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Paris

Corona-Proteste in Frankreich: Vergleiche mit dem Nazi-Regime

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Bei Protesten gegen die Corona-Politik der Regierung kommt es in Frankreich zu Nazi-Vergleichen.

Paris - Mehr als 100.000 Menschen haben in Frankreich gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen der Regierung demonstriert. Nach Angaben des Innenministeriums in Paris fanden am vergangenen Samstag (17.07.2021) landesweit 136 solcher Proteste statt, an denen insgesamt rund 114.000 Menschen teilnahmen. In Paris gab es mehrere Protestmärsche gegen die Corona-Auflagen.

An der größten Demonstration in der Hauptstadt beteiligten sich den Ministeriums-Angaben zufolge rund 10.000 Menschen. Dabei ertönten Rufe nach dem Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron. Auch der Slogan „Nein zur Gesundheits-Diktatur“ erschallte.

Proteste in Frankreich: Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte

Die Demonstrant:innen kritisierten unter anderem die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie den Gesundheitspass, der von August an Voraussetzung für den Besuch von Restaurants oder Einkaufszentren sowie die Nutzung von Zügen oder Flügen im Inland sein soll. Der Pass dokumentiert Corona-Impfungen, eine überstandene Infektion mit dem Coronavirus oder einen negativen Test.

„Nein zum Gesundheitspass“: In Frankreich stößt die Verordnung der Regierung auf Widerstand.

Macron hatte die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus vergangene Woche in einer Fernsehansprache bekannt gegeben. Bereits am 14. Juli - dem französischen Nationalfeiertag - demonstrierten landesweit insgesamt rund 19.000 Menschen gegen die Maßnahmen. Dabei setzte die Polizei in Paris Tränengas gegen Demonstranten ein.

Frankreich: Empörung nach Nazi-Vergleichen bei Protesten

Doch im Nachhinein sorgen vor allem die auf den Demos verbreiteten Nazi-Vergleiche für Entsetzen. Wie Medien berichteten, hatten am Wochenende einige Protestierende einen gelben Stern getragen. Demnach sollte eine Parallele gezogen werden zwischen der Judenverfolgung während der Nazi-Diktatur und der Lage von Nicht-Geimpften heutzutage. „Das sind absolut widerliche Vergleiche“, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Montag (19.07.2021) im Nachrichtensender Franceinfo.

Zuvor hatte ein französischer Holocaust-Überlebender die Vergleiche der Demonstranten angeprangert. Französische Regierungsvertreter und Anti-Rassismus-Gruppen schlossen sich dem 94-Jährigen an, um ihre Empörung zum Ausdruck zu bringen. „Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr mich das aufgeregt hat. Dieser Vergleich ist abscheulich. Wir müssen uns alle gegen diese Schande erheben“, sagte der Holocaust-Überlebende Joseph Szwarc während einer Zeremonie zum Gedenken an die Opfer antisemitischer und rassistischer Handlungen des französischen Staates. „Ich habe den Stern getragen, ich weiß, was das ist, ich habe ihn noch im Fleisch“, sagte Szwarc, der von den Nazis aus Frankreich deportiert wurde, mit Tränen in den Augen. „Es ist jedermanns Pflicht, diese ungeheuerliche, antisemitische, rassistische Welle nicht über uns hinwegziehen zu lassen.“

Nach dem Willen von Staatschef Emmanuel Macron sollen die Anti-Corona-Maßnahmen verschärft werden. So soll in Kürze deutlich häufiger ein Test-, Impf- oder Genesungsnachweis vorgezeigt werden müssen. Das Land kämpft momentan gegen eine vierte Corona-Welle. (skr mit dpa)

Rubriklistenbild: © Sebastien Salom-Gomis/afp

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