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Corona: Genesenenstatus verkürzt – Karl Lauterbach sieht keine Alternative

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Von: Paul Bröker

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Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, äußert sich am 14.01.2022 in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
Karl Lauterbach bei der Bundespressekonferenz am 14.01.2022: Der SPD-Politiker sieht keine Alternative zur Verkürzung des Genesenenstatus. © Kay Nietfeld/dpa

Corona-Genesene behalten ihren Status seit kurzem nur für drei Monate. Bundesgesundheitsminister Lauterbach begründet dies mit der medizinischen Notwendigkeit.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat kurz vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Montag (24.01.2022) verteidigt, dass es bei der Verkürzung des Genesenenstatus von bisher sechs auf nun drei Monate keine Übergangsregelungen gibt. „Ich kann jetzt nicht sagen, es gibt einen Übergang, wenn das medizinisch nicht zu halten ist“, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend (23.01.2022) im ZDF-Politmagazin „Berlin direkt“.

Lauterbach begründet dies mit der nun vorherrschenden Omikron-Variante. Corona-Genesene hätten unter diesen Umständen ihren Impfschutz nach drei Monaten leider verloren und könnten sich infizieren. „Wenn man da Sicherheit will und die Fallzahlen kontrollieren will und die Vulnerablen besonders schützen will, dann muss man schnell handeln“, so der Bundesgesundheitsminister.

Genesenenstatus verkürzt: Karl Lauterbach plädiert für vorsichtigen Kurs in der Corona-Pandmie

Der SPD-Politiker warb für einen weiterhin vorsichtigen Kurs. „Dabei bleiben wir“, sagte er und wies darauf hin, dass Deutschland anders als andere lockernde Länder die zweitälteste Bevölkerung Europas habe.

Lauterbach erwartet den Höhepunkt der Omikron-Welle mit mehreren Hunderttausend Neuinfizierten pro Tag für Mitte Februar. Gleichzeitig machte er für die Zeit danach Hoffnung auf Lockerung: „Wenn wir das hinter uns haben, dann kann es bei den Einschränkungen natürlich nicht bleiben.“ Dann würde man Schritt für Schritt wieder Öffnungen machen, so Lauterbach. „Das jetzt schon ins Auge zu fassen, ist richtig.“

Keine Übergangsregelung für Genesene: Doch Lauterbach hofft auf Lockerung nach Omikron-Welle

Für den Herbst ist Lauterbach weiterhin pessimistisch. „Da haben wir wieder Probleme“, sagte Lauterbach im ZDF-Interview. Seiner Einschätzung nach, werde es nach Omikron weitere Varianten geben, da es weltweit noch zu viele Menschen gebe, die sich infizieren könnten. So könnten Viruskombinationen entstehen.

Die geplante Impfpflicht nimmt derweil konkretere Formen an: Eine Gruppe aus Bundestagsabgeordneten verschiedener Parteien um den Sozialdemokraten Dirk Wiese hat eine zeitlich begrenzte Verpflichtung zu drei Impfungen vorgeschlagen. „Mehr kann man von den Bürgern nicht erwarten“, kommentierte Lauterbach diesen Vorschlag, den er für vorstellbar halte.

Sogleich schränkte Lauterbach aber ein, dass er dies in seiner Eigenschaft als Abgeordneter so sieht – jedoch ausdrücklich nicht als Minister. Das Ziel der Impfpflicht sei es, eine Grundimmunisierung in der Bevölkerung zu schaffen – „und die ist natürlich mit drei Impfungen gegeben“. (Paul Bröker mit dpa)

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