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Pandemie

Corona-Impfstoff: Zulassung für Moderna – Kevin Kühnert kritisiert Gesundheitsminister

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  • Tobias Ketter
  • Daniela Deeg
    Daniela Deeg
  • Moritz Serif
    Moritz Serif

Die EU-Kommission lässt mit Moderna den zweiten Impfstoff zu. Die SPD kritisiert das Vorgehen bei der Beschaffung des Impfstoffes gegen das Coronavirus erneut.

Update vom Donnerstag, 07.01.2021, 8.01 Uhr: Die SPD lässt mit ihrer Kritik an der Beschaffung von Impfstoffen gegen das Coronavirus nicht locker. SPD-Bundesvize Kevin Kühnert hielt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) abermals vor, zu zögerlich bei der Bestellung gewesen zu sein. Zuvor hatten bereits mehrere SPD-Politiker Spahn dafür verantwortlich gemacht, dass Deutschland beim Impfen weniger weit als andere Länder ist.

Kevin Kühnert (SPD) kritisiert das Vorgehen bei der Beschaffung des Impfstoffes im Kampf gegen das Coronavirus.

„Es ist doch so: Wenn ich die Nadel im Heuhaufen noch nicht finden kann, sie aber dringend brauche, dann kaufe ich doch erstmal zur Sicherheit den Heuhaufen, und zwar komplett“, so Kühnert in der „Rheinischen Post“ und dem „General-Anzeiger“. Er bezog sich dabei darauf, dass lange nicht klar war, welche Impfstoff-Entwicklungen gegen das Coronavirus erfolgreich sein würden.

Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf zu verstehen, wer bei der Beschaffung des Impfstoffes gegen das Coronavirus wie gehandelt habe, „nicht, um mit jemandem abzurechnen, sondern um daraus zu lernen“, meinte Kevin Kühnert. Er halte deshalb die Frage für berechtigt, warum in der noch unsicheren Beschaffungslage des Jahres 2020 nicht präventiv umfangreichere Bestellungen veranlasst worden seien, verbunden mit finanziellen Hilfen zum Ausbau der Produktionskapazitäten.

Corona-Krise: Impfstoff von Moderna in der Europäischen Union zugelassen

+++ 16.47 Uhr: Als zweiter Corona-Impfstoff ist ab sofort auch das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen. Dies entschied die EU-Kommission am Nachmittag auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte.

+++ 15.55 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verlangt vom Bund mehr Planungssicherheit bei der Lieferung von Impfstoff gegen das Coronavirus. Es sei jetzt wichtig, dass jeder Impfstoff, der möglich ist, beschafft und produziert werden kann, sagte Söder am Mittwoch nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Es sei nicht ein Problem der bestellten Mengen, sondern es stelle sich die Frage, wann die Impfdosen ankommen. „Was gestern ein positives Signal war, dass die Kanzlerin das mit zur Chefsache gemacht hat“, sagte Söder.

Impfstoffe: Söder will Impfbereitschaft erhöhen

Impfen ist die einzige echte Langzeitstrategie, die es gibt“, betonte der bayerische Ministerpräsident und warnte vor übertriebenen Hoffnungen auf eine schnelle Linderung in der Pandemie. In Bayern seien 99 Impfzentren am Start. „Da wird geimpft, was geht“, erklärte Söder. Bisher hätten rund 90.000 Menschen in Bayern die erste von zwei notwendigen Impfdosen erhalten.

Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die Impfbereitschaft erhöht werden müsse. Erste Erfahrungen aus den Alten- und Pflegeheimen zeigten eine hohe Impfbereitschaft der Heimbewohner, aber Zurückhaltung bei den Pflegekräften. Es müsse über eine Impfkampagne nachgedacht werden, die auch Vorbilder aus dem öffentlichen Leben beinhalte. „Wir gehen in eine entscheidende Phase“, sagte Söder. Die zweite Welle der Pandemie sei deutlich schwieriger als die erste Welle im Frühjahr und viele sprächen bereits über eine dritte Welle.

Corona-Impfstoff: EMA lässt Moderna-Präparat zu

+++ 15.00 Uhr: Die bevorstehende Zulassung des Corona-Impfstoffs der Firma Moderna in der EU wird den derzeitigen Engpass bei den Vakzinen in Deutschland nur etwas verringern. Ab kommender Woche seien erste Lieferungen zu erwarten, im ersten Quartal könne Deutschland mit zwei Millionen Dosen rechnen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin.

Als Grund für die begrenzte Menge nannte Spahn den Engpass zum Beginn der Produktion. Insgesamt solle Deutschland im laufenden Jahr 50 Millionen Dosen des Moderna-Präparats erhalten und damit einen großen Anteil der für die EU insgesamt vorgesehenen 160 Millionen Dosen. Dies liegt laut Gesundheitsministerium daran, dass andere EU-Staaten die ihnen zustehenden Optionen nicht ausschöpfen.

Update vom Mittwoch, 06.01.2021, 13:45 Uhr: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt die Nutzung des Corona-Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna. Das gab die Agentur am Mittwoch (06.01.2021) bekannt. Damit ist eine Verwendung des Vakzins in der EU möglich. Die EU-Kommission muss den Impfstoff noch Zulassen.

Corona-Impfungen: Jens Spahn bittet um Geduld

+++ 13.40 Uhr: In der Diskussion um den langsam anlaufenden Impfstart bat Jens Spahn um Geduld. Der Bundesgesundheitsminister betonte, dass der Impfstoff weltweit knapp sei, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Spahn äußerte auch Verständnis für alle, die sich eine schnellere Impfkampagne wünschen. Trotzdem dürfe die Faktenlage nicht außer Acht gelassen werden. Das wichtigste Ziel sei aktuell die Impfung der Risikogruppen und Pflegebedürftigen, so Spahn. 400.000 Menschen in Pflegeheimen wurden bereits geimpft.

Jens Spahn verteidigte auch die Beschaffungsstrategie, meldet die AFP. Angesichts der Zulassung von weiteren Impfstoffen, darunter das Vakzin von Moderna, gehe der Minister davon aus, dass genug bestellt worden sei. Bei Biontech und Moderna seien alleine 130 Millionen Dosen bestellt worden, erklärt der CDU-Politiker.

Die Europäische Arzneimittelagentur empfiehlt die Nutzung des Corona-Impfstoffs von Moderna. (Symbolbild)

Corona-Impfstoff: Biontech geht von ausreichender Menge aus

+++ 18:09 Uhr: Biontech-Chef Ugur Sahin zeigt sich zuversichtlich, dass der von seinem Unternehmen entwickelte Corona-Impfstoff in diesem Jahr in ausreichender Menge bereitgestellt werden kann. Bei einem digitalen Neujahrsempfang der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kündigte der Biontech-Mitgründer an, „dass wir bis Sommer ausreichend Impfstoff bereitstellen können“, so dass alle geimpft werden könnten, die dies wünschten.

Aufgrund früherer Forschungsarbeiten habe Biontech schnell erkannt, dass die sogenannte Boten-RNA zur Erzeugung einer gezielten Abwehrreaktion eine Chance biete, um sehr schnell einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln. „Das war für uns eine Verpflichtung“, sagte Sahin. Dreyer sagte: „Als Ministerpräsidentin macht es mich stolz, dass ein Mainzer Unternehmen diesen hochwirksamen Impfstoff entwickelt hat.“

Unterdessen wurde bekannt, dass die EU-Kommission mit Biontech und seinem US-Partner Pfizer über eine Verdopplung der bislang vereinbarten Impfstofflieferungen verhandelt. Ein neuer Vertrag könnte zusätzlich 100 Millionen Impfstoffdosen gegen das neuartige Coronavirus und eine Option auf weitere 200 Millionen beinhalten. Das berichtet der „Spiegel“ unter Verweis auf Verhandlungskreise. Ein Sprecher der Kommission wollte diese Zahlen am Nachmittag nicht bestätigen.

Corona-Impfstoffe: EU-Kommission will zusätzliche Impfdosen von Biontech

Die Kommission hatte im November, als noch kein Corona-Impfstoff eine Zulassung in der EU hatte, einen Liefervertrag mit Biontech und Pfizer über 200 Millionen Impfstoffdosen mit einer Option auf 100 Millionen weitere abgeschlossen. Das Vakzin wurde dann kurz vor Weihnachten als erstes Mittel in der EU zugelassen.

Ähnliche Lieferverträge hatte Brüssel auch mit den Herstellern Moderna, Astrazeneca, Curevac, Johnson & Johnson und Sanofi abgeschlossen. Bis auf das Mittel von Moderna stehen diese Kandidaten aber noch nicht kurz vor der Zulassung. 

„Die Kommission schaut nun mit den Unternehmen (Biontech und Pfizer), ob es möglich ist, zusätzliche Impfstoffdosen zum bestehenden Vertrag hinzuzufügen“, sagte ein Sprecher der Kommission. So oder so müssten diese Mittel allerdings noch hergestellt und ausgeliefert werden. Laut „Spiegel“ würden die zusätzlich ausgehandelten Impfstoffdosen voraussichtlich überwiegend erst in der zweiten Jahreshälfte geliefert werden.

Corona-Impfstoffe: Biontech warnt vor Aufschub der zweiten Impfung

+++ 16.10 Uhr: Das deutsche Pharmaunternehmen Biontech hat davor gewarnt, die für eine Immunisierung notwendigen zwei Dosen seines Corona-Impfstoffs in größerem zeitlichen Abstand als vorgesehen zu geben. Es lägen keine Daten vor, die eine Sicherheit und Wirksamkeit für den Fall belegten, dass die beiden Dosen im Abstand von mehr als drei Wochen gespritzt werden, erklärte Biontech.

Zwar belegten Daten, dass Empfänger schon zwölf Tage nach der ersten Spritze gegen das Coronavirus teilweise geschützt seien. Es gebe jedoch keine Belege dafür, dass der Schutz durch die erste Dosis mehr als 21 Tage lang andauere. In der klinischen Studie hätten nahezu alle Probanden die beiden Dosen in diesem Abstand erhalten.

Corona-Impfung: Großbritannien und Dänemark verschieben zweite Impfung

Angesichts der begrenzten Mengen an verfügbarem Impfstoff hatte Dänemark am Montag angekündigt, die Impfdosen des Biontech-Vakzins mit bis zu sechs Wochen Abstand zu verabreichen. So sollen mehr Menschen in einem kürzeren Zeitraum zumindest eine erste Impfung erhalten. Großbritannien hatte angekündigt, sogar bis zu zwölf Wochen zwischen den beiden Impfungen verstreichen lassen zu wollen.

In Deutschland wird aktuell geprüft, die zweite Corona-Impfung zu verschieben, um das Präparat zeitnah mehr Menschen verabreichen zu können. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Ständige Impfkommission (Stiko) um eine Einschätzung gebeten.

Corona-Impfung: Bundesregierung dringt auf Tempo bei Impfstoff-Produktion

Update vom Dienstag, 05.01.2021, 12.38 Uhr: Die Bundesregierung will bei der geplanten zusätzlichen Produktion von Corona-Impfstoff in Deutschland aufs Tempo drücken. So wollen die zuständigen Minister unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch (06.01.2021) beraten, an welchen Stellen zusätzliche Produktion durch die Bundesregierung unterstützt werden kann, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Dienstag in Berlin erfuhr. Der Bundes-Pflegebevollmächtigte Andreas Westerfellhaus forderte außerdem am Dienstag die Bundesländer auf, einheitliche Impfregeln zu erlassen.

An der Regierungsberatung zu Impfungen mit der Kanzlerin sollen wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und der Chef des Bundeskanzleramtes Helge Braun (CDU) teilnehmen, wie es hieß. Ziel sei es, zusätzliche Produktion von Impfstoff in Deutschland möglichst zügig hochzufahren.

Die Bundesregierung berät am Mittwoch (06.01.2021) darüber, wie eine Impfstoffproduktion in Deutschland schnell hochgezogen werden kann.

Spahn hatte am Montagabend im ZDF* Kritik an der Beschaffung des Impfstoffs erneut zurückgewiesen. „Dass wir jetzt am Anfang so wenig haben, dass wir priorisieren müssen, hat nichts zu tun mit der Bestellmenge, also wie viel wir bestellt haben, sondern das hat etwas damit zu tun, dass jetzt am Anfang die Produktionskapazität knapp ist“, sagte er im ZDF. Man arbeite daran, dass die Produktion bei Biontech etwa durch ein neues Werk in Marburg* hochgefahren werden könne. Schon Anfang Februar könne dieser zweite Produktionsstandort möglicherweise zur Verfügung stehen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf die Regierung. Die Arbeitsgruppe mit Spahn, Altmaier, Scholz und Braun habe die Kanzlerin bereits am Montag eingesetzt, so das Blatt weiter.

Telefonat: Merkel und Putin reden über gemeinsame Produktion von Impfstoff

Kanzlerin Merkel hat außerdem mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine engere Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie gesprochen, wie der Kreml am Dienstag (05.01.2021) mitteilte. Bei dem Telefonat sei es um mögliche Perspektiven für die gemeinsame Herstellung von Impfstoffen gegangen. Die Gesundheitsministerien beider Länder und Spezialisten sollten die Gespräche dazu fortsetzen. Details wurden zunächst nicht genannt. Ein Regierungssprecher in Berlin bestätigte, dass es bei dem Gespräch um die Bekämpfung der Pandemie gegangen sei.

Bundeskanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin haben in einem Telefonat dem Kreml zufolge über eine Zusammenarbeit bei der Impfstoffproduktion gesprochen.

Corona-Impfungen: Impfangebot für alle Deutschen bis Sommer in Aussicht

+++ 18:07 Uhr: Der in der Kritik stehende Gesundheitsminister Jens Spahn hat ein Impfangebot für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger im zweiten Quartal 2021 angekündigt. Nach Informationen des Spiegels rechne Spahn mit insgesamt 50 Millionen Impfdosen von Biontech für Deutschland. Die sollen dann für alle Interessierten reichen. Noch im Januar sollen alle Bewohner:innen von Alten- und Pflegeheimen ein Impfangebot bekommen.

Impfstrategie in Deutschland: Jens Spahn will bis zur Jahresmitte allen ein Angebot machen

Bisher wurde erwartet, dass erst ab Sommer die breite Bevölkerung geimpft werden kann. In Deutschland stehe bisher verhältnismäßig wenig Impfstoff zur Verfügung, die verspäteten Lieferungen an die Bundesländer sorgten zuletzt für viel Kritik aus Politik und Wissenschaft.

+++ 13.17 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kritisierte die Impfstrategie des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn. Deutschland stehe viel schlechter da als andere Länder, sagte Klingbeil im ARD-Morgenmagazin. Es sei zu wenig Impfstoff bestellt worden, um die ganze Bevölkerung zu impfen und gebe kaum gemeinsame Strategien, die mit den Bundesländern zusammen entwickelt wurden, so die Kritik des SPD-Politikers.

Kritik an Corona-Strategie der Bundesregierung: SPD-Generalsekretär spricht von chaotischen Zuständen

Lars Klingbeil spricht von chaotischen Zuständen. Er betont zwar, dass die gemeinsame Bestellung des Impfstoffs gegen Corona auf Ebene der EU richtig gewesen sei, allerdings müsse Europa nicht bedeuten, dass es langsamer geschehe, sagte Klingbeil. Klingbeil verwies auf den Biontech-Chef Ugur Sahin, der sagte, dass seine Firma der EU-Kommission mehr Impfstoff angeboten habe, aber der Vorschlag von der EU abgelehnt wurde.

Deutschland hätte außerdem bilaterale Verträge mit Biontech abschließen sollen, so der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Es sei bereits im November bekannt gewesen, dass der Impfstoff gut sei. Klingbeil erwartet von der Bundesregierung Kooperationsverträge mit Pharmaunternehmen zu prüfen, um weitere Impfstoffdosen produzieren zu können. Es könne nicht sein, dass ein Land, in dem der Impfstoff erforscht wurde, zu wenige Dosen habe, kritisiert Klingbeil im ARD-Morgenmagazin.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kritisiert die Strategie der Corona-Impfungen von Jens Spahn. Er spricht von „chaotischen Zuständen.“ (Symbolbild)

Gesundheitsminister Jens Spahn will Corona-Impfungen beschleunigen

Derweil arbeitet das Bundesgesundheitsministerium daran, wie die Corona-Impfungen beschleunigt werden könnten. Das Ministerium von Jens Spahn prüfe offenbar den Vorschlag von Expert:innen, die beim Biontech-Impfstoff vorgesehene zweite Impfdosis über den eigentlich vorgesehenen Zeitraum von 42 Tagen hinaus zu verschieben, berichten verschiedene Medien unter Berufung auf ein Schreiben des Gesundheitsministeriums. Die Abweichung von der Zulassung bedürfe allerdings einer wissenschaftlichen Abwägung, heißt es in dem Papier. Es wird außerdem geprüft, ein Fläschchen des Impfstoffs für sechs Impfungen, statt der zugelassenen fünf Impfungen möglich sind. Auf diese Weise sei eine Erhöhung der Zahl der vorhandenen Impfdosen um bis zu 20 Prozent möglich.

Corona-Impfungen: Drosten verteidigt das Vorgehen der EU

Update vom Montag, 04.01.2021, 09.18 Uhr: Christian Drosten hat das Vorgehen der EU verteidigt. „Das ist so eine komplexe Angelegenheit. Man musste den Impfstoff mit Monaten Vorlauf bestellen - und wusste zu dem Zeitpunkt gar nicht, ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde.“ Das nun im Nachhinein bewerten zu können, sei „praktisch unmöglich“, sagte der Virologe im Interview mit der „Hamburger Morgenpost“.

Christian Drosten erinnerte jedoch daran, wie weit Großbritannien beispielsweise im Vergleich zur EU sei. Dort sei der Corona-Impfstoff von AstraZeneca bereits zugelassen. „Da sollte man in der EU ganz schnell hinterherkommen, denn dieser Impfstoff kann auch in normalen Arztpraxen geimpft werden“, betonte der Experte.

Christian Drosten hat die EU verteidigt.

Corona-Impfstoff: Hotline überlastet - Gesundheitsministerium nennt Details

Update vom Sonntag, 03.01.2021, 10.00 Uhr: Die Corona-Hotline, die einige Bundesländer auch für Impf-Termine nutzen, ist offenbar schwer erreichbar. Den „sehr ernst zu nehmenden Hinweisen auf eine Überlastung der Hotline gehen wir derzeit intensiv nach“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der „Welt am Sonntag“. Dahinter stecken wohl technische Probleme.

Demnach ist die Telefonnummer 116117 überlastet. Diese wird von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) betrieben. Darüber wird beispielsweise nachts und am Wochenende ein Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst hergestellt. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums erwartet man in den kommenden Wochen bis zu 500.000 Anrufe auf der Corona-Hotline.

Der Impf-Start in Deutschland wurde eingeläutet. (Symbolfoto)

Update vom Samstag, 02.01.2021, 14.50 Uhr: Eine Medizinerin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina wirft der Bundesregierung „grobes Versagen“ bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff vor. „Warum hat man im Sommer nicht viel mehr Impfstoff auf Risiko bestellt?“, fragt Frauke Zipp. Vor kurzem habe es offizielle Totengedenken gegeben, jetzt fordere man Geduld ein, kritisiert die Neurologin. Wenn genügend Corona-Impfstoff vorhanden sei, könne man 60 Prozent der Bevölkerung in zwei bis drei Monaten durchimpfen, erklärte sie gegenüber der Zeitung „Die Welt“.

Biontech will mehr Corona-Impfstoff an die EU liefern - Firmenchef kritisiert EU-Strategie

+++ 20.01 Uhr: Der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech wird seit einigen Tagen in der EU geimpft, der Impfstoff ist begehrt und knapp. Unter Experten gibt es bereits Diskussionen, ob man die zweite Impfung verschieben könnte, um so mehr Impfkapazitäten zu bekommen. Nun will Biontech mehr Impfstoff als geplant an die Europäische Union liefern. Das Unternehmen befinde sich „in fortgeschrittenen Diskussionen, ob und wie wir weitere Impfstoffdosen aus Europa für Europa in diesem Jahr zur Verfügung stellen können“, erklärte Unternehmenschef Ugur Sahin gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Wir arbeiten mit der EU zusammen, um unsere Produktionskapazitäten weiter auszubauen und zusätzliche Impfstoffdosen bereitstellen zu können.“

Biontech will mehr Corona-Impfstoff an die Europäische Union liefern.

In dieser Woche sei mit der EU-Kommission vereinbart worden, weitere 100 Millionen Impfstoffdosen zu liefern. Dabei wurde eine im EU-Rahmenvertrag ohnehin vereinbarte Option gezogen: Fest bestellt waren zunächst 200 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs mit der Möglichkeit zum Kauf von 100 Millionen weiteren Einheiten. Diese Erweiterung wurde vor einigen Tagen vertraglich vereinbart, nachdem die EU-Staaten entsprechenden Bedarf angemeldet hatten. Wie schnell nun ein Vertrag zu darüber hinausgehenden Lieferungen zustande kommen könnte und um welche Mengen es geht, wollte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage noch nicht sagen.

Biontech-Chef wundert sich über Corona-Impfstoff-Strategie der EU

Update vom Freitag, 1.1.2020, 10.31 Uhr: Der Impfstoff-Hersteller Biontech aus Mainz arbeitet nach eigenen Angaben unter Hochdruck daran, die Produktionskapazitäten für den Impfstoff gegen das Coronavirus auszuweiten. „Momentan sieht es nicht rosig aus, es entsteht ein Loch, weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin, der zusammen mit seiner Frau Özlem Türeci das Unternehmen führt, dem „Spiegel“. Deutschland werde aber „genug Impfstoff bekommen“. Sahin verspricht mehr Planungssicherheit: „Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.“

Corona-Impfstoff : Biontech-Chef Ugur Sahin erklärt, warum es so schwer ist die Produktion zu erhöhen. (Symbolfoto)

Laut Spiegel-Bericht hatten sich die USA im Juli 600 Millionen Dosen von Biontech gesichert, doppelt so viele wie die EU. Die Europäer hatten erst im November den Auftrag vergeben. Warum es länger gedauert hat, erklärt Sahin so: „Der Prozess in Europa lief sicherlich nicht so schnell und geradlinig ab wie mit anderen Ländern. Auch, weil die Europäische Union nicht direkt autorisiert ist, sondern die Staaten ein Mitspracherecht haben.“ 

Biontech-Chef Ugur Sahin: Produktion des Corona-Impfstoffs zu erhöhen ist „alles andere als trivial“

Es sei „alles andere als trivial“, die Produktion des Corona-Impfstoffs kurzfristig zu erhöhen. Biontech habe bereits „fünf Hersteller in Europa beauftragt, um die Produktion zu unterstützen“, sagte Özlem Türeci. „Weitere Verträge sind in Verhandlung.“  Mehrere Politiker hatten zuletzt gefordert, die Produktion des Impfstoffs zu beschleunigen - unter anderem Christian Lindner (FDP) und Markus Söder (CSU).

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen und wird seit einigen Tagen auch verabreicht. Weitere Zulassungen für Corona-Impfstoffe gibt es in der EU bisher nicht. Die Staatengemeinschaft hat aber bereits bei mehreren Herstellern Impfstoffdosen geordert, die sich noch in der Entwicklung befinden. „Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert“, sagte Sahin dazu.

Biontech-Chef Ugur Sahin: Herstellung von mRNA-Impfstoffen ist sehr komplex

Zu der Frage, ob Biontech andere Hersteller zur Produktion des neuen Impfstoffes lizenzieren könne, betonte Sahin die Komplexität bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. „Da kann man nicht einfach umschalten, so dass statt Aspirin oder Hustensaft plötzlich Impfstoff hergestellt wird. Der Prozess braucht jahrelange Expertise und eine entsprechende bauliche und technologische Ausstattung.“

Das Impfzentrum in Frankfurt am Main. Menschenleer präsentiert sich das Impfzentrum mit dutzenden Impfkabinen und Wartebereich in der Festhalle in Frankfurt zum Jahresende (Aufnahme mit extremem Weitwinkelobjektiv aus der Kuppel der Halle).

Corona-Impfstoff: SPD fordert Jens Spahn zum Handeln auf

Update vom Donnerstag, 31.12.2020, 08.00 Uhr: Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Carsten Schneider, hat Gesundheitsminister Jens Spahn aufgefordert, die Anlaufschwierigkeiten bei den Impfungen schnell zu beheben. „Er verantwortet die Impfstoffbeschaffung und -verteilung. Das, und nur das, muss für ihn jetzt Priorität Nummer eins sein“, sagte Schneider der Deutschen Presse-Agentur. „Der Bundestag hat ihn dafür mit den notwendigen Kompetenzen und finanziellen Mitteln ausgestattet. Die Länder sind für die Impfung vor Ort zuständig. Die ist schlecht zu organisieren, wenn nicht klar ist, wann wie viel Impfstoff ankommt.“

Panne bei Corona-Impfstoff: Die nächsten Lieferungen sollen vorgezogen werden

+++ 17:26 Uhr: Nach den verspäteten Impfstoff-Lieferungen in Bayern und Berlin soll die nächste Auslieferung vorgezogen werden. Demnach soll die nächste Charge des Biontech-Impfstoffs schon am 8. Januar erfolgen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums erklärte. „Danach erfolgt die nächste Lieferung am 18. Januar 2021 und ab dann vorerst wöchentlich montags.“

Die stockende Auslieferung des Impfstoffes führte zu breiter Kritik. Auch die Verwirrung über den genauen Termin zur Ausgabe der Mittel stieß auf Unzufriedenheit. Der bayerische Staatssekretär Klaus Holstschek erklärte dazu: „Für eine professionelle Planung benötigen wir frühzeitig verlässliche Informationen zu den bevorstehenden Impfstofflieferungen.“

Die Auslieferung des Corona-Impfstoffes verzögert sich.

Update vom Mittwoch, 30.12.2020, 16.24 Uhr: Nicht nur in Berlin gibt es aktuell einen Impfstoff-Engpass. Auch Bayern ist davon betroffen. Darüber berichtet der „Bayerische Rundfunk“. Zwar hätten bereits 17.000 Menschen das Vakzin erhalten. Doch dabei muss es vorerst bleiben.

Denn laut Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml wird der Freistaat in der ersten Januar-Woche entgegen der Planung voraussichtliche keine Lieferung erhalten. Für die Politikerin sei das bei solch hohen Corona-Neuinfektionen unverständlich. „Die eigentlich zugesagten Impfdosen waren in unseren Impfzentren bereits fest eingeplant“, sagte sie. Ab dem 11. Januar sollen die Lieferungen dann wieder vom Stapel rollen.

Corona-Impfstoff: Lieferung für Berlin fällt aus – Scharfe Kritik an Jens Spahn

Erstmeldung vom Mittwoch, 30.12.2020, 16 Uhr: Berlin – Aktuell ist der Corona-Impfstoff in Deutschland noch knapp. Und er wird auch dringend benötigt, da immer mehr Menschen an oder mit Corona sterben. Im kommenden Jahr soll es auch deshalb eine deutliche Ausweitung der Corona-Impfungen geben. So rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit einer baldigen Zulassung des Vakzins der Firma Moderna. Spahn geht von einer „zügigen Bearbeitung“ aus, wie AFP berichtete.

Außerdem soll im Februar eine weitere Produktionsstätte für das Präparat von Biontech und Pfizer in Deutschland an den Start gehen. „Wenn das alles klappt, werden wir schneller als gedacht in der Fläche impfen können“, sagte Jens Spahn in Berlin. Bislang haben mehr als 78.000 Bürger:innen den Corona-Impfstoff verabreicht bekommen. Vor allem Menschen, die in Pflegeheimen wohnen, bekamen das Vakzin.

In Hessen wird bereits fleißig geimpft. Berlin schaut hingegen in die Röhre.

Corona-Impfungen – Kritik an Jens Spahn: „Ich bin sauer“

Doch nicht alle sind mit dem bisherigen Verlauf der Impfkampagne einverstanden. Vor allem in der Hauptstadt regte sich Unmut. „Wir haben jetzt vom Bundesgesundheitsministerium die Nachricht bekommen, dass die Lieferung in der ersten Kalenderwoche ersatzlos ausfällt“, sagte Berlins Gesundheitsministerin Dilek Kalacyi beim „rbb“. Man benötige eine zuverlässige Lieferung. Eigentlich hätte die Spreemetropole 58.500 Impfdosen vor dem Jahreswechsel bekommen.

Die Unsicherheit bei den Lieferterminen erschwere eine Terminvergabe deutlich. Man brauche das Vakzin jetzt sofort. „Ich bin sauer. Die Knappheit des Impfstoffs bleibt ein Problem für den Impfstart in Deutschland“, sagte sie. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil ist ebenfalls nicht zufrieden. „Das Chaos rund um den Impfstart finde ich sehr ärgerlich“, sagte Klingbeil der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Impfungen gegen Corona: Jens Spahn gibt zu, dass es Probleme gibt

Der Minister habe Monate Zeit gehabt, um die Kampagne vorzubereiten. „Hierzu hat er ausreichende Kompetenzen bekommen.“, führte Klingbeil weiter aus. Auch Jens Spahn musste einräumen, dass es Probleme gibt. „Ja, es ruckelt an der einen oder anderen Stelle“, sagte der Politiker. Insgesamt aber sei die „größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands erfolgreich angelaufen“. (Moritz Serif und Daniela Deeg mit dpa und AFP) *fr.de und giessener-allgemeine.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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