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Großbritannien

Corona-Party im Regierungssitz - Foto setzt Boris Johnson unter Druck

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Der britische Premierminister Boris Johnson wird beschuldigt, die Corona-Regeln des Landes zu missachten. Ein aufgetauchtes Bild soll dies belegen.

London - In England werden die Corona-Regeln wieder verschärft. Angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante hat Großbritannien die landesweite Corona-Warnstufe erhöht. Die Bewertung des Risikos für die öffentliche Gesundheit erreicht nun mit Stufe vier die zweithöchste Stufe, wie das zuständige Gremium am Sonntag (13.12.2021) mitteilte. Premierminister Boris Johnson warnte vor einer „Omikron-Flutwelle“ und kündigte an, das Tempo bei den Booster-Impfungen für Erwachsene erhöhen zu wollen.  

Unmittelbar vor einer von ihm angeordneten Verschärfung der Corona-Regeln ist Boris Johnson erneut in Verdacht geraten, sich selbst nicht an die Bestimmungen zu halten. Der britische Sunday Mirror veröffentlichte am Sonntag ein Bild von Johnson, wie der Premierminister in der Weihnachtszeit vor einem Jahr an einem virtuellen Quiz mit seinen Mitarbeitern teilnimmt. Neben dem vor einem Bildschirm in der Downing Street sitzenden Johnson sind zwei weitere Menschen zu sehen.

Boris Johnson gerät immer mehr in Erklärungsnot.

Boris Johnson 15 Minuten als „Quizmaster“ tätig

Das Problem: zum damaligen Zeitpunkt waren Treffen von mehr als zwei Menschen aus zwei Haushalten in geschlossenen Räumen verboten. An dem Quiz, bei dem Johnson für 15 Minuten als Quizmaster dabei gewesen sein soll, nahmen dem Bericht zufolge vier Teams mit jeweils sechs Mitarbeitern teil, um Spenden zu sammeln. Der Mirror zitiert eine Quelle, die behauptet, dass „viele Mitarbeiter vor den Computern kauerten, über Fragen nachdachten und Alkohol tranken, während das Quiz stattfand“.

Die oppositionelle Labour-Partei erklärte, dies zeige, dass Johnson „eine Kultur der Missachtung der Regeln im Herzen der Regierung“ führe. Das Quiz soll am 15. Dezember und damit drei Tage vor einer Weihnachtsfeier der engsten Mitarbeiter von Johnson im Dezember 2020 stattgefunden haben, über die Medien bereits seit Tagen berichten. Johnson ordnete eine Untersuchung für diesen Fall an.

Verstoß gegen Corona-Regeln: Regierungssprecher wiegelt ab

Ein Sprecher der Downing Street verteidigte den Premierminister: „Dies war ein virtuelles Quiz. Die Mitarbeiter der Downing Street mussten oft im Büro sein, um an der Pandemiebekämpfung zu arbeiten, sodass diejenigen, die im Büro arbeiteten, virtuell von ihrem Schreibtisch aus teilgenommen haben“. Auch Boris Johnson habe „kurz virtuell an einem Quiz teilgenommen, um den Mitarbeitern für ihre harte Arbeit während des Jahres zu danken“.

Die Anschuldigungen gegen Johnson fallen in eine Zeit, in der die Unterstützung für Johnson und seine Konservative Partei zu sinken scheint. Eine Mehrheit der Wähler in Großbritannien ist inzwischen der Meinung, dass Boris Johnson aufgrund der vielen Vorfälle in jüngster Vergangenheit zurücktreten sollte.

Umfragewerte für Boris Johnson sinken

Die Opinium-Umfrage für die Zeitung The Observer ergab, dass die Unterstützung für die Konservativen, die seit ihrem erdrutschartigen Wahlsieg 2019 in Umfragen solide in Führung liegen, um vier Punkte auf 32 Prozent gesunken ist, während die Unterstützung für die oppositionelle Labour-Partei auf 41 Prozent gestiegen ist - ihr größter Vorsprung seit dem Jahr 2014.

Johnsons persönliche Umfragewerte waren ebenfalls auf dem niedrigsten Stand seit der Wahl: Seine Zustimmungsrate lag bei 35 Prozent, 14 Punkte niedriger als vor zwei Wochen. Die Umfrage ergab auch, dass 57 Prozent der Wähler der Meinung sind, dass er zurücktreten sollte. Vor zwei Wochen war lediglich 48 Prozent der Befragten dieser Auffassung. (skr mit afp)

Rubriklistenbild: © Kirsty O'connor/dpa

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