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Gekündigt oder entlassen

Corona-Impfpflicht in England: 50.000 Pflegekräften droht der Jobverlust

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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In England droht ein Mangel an Fachkräften im Pflegebereich – weil eine vollständige Corona-Impfung jetzt Pflicht ist.

London – Was in Deutschland noch kontrovers diskutiert wird, ist in Großbritannien längst Gesetz: Eine vom Staat verordnete Impfpflicht gegen Corona für bestimmte Berufsgruppen. Das hat Folgen. Zehntausende ungeimpfte Pflegekräfte dürfen seit Donnerstag (11.11.2021) nicht mehr in Heimen in England arbeiten. Die von der Regierung gesetzte Frist, sich vollständig gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist jetzt verstrichen.

Schätzungen britischer Medien zufolge haben mehr als 50.000 Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen bisher das Angebot nicht genutzt. Mehr als die Hälfte davon soll aber bisher zumindest eine Dosis erhalten haben. Einige Tausend haben Ausnahmen beantragt, weil sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten. Die genauen, offiziellen Zahlen sollten am Nachmittag veröffentlicht werden.

Britischer Arbeitsmarkt am Limit: Erst der Brexit, jetzt die Corona-Impfpflicht

Bis April müssen zudem Angestellte des Gesundheitsdiensts NHS in England nachweisen, dass sie vollständig gegen Corona geimpft sind. Am Mittwoch baten Vertreter:innen der Pflegeeinrichtungen den britischen Gesundheitsminister Sajid Javid um eine Verlängerung der Frist. Sie forderten Sajid Javid dazu auf, ungeimpften Pflegekräften zu gestatten mindestens so lange zu arbeiten, bis für personellen Ersatz gesorgt ist. Allerdings ist durch die Folgen des Brexits das Angebot an Arbeitskräften in Großbritannien gerade im Pflegebereich sehr überschaubar.

Den ungeimpften Beschäftigten in Heimen droht dessen ungeachtet nun der Verlust ihres Arbeitsplatzes. Sie können auch auf Stellen versetzt werden, bei denen sie keinen Kontakt zu Bewohnerinnen und Bewohnern haben. Wie die Zeitung Guardian berichtete, spüren einige Heime in Großbritannien aber bereits den Mangel an Pflegekräften. Zahlreiche Betten könnten nicht mehr betrieben werden.

Corona-Impfpflicht in England: Viele Fachkräfte kündigen oder werden entlassen

Pflegepersonal und Gesundheitsexpert:innen hatten in der Vergangenheit immer wieder gewarnt, dass der Personalmangel in diesem Winter die Entlassung von Tausenden Patientinnen und Patienten verhindern könnte. Dies würde dazu führen, dass die Aufnahmemöglichkeiten für neue Pflegebdürftige begrenzt werde, und die Stationen überfüllt sind.

Nach Angaben des National Care Forum haben im Durchschnitt bereits 3,5 Prozent der Beschäftigten wegen der Impfvorschrift in der Corona-Pandemie gekündigt oder wurden entlassen. Diese Zahl werde noch weiter steigen, hieß es. Das Gesundheitsministerium betonte hingegen, die Impfpflicht habe die Zahl der Impfungen in die Höhe schnellen lassen – bei der Erstimpfung von 80 auf 94 Prozent der Beschäftigten in der Branche.

Corona-Impfpflicht in England: Fristverlängerung für Mitarbeiter des NHS

Die obligatorische Doppelimpfung für Pflegepersonal in Heimen für ältere und jüngere Erwachsene habe den Impfschutz gegen Covid-19 erhöht, wobei fast neun von zehn Mitarbeiter:innen beide Impfungen erhalten habe, so das Ministerium. Allerdings seien in manchen Gebieten des Landes, zum Beispiel in den Städten Nottingham und Manchester, rund ein Fünftel der Pflegekräfte immer noch nicht vollständig geimpft. 

In England unterliegen staatliche NHS-Mitarbeiter:innen und Hauspflegekräfte, die Bedürftige in ihren eigenen vier Wänden betreuen, bis zum 1. April 2022 nicht der Impfpflicht, wie die britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson am Dienstag (09.11.2021) erneut betonte. (skr/dpa)

Rubriklistenbild: © Darren England

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