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Profitgier: Amnesty erhebt schwere Vorwürfe gegen Corona-Impfstoff-Konzerne

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Von: Marvin Ziegele

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Aktivisten von Amnesty International während einer Demonstration im Jahr 2021, um die Ungleichheit beim Zugang zu Impfstoffen in der Welt anzuprangern. (Archivbild)
Aktivisten von Amnesty International während einer Demonstration im Jahr 2021, um die Ungleichheit beim Zugang zu Impfstoffen in der Welt anzuprangern. (Archivbild) © Alberto Pizzoli/AFP

Seit es Impfstoffe gegen Covid-19 gibt, hat die Krankheit für viele ein Stück von ihrem Schrecken verloren. Doch das gilt vor allem für reiche Industrieländer. 

London – Amnesty International kritisierte die Impfstoff-Hersteller, die Vakzine im Kampf gegen die Corona-Pandemie entwickelt haben. Die Menschenrechtsorganisation beklagte in erster Linie den Umstand, dass die Impfstoffe vor allem in Industrieländern verteilt werden.

„Wie viele Varianten müssen wir noch durchleben, bis reiche Länder und Pharmaunternehmen realisieren, dass Menschen in ärmeren Ländern Zugang zu Impfstoffen haben müssen?“, fragte die Amnesty-Vertreterin Rajat Khosla laut einer Mitteilung vom Montag (14.02.2022).

Amnesty International: Kaum Corona-Impfstoffe für ärmere Länder

Gemäß einem aktuellen Bericht von Amnesty International wurden im Jahr 2021 zehn Milliarden Corona-Impfdosen produziert. Das seien mehr als genug gewesen, um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erreichen, insgesamt 40 Prozent der Weltbevölkerung bis Ende 2021 zu impfen.

Amnesty International
Gründung28. Mai 1961
SitzLondon, Großbritannien
Mitgliederca. 10.000.000

Dagegen liegt die Quote der vollständig Geimpften in ärmeren Ländern der Welt nur bei vier Prozent, berichtet Amnesty. Daher ruft die Menschenrechtsorganisation die Konzerne dazu auf, Patente und Technologien freizugeben und das von der WHO definierte Ziel anzustreben, bis Mitte 2022 70 Prozent der Weltbevölkerung zu impfen.

Corona-Impfstoffe: Amnesty International äußert Kritik an Pharmakonzernen

„Diese Unternehmen hätten die Helden von 2021 sein können. Stattdessen haben sie denen, die die Impfstoffe am meisten brauchten, den Rücken zugekehrt und einfach weiterhin Profite vor das Wohl von Menschen gestellt“, sagte Khosla.

Während Pfizer, Biontech und Moderna riesige Umsätze gemacht hätten, seien nur zwei Prozent ihrer Impfdosen an ärmere Länder gegangen, heißt es in dem neuen Amnesty-Bericht. Johnson & Johnson sowie Astrazeneca kommen in dieser Auswertung besser weg, da die Hälfte ihrer Impfdosen an Entwicklungs- und Schwellenländer gegangen sein sollen. Auch diese beiden Konzerne verweigerten jedoch immer noch die Herausgabe ihrer Patente, kritisierte die Organisation. (Marvin Ziegele mit dpa)

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