Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gesundheitsminister

2G+: Geboosterte benötigen keinen Corona-Test – mit einer Ausnahme

Alle Autoren
    schließen
  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth
  • Kim Hornickel
  • Tobias Utz
    Tobias Utz

Auf dem Corona-Gipfel beschließen die Gesundheitsminister den Wegfall für Drittgeimpfte bei 2G+. Was nun gilt.

  • Am Dienstag (14.12.2021) fand erneut ein Corona-Gipfel* statt.
  • Auf der Bundesgesundheitsministerkonferenz (GMK) unter der Leitung von Karl Lauterbach* (SPD*) wurden unter anderem Lockerungen für Drittgeimpfte diskutiert.
  • Die Nachrichtenlage zum Corona-Gipfel im Überblick.

+++ 20.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach soll bei der Gesundheitsministerkonferenz vor einem Impfstoff-Mangel gewarnt haben.

+++ 19:30 Uhr: Der Wegfall von Corona-Tests für Geboosterte bei der 2G+-Regelung soll ab 15 Tage nach der dritten Impfung gelten – allerdings nicht in jeder Situation: Beim Zutritt zu medizinischen oder Pflege-Einrichtungen sollen auch Geboosterte weiterhin einen Corona-Test vorweisen müssen – zum Schutz der dortigen besonders verwundbaren Menschen.

+++ 18.28 Uhr: Holetschek weist darauf hin, dass der Expertenrat am Freitag bereits zum zweiten Mal tagen werde. Man wolle das Thema möglichst engmaschig verfolgen. „Klar ist aber auch, dass das Boostern im Moment das Gebot der Stunde bleibt“, so Holetschek. Es sei allerdings auch anzumahnen, dass in den kommenden Wochen noch mehr Impfstoff beschafft und zur Verfügung gestellt werden müsse, um die Impfkampagne wie geplant umsetzen zu können.

Eine Reporterin fragt nach, wie viele Fälle von Omikron es bundesweit bisher gebe. In Bayern gebe es bereits insgesamt 39 bestätigte Fälle, so Holetschek. Endgültige bundesweite Zahlen gebe es allerdings noch nicht. Omikron werde sich aller Wahrscheinlichkeit nach sehr schnell verbreiten. 

Sollen Geboosterte noch Corona-Tests machen müssen?

Corona-Gipfel: Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) tritt vor die Presse – der Live-Ticker

+++ 18.17 Uhr: Der bayrische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) tritt vor die Presse. Er berichtet ebenfalls, dass sich die Minister und Ministerinnen auf einen Wegfall der Testpflicht für Drittgeimpfte bei 2G+ geeinigt haben. Man behalte sich aber vor, die Regelungen fortlaufend an die aktuelle Corona-Situation anzupassen. Mit Omikron müsse man sehr vorsichtig sein. Man wisse, dass die Variante „die große Herausforderung der kommenden Wochen und Monate“ sei, so Holetschek.

+++ 17.50 Uhr: Die jetzige Infektionsschutzverordnung für Bayern sei verlängert bis zum 12.01.2022, so Söder in der PK nach der Kabinettssitzung Bayerns. Es sei daran kaum etwas geändert worden, die Grundlinie bleibe gleich. „Absolute Vorsicht ist das Prinzip“, so Söder weiter. Man dürfe nicht zu früh aus dem erfolgreichen Corona-Management herausgehen. Änderungen gebe es aber für Geboosterte: „Wer geboostert ist, muss bei 2G+ keinen Test mehr bringen.“

Corona-Gipfel: Live-Ticker – Für Drittgeimpfte soll die Testpflicht entfallen

+++ 17.40 Uhr: Ein Reporter stellte in der PK nach der Expertensitzung die Frage, ob Privilegien für Drittgeimpfte tatsächlich sinnvoll seien, einige Amtsärzte würden vor einem möglichen „Blindflug“ im Hinblick auf die Omikron-Variante warnen. Lauterbach entgegnete, dass ein Wegfall der Testpflicht für Geboosterte aus epidemiologischer Sicht sinnvoll sei. Eine frisch drittgeimpfte Person trage nur noch ein sehr geringes Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren oder es zu verbreiten.

Trotzdem dürfe das Restrisiko nicht außer Acht gelassen werden. Deshalb beziehe sich die Testbefreieung auch nicht auf den Besuch von Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern. Die Privilegien würden allerdings, so Lauterbach, einen wünschenswerten Anreiz für eine Drittimpfung darstellen.

Live-Ticker zum Corona-Gipfel: Lauterbach im Statement zu Expertensitzung

+++ 17.35 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gab ein Statement zur ersten Sitzung des Corona-Expertenrates ab. Das Gremium besteht aus „den besten Experten des Landes“, so Lauterbach. Einen ersten Bericht zur Einschätzung der Lage in Bezug auf die neue Virusmutante Omikron habe Lauterbach sich vom Expertengremium noch vor Weihnachten erbeten.

In Deutschland werden die Bürgerinnen und Bürger derzeit von der Politik und der Forschung dazu aufgefordert, sich gegen das Coronavirus boostern zu lassen. (Symbolfoto)

+++ 16.00 Uhr: Eigentlich war der Beginn der Beratungen zwischen den Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister für 16.00 Uhr angesetzt. Bislang ist unklar, ob der Corona-Gipfel schon begonnen hat. Im Vorfeld wurde allerdings schon bekannt, was in der Beschlussvorlage steht.

+++ 15.30 Uhr: Weitere Bundesländer verschärfen die Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In Nordrhein-Westfalen müssen Karnevalssitzungen und -partys abgesagt werden. Darauf verständigte sich die Landesregierung unter Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit mehreren Karnevalsvereinen des Landes. Die Einigung erfolgte noch vor Beginn der Konferenz der Bundesgesundheitsministerinnen und Bundesgesundheitsminister in Berlin.

Corona in Deutschland: Hessen stellt neue Corona-Maßnahmen vor

+++ 14.00 Uhr: Auch in Hessen gibt es Veränderungen bei den Corona-Maßnahmen. Ministerpräsident Volker Bouffier erklärte am Dienstagmittag neue Verschärfungen in Hotspots.

Corona-Gipfel: Söder legt neue Testpflicht fest

+++ 13.25 Uhr: Söder geht auf die Kritik ein, ob es nicht zu früh sei, dass Geboosterte testfrei bleiben. Er verweist auf den Motivationsschub durch diese Maßnahme, auch seien dies Expertenempfehlungen. Andererseits könne niemand wissen, was Omikron bringt, insofern müsse man nun viel boostern und an dem Impfstoff gegen Omikron arbeiten. Er wolle „so vorausschauend wie möglich“ agieren.

+++ 13.15 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) äußert sich ebenso zu den Corona-Maßnahmen in seinem Bundesland. Er kündigt zunächst an, dass die Leipziger Buchmesse 2022 stattfinden soll. Dann weist er darauf hin, dass Sachsen zwar nicht so erfolgreich sei, wie Bayern, man habe aber auch Erfolge zu verzeichnen und habe die Inzidenz unter 500 gedrückt. Es würden die Zahlen der Infektionen zurückgehen, auch seien die Belastungen in den Krankenhäusern rückläufig. Er wünsche sich jedoch „mehr Zutrauen“ vonseiten der Bevölkerung. Er betonte die Bedeutung des Impfens, und natürlich habe jeder das Recht auf eine eigene Meinung - aber nicht auf „eigene Fakten“. Es gebe ein gemeinsames Verständnis von Bayern und Sachsen zu Fakenews und Rechtsextremismus. Eine Demokratie müsse wehrhaft sein. Man müsse bspw. Telegram seine Grenzen aufzeigen, das müsse europaweit geschehen.

Markus Söder und Michael Kretschmer vor der Presse. (Archivfoto)

Corona-Gipfel: Markus Söder – Geboosterte brauchen keine Tests mehr

+++ 13.00 Uhr: In Bayern tagte das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU), um die neuen Corona-Maßnahmen zu diskutieren. In einer Pressekonferenz werden die Ergebnisse kommuniziert, die nur für Bayern Gültigkeit haben. Mit Sachsen wurde gemeinsam beraten, da beide Länder stark von der Pandemie betroffen seien.

Söder betont zu Beginn der PK, dass insbesondere Sachsen durch Hetze und radikale Proteste bedroht sei. Beide Länder stünden „Seite an Seite“, und beide Länder hätten europaweit die „härtesten Regeln“. Erfolge seien bereits zu verzeichnen, Bayern liege in Sachsen Inzidenz auf „Platz 7“: „Leichte Entspannung, aber keine Entwarnung.“ Weiter plädiert Markus Söder für eine MPK, die zügig kommen müsse. Man brauche einheitliche Maßnahmen und nationale Maßnahmen gegen Omikron.

Corona-Geboosterte müssen sich nach 15 Tagen nicht mehr testen lassen

Hier sei das beste Mittel das Impfen und Boostern: Bayern liege auf „Platz 5“ im deutschen Vergleich, entsprechend müsse der Impfstoff „fließen“. Er plädierte im Zusammenhang mit der Kinderimpfung für eine „Reform der Stiko“ und eine Impfpflicht für alle. die solle bereits im Januar auf den Weg gebracht werden.

Auch brauche die Pflege ein Motivationsagument, dies sei die finanzielle Verbesserung aller Pflegekräfte. Dies müsse vom Bund auf den Weg gebracht werden.

Wer geboostert ist, muss nach 15 Tagen keinen Test mehr machen. Dies gilt nicht für Pflegeheime. 2Gplus bleibt, gilt aber nur für den Innenbereich. Weiter hebt Söder die Sperrstunde für Silvester auf.

Corona-Gipfel: Lockerungen für Geboosterte? Bund und Länder beraten einheitliche Regeln

+++ 10.45 Uhr: Zentrales Thema auf dem Corona-Gipfel der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister am Dienstag sind einheitliche Regeln für Geimpfte beziehungsweise Geboosterte. In Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz wurden Dreifachgeimpfte bei 2G-Plus-Regelungen bereits von der Testpflicht befreit. Bayern möchte eventuell nachziehen. Am Dienstagmittag berichtet die Landesregierung von den neuesten Beratungen, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

+++ 9.00 Uhr: Am Dienstag berät erstmals ein Expertenrat der Bundesregierung bezüglich weiterer Corona-Maßnahmen. Karl Lauterbach, neuer Bundesgesundheitsminister, will das Gremium der Fachleute aus der Wissenschaft zukünftig stärker in Entscheidungen einbeziehen. „Politik in der Pandemie braucht wissenschaftliche Beratung“, so Lauterbach gegenüber der Rheinischen Post.

Seine neue Linie will der neue Bundesgesundheitsminister bei einem Expertentreffen am Dienstag (14.12.2021) umsetzen. Bei der ersten Zusammenkunft des neuen Expertenrats der Bundesregierung diskutieren Politiker, Mediziner und Wissenschaftler anderer Fachbereiche. Und Karl Lauterbach verspricht, die Meinung der Expertinnen und Experten erst zu nehmen. „Der Austausch mit den früheren Kolleginnen und Kollegen wird Basis meines Krisenmanagements und der gesamten Bundesregierung sein“, sagte Lauterbach.

Corona-Gipfel heute: Ärzteschaft warnt vor Aufhebung der Testpflicht bei Geboosterten

Update vom Dienstag, 14.12.2021, 7.15 Uhr: Am heutigen Dienstag berät die Gesundheitsministerkonferenz (16.00 Uhr, Statement 18.00 Uhr) unter anderem über die Aufhebung der Testpflicht für Geboosterte. Im Vorfeld wird jedoch Kritik an den Plänen laut. So warnen die deutschen Amtsärzte etwa vor einem möglichen Ende der Testpflicht für Menschen mit einer Booster-Impfung.

Es sei zu früh, dreifach geimpfte Menschen von der Testpflicht zu befreien, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). „Es wäre klüger, abzuwarten, wie sich die Pandemie in den kommenden Wochen entwickelt.“

Sollen Geboosterte weiterhin einen Corona-Test machen müssen?

Auch wisse man noch nicht genau, wie gut die Booster-Impfungen gegen die neue Variante wirkten, sagte sie. „Solange wir nicht genügend Daten haben, um dies sicher sagen zu können, sollten wir keine voreiligen Schritte gehen.“ Je breiter getestet werde, desto besser könnten Infektionen entdeckt und Infektionsketten nachverfolgt werden. Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte laut dem Bericht vor einer Lockerung der Testpflicht.

Corona-Gipfel: Booster-Impfung für Lauterbach „unfassbar wertvoll“ gegen Omikron

+++ 20.20 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußerte sich bei „Anne Will“ hinsichtlich der Booster-Impfungen und deren Wichtigkeit bei der Bekämpfung der Omikron-Variante. Bei dreimaliger Impfung, so Lauterbach, läge der Schutz bei 75 Prozent. Ein sehr nennenswerter Prozentsatz. Das Boostern nannte der Gesundheitsminister deshalb „unfassbar wertvoll“, da sie es ermögliche, die Delta-Welle zu beenden wie auch die Omikron-Welle abzuwehren.

Biontech-Chef Uğur Şahin sprach sich gegenüber dem Spiegel klar für eine Booster-Kampagne aus und sprach auch über die Wirksamkeit des Vakzins gegenüber Omikron. „Mit Blick auf Omikron sind zwei Dosen noch keine abgeschlossene Impfung mit ausreichendem Schutz“, so der Biontech-Gründer. „Wenn sich Omikron, wie es aussieht, weiter ausbreitet, wäre es wissenschaftlich sinnvoll, bereits nach drei Monaten einen Booster anzubieten.“

Corona-Gipfel: Gesundheitsministerkonferenz berät Lockerungen für Geimpfte

+++ 18.30 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen in der Corona-Krise über einheitliche Erleichterungen für Geimpfte beraten, welche schon eine Auffrischungsdosis erhalten haben. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte sich dafür ausgesprochen, dass für sie bei Zugang für Geimpfte und Genesene nach dem Modell 2G plus der sonst vorgesehene Test entfallen kann – auch als Anreiz dafür, sich „boostern“ zu lassen. Einige Länder verfahren schon so.

Ein Expertenrat der Bundesregierung soll am Dienstag (14.12.2021) erstmals tagen. Diesem gehören unter anderem Virologen und Vertreter des Robert-Koch-Instituts (RKI) an.

Vor Corona-Gipfel: Brandenburg beschließt „epidemische Notlage“

+++ 13.30 Uhr: Brandenburgs Landtag hat die „epidemische Notlage“ ausgerufen. Die Entscheidung wurde auf Antrag der Regierungsfraktionen von SPD, CDU* und Grünen am Montag (13.12.2021) in einer Sondersitzung des Parlaments in Potsdam getroffen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte im Landtag, das Land befinde sich mit hohen Inzidenzwerten und vielen Infizierten im Krankenhaus „in schwierigen Zeiten, in dunklen Zeiten, in grauen Zeiten“. Es müsse alles dafür getan werden, „dass möglichst wenig Menschen schwer erkranken“. Ziel müsse sein, Menschenleben zu retten und die Belastung des Gesundheitswesens zu verringern.

Dafür seien in Brandenburg weitere Eindämmungsmaßnahmen erforderlich, sagte Woidke. Diese sollen mit dem Beschluss möglich gemacht werden. Geplant sei unter anderem, bestehende Beschränkungen für Ungeimpfte aufrechtzuerhalten sowie Clubs und Diskotheken zu schließen. Die Landesregierung ziehe auch weitere Maßnahmen in Betracht, „um der Pandemie Herr zu werden“, sagte Woidke. Es dürfe nicht zur Normalität werden, dass Corona-Patienten aus Brandenburg in andere Bundesländer ausgeflogen werden müssen. 

Corona-Gipfel: Hitzige Debatten um Impf-Privilegien

Erstmeldung von Montag, 13.12.2021, 9.00 Uhr: Berlin – Wer die dritte Impfung gegen das Coronavirus hinter sich hat, muss in einigen Bundesländern bereits keinen Corona-Test mehr vorzeigen, zumindest sofern die 2-G-Plus Regel gilt. Damit nun deutschlandweit einheitliche Regeln festgelegt werden können, treffen sich die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister am Dienstag (14.12.2021) zum Corona-Gipfel. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) werde seinen Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern dazu einen Vorschlag vorlegen, sagte ein Sprecher seines Ministeriums am Sonntag (13.12.2021).

Der Klaus Holetschek (CSU*), Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), sagte diesbezüglich der Bild am Sonntag, dass ein Wegfall der Testpflicht für Drittgeimpfte „nicht nur medizinisch“ sei. Die Maßnahme liefere auch einen „zusätzlichen Impfanreiz“, so Holetschek.

Corona-Gipfel: Deutscher Patientenschutz mahnt zu mehr Vorsicht trotz Booster-Impfung

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnt indes vor dem Corona-Gipfel. „Deutsche Politik scheint aus Erfahrung nicht klug zu werden. Noch Anfang des Jahres hieß es, zwei Impfungen und das Virus ist besiegt. Das war eine gewaltige Fehlentscheidung“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „Jetzt sollen bei dreimal geimpften Menschen die Tests fallen. Dabei setzt die Omikron-Virusvariante gerade erst zum großen Sprung an. Dafür angepasste Vakzine gibt es noch gar nicht. Es wird also eine vierte Impfkampagne geben müssen“, so Brysch weiter.

Karl Lauterbach und Olaf Scholz.

Am Montag (13.12.2021) beginnt die Impfung von Kindern. Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne*) rief dazu auf, großflächig Impfungen für fünf- bis elfjährige Kinder anzubieten, wie sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen.

Scholz glaubt nicht an Spaltung: Impfpflicht vor Corona-Gipfel sorgt für Diskussionen

Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD) plädierte zuletzt dafür, im Kampf gegen die Corona-Pandemie flexibel zu sein. „Es darf keine roten Linien geben, das hat uns diese Pandemie nun wirklich gezeigt. Wir müssen immer bereit sein, umzudenken, wenn die Umstände es erfordern“, sagte er der Bild am Sonntag. Deutschland ist nach Scholz‘ Ansicht nicht in geimpfte und ungeimpfte Menschen gespalten: „Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger haben sich impfen lassen. Viele weitere wollen es bald tun, weil sie ihre Bedenken überwunden haben“, betonte er.

Der SPD-Parteitag sprach sich am Wochenende für eine Impfpflicht aus – im Bundestag allerdings sollen die Abgeordneten weiter ohne Fraktionszwang, also nur ihrem Gewissen verpflichtet, abstimmen.

Corona-Lage weiterhin angespannt: Trotz sinkender Inzidenz soll die Impfpflicht kommen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank am Montag weiter. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 32.646 neue Corona-Infektionen*. Deutschlandweit wurden den Angaben des RKI zufolge binnen 24 Stunden 132 Todesfälle verzeichnet.

Beim Corona-Gipfel der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder soll es um Privilegien für Menschen mit Booster-Impfung gehen.

Vor allem die neue Virusvariante Omikron ruft Sorgen hervor. Sie ist womöglich noch ansteckender als die derzeit dominierende hochinfektiöse Delta-Variante. Fachleute erwarten eine schnelle Ausbreitung der Virusvariante in Deutschland und rufen – wie die Politik – zu Impfungen und Auffrischungsimpfungen auf. Stand Samstag haben rund 18,7 Millionen Menschen eine sogenannte Boosterimpfung erhalten – das entspricht etwa 22,5 Prozent der Bevölkerung.

Proteste vor Corona-Gipfel: Ausschreitungen auch in Thüringen

In mehreren Städten Deutschlands demonstrierten am Wochenende wieder Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. Darunter auch in Frankfurt, wo sich 200 Menschen versammelten, um gegen die Corona-Beschlüsse zu demonstrieren*. Im thüringischen Greiz wurden nach Polizeiangaben 14 Polizisten bei den Protesten verletzt. Nach Aufrufen in sozialen Medien hatten sich dort am Samstag bis zu 1000 Menschen versammelt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Protestierende versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen. Die Beamten setzten daraufhin Pfefferspray ein.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen: „Rechtsextremisten und Reichsbürger versuchen, die Bewegung zu durchsetzen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen.“ Leider grenzten sich die bürgerlichen Demonstrationsteilnehmer davon zu wenig ab, so Faeser. Zugleich warnte sie vor einer weiteren Radikalisierung der sogenannten Querdenken-Bewegung: Die Gewaltbereitschaft nehme zu, die Querdenker würden radikaler. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe die Beobachtung aller extremistischen Teile der Bewegung jetzt noch einmal deutlich intensiviert, so Faeser. „Wir haben diese Leute genau im Blick“, sagte Faeser. Die Bundesinnenministerin positioniert sich deutlich im Kampf gegen rechtes Gedankengut. (kh/tu mit AFP/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/Photothek/Imago Images

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare