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In Afrika haben über 90 Prozent noch nicht ihre erste Impfung gegen Corona erhalten. Entwicklungsminister Gerd Müller sowie Meghan und Harry fordern mehr Impfgerechtigkeit.
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In Afrika haben über 90 Prozent noch nicht ihre erste Impfung gegen Corona erhalten. Entwicklungsminister Gerd Müller sowie Meghan und Harry fordern mehr Impfgerechtigkeit.

Corona-Vakzine

Reiche Länder kaufen Weltmarkt leer – Corona-Impfstoff in Afrika Mangelware

  • Teresa Toth
    VonTeresa Toth
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Während reiche Länder bereits Impfstoff für eine dritte Impfung gegen Corona kaufen, sind viele Menschen in Afrika noch nicht einmal erstgeimpft.

Berlin/New York – „Reiche Länder haben zusätzliche Impfstoffe vom Weltmarkt weggekauft, um Drittimpfungen zu ermöglichen, während über 90 Prozent der Afrikaner noch nicht einmal die erste Impfung hatten.“ Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnte vor einer wachsenden Benachteiligung armer Länder bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen. „Wir dürfen nicht in eine Situation geraten, in der die reichen Staaten den Markt leer kaufen und Impfstoffe horten, während für die armen Länder nichts übrig bleibt.“, sagte Müller gegenüber der Mediengruppe Funke.

Die Impfstoff-Initiative Covax hatte als Ziel festgelegt, bis Ende des Jahres zwei Milliarden Impfstoffdosen für Menschen in armen Ländern zur Verfügung zu stellen. Laut Müller sei dies jedoch nicht mehr zu schaffen: Bisher wurden lediglich 300 Millionen Impfdosen durch Covax verteilt. Aufgrund von zu geringem Nachschub fallen die Impfstofflieferungen für Afrika bis zum Ende des Jahres voraussichtlich 25 Prozent geringer ausfallen.

Corona-Impfgerechtigkeit gefordert: Müller kritisiert Priorisierung der Hersteller

So sicherten die EU-Staaten etwa 248 Millionen Dosen Impfstoff gegen Corona zu, gaben bislang jedoch nur 20 Millionen Dosen ab. Dabei gebe es laut Müller zahlreiche Dosen, die nur noch für kurze Zeit verwendet werden dürfen: „Weltweit gibt es 100 Millionen Dosen, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen und schnell verimpft werden müssen.“ Neben den EU-Staaten kritisierte Müller auch die Priorisierung der Impfstoff-Hersteller.

 „Es wäre absolut nicht hinnehmbar, wenn Impfstoffe extra knapp gehalten werden. Oder vertraglich zugesagten Dosen an Covax hinten angestellt würden, um stattdessen an reichere Länder zu liefern“, mahnte Müller. „Hersteller sollten endlich Covax in den Lieferungen vorziehen.“ Aufgrund der Lieferpolitik konnten reiche Länder bereits zusätzlichen Impfstoff bestellen, um Drittimpfungen anzubieten, während über 90 Prozent der Menschen in Afrika noch nicht einmal die erste Impfung hätten.

Herzogin Meghan und Prinz Harry plädieren für mehr Impfgerechtigkeit

Auch Herzogin Meghan und Prinz Harry plädieren für mehr Impfgerechtigkeit. Beim Global-Citizen-Konzert am Samstag (25.09.2021) im Central Park in New York bezeichneten sie die Bevorzugung reicher Länder als „Menschenrechtskrise“. „Meine Frau und ich glauben, dass die Art und Weise, wie man geboren wurde, nicht darüber entscheiden darf, dass man überlebt“, sagte Harry vor Tausenden Zuschauern.

Besonders die Patentrechte, die Produzenten in ärmeren Ländern davon abhalten, funktionierende Corona-Impfstoffe selbst herzustellen, müssten gelockert werden. „Und wenn wir dies zurecht als humanitäre Krise betrachten, sollte die Kontrolle über einen Impfstoff, der Leben retten kann, nicht nur in den Händen der wenigen Glücklichen liegen“, fügte Meghan hinzu. (tt)

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