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Umfrage

Impfung gegen Corona: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich impfen lassen

  • Delia Friess
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  • Matthis Pechtold
    Matthis Pechtold
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Am 27. Dezember will Deutschland mit der Impfung gegen das Coronavirus beginnen. Laut einer Umfrage wollen sich rund zwei Drittel der Deutschen impfen lassen. Viele haben allerdings auch Bedenken.

  • In Deutschland sollen die Impfungen gegen das Coronavirus* bereits am 27. Dezember anlaufen, in dafür eingerichteten Impfzentren.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, 300.000 Menschen in den ersten 12 Tagen mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer* impfen zu können.
  • Impfbereitschaft in Deutschland: Die Mehrheit der Deutschen will sich gegen das Coronavirus impfen lassen.

Update vom Freitag, 25.12.2020, 09.11 Uhr: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov wollen sich etwa zwei Drittel der Deutschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Bei der Erhebung im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen.

Corona-Impfung: 33 Prozent wollen erst einmal mögliche Folgen bei anderen abwarten

33 Prozent sind zwar ebenfalls entschlossen, sich impfen zu lassen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Corona-Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden. 16 Prozent sind noch unentschlossen, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen.

Impfbereitschaft: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen

Angst vor Nebenwirkungen der Impfung gegen das Coronavirus hat eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent. Nur ein Drittel hat solche Ängste nicht. 10 Prozent machten dazu keine Angaben.

Corona-Impfung: Die Impfbereitschaft steigt mit dem Alter an

Am kommenden Sonntag sollen die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland starten. Anfangs sollen Ältere über 80 sowie Bewohner:innen und Personal in Pflegeheimen geimpft werden sowie Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko, etwa in Intensivstationen und Notaufnahmen.

33 Prozent der Deutschen sind zwar ebenfalls entschlossen, sich impfen zu lassen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Corona-Impfung bei anderen abwarten.

Coronavirus: Impfbereitschaft besonders bei Grünen-Wähler:innen hoch

Nach der YouGov-Umfrage steigt die Impfbereitschaft kontinuierlich mit dem Alter. Von den 18- bis 24-Jährigen wollen sich nur 54 Prozent impfen lassen. In den Altersgruppen über 55 sind es dagegen 71 Prozent. Auch bei den Wähler:innen der AfD liegt sie mit 51 Prozent deutlich niedriger als bei den Anhänger:innen aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Besonders hoch ist die Impfbereitschaft bei den Grünen-Wähler:innen mit 82 Prozent.

Update vom Mittwoch, 23.12.2020, 12.25 Uhr: Das für die Prüfung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat den Weg für den Start der Corona-Impfungen am Sonntag (27.12.2020) freigemacht: Das Bundesinstitut gab drei Chargen mit rund 4,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer frei. Die so genannte Chargenfreigabe gelte EU-weit und damit auch für Deutschland, teilte das Institut mit. Sie ist Voraussetzung für die Anwendung des Vakzins.

Die rasche Freigabe sei dadurch möglich geworden, dass die wissenschaftliche Prüfung der Chargen bereits vor der Zulassung begonnen worden sei, um den Prozess zu beschleunigen. Dieses Verfahren werden auch bei Impfstoffen gegen andere Infektionskrankheiten häufig angewendet.

Das Paul-Ehrlich-Institut gehört zu den europäischen amtlichen Arzneimittel-Kontroll-Laboren, die in Europa die experimentelle Prüfung von Impfstoffen vornehmen können. In Deutschland schreibt das Arzneimittelgesetz vor, dass das Institut jede Charge - also Produktionseinheit - von Impfstoffen auf ihre Qualität untersuchen und dann bei einem positiven Befund freigeben muss.

Biontech-Chef Ugur Sahin: Coronavirus wird die Menschen die nächsten zehn Jahre begleiten

+++ 15.00 Uhr: Das Coronavirus wird die Menschen nach Ansicht von Biontech-Chef Ugur Sahin die nächsten zehn Jahre begleiten. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es immer wieder Infektionen und kleine Ausbrüche gibt“, sagte er am Dienstag. Bei Beantwortung der Frage, wann das Leben wieder normal sein werde, sagte Sahin, man brauche eine neue Definition dessen, was „normal“ ist. „Normal in dem Sinne, dass keine Shutdowns mehr nötig sind, die Geschäfte normal arbeiten können, dass wir die Zahl von Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle senken können, das könnte durch Impfungen bis Ende des Sommers passieren“.

Um gegen die Corona-Pandemie erfolgreich zu sein, brauche es aber nicht nur den Biontech-Impfstoff, sondern auch die Präparate anderer Hersteller. All diese Dosen würden dazu beitragen, dass genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, damit 60, 70 oder vielleicht 80 Prozent der Bevölkerung vor dem Herbst nächsten Jahres geimpft werden könnten, sagte Sahin. „Das ist wichtig, denn diesen Winter werden wir noch keinen Effekt der Impfungen auf die Infektionszahlen haben. Aber wir müssen einen Effekt haben, um sicherzustellen, dass wir im nächsten Winter eine Quasi-Normalität, eine neue Normalität haben.“

Biontech-Chef Ugur Sahin.

Biontech: Erkenntnisse zu Infektionsschutz durch Impfung bis Februar

Zudem erwartet Sahin bis spätestens Februar genauere Erkenntnisse darüber, inwieweit das Präparat von Biontech die Menschen auch vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen kann. Die Daten dazu würden derzeit geprüft, sagte der Firmenchef.

Der Impfstoff der Mainzer Firma hat nach Angaben der Hersteller eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent. Das bedeutet, dass unter den Probanden der geimpften Gruppe 95 Prozent weniger Covid-19-Erkrankungen auftraten als unter den Probanden der Kontrollgruppe. Unklar ist bislang noch, welche Auswirkungen das Präparat auf eine Weitergabe des Virus oder eine Ansteckung damit hat.

Coronavirus: Problem für Pflegebedürftige - Haus-zu-Haus-Impfung unmöglich

Update vom Dienstag, 22.12.2020, 10.15 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht Probleme beim Impfen von Pflegebedürftigen, die zu Hause versorgt werden. Die Eigenschaften des Biontech-Impfstoffes ließen es nicht zu, dass Ärzte beispielsweise von Haus zu Haus gingen, um das Vakzin zu verabreichen, sagte Laumann am Dienstag im Deutschlandfunk.

Der Impfstoff muss bis kurz vor der Injektion auf Minus 70 Grad heruntergekühlt bleiben. Die Kühlkette dürfe nicht unterbrochen werden und sei bei Hausbesuchen nicht aufrechtzuerhalten, erklärte der CDU-Politiker. Daher sei es wichtig, dass Impfstoffe anderer Unternehmen, die nicht diese Voraussetzungen an ihre Aufbewahrung stellten, rasch zur Verfügung stünden.

Der Päsident der Diakonie, Ulrich Lilie, hatte darauf hingewiesen, dass 70 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland zuhause von ihren Angehörigen gepflegt würden. Diese Personen sowie ihre Familie dürfe man bei der Impfstrategie nicht aus dem Blick verlieren.

Die Corona-Impfungen können am 27.12.2020 beginnen

+++ 18.39 Uhr: In der Europäischen Union ist der erste Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen worden. Die EU-Kommission erteilte dem Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer die bedingte Marktzulassung, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag sagte. Somit können die Impfungen gegen das Coronavirus jetzt auch in der EU beginnen.

EU-Kommission lässt Impfstoff von Biontech und Pfizer zu (Symbolbild)

Der Impfstart in Deutschland ist für den 27. Dezember vorgesehen. In mehreren Ländern, darunter Großbritannien und die USA, wird der Impfstoff mit dem Namen BNT162b2 bereits verabreicht. In diesen Ländern hatten die Arzneimittelbehörden in der ersten Dezemberhälfte Notfallzulassungen erteilt.

Corona in Europa: EU-Behörde empfiehlt Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer

+++ 16.02 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rechnet mit einer formellen Zulassung des Impfstoffs von Biontech und seinem US-Partner Pfizer gegen Corona noch diesen Abend. Das teilt sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, die formelle Freigabe mit den Mitgliedstaaten bei Vorlage einer Empfehlung seitens EMA binnen zwei Tagen in einem Schnellverfahren zu treffen.

Der Vorstandsvorsitzende von Biontech, Uğur Şahin, freut sich über die Entscheidung der EMA. Die Empfehlung auf Zulassung des Corona-Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA sei „eine besonders persönliche und emotionale für uns alle bei Biontech“. „Als Unternehmen mit Sitz im Herzen der EU freuen wir uns besonders, einen Schritt näher daran zu sein, möglicherweise den ersten Impfstoff gegen diese verheerende Pandemie in Europa zu liefern“, so Şahin weiter.

Arzneimittelbehörde EMA empfhielt Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer zu

+++ 15.08 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt auf Grundlage ihrer Überprüfungen eine bedingte Marktfreigabe für den Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seinem Partner Pfizer. Das teilte die EMA Montagnachmittag in einer Pressekonferenz mit. Damit rückt der Beginn der Impfungen in Deutschland am 27. Dezember einen entscheidenden Schritt näher.

Als Nächstes entscheidet jetzt die EU-Kommission voraussichtlich bis Weihnachten über eine Marktfreigabe des Biontech-Impfstoffs, was als Formsache gilt. Danach wäre der Impfstoff mit dem offiziellen Namen BNT162b2 für ein Jahr bedingt für den Markt zugelassen. Für die Mitgliedsstaaten der EU hat dieser Weg der Zulassung den Vorteil, dass die Haftung beim Hersteller liegt, so „tagesschau.de“. Im Gegensatz dazu haftet bei Notzulassungen jeweils der Staat.

Bevor der Inhalt der Ampullen ab dem 27. Dezember in Impfzentren in ganz Deutschland verimpft werden kann, prüft das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut alle Chargen auf etwaige Mängel.

Hat die nächste Hürde auf seinem Weg zur Bevölkerung der EU genommen: Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer (Symbolbild)

Corona: Impfstoff von Biontech kurz vor Zulassung – So sieht der Impfplan aktuell aus

+++ 14.06 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betrachtet den bevorstehenden Start der Impfungen gegen das Coronavirus als „Tag der Hoffnung“. Das sagte er bei einem Rundgang durch ein Impfzentrum in Berlin. Jede Impfung bedeute einen kleinen Schritt „in Richtung der Normalität, die wir uns alle doch wieder wünschen“.

Sich impfen zu lassen sei ein „Akt gesamtgesellschaftlicher Solidarität“, weswegen er auch bisher skeptische Menschen bitte, ihre Haltung zu überdenken. In den Impfzentren gebe es auch die Möglichkeit, sich im Falle von persönlichen Zweifeln fachärztlich beraten zu lassen. Auch mahnte er laut Deutscher Presse-Agentur an, die Regeln zum Umgang mit der Corona-Pandemie weiter zu beherzigen.

+++ 12.35 Uhr: Die Pressekonferenz der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zu der Entscheidung der EU-Behörde über die Zulassung des Corona-Impfstoffs wird heute voraussichtlich um 15 Uhr beginnen. Nach Druck von Deutschland und weiteren EU-Staaten hatte die Behörde ihre Prüfung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus um acht Tage vorgezogen. Beobachter:innen gehen der Deutschen Presse-Agentur zufolge von einer Zulassung aus.

Kurz vor dem Einsatz: eine Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech und seinem Partner Pfizer.

Impfstoff von Biontech kurz vor Zulassung: Was Sie über die Impfung gegen Corona wissen müssen

Erstmeldung vom Montag, 21.12.2020, 11.15 Uhr: Amsterdam - Die Europäische Arzneimittelbehörde stellt am Montag die Ergebnisse ihrer Evaluation des Corona-Impfstoffs von Biontech und dessen Partnerunternehmen Pfizer vor. Die Zulassung ist notwendig, damit die Impfungen in Deutschland wie vorgesehen ab dem 27. Dezember beginnen können. Expert:innen, aber auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, gehen von einer Zulassung des Impfstoffs aus. Zuletzt muss dann noch die EU-Kommission zusammen mit den Mitgliedsstaaten den Impfstoff für den Markt zulassen.

In einigen Ländern, darunter die USA, Kanada und Großbritannien, ist der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seinem US-Partner Pfizer bereits zugelassen worden, die ersten Impfungen verliefen dort ohne überraschende Komplikationen. In Großbritannien riet die lokale Arzneimittelaufsicht Menschen mit einer Anfälligkeit für allergische Reaktionen davon ab, sich impfen zu lassen. Zuvor hatten zwei Mitarbeitende des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS schwere allergische Reaktionen auf den Impfstoff gezeigt. Die Fälle werden untersucht, Biontech und Pfizer kündigten an, dabei zu unterstützen. In einer Vorstudie mit 44.000 Teilnehmenden sei es zu keinen Komplikationen bei und nach der Impfung gekommen, ließen beiden Unternehmen wissen.

Biontech-Impfstoff vor der Zulassung: Wie viele Impfdosen erhält Deutschland?

Sobald die EMA den Impfstoff zugelassen hat und dieser eine Marktfreigabe hat, soll in Deutschland in eigens dafür errichteten Impfzentren mit der Verteilung begonnen werden, planmäßig am 27. Dezember. Wie sicher und verträglich der Impfstoff ist, wird die Schnelligkeit des Impfprogramms allerdings nicht allein beeinflussen. Auch müssen an sich genug Dosen des Impfstoffs zur Verfügung stehen, außerdem die Liefer- und Kühlkette funktionieren.

Deutschland hat sich über einen EU-weiten Verteilungsschlüssel und nationale Vereinbarungen rund 300 Millionen Dosen des Impfstoffs gesichert. Im Januar könnten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst drei bis vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Pro Impfung werden jeweils zwei Dosen benötigt, zusammen mit den 400.000 für Ende dieses Jahres erwarteten Einheiten könnten damit bis Ende Januar 1,7 bis 2,2 Millionen Menschen geimpft werden. Diese sind dann, den Ergebnissen aller klinischen Studien folgend, gegen das Coronavirus weitgehend immun – vorausgesetzt, sie lassen sich impfen, denn die Entscheidung obliegt jedem selbst. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sowie weitere Regierungsmitglieder mehrfach betont.

Biontech-Zulassung: Impfungen werden Jens Spahn zufolge (CDU) holprig anlaufen

Einer Umfrage der Universität Erfurt zufolge waren Mitte Dezember 48 Prozent der Befragten in Deutschland bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, sobald die Möglichkeit besteht. Experten schätzen, dass sich rund 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung impfen lassen müssten, um die Corona-Pandemie zu stoppen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet ungeachtet dessen mit Anlaufschwierigkeiten in den ersten Wochen. „Es wird am Anfang ruckeln“, so Spahn am Sonntagabend in der ARD. Die Arbeit in den Impfzentren werde zunächst mit vielen Lernerfahrungen verbunden sein, der Impfstoff zu Beginn knapp sein. Spahn geht davon aus, in den ersten zwölf Tagen 300.000 Menschen impfen zu können, so viele waren es in Großbritannien im gleichen Zeitraum.

Eine Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech und seinem Parter Pfizer

Biontech-Zulassung: Wie wird der Impfstoff verteilt?

Logistisch stellt die Verteilung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus eine komplexe Aufgabe dar. Das Präparat muss bei minus 70 Grad lagern, eine Lagerung im Kühlschrank ist nur bis zu fünf Tage möglich. In Deutschland sind 27 Drehkreuze errichtet worden, von denen aus das Mittel zu den einzelnen Impfzentren weiterverteilt werden soll. 422 dieser Zentren sollen deutschlandweit zur Verfügung stehen, außerdem sollen mobile Teams in Einrichtungen wie Pflegeheime und Krankenhäuser gehen.

Wer kann sich zuerst impfen lassen, wer wird warten müssen?

Eine Impfverordnung des Bundes legt fest, wer sich zuerst impfen lassen darf, und welche Gruppen in welcher Reihenfolge anschließend berechtigt sind. Als Erstes soll es Menschen über 80 Jahre, Pflegeheimbewohner generell, und Personal in Einrichtungen mit besonders hohem Infektionsrisiko wie Notaufnahmen und Corona-Stationen möglich sein, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Diese Grupe umfasst der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut (RKI) zufolge rund 8,6 Millionen Menschen. 45 Millionen Menschen gehören zu der Gruppe mit der niedrigsten Priorität. Das sind grundsätzlich Menschen unter 60 Jahren, die weder Vorerkrankungen haben, noch mit Risikopatienten in Kontakt kommen oder aus beruflichen Gründen viele Menschen treffen.

Wie kommt man zu einer Impfung?

Grundsätzlich muss dafür jeweils ein Termin vereinbart werden, die Vergabe sollen die Bundesländer regeln. Deren Strategien fallen unterschiedlich aus: So will Baden-Württemberg die Anmeldung via App möglich zu machen, einzelne Länder schreiben ihre Bürger auch direkt an. Bundesweit ist mit 116117 eine einheitliche Hotline eingerichtet worden, bei denen Bewohner in ganz Deutschland zwecks Terminvergabe anrufen können.

Was kostet die Impfung?

Der Bund übernimmt die Kosten für die Impfung und die Impfstoffe. 2,7 Milliarden Euro stehen dafür im Etat des Bundes für 2021 bereit. Jens Spahn geht von Gesamtkosten in Höhe von bis zu sechs Milliarden Euro aus.

Ist man nach einer Impfung garantiert immun?

Eine erste Impfung bringt dem PEI-Präsidenten Klaus Cichutek zufolge eine Grundimmunisierung. Nach drei bis vier Wochen muss eine zweite Impfung erfolgen, damit der Körper einen ausreichenden Schutz aufbauen kann. Das dauere nach der zweiten Impfung voraussichtlich zwei bis drei Wochen. Bis dato durchgeführte Studien haben gezeigt, dass der Impfstoff von Biontech und Pfizer mit 95-prozentiger Wirkung vor einer Covid-19-Erkrankung schützt.

Kann man nach einer Impfung weiter infektös sein?

Möglich, aber weniger wahrscheinlich. PEI-Präsident Cichutek zufolge kann man sich auch nach einer Impfung noch anstecken - das Risiko sei aber deutlich reduziert. Das gilt auch für die Weitergabe von Viren. Zu einem letzten Urteil ist die Forschung hier noch nicht gekommen. Experten gehen davon aus, dass es noch leichte Corona-Symptome geben könne, aber keine schweren Krankheitsverläufe mehr. Auf jeden Fall wird dazu geraten, auch nach der Impfung weiter Abstand zu halten, Hände zu waschen und Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen.

Das ist zwar möglich, aber weniger wahrscheinlich. Das Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus sei laut des Präsidenten des Paul-Ehrlich-Insittuts (PEI) Cichutek deutlich reduziert. Das betreffe auch die Verbreitung von Viren. Ein finales Urteil der Forschung stehe dazu aber noch aus. Expert:innen rechnen mit leichten Corona-Symptomen bei einzelnen Patienten auch mit einer Impfung, mit schweren Krankheitsverläufen hingegen nicht mehr. Dennoch wird dazu geraten, auch nach der Impfung Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten.

Welche Nebenwirkungen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer sind bekannt?

Eine kürzlich im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Studie zum Impfstoff von Biontech und Pfizer hat als Nebenwirkungen* Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schmerzen an der Einstichstelle dokumentiert. Dafür wurden die Reaktionen von knapp 45 000 Männern und Frauen auf eine Impfung untersucht. Weiter habe man die Symptome Schüttelfrost, Durchfall oder Muskel- und Gliederschmerzen bei Proband:innen beobachtet, teilweise auch Fieber. Impfexpert:innen äußerten deswegen laut Deutscher-Presseagentur keine größeren Bedenken.

Wirkt der Biontech-Impfstoff bei der neu aufgetauchten Virusvariante schlechter?

Davon gehen Wissenschaftler:innen derzeit nicht aus. Der Deutschen Presse-Agentur sagt Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel, er sehe „derzeit keinen Grund für Alarm“. Diese Einschätzung teilt Andreas Bergthaler von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM) in Wien: Die derzeitigen Entwicklungen hält er nicht für „wahnsinnig alarmierend“. Mutationen seien nicht ungewöhnlich Jetzt müsse erst mal geprüft werden, ob der Erreger in der neu entdeckten Mutation bedeutend gefährlicher sei als die bisher bekannten. Die Mutation des Coronavirus verbreitet sich derzeit in Großbritannien*, die Bundesregierung hat daher vorerst alle Routen zwischen Deutschland und dem britischen Festland geschlossen.

Es könnten weitere Impfstoffe zugelassen werden – Um wie viele Dosen geht es?

Bis zum 6. Januar will die EMA über den Impfstoff von Moderna entscheiden. Die EU hat sich 160 Millionen dieses Präparats vertraglich zusichern lassen. Ebenfalls laufen Prüfungen des Vakzins von Astrazeneca und Janssen Pharmaceutica, von denen die EU 400 Mio. Dosen bzw. Dosen für 400 Mio Menschen erworben hat. Außerdem hat die EU-Kommission Verträge mit Sanofi-GSK für 300 Mio. Impfdosen und der Tübinger Firma Curevac für 405 Mio. Impfdosen abgeschlossen. Die Kommission verhandelt derzeit mit Novavax über weitere 200 Mio. Einheiten. Die Mitgliedsstaaten der EU verteilen die Impfstoffe gemäß ihres Bevölkerungsanteils untereinander. (Matthis Pechtold mit dpa) *FR.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Nir Alon / dpa

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