1. Startseite
  2. Politik

„Weiterer Tiefpunkt der Corona-Politik“ – Fast vier Millionen Impfdosen vernichtet

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

Etwa 3,9 Millionen Corona-Impfdosen sind abgelaufen
Etwa 3,9 Millionen Corona-Impfdosen sind abgelaufen © Friso Gentsch/dpa

Millionen Corona-Impfstoffdosen müssen vernichtet werden, da das Haltbarkeitsdatum überschritten wurde. Es gibt Kritik von Koalition und Opposition.

Berlin – Wegen der Überschreitung des Ablaufdatums mussten in Deutschland mehr Corona-Impfdosen vernichtet werden als bisher angenommen. Zwischen Anfang Dezember 2021 und Ende Juni wurden 3,9 Millionen Dosen entsorgt.

Dabei handele es sich um Präparate des Herstellers Moderna, die auf „unterschiedlichen Stufen der logistischen Lieferkette verfallen sind“, teilte das Gesundheitsministerium in Berlin auf eine parlamentarische Anfrage des Unions-Bundestagsabgeordneten Stephan Pilsinger (CSU) mit. Das Schreiben lag am Sonntag (17. Juli) der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor.

Corona: Millionen Impfstoffdosen mussten vernichtet werden

Noch im April war das Gesundheitsministerium nach Angaben des RND davon ausgegangen, dass bis Ende Juni drei Millionen Dose vernichtet werden müssten. Im betroffenen Zeitraum hatte die Bundesregierung in Berlin 134,3 Millionen Corona-Impfstoffdosen bestellt. Gespendet wurde davon nichts. Die internationale Impfstoffallianz Gavi hatte erklärt, dass es keinen Bedarf gebe, weshalb keine Spenden angenommen wurden.

Die Zahl der abgelaufenen Dosen könnte allerdings noch deutlich höher ausfallen. Informationen über den Verfall lägen dem Bund nur vor, wenn Ärztinnen und Ärzte sowie Apotheken die Dosen an die pharmazeutischen Großhändler gemeldet hätten.

Corona-Impfstoffe: „Steuergeld der Bürger nicht sinnlos zum Fenster hinauswerfen“

Die Vernichtung der Corona-Impfstoffe stieß in den Reihen von Koalition und Opposition auf Kritik. Der CSU-Politiker Pilsinger war „schockiert“, da erneut mehr Impfstoff im Müll landete als bisher angenommen. „Besonders in Zeiten knapper Kassen und Inflation darf der Staat das Steuergeld der Bürger nicht sinnlos zum Fenster hinauswerfen“, sagte er dem RND. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sitze auf einem „wachsenden Berg von Impfstoff, der zu verfallen droht.“

Demnach müsse der Bund „wieder umsichtiger mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler umgehen“, mahnte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Paula Piechotta. Das Gesundheitsministerium müsse die Impfstoffe in Zukunft „stärker an der tatsächlichen Nachfrage orientiert einkaufen“, sagte Piechotta am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Als „weiteren Tiefpunkt der von organisatorischen und kommunikativen Fehlern geprägten Corona-Politik der Ampelkoalition“, bezeichnete Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken, die Vernichtung von Millionen Impfdosen. (kas/dpa/AFP)

Währenddessen wird sich auf eine neue Impfkampagne im Herbst vorbereitet. Viele dürften dann die angepassten Omikron-Vakzine von Biontech und Moderna erhalten.

Auch interessant

Kommentare