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Virus-Pandemie

Hilfsorganisationen: Biontech und Curevac müssen Know-How zu Corona-Impfstoff Anderen zugänglich machen

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Mehrere Menschenrechtsorganisationen fordern Biontech und Curevac auf, ihr Impfstoffwissen mit der Welt zu teilen. Eine ähnliche Idee hat auch das Polit-Kollektiv Peng.

  • Die Impfstoff-Hersteller Biontech und Curevac arbeiten an einem Corona-Impfstoff.
  • Mehrere Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen fordern sie nun auf, ihr Wissen zu teilen.
  • Das Polit-Kollektiv Peng hat die Kampagne „Biontech-Leaks“ gestartet.

Update vom 11.02.2021, 15:52 Uhr: Ein Bündnis von Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen fordert die deutschen Pharmafirmen Biontech und Curevac auf, schnell den Weg für eine weltweite Produktion ihrer Corona-Impfstoffe zu ebnen. So sollten die Unternehmen während der Pandemie auf ihre geistigen Eigentumsrechte verzichten und Technologien und Know-How anderen Firmen zugänglich machen, heißt es in einem offenen Brief unter anderem von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam und Transparency International. Zudem sollten sie einen Teil der Impfstoffe für ärmere Länder bereitstellen.

Elisabeth Massute von Ärzte ohne Grenzen erklärte am Donnerstag: „Es darf nicht sein, dass ärmere Länder mit dem Schutz ihrer Risikogruppen noch Jahre warten müssen, während reiche Länder wie Deutschland schon die breite Masse impfen.“ Die gut 20 Organisationen weisen darauf hin, dass beide Firmen Fördergelder von jeweils mehreren hundert Millionen Euro allein durch die Bundesregierung erhalten hätten. Dadurch stünden sie in der Verantwortung, Menschen weltweit Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu gewähren.

Polit-Kollektiv Peng fordert Biontech-Mitarbeiter zum Impfstoff-Leak auf

Erstmeldung vom 10.02.2021, 17:08 Uhr: Mainz – Ein Video zeigt den Hauptsitz des Impfstoff-Herstellers Biontech in Mainz. Zu sehen ist eine junge Frau in Schutzkleidung im Labor. Ihr Blick ist ernst, sie hebt den Kopf, ihr scheint etwas klar zu werden. Später sieht man eine Hand, die durch Dokumente wühlt. „An die Angestellten bei Biontech“, heißt es in dem Film: „Leake den Biontech-Impfstoff!“

Das Video ist Teil der Kampagne „Biontech-Leaks“ des Polit-Kollektivs Peng, die am Mittwoch (10.02.2021) gestartet wurde. Aktivist:innen hängten in Mainz und Marburg nahe von Biontech-Gebäuden Plakate auf; die Seite biontech-leaks.org ging online. Das Ziel: Angestellte sollen die Anleitung zur Herstellung des mRNA-Impfstoffs veröffentlichen.

In Marburg und Mainz (Foto) wurden vor den Biontech-Standorten Plakate aufgehängt.

Gegen Impfstoffknappheit: Peng fordert Ende der ungleichen Verteilung des Biontech-Vakzins

„Mit der Anleitung wären Unternehmen weltweit in der Lage, in die Produktionskette einzusteigen und so die ungleiche Verteilung des Impfstoffs zu beenden“, heißt es bei Peng angesichts der mehr als 60 Länder, in denen noch nicht geimpft wird. Moralisch sei die Herausgabe von Firmenwissen vertretbar, so ein Peng-Sprecher: „Der Biontech-Impfstoff wurde auch dank großzügiger öffentlicher Förderung entwickelt. Trotzdem hält nun ein privates Unternehmen das Wissen unter Verschluss. Das daraus resultierende Monopol verschärft die Impfstoffknappheit weltweit.“ Peng fordert die Politik außerdem dazu auf, den Patentschutz für Covid-Impfstoffe auszusetzen.

Biontech betont stets, dass der Produktionsprozess viel Expertise und eine entsprechende technologische Ausstattung benötige. Zu der Aktion des Peng-Kollektivs äußerte sich das Unternehmen am Mittwoch auf Nachfrage nicht. (Fabian Scheuermann)

Rubriklistenbild: © Peng.

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