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Corona-Virus

Corona: Kanzleramtschef Braun verteidigt Astrazeneca - Impfstoff „gut und sicher“

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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  • Sophie Vorgrimler
    Sophie Vorgrimler
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Kanzleramtschef Braun koppelt eine Rückkehr zur Normalität an die Impfbereitschaft der Deutschen in der Corona-Krise.

Update vom Samstag, den 24.04.2021, 9.00 Uhr: In Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wurde der Impfstoff von Astrazeneca in dieser Woche für alle Altersgruppen freigegeben. Für Menschen unter 60 Jahren soll die Corona-Impfung mit Astrazeneca aber nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) äußerte sich im Podcast der „Augsburger Allgemeinen“ am Freitag (23.04.2021) positiv über die Aufhebung der Priorisierung beim Astrazeneca-Impfstoff in Hausarztpraxen in mehreren Bundesländern.

Kanzleramtschef Braun appelliert an Impfbereitschaft - und verteidigt Astrazeneca

„Das ist ein guter und sicherer Impfstoff“, betonte Braun. „Wenn dadurch, dass man die Priorisierung fallen lässt, jetzt in den Hausarztpraxen Astrazeneca schneller verimpft wird, dann ist das sehr, sehr gut“, so der CDU-Politiker weiter.

Man müsse einmal mit demjenigen, der sich mit Astrazeneca impfen lassen wolle, darüber reden, ob er eine besondere Thromboseneigung habe, sagte Braun. „In so einem Fall würde man das nicht empfehlen, aber ansonsten kann der Arzt entscheiden. Das begrüße ich.“

Eine Arzthelferin nimmt eine Impfdose von Biontech mit dem Impfstoff Comirnaty (r.), links steht eine Impfdose mit Astrazeneca auf einem Tisch im Labor. (Archivbild)

Astrazeneca: Freigabe von Astrazeneca-Impfstoff – für unter 60-Jährige nur nach Beratung

Mit Blick auf Bedenken gegenüber dem Corona-Impfstoff Astrazeneca, sagte Braun: „Gerade weil die Medizin so gewissenhaft ist und auch kleine Risiken versucht zu minimieren, nehmen viele Menschen Risiken deutlich größer wahr.“ Es sei die Aufgabe von Ärzten, das Risikoverhältnis zu erklären und deutlich zu machen, dass Impfstoffe, die in Europa zugelassen sind, ein sehr hohes Sicherheitsniveau haben.

Impfstoff-Priorisierung: Kanzleramtschef Braun lobt Aufhebung der Priorisierung des Astrazeneca-Impfstoffes

Nach der Priorisierungsaufhebung des Corona-Impfstoffes Astrazeneca in mehreren Bundesländern appellierte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, an die Patienten, wenn möglich eine Mail zu schreiben. „Wenn die Telefonleitungen dauerbelegt sind, dann ist damit niemandem geholfen“, sagte Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Je höher die Impfbereitschaft mit den zugelassenen Corona-Impfstoffen sei, desto schneller könne man zur Normalität in Deutschland zurückkehren. Je mehr Leute bei den Impfungen mitmachen, desto eher käme man zur Normalität zurück. Deshalb sei seine Hoffnung, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen, um die Corona-Pandemie so schnell wie möglich zu besiegen.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) betont, dass die Rückkehr zur Normalität an die Impfbereitschaft mit Corona-Impfstoffen gekoppelt sei. (Archivbild)

Corona-Impfungen: Spahn will Reihenfolge schon im Juni aufheben

Erstmeldung vom Freitag, den 23.04.2021, 09.00 Uhr: Berlin - Als Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag (22.04.2021) ankündigte, dass ab Juni die Corona-Impfstoffe womöglich für alle Menschen in Deutschland freigegeben werden könnten, haben das viele als positive Nachricht im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland aufgenommen. Helge Braun(CDU), der Chef des Kanzleramts, bremste die Erwartungen jedoch bereits am Freitag (23.04.2021) aus: Dass die Priorisierung der Impfstoffe aufgehoben werden könnte, bedeute noch nicht, dass dann genug Impfstoff vorhanden ist, um alle Menschen damit zu versorgen.

Mit der Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass es möglich sei, ab Juni die Impfpriorisierungen aufzugeben, ist gleichzeitig auch bestätigt worden, dass der Zeitplan der Bundesregierung im Fortschritt mit den Impfungen eingehalten werden könnte. Derzeit habe mehr als jeder Fünfte in Deutschland eine erste Impfung erhalten. 21,6 Prozent Erstgeimpfte verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen täglich herausgegebenen Zahlen..

In einem Impfzentrum nahe Greifswald konnten Impfwillige über 70 Jahre ihre Corona-Schutzimpfungen ohne Termin erhalten.

Ethikrat spricht sich dafür aus, Priorisierung der Corona-Impfung nach Möglichkeit aufzuheben

Weil der Impfstoff zunächst sehr knapp war, wurde eine Reihenfolge festgelegt, in der Impfungen erfolgen. Die Menschen mit dem höchsten Risiko auf schwere und tödliche Corona-Verläufe sollten als Erstes geimpft werden. Auch alte Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sowie bestimmte Berufsgruppen sollten bevorzugt werden. „Je weniger knapp der Impfstoff, desto weniger Priorisierung ist nötig und gerechtfertigt“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, der „Rheinischen Post“.

Nach Startschwierigkeiten bei der Impfstoff-Bestellungen sind mittlerweile größere Mengen Corona-Impfstoff vorhanden. Dennoch sagte Helge Braun, dass die Aufhebung der Priorisierung nicht bedeute, dass gleich genug Dosen für alle impfbereiten Menschen bereitstünden. Auch bei einer möglichen Aufhebung der Priorisierung der Coronaimpfungen werde es noch Wartezeiten für Impfwillige geben, sagte der CDU-Politiker in der Freitagsausgabe der „Augsburger Allgemeinen“. Es bleibe aber dabei, dass man bis zum Sommer jedem ein Impfangebot machen könne. 

Corona: Impfpriorisierung und Freiheiten für Geimpfte könnten Thema bei Ministerkonferenz sein

Am kommenden Montag sollen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten wieder zu einer Konferenz zusammenkommen, dort werden sie unter anderem über die bundesweite Auflösung der Impfpriorisierung beraten. Auch Freiheiten für bereits geimpfte Personen könnten bei der Konferenz thematisiert werden.

Kanzleramtsminister Helge Braun dämpft die Erwartungen an die bevorstehende Aufhebung der Impfreihenfolge.

Über den weiteren Zeitablauf verwies Braun darauf, dass die Impfgeschwindigkeit nicht mehr in erster Linie von den Bestellungen, sondern vor allem an der tatsächlichen Auslieferung der Impfstoffe hinge. „Wenn die Hersteller so liefern, wie sie es uns versprochen haben, dann werden wir im Laufe des Mai so viel Impfstoff bekommen, dass wir allen, die eine Priorisierung haben, ein Impfangebot machen können.“ Dann wäre ab Juni die breite Bevölkerung an der Reihe.

Priorisierung bei Corona-Impfung: Ärztekammer kritisiert Zurückhaltung von Zweit-Impfungen

Die Bundesärztekammer übt dennoch weiter Kritik an der Schnelligkeit beim Impfen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass in Deutschland mehr als fünf Millionen Impfdosen ungenutzt gelagert werden, während sich täglich Tausende Menschen neu mit Corona infizieren“, sagte Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Freitag. Ein wichtiger Punkt seiner Kritik ist, dass die Impfzentren Reserven für Zweitimpfungen zurückhalten, statt diese bereits als Erstimpfungen zu verabreichen. „Das ist aufgrund der erwartbaren Liefermengen im zweiten Quartal vertretbar“, sagt Reinhardt.

In Arztpraxen blieben in der Regel keine Impfstoffe liegen, weil die Impfverordnung den Ärzten Spielraum bei der Umsetzung der Impfreihenfolge einräume. Dass mehrere Bundesländer bei der Impfung der Vakzine von Astrazeneca auf eine Priorisierung verzichten, wertete Reinhardt als Vertrauensbeweis für die niedergelassenen Ärzte. Auch er hoffe auf eine baldige Aufhebung der Priorisierung. (Sophie Vorgrimler)

Rubriklistenbild: © Michael Sohn / dpa

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