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Corona-Pandemie

Streit über Homeoffice-Pflicht: Bundesregierung fehlen „Rezepte für eine moderne Arbeitswelt“

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Die Wirtschaft wünscht sich dank sinkender Corona-Inzidenzen eine baldige Aufhebung der Homeoffice-Pflicht – in der Politik ist die Forderung sehr umstritten.

Berlin – Mit ersten Lockerungen in fast allen Kreisen des Landes aufgrund sinkender Corona-Inzidenzen, drängten Vertreter der Wirtschaft zuletzt darauf, die durch die Bundesnotbremse bis Ende Juni geltende Homeoffice-Pflicht frühzeitig aufzuheben. Die Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes schreibt vor, dass derzeit alle Beschäftigten, die im Büro arbeiten, ihre Arbeit im Homeoffice erledigen, solange keine zwingenden Gründe dagegen sprechen. Die Reaktionen aus der Politik auf den Wunsch nach einer früheren Aufhebung der Regel fallen allerdings unterschiedlich aus.

Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz etwa lehnt die Forderung ab und mahnt zur Vorsicht: „Jetzt dürfen wir nicht leichtsinnig werden. Das Virus ist noch nicht besiegt. Deshalb halte ich es für absolut richtig, wie vereinbart die Pflicht zum Homeoffice beizubehalten“, sagte Scholz der „Bild am Sonntag“. Die Regelung laufe nach bisheriger Planung ohnehin am 30. Juni aus. FDP-Fraktionsvize Michael Theurer jedoch kritisierte die Haltung von Scholz. „Wer Biergärten richtigerweise öffnet, darf nicht an der Homeoffice-Pflicht festhalten“, sagte er am Sonntag. Scholz Position wirke „geradezu anachronistisch“.

Nach Homeoffice-Pflicht während Corona-Pandemie: Gruene fordern Recht auf flexibles Arbeiten

Die Grünen haben indessen laut Bundestags-Fraktionsvorsitzender Katrin Goering-Eckhardt einen Drei-Punkte-Plan zur Modernisierung der Arbeitswelt nach der Corona-Pandemie vorgelegt. Kernforderung in dem Papier, aus dem die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag) zitieren, ist die Umwandlung der Homeoffice-Pflicht in ein Recht auf Homeoffice. „Die zum Schutz der Beschäftigten in der Pandemie eingeführte Homeofficepflicht muss bei einer weiteren Entspannung der Pandemielage auslaufen“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Konzept. „Eine moderne Arbeitswelt sollte für geeignete Tätigkeiten ein Recht auf selbstbestimmtes, mobiles Arbeiten beinhalten, wobei die Inanspruchnahme jederzeit freiwillig und den Beschäftigten überlassen bleibt.“

Die Grünen unter Fraktionsvorsitzender Katrin Goering-Eckhardt fordern ein Recht auf Homeoffice, auch nach der Corona-Pandemie.

Daneben schlägt Göring-Eckardt vor, Unternehmen etwa mit Investitionszuschüssen bei der Digitalisierung zu helfen und die Infrastruktur im ländlichen Raum zu stärken, um dort mehr offene Gemeinschaftsbüros (Coworking-Spaces) zu schaffen. Göring-Eckardt sagte den Funke-Zeitungen: „Die Bundesregierung hat keine Rezepte für eine moderne Arbeitswelt. Nach der Krise einfach alles auf den Status Quo zurückdrehen zu wollen, anstatt auf den Erfahrungen von Beschäftigten und Unternehmen aufzubauen, das ist ideenlos, kraftlos und rückständig. Um den Übergang in eine Zeit nach Corona zu gestalten, braucht es eine Zukunftsoffensive für die Arbeitswelt.“

Viele Unternehmen befürworten Recht auf mehr Homeoffice nach Ende der Corona-Pandemie

Auch VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach sich zuletzt der Deutschen Presse-Agentur gegenüber gegen ein frühzeitiges Ende der Homeoffice-Pflicht aus. „Ich halte nichts davon, jetzt kurzfristig vor dem Sommerurlaub schon wieder alle ins Unternehmen zurückzuholen.“ Entscheidend seien flexible, abgestufte Modelle, auch nach der Corona-Pandemie. Es gelte aber: „Wer dauerhaft von zu Hause aus arbeitet, braucht mehr als einen kleinen Laptop-Bildschirm und improvisierten Arbeitsplatz. Das ist eine Bringschuld des Arbeitgebers.“ Man spüre jedoch Grenzen: „Sehr viele sagen auch klar, sie würden gern wieder ins Büro gehen und die Kolleginnen und Kollegen nicht nur über Videokonferenzen sehen, sondern endlich wieder auch direkten Austausch haben“, sagte Cavallo der Nachrichtenagentur. (ska mit dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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