet hatte, hält der Impfschutz. Problematisch wird es jedoch bei den seit einiger Zeit auftretenden, mutierten Varianten* wie Alpha (B.1.1.7), Beta (B.1.351) und Delta (B.1.617.2)*. Diese aus Großbritannien, Südafrika und Indien stammenden Varianten scheinen von der Erstimpfung kaum eingeschränkt zu werden. Problematisch, denn in vielen Ländern, darunter vor allem Großbritannien, ist gerade die Delta-Variante auf dem Vormarsch.

Die zweite Impfung ist entscheidend, denn nur sie bietet tatsächlich Schutz gegen die neuen Corona-Varianten.

Die Wissenschaftler kamen daher zu dem Schluss: Bei diesen Varianten reichen die Antikörper der Erstimpfung nicht mehr aus. Es waren zu wenige vorhanden, um das Virus effektiv zu bekämpfen oder zu neutralisieren. Die Erstimpfung biete laut den Ergebnissen der Untersuchung zwar einen besseren Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe als gar keine Impfung. Es liege jedoch auf der Hand, dass Geimpfte gegen die Varianten schlechter geschützt seien als gegen das ursprüngliche Coronavirus.

Zweitimpfungen dringend nötig für vollen Impfschutz

Dies bestätigte auch der Infektiologe Christoph Spinner gegenüber Focus Online. „Die Impfung hilft nur dann vollständig, wenn zwei Impfungen des jeweiligen Vakzins verabreicht wurden“, so der Experte. Deshalb seien sie schließlich zugelassen worden. Zum Schutz durch Erstimpfungen gebe es bisher wenige Untersuchungen. Dafür könnte möglicherweise auch eine Kombination von Impfstoffen* zum Einsatz kommen.

Gut zu beobachten sei dieses Problem in Großbritannien. Dort wurden Erstimpfungen priorisiert und Zweitimpfungen nach hinten verschoben. Aufgrund der starken Verbreitung der Delta-Variante, die mittlerweile die Mehrheit der Infektionen dort ausmacht, müsse diese Strategie überdacht werden, legen die britischen Wissenschaftler in ihrer Studie nahe.

Trügerische Sicherheit: Erstimpfung hilft kaum gegen die Corona-Varianten

Auch in Tirol wurde ein ähnliches Phänomen beobachtet. Dort hatte sich die Alpha-Variante mit einer Zusatzmutation ausgebreitet. Auch dort war die Erstimpfung priorisiert worden. Virologin Dorothee von Laer erklärte dazu im Deutschlandfunk, dass damit ein „Nährboden für den Ausbruch der Variante“ geschaffen wurde.

Man dürfe sich nicht auf den Erstschutz verlassen, bestätigte Spinner gegenüber dem Focus. Es sei nicht so leicht, eine „sehr gute Immunität gegenüber atemwegsübertragbaren Erregern“ zu finden, sagte er. Dies sei ja bei der Grippe oder Influenza ganz ähnlich. Gerade deswegen sei die zweite Impfung entscheidend, denn sie verstärke noch einmal das Immunsystem gegen das Virus.

Corona-Varianten: Viele Möglichkeiten für den vollen Impfschutz

Auch in einer Kombination mit vorheriger Erkrankung sei dies möglich, so Spinner. Die Erkrankung mit dem Coronavirus funktioniere in diesem Fall wie die erste Impfung und könne daher durch eine Zweitimpfung verstärkt und der Schutz damit langfristig etabliert werden. Das Immunsystem würde dann von selbst die nötigen Antikörper gegen das Virus produzieren, die dann idealerweise für Jahre halten würden. Bis der volle Schutz dann verfügbar ist, heiße es jedoch noch einmal zwei Wochen nach der zweiten Impfung zu warten. Erst dann bestehe vollständiger Impfschutz.

Es ist jedoch nicht garantiert, dass die Impfstoffe auch gegen künftige, mögliche Mutationen helfen, berichtet der Focus. Bei vielen Impfstoffen, wie etwa Biontech/Pfizer* wird es daher wohl Auffrischungen geben müssen. Nur so könne eine Immunität sichergestellt werden. Ob dies jedes Jahr, wie etwa bei der Grippe, nötig sein wird oder ob alle paar Jahre ausreichend ist, darin sind sich jedoch auch noch die Experten uneinig. (als) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare