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Corona-Pandemie

Brandbrief an Boris Johnson: Englands Corona-Strategie bedroht die ganze Welt

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Über tausend internationale Fachleute kritisieren die Öffnungsstrategie der britischen Regierung als „unethisches Experiment“ - und warnen vor Folgen.

London - Boris Johnson macht Ernst. Schon am kommenden Montag (19.07.2021) sollen nach der Entscheidung der Regierung in London alle Corona-Beschränkungen im größten Land Großbritanniens aufgehoben werden. Trotz einer aktuellen Inzidenz von über 400 in Großbritannien hält England an der weitreichenden Öffnungsstrategie und Aufhebung der Maskenpflicht und Abstandsregeln fest. Internationale Forschende und Personal aus dem Gesundheitswesen haben das nun als Gefahr für die Welt bezeichnet.

Anfang des Monats hatten britische Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen einen Krisengipfel einberufen, bei dem die Entscheidung der Regierung heftig diskutiert wurde. Auf dieser Grundlage wurde in einer der ältesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, The Lancet, ein offener Brief veröffentlicht, der bislang von über tausend Fachleuten unterzeichnet wurde. Darunter Professor:innen, Klinikpersonal und wissenschaftliche Berater:innen internationaler Staaten wie Neuseeland, Israel oder Italien. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian.

Fachleute warnen vor einem neuen Gesundheitsnotstand. England hält an Strategiewechsel fest.

Coronavirus in England: Boris Johnsons Öffnung ist „gefährlich und vorschnell“

Darin warnen die Unterzeichnenden, dass die Regierungsentscheidung von Boris Johnson „gefährlich und vorschnell getroffen“ sei. „Auch wenn die Todeszahlen im Vergleich zu den Infektionen weniger geworden sind, es gibt immer noch Tote und Menschen, die schwere Spätfolgen von einer Erkrankung davontragen“, heißt es in dem offenen Brief. Unterzeichnerin Prof. Christina Pagel, Abteilungsleiterin am University College in London, betonte beim Krisengipfel, der dem offenen Brief vorangegangen war: „Großbritannien ist ein weltweiter Transportknotenpunkt. Das bedeutet, dass sich jede Variante, die sich hierzulande durchsetzt auch rasch im Rest der Welt verteilt. Die Politik Großbritanniens betrifft nicht nur uns, sondern auch den Rest der Welt.“

Boris Johnson will England in der Corona-Krise wieder vollständig öffnen. Das löst Kritik aus.

Unterstützt wurde der offene Brief an Boris Johnson und seine Regierung auch von Michael Baker, der als Professor für Öffentliche Gesundheit an der Universität Otago im Süden Neuseelands auch die dortige Regierung in Gesundheitsfragen berät. „Für uns in Neuseeland hatte Großbritannien immer einen Vorreiterstatus in Sachen wissenschaftlicher Expertise“, betonte Baker. Umso bemerkenswerter sei es, „dass man jetzt nicht mal mehr den Grundprinzipien in Sachen öffentlicher Gesundheit folgt“.

Fachleute warnen: Gefahren durch Coronavirus nicht unterschätzen - 50.000 neue Fälle täglich

Auch der medizinische Berater der britischen Regierung, Chris Whitty, meldete sich in der vergangenen Woche mahnend zu Wort: „Wir sollten nicht unterschätzen, dass wir überraschend schnell wieder in Schwierigkeiten geraten könnten“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den Gesundheitsexperten. Zuvor hatte Premierminister Boris Johnson davor gewarnt, jede Vorsicht über Bord zu werfen, wenn am kommenden Montag Abstandsregeln und Maskenpflicht enden, Nachtclubs öffnen und bei Veranstaltungen keine Obergrenze für Teilnehmer mehr gilt.

Derzeit liegt die Zahl der Neuinfektionen in ganz Großbritannien wieder bei über 50.000 am Tag. Ein wissenschaftliches Beratergremium geht von mindestens 1000 Corona-Patient:innen aus, die täglich in Kliniken kommen, wenn die Lockerungen in England in Kraft treten. Eine Rolle bei den rasant steigenden Fallzahlen könnten auch Infektionen spielen, die auf Ansteckungen bei den Partien der Fußball-EM zurückgehen. (ska/dpa)

Rubriklistenbild: © JESSICA TAYLOR

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