1. Startseite
  2. Politik

Corona-Impfstoff gegen BA.4 und BA.5: Jetzt impfen oder warten?

Erstellt:

Von: Sandra Kathe

Kommentare

Wer darf sich im Herbst und Winter einen neuen Booster holen? Wo wird geimpft und welcher Impfstoff ist für wen geeignet? Zur Corona-Impfung gibt es viele Fragen.

Berlin – Das Ende des Sommers steht bevor und mit ihm die von Medizin und Politik befürchtete nächste Corona-Saison. Viele Menschen in Deutschland beschäftigen sich jetzt bereits mit der nächsten Corona-Impfung und den dafür geeigneten Impfstoffen. Für viele stellt sich außerdem die Frage, ob sie sich erneut einen Booster abholen sollen, auch wenn die Stiko die vierte Impfung gegen Corona für sie noch gar nicht empfohlen hat.

Zudem ist auch in der Entwicklung der Corona-Impfstoffe einiges passiert. So hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA in der vergangenen Woche neue Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen, die speziell auf die Omikron-Variante angepasst worden sind und vor neuen Corona-Varianten noch besser schützen sollen. Zudem soll noch im Herbst ein weiterer, diesmal auf die neueren Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepasster, Impfstoff von Biontech/Pfizer in die Zulassung gehen.

Wo erhält man im Herbst und Winter 2022 eine Corona-Impfung?

Nach der großen Impfkampagne in den Jahren 2021 und 2022 sind viele der Impfzentren, in denen die Menschen ihre Erst- und Zweitimpfung sowie möglicherweise den Booster gegen das Corona-Virus erhalten haben, inzwischen geschlossen. Nur in wenigen großen Städten werden einige Impfzentren zumindest zum Teil weiterbetrieben. Menschen, die sich jetzt die Corona-Impfung abholen möchten, weil sie noch nicht geimpft sind oder eine Booster-Impfung wollen, können sich im Regelfall an ihre Hausarztpraxis wenden.

Neben vielen Haus- und Fachärzt:innenen bieten inzwischen auch speziell geschulte Apotheken oder Zahnarztpraxen eine Corona-Impfung an. Außerdem gibt es laut Informationen des Bundesgesundheitsministeriums auch in vielen Betrieben die Möglichkeit, einen entsprechenden Impftermin zu vereinbaren.

Viele Menschen in Deutschland haben vorm Herbst und Winter offene Fragen zum Thema Corona-Impfung, Auffrischung und zu den angepassten Impfstoffen
Viele Menschen in Deutschland haben vorm Herbst und Winter offene Fragen zum Thema Corona-Impfung, Auffrischung und zu den angepassten Impfstoffen. (Symbolbild) © Martin Schutt/dpa

Corona-Impfung: Welche Impfstoffe gibt es inzwischen?

Wie zu Beginn der Corona-Impfkampagne sind die am häufigsten genutzten Impfstoffe die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna. Diese unterscheiden sich vor allem dadurch, dass das Spikevax-Vakzin von Moderna erst für Menschen ab 30 Jahren empfohlen wird, während Corminaty von Biontech/Pfizer bereits auch für Kinder ab fünf Jahren verwendet werden kann.

Zusätzlich ist auch weiterhin der Jcovden-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson erhältlich, den die Stiko erst für Menschen ab 60 empfiehlt. Darüber hinaus ist seit Ende 2021 auch der Proteinimpfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax zugelassen, der keinen mRNA-Impfstoff enthält.

Welche Corona-Impfstoffe sind auf die Omikron-Varianten angepasst?

Im Sommer 2022 hat die EMA angepasste Omikron-Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer sowie Moderna geprüft und zugelassen. Diese Impfstoffe sollen schon bald ausgeliefert und zum besseren Schutz gegen die Omikron-Variante des Corona-Virus verwendet werden.

Die angepassten Impfstoffe sind zwar auf die Omikron-Subvariante BA.1 zugeschnitten, wirken aber auch gegen den ursprünglichen Virusstamm und andere Omikron-Ableger. BA.1 war der erste Omikron-Subtyp, der durch Europa fegte, er wurde jedoch rasch von der noch ansteckenderen Sublinie BA.2 verdrängt. Mittlerweile dominiert BA.5 das Infektionsgeschehen in Deutschland. Noch im Herbst will Biontech/Pfizer einen weiteren angepassten Impfstoff für die Subtypen BA.4 und BA.5 zur Prüfung freigeben.

Corona-Impfung im Herbst und Winter: Werden die neuen Impfstoffe schon ausgeliefert?

Die Auslieferung der neuen Corona-Impfstoffe soll laut Bundesgesundheitsministerium in der zweiten und dritten Septemberwoche starten. Dann sollen jeweils rund fünf Millionen Dosen des angepassten BA.1-Impfstoffs von Biontech/Pfizer ausgeliefert werden.

Zudem werden vom US-Hersteller Moderna insgesamt rund vier Millionen Dosen angepasster BA.1-Impfstoff im Lauf der beiden Septemberwochen erwartet. Laut Bundesgesundheitsministerium können voraussichtlich im Laufe der 36. Kalenderwoche „die ersten Impfungen mit den angepassten Impfstoffen bei den Leistungserbringern erfolgen“.

Fragen zur Corona-Impfung: Ist es sinnvoll auf die angepassten Impfstoffe zu warten?

In den vergangenen Monaten hatten sowohl Stiko als auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) noch davon abgeraten, auf die neuen Impfstoffe zu warten. Da die Auslieferung kurz bevorsteht, rät Lauterbach zu Geduld: „Jetzt macht es wirklich Sinn, die paar Tage zu warten, bis der neue Impfstoff da ist“, sagte er in der ARD.

Die beiden neuen, an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe, böten einen „sehr guten Schutz“ gegen alte und neue Virusvarianten, betonte Lauterbach.

Corona-Booster: Wer kann sich die vierte oder gar fünfte Covid-Impfung holen?

Eine vierte Dosis des Covid-Impfstoffs empfiehlt die Stiko derzeit nur für Menschen, die zu den Corona-Risikogruppen zählen sowie für Über-60-Jährige. Allen anderen wird bislang nicht offiziell zur vierten Corona-Impfung geraten, da laut Stiko „diese Gruppe nach derzeitigem Kenntnisstand von einer vierten Impfung nicht nennenswert profitiert“. Dennoch steht es Menschen frei, die Möglichkeit eines zweiten Boosters mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.

Bei älteren Menschen oder Risikopatient:innen, deren Auffrischung bereits mehr als sechs Monate zurückliegt, kann unter Umständen auch eine fünfte Impfstoffdosis empfohlen werden. Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt diese Entscheidung gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu treffen.

Corona-Regeln im Herbst und Winter: Kommt erneut ein verpflichtender Impf-Nachweis?

In den Beschlüssen zur erneuten Verschärfung von Corona-Regeln im Herbst und Winter ist bislang keine erneute generelle Pflicht eines Impfnachweises vorgesehen. Zu den geltenden Regeln zählen etwa die Aufrechterhaltung einer Maskenpflicht in Bahnen, Bussen und Flugzeugen sowie eine bundesweite Masken- und Testnachweispflicht für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. 

Je nach Corona-Lage können die Länder weitere Regeln erlassen, zu denen auch eine erneute Maskenpflicht in Innenräumen vorgesehen ist. Dazu heißt es in einer Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums, dass diese Maskenpflicht für Menschen, die nachweisen können, dass sie negativ getestet, frisch genesen oder geimpft sind, entfallen könnte. (ska mit AFP)

Auch interessant

Kommentare