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Corona-Gipfel

Nach Impfgipfel: Merkel macht Corona-Impfung zur Chefsache - Söder kann sich Spitze nicht verkneifen

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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  • Ines Alberti
    Ines Alberti
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Nach dem Corona-Impfgipfel meint Markus Söder, dass Angela Merkel das Thema Impfung zur Chefsache machen wolle. Dabei kann er sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

  • Zu langsam, zu wenig, zu chaotisch - Es gibt viel Kritik am Impfstart in der Corona-Krise* in Deutschland.
  • Kanzlerin Angela Merkel, Länderchefs und Hersteller haben am Montag (01.02.2021) auf einem Impfgipfel über Verbesserungen beraten.
  • Markus Söder erklärt, Merkel mache das Thema Impfen zur „Chefsache“.

+++ 11.20 Uhr: Nach dem Corona-Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder eine Spitze nicht verkneifen. Der CSU-Chef betonte am Abend nach dem Gipfel, wie gut es sei, dass Merkel das Thema Corona-Impfung jetzt zur „Chefsache“ gemacht habe, auch gegenüber Brüssel. So habe die EU dargestellt, „dass aus ihrer Sicht alles nach Plan gelaufen ist“, so Söder. Dass er das anders sieht, darüber ließ er kaum einen Zweifel.

Das zeigte sich auch am Dienstag (02.02.2021), dem Tag nach dem Corona-Impfgipfel. Söder erklärte im Morgenmagazin der ARD: „Dieser Impfgipfel hat zwei Ergebnisse gebracht: Klarheit, aber auch Ernüchterung.“ Der Impfstoff gegen das Coronavirus sei zu spät bestellt worden, und zudem hätte das EU-Zulassungsverfahren länger gedauert als in anderen Ländern, bemängelt der CSU-Chef. „Wir werden mit diesem Mangel in den nächsten Wochen umgehen müssen“, so der Ministerpräsident von Bayern. Neben einer neuen Priorisierung bei der Terminvergabe von Corona-Impfungen sei auch ein besseres Erwartungsmanagement der Politik zwingend notwendig. „Zu Beginn der Impfungen war der Eindruck da, jetzt geht es los“, erklärt Markus Söder. „Jetzt ist, glaube, ich die Dämpfung und die Enttäuschung da“.

Das Thema Impfung macht Angela Merkel jetzt offenbar zur Chefsache.

Nach Corona-Gipfel: Spahn sieht noch „harte Wochen der Knappheit“ bei Impfstoffversorgung

Update vom Dienstag, 02.02.2021, 07.10 Uhr: In Deutschland wird es nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auch in den kommenden Wochen noch eine deutliche Unterversorgung mit Impfdosen gegen das Coronavirus geben. Beim Impfgipfel am Montag sei klar geworden, dass es im ersten Quartal und bis in den April hinein „noch harte Wochen der Knappheit“ geben werde, sagte Spahn in den ARD- „Tagesthemen“.

Erst im Verlauf des zweiten Quartals werde dann „nennenswert mehr Impfstoff“ zur Verfügung stehen, sagte der Gesundheitsminister. Eine deutlich schnellere Produktion ist laut Spahn in der nächsten Zeit noch nicht möglich. Auch wenn zusätzliches Geld in die Produktion gesteckt würde, würde dies die Herstellung der Vakzine nicht beschleunigen, betonte er mit Blick auf die komplexen Produktionsverfahren.

Jens Spahn (CDU) spricht von weiteren Durststrecken bezüglich des Corona-Impfstoffs.

Corona-Gipfel mit Angela Merkel: „Impfangebot für alle bis Ende September“

+++ 22.00 Uhr: Mehrere Ministerpräsidenten haben sich nach den Beratungen von Bund, Ländern und Pharmaindustrie am Montag in Berlin zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt. „Der Impfstoff-Gipfel war wichtig für eine weitere verlässliche Planung“, teilte etwa die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Anschluss mit. Bund und Länder wollen in einem nationalen Impfplan bevorstehende Lieferungen verzeichnen oder - wo das nicht möglich ist - modellieren.

Zum ersten Mal seien alle Akteure an einen Tisch gekommen, um für mehr Planbarkeit und eine Erhöhung des Impfstoffes für die Bevölkerung in Europa zu sorgen, erklärte Dreyer.

Corona-Impfgipfel: „Wir Länder brauchen Planungssicherheit“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einem „ersten und guten Schritt, um bei der Impfkampagne gegen das Coronavirus voranzukommen“. Die Bürger erwarteten zu Recht Klarheit, Transparenz und Verlässlichkeit. „Der heute zugesagte nationale Impfplan muss zuverlässige Angaben zu den Impfstofflieferungen enthalten. Wir Länder brauchen Planungssicherheit.“ Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) betonte, dass Planbarkeit und Planungssicherheit von zentraler Bedeutung seien. Die Verfügbarkeit des Impfstoffs sei der Flaschenhals, erklärte Hans. „Die Lösung wird uns nur mit einem engen und vertrauensvollen Miteinander aus Wirtschaft und Politik gelingen.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hielt nach dem Gipfel an ihrer Zusage fest, bis zum Ende des Sommers jedem Bürger ein Impfangebot machen zu können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Corona-Impfgipfel.

+++ 20.50 Uhr: Nach fünf Stunden langen Beratungen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bekanntgegeben, was beim Impfgipfel beschlossen wurde. Hier die Erkenntnisse im Überblick:

  • Die Versorgung mit Corona-Impfstoff wird im ersten Quartal „knapp“ bleiben. Die Enttäuschung über nicht erfüllte Erwartungen von Bürger:innen verstehe man. Man habe nach bestem Wissen und Gewissen“ gehandelt.
  • Die Produktionskapazitäten in Europa seien begrenzt. Bis sie erweitert werden, könne es noch Monate dauern.
  • Man vertraue den Impfstoff-Herstellern. Garantien könne man allerdings nicht geben.
  • Alle Bürger:innen sollen bis Ende September ein „Impfangebot“ erhalten.
  • Ein nationaler Impfplan soll kommen und in Ländern und Kommunen für Klarheit sorgen. So soll über bevorstehende Impfstoff-Lieferungen mitgeteilt werden, damit man weiß, was und wie viel verimpft werden kann.
  • Die Situation in den Impfzentren soll „entspannt“ sein. Man müsse sich jedoch auf eine Erhöhung der gelieferten Impfdosen einstellen.
  • In Zukunft soll auch in Arztpraxen gegen das Coronavirus geimpft werden können.
  • Dass es überhaupt einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, sei „spektakulär“.
  • Das Thema Impfen solle man nicht andauernd „schlechtreden“, den Fortschritt aber auch nicht „schönreden“.
  • Solange nicht bewiesen ist, dass Geimpfte das Coronavirus nicht weitergeben können und noch nicht jeder Person ein Impfangebot gemacht wurde, wird es keine zusätzlichen „Freiheiten“ geben.
  • Lockerungen des Lockdowns stehen angesichts der Corona-Mutanten nicht in Aussicht.

+++ 20.27 Uhr: Die Pressekonferenz nach dem Impfgipfel ist beendet.

+++ 20.22 Uhr: „Wunder werden nicht passieren“, sagte die Bundeskanzlerin über den Fortschritt der Impfkampagne. Es sei möglich, dass man noch jahrelang impfen muss, je nachdem, wie sich das Coronavirus noch entwickelt. Bis zum Sommer seien es zudem noch lange Monate.

+++ 20.19 Uhr: Angela Merkel verstehe die Enttäuschung über den stockenden Impfstart und dass noch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe. Die Regierung habe allerdings nach bestem Gewissen geplant. Sie lobt zudem die Arbeit von Jens Spahn. Man habe Glück, einen fähigen Gesundheitsminister im Amt zu haben.

Corona-Impfgipfel mit Angela Merkel, Markus Söder und Michael Müller live

+++ 20.12 Uhr: In den Bundesländern sinken die Inzidenzwerte, teilt Angela Merkel mit. Es werde einen Zeitpunkt geben, ab dem auch Hausärzte den Impfstoff vergeben können. Bei der Nachfrage eines Journalisten, ob man in zwei Wochen mit Lockerungen rechnen könne, machen Merkel, Söder und Müller wenig Hoffnungen. Solange nur eine kleine Minderheit geimpft ist und nicht der Großteil der Bevölkerung, werde es keine neuen Freiheiten geben. Auch müsse bewiesen werden, dass das Coronavirus nach einer Impfung nicht mehr übertragen werden kann.

+++ 20.01 Uhr: „Eine ständige Fehleranalyse“ sei jetzt nicht das Richtige, findet Markus Söder., genauso wenig wie „parteitaktische Spielchen“. Man müsse sich auf das Positive konzentrieren und nach vorne schauen. Das Coronavirus sei ein Stresstest für die Bevölkerung. Eine Garantie für mehr Impfstoff gebe es nicht. Man vertraue aber den Berechnungen der Hersteller.

+++ 19.58 Uhr: Fest stehe, so Markus Söder, dass es im ersten Quartal nicht mehr Impfstoff geben werde. Man müsse nun das Beste daraus machen. Planungen seien nur quartalsweise möglich. „Für die Geduld der Menschen wird das eine echte Herausforderung.“

+++ 19.57 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagt, dass Impfen die einzige Langzeitstrategie sei, die man habe. Das Impfen treffe den Nerv vieler Bürger:innen. Man habe viele Hoffnungen, erlebe jedoch vor allem Enttäuschung. Man solle das Thema weder schön-, noch schlechtreden.

+++ 19.54 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller spricht von möglichst viel Gesundheitsschutz für alle Bürger:innen. Er lobt, dass man sich endlich zusammengesetzt habe. Im ersten Quartal werde es „knapp bleiben“. Die Erwartungen könne man nicht ganz erfüllen, da der Herstellungsprozess nicht beliebig zu beschleunigen sei. Dass die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Corona überhaupt gelungen ist, sei „spektakulär“. Im Rahmen einer globalen Pandemie gehe es nun darum, Zeit zu gewinnen.

+++ 19.49 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht erneut, dass es Ende Sommer ein Impfangebot für alle Bürger:innen geben würde, selbst wenn die Impfstoffe der Unternehmen Johnson&Johnson und Curevac nicht zugelassen werden. Ab dem zweiten Quartal werde es mehr Impfdosen geben. Der Ablauf bei der Vergabe von Impfterminen müsse verbessert werden. Ein nationaler Impfplan soll sich an Lieferaussichten orientieren und entsprechend aktuell bleiben.

+++ 19.45 Uhr: Die Entscheidung der EU, die gesamte Haftung für die Corona-Impfstoff-Produktion auf sich zu nehmen, heißt Angela Merkel gut. Die Lieferketten seien „sehr verwoben“. Transparenz in Sachen Lieferung und Vakzin an sich sei äußerst wichtig.

+++ 19.42 Uhr: Angela Merkel teilt mit, dass man in Deutschland 73 Millionen Impfangebote benötige. Da die USA kaum Impfstoff exportieren, ist Europa vor allem auf die eigenen Produktionsstandorte angewiesen. Diese seien allerdings in der Anzahl begrenzt. Die EU hat sich gegen Notzulassungen ausgesprochen, was die Bundeskanzlerin begrüßt.

Corona-Impfgipfel mit Angela Merkel – Bundeskanzlerin äußert sich

+++ 19.39 Uhr: Die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer, sowie Moderna haben bereits eine Zulassung für ihr Vakzin erhalten. Heute fanden Gespräche mit den Unternehmen Johnson&Johnson und Curevac über mögliche Deals statt, sollten ihre Impfstoffe eine Zulassung erhalten. Bis Ende des Sommers soll jede:r Bürger:in ein Impfangebot erhalten. Allerdings gebe es immer Dinge, die man nicht voraussehen könne.

+++ 19.37 Uhr: Zentral ging es beim Impfgipfel um drei Fragen. Erstens, ob die zugesagte Menge an Corona-Impfstoff auch ankommen wird. Zweitens, wie Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern dasteht. Drittens, was am Vorgehen beibehalten und was ergänzt werden soll.

+++ 19.35 Uhr: Die Bundeskanzlerin spricht von „wichtigen Beratungen“. Sie glaubt, dass der Vorschlag für einen Impfgipfel ein „guter Impuls“ war.

+++ 19.32 Uhr: Die Pressekonferenz mit Angela Merkel beginnt.

+++ 18.05 Uhr: Beim deutschen Impfgipfel hat die EU-Kommission ihre Linie bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen verteidigt, wie die „Deutsche Presseagentur“ berichtet. Man habe gemeinsam mit den 27 EU-Staaten verhandelt und die bestmöglichen Verträge mit den Herstellern geschlossen, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag.

Bis jetzt seien 18,5 Millionen Corona-Impfdosen ausgeliefert und mehr als zwölf Millionen davon verabreicht worden, sagte sie. Das Ziel, bis zum Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Union gegen Covid-19 zu impfen, sei erreichbar, bekräftigte Kyriakides. Die EU sei bereit, Herstellern beim schnellen Aufbau ihrer Produktion und Auslieferung von Corona-Impfstoff zu helfen, um Engpässe zu bewältigen.

Doch sie fügte hinzu: „Ich rufe alle Firmen auf, Verlässlichkeit in ihren Lieferplänen und Transparenz für alle EU-Staaten zu garantieren.“ Dies sei nötig, um auch den Bürger:innen eine Aussicht auf einen Ausweg aus der Corona-Krise zu geben.

Impf-Gipfel im Kanzleramt: Angela Merkel und Michael Müller sprechen mit dem zugeschalteten Biontech-Vorstand Sierk Pötting.

Impfgipfel mit Angela Merkel: Mehr Impfstoff soll bis zum Sommer kommen

+++ 16.37 Uhr: Bis zum Sommer sollen die Liefermengen des Corona-Imfpstoffs in Deutschland deutlich anziehen, wie aus einer neuen Schätzung des Gesundheitsministeriums hervorgeht, die am Montag zu einem Impfgipfel von Bund und Ländern in Berlin bekannt wurde. Der Pharmariese Bayer kündigte den Einstieg in die Produktion eines Impfstoffes an, den das Tübinger Unternehmen Curevac entwickelt. Für den jetzt zugelassenen dritten Impfstoff des Herstellers AstraZeneca soll die Impfverordnung geändert werden - das Präparat sollen vorrangig Erwachsene bis 64 Jahre bekommen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder berieten am Montag per Videokonferenz über den Stand der Impfungen, die vor gut einem Monat angelaufen sind. Angesichts knapper Mengen, teils unsicherer Lieferungen und oft überlasteter Telefon-Hotlines für Impftermine hat sich massive Kritik aufgestaut. Länder und Kommunen fordern mehr Zuverlässigkeit bei Lieferangaben, damit die regionalen Impfzentren vor Ort besser planen können.

Impfgipfel: 77,1 Millionen Dosen geschätzt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte Änderungen bei der Verordnung an, die Vorgaben für die Impfungen macht. Hintergrund ist, dass der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorerst nur Erwachsenen unter 65 Jahren gespritzt werden soll. „Im Grundsatz werden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind“, sagte der Minister. Eingefügt werden sollen aber Altersvorgaben.

Die Impfstoff-Mengen sollen im Lauf des Jahres spürbar anwachsen. Das geht aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach 18,3 Millionen Impfdosen im laufenden ersten Quartal könnten demnach laut aktueller Schätzung im zweiten Quartal voraussichtlich 77,1 Millionen Dosen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Dosen verschiedener Hersteller folgen. Im vierten Quartal könnten es dann weitere 100,2 Millionen Dosen sein.

Impfgipfel mit Angela Merkel beginnt - Konkrete Lösungen nicht in Sicht

+++ 14.00 Uhr: Der Impgipfel hat begonnen. Nun suchen Angela Merkel und die Ministerpräsident:innen nach Mittel und Wegen, die Corona-Impfkampagne zu beschleunigen. Mehrere Regierungschefs der Bundesländer hatten am Wochenende einen klaren Fahrplan für die Impfungen gefordert. Dies solle unter anderem die Vergabe von Impfterminen effizienter machen. Im Anschluss will Bundeskanzlerin Merkel eine Pressekonferenz geben.

Konkrete Lösungen zur Behebung der kurzfristigen Engpässe deuteten sich vor dem Impfgipfel aber nicht an. „Wir können durch einen Gipfel allein nicht mehr Impfstoffe produzieren“, sagte Minister Spahn am Sonntagabend laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Durch ständige Forderungen nach mehr Impfdosen „wird die Produktion nicht schneller“.

Impfgipfel mit Angela Merkel: Jens Spahn dämpft die Hoffnungen

+++ 12.49 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) hat vor dem Impfgipfel Forderungen nach langfristigen Lieferplänen und einer Impfstoffherstellung mit Zwangslizenzen zurückgewiesen. Zwar halte er den Wunsch von Ländern und Kommunen nach mehr Planbarkeit bei der Anlieferung der Impfstoffe für „nachvollziehbar“, sagte Spahn am Montag in Berlin. Allerdings sei es derzeit noch nicht möglich, „für viele Wochen oder Monate zu sagen, was genau an welchem Tag kommt“.

Als Grund nannte Spahn, dass die Impfstoff-Produktion derzeit „von der Hand in den Mund lebt“ - es finde keine Lagerhaltung statt, die Impfstoffe würden 24 Stunden am Tag produziert und gleich ausgeliefert, sagte der Minister. Eine längerfristige Planbarkeit sei deshalb nicht möglich, dies hätten ihm auch die herstellenden Unternehmen mitgeteilt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird heute (01.02.2021) mit den Länderchefinnen und -chefs und den Impfstoffherstellern konferieren. Die Erwartungen sind hoch, der Tenor heißt: Mehr Verlässlichkeit und Planbarkeit muss her. Es wird mehr Klarheit über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe gefordert.

Vor dem Impfgipfel: Biontech kündigt 75 Millionen zusätzliche Impfdosen an

Update vom 01.02.2021, 07.00 Uhr: Der Impfstoffhersteller Biontech kann nach eigenen Angaben im zweiten Quartal möglicherweise bis zu 75 Millionen zusätzliche Dosen seines Vakzins an die Europäische Union ausliefern. Das teilte das Mainzer Unternehmen am Montagmorgen mit - wenige Stunden vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern. „Wir arbeiten weiterhin an der Erhöhung der Lieferungen ab der Woche vom 15. Februar, um die vertraglich festgelegte Lieferung der vollen Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal sicherzustellen“, wird Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting in der Mitteilung zitiert. „Außerdem könnten wir im zweiten Quartal bis zu 75 Millionen Dosen mehr an die Europäische Union ausliefern.“ 

Impfgipfel mit Merkel, Länderchefs und Impfstoffherstellern: Worum es heute geht

Erstmeldung vom 31.01.2021: Berlin - Fallen die Wörter Corona-Impfung und Deutschland, ist auch das Wort Unzufriedenheit meistens nicht weit. Es geht zu langsam voran, es gibt zu wenig Impfstoff*, einen Impftermin zu bekommen ist zu schwierig - kurzum: Es gibt viel Kritik daran, wie die Corona-Impfungen in Deutschland angelaufen sind. Und das über viele Lager hinweg. Abhilfe schaffen soll am Montag (01.02.2021) ein Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Länderchefinnen und -chefs und den Impfstoffherstellern. Die Erwartungen sind hoch, der Tenor heißt: Mehr Verlässlichkeit und Planbarkeit muss her. Es wird mehr Klarheit über Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe gefordert.

Der Impfstart in Deutschland lief schleppend an, die Lieferungen kommen nicht in geplanter Anzahl. (Symbolbild)

Laut Gesundheitsministerium wurden seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland über 3,5 Millionen Dosen ausgeliefert und 2,2 Millionen Dosen verimpft. Bis zum 22. Februar würden mindestens weitere 5 Millionen Impfdosen an die Länder geliefert. Biontech* und Astrazeneca lieferten den Bundesländern bis zum 22. Februar 1,747 Millionen Dosen mehr als bisher geplant. Damit würden auch vorübergehende Engpässe beim Moderna*-Impfstoff „mehr als ausgeglichen“, teilte das Ministerium via Twitter mit. Bereits am Sonntag (31.01.2021) sprach EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit den Vorstandschefs jener Hersteller, mit denen die EU Lieferverträge abgeschlossen hat.

Vor Impfgipfel mit Merkel: Frust über Lieferverzug ‒ „Wie soll man da Impfungen planen?“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beklagte, trotz der angekündigten fünf Millionen weiteren Impfdosen habe man nicht einmal für vier Wochen Lieferklarheit. „Die Mengen des Impfstoffs von Moderna sind um 20 Prozent gekürzt, die Ankündigungen von Astrazeneca stehen unter Änderungsvorbehalt. Auf dieser Basis können wir noch immer nicht verlässlich Impftermine* vergeben“, sagte Dreyer der Bild am Sonntag. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte via Twitter moniert: „Gerade teilt das Bundeskanzleramt mit, dass jetzt auch die zugesagten Lieferungen der Moderna-Impfstoffe reduziert werden. Wie soll man da Impfungen planen?“

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich fordert vom Impfgipfel „genauere und verbindliche Aussagen darüber, wie die Pharmaindustrie ihre Lieferverpflichtungen einhalten will und wie sie die Produktion von Impfstoffen aufstocken kann, damit die Verimpfung vor Ort reibungslos funktionieren kann“. Gesundheitsminister Spahn müsse „einen verlässlichen nationalen Impfplan“ vorlegen, sagte Mützenich der Welt am Sonntag. Der Plan müsse aufzeigen, „welcher Impfstoff wann und für welche Gruppe zur Verfügung steht. Und wie gegebenenfalls Lücken gefüllt werden, wenn es Probleme gibt.“

Die Impfzentren in Deutschland (wie hier in Potsdam) waren schneller betriebsbereit als der Impfstoff geliefert werden konnte.

Impfen „nur mit angezogener Handbremse“: Impfgipfel soll Klarheit schaffen

Das verlangt auch Berlins Regierender Bürgermeister und Vorsitzender der Ministerpräsident:innenkonferenz Michael Müller (SPD), der vor dem Impfgipfel laut Medienberichten einen persönlichen Brief an Merkel formulierte. Laut Bild und Spiegel fordert er darin „Klarheit über die Zusagen und ausstehenden Verpflichtungen der Impfstoffhersteller“. Er erwarte außerdem die „kurzfristige Erarbeitung eines nationalen Impfplans“ und verlange einen „konkreten Fahrplan“ für das von Merkel ausgegebene Ziel, bis zum Ende des Sommer allen Bürgern ein Impfangebot zu machen.

Klare Worte fand auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy: „Die Städte erwarten keine vagen Versprechungen mehr, sondern eindeutige Antworten auf die zwei wesentlichen Fragen: Wann gibt es ausreichend Impfstoff? Wann wird welcher Impfstoff ins Impfzentrum geliefert“, sagte Dedy der Deutschen Presse-Agentur. „Zurzeit können wir dort wegen der geringen Impfstoffmengen nur mit angezogener Handbremse agieren“, beklagte Dedy. Aus seiner Sicht müssten auch die Städte beim Impfgipfel dabei sein. „Wer hat denn die Impfzentren errichtet und hält sie jetzt vor?“, fragte Dedy.

EU soll tätig werden: „Nationaler Impfgipfel allein hilft nicht“

Auf mehr Tempo beim Impfen setzt auch die Wirtschaft. „Die Anpassung unserer Impfstrategie und die Steigerung der Impfgeschwindigkeit ist ein zentraler Wettbewerbsvorteil. Hier müssen wir besser werden“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der dpa. Dulger betonte: „Wir bewältigen diese Krise nur, wenn wir konsequent durchimpfen.“

Die europapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Franziska Brantner, dämpfte die Erwartungen an den Impfgipfel. „Ein nationaler Impfgipfel allein hilft nicht weiter. Pharmaunternehmen sind in der Regel multinational aufgestellt. Hier muss die EU tätig werden“, sagte Brantner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag).

Habeck und Weber vor Impfgipfel: Mehr Unternehmen sollen Impfstoff produzieren

Grünen-Chef Robert Habeck forderte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) eine „Notimpfstoffwirtschaft“, um mehr Impfstoff zu produzieren. Alle Pharmakonzerne seien „unverzüglich ihren Fähigkeiten entsprechend in die Produktion einzubeziehen“, verlangte Habeck. In dieselbe Kerbe schlug der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, in der Bild am Sonntag: „Jede mögliche Produktionsstätte muss auf Corona-Impfstoffe umgestellt werden. Zugelassene Impfstoffe müssen im Notfall auch mit einer Zwangslizensierung von anderen produziert werden.“

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte, mit der Verfügbarkeit des Impfstoffes von Astrazeneca in der Fläche sollte das Impfen der Seren von Biontech/Pfizer und Moderna an Menschen unter 65 Jahren vorerst gestoppt werden. „So kann die ältere Generation mit den für ihre Altersgruppe hochwirksamen Vakzinen schneller versorgt werden“, sagte Brysch der dpa. Die Chefin des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, verlangte in den Funke-Zeitungen, Lehrkräfte früher zu impfen und nicht erst in der dritten von drei prioritären Kategorien.

Auch auf dem Gelände der Behringwerke in Marburg will Biontech seinen Corona-Impfstoff produzieren.

Schwesig vor Impfgipfel: „Offensichtlich zu wenig und zu spät bestellt worden“

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat eine konkrete Vorstellung vom Ergebnis des Impfgipfels: „Meine klare Erwartung an den Impfstoffgipfel ist, dass wir vom Bund einen verlässlichen Zeitplan bekommen, wann wir mit welchen Impfstoff-Lieferungen zu rechnen haben“, machte Schwesig deutlich. Bislang reichten die Aussagen nur bis Mitte Februar. „Wir brauchen mehr Verbindlichkeit und mehr Verlässlichkeit“, mahnte sie.

In den Bundesländern sei in kurzer Zeit die erforderliche Infrastruktur aufgebaut worden. „Die Impfzentren und mobilen Impfteams leisten sehr gute Arbeit. Aber wir könnten viel mehr Menschen schützen, wenn wir mehr Impfstoff zur Verfügung hätten“, betonte Schwesig. Der Bund habe aus nachvollziehbaren Gründen die Verhandlungen mit den Herstellern an die EU weitergeben. „Aber es ist offensichtlich zu wenig und zu spät bestellt worden“, beklagte die SPD-Politikerin. Über notwendige Konsequenzen daraus müsse nun geredet werden.

Die allseits hohen Erwartungen an den Impfgipfel dämpfte allerdings Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag (29.01.2021): Es sei noch nicht mit konkreten Beschlüssen zu rechnen. (Ines Alberti, Lukas Rogalla mit dpa/AFP) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke

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