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Macron handelt zögerlich

Corona in Frankreich: Mutanten an deutscher Grenze - Auswärtiges Amt hält Warnung aufrecht

  • Stefan Brändle
    VonStefan Brändle
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Frankreich scheint in der Corona-Krise das Schlimmste überstanden zu haben. Neue Sorge bereiten mutierte Corona-Viren im Grenzgebiet zu Deutschland.

  • In Frankreich gehen die wöchentlichen Corona-Fallzahlen leicht zurück.
  • Doch insbesondere an der Grenze zu Deutschland verbreiten sich mutierte Virusvarianten.
  • Emmanuel Macron sorgt sich um die Wirtschaft

Update vom 14.02.2021, 11.39 Uhr: Das Auswärtige Amt hält wegen der Ausbreitung mutierter Corona-Viren an der deutschen Grenze zu Frankreich die „bedingte Teilreisewarnung“ für das Land weiter aufrecht. Vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Frankreich wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt“.

Die Fallzahlen in der Corona-Krise liegen in Frankreich seit gut zwei Wochen auf gleichbleibendem Niveau. Durchschnittlich 20.000 Neu-Infektionen gibt es pro Tag. Bislang sind mehr als 80.000 Menschen an den Folgen einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben.

Eine Restaurantbesitzerin während des Corona-Lockdowns in Frankreich. (Symbolbild)

Frankreich in der Corona-Krise: hunderte Infektionen im Grenzgebiet

Erstmeldung vom 13.02.2021: Paris – Die landesweiten Zahlen entwickeln sich derzeit ganz leicht zum Guten. Die Corona-Ansteckungen gehen in Frankreich im Wochenschnitt leicht zurück und erstmals werden auch weniger Infizierte in die Krankenhäuser eingewiesen als Geheilte nach Hause entlassen.

Andererseits werden aus dem Grenzgebiet zu Deutschland Hunderte mutmaßliche Infektionen mit ansteckenderen Varianten des Coronavirus berichtet. Die Regierung ist alarmiert, Gesundheitsminister Oliviér Véran sprach am Donnerstagabend von einer „beunruhigenden Lage“ im Département Moselle, das an das Saarland grenzt.

Mehr als 300 Infektionen mit Corona-Mutanten im Département Moselle in Frankreich

Laut Véran sind dort in den vergangenen vier Tagen mehr als 300 mutmaßliche Infektionen mit den südafrikanischen und brasilianischen Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden. Véran reiste an diesem Freitag in das Département, sprach mit den Verantwortlichen vor Ort über mögliche verschärfte Schutzregeln. Der Bürgermeister von Metz, François Grosdidier, sprach sich für eine erneute vollständige Ausgangssperre aus. Véran versicherte, er sei „bereit zu handeln, wenn das notwendig wird“. Die südafrikanischen und brasilianischen Varianten gelten als besonders problematisch, weil sie offenbar ansteckender als die Grundform und weniger sensibel für bestimmte Impfstoffe sind.

Einer verfolgt die Infektionskurven seit Wochen besonders genau: Präsident Macron prüft täglich, ob er einen neuen Lockdown verhängen sollte. Im Januar hatten einzelne Medien bereits angekündigt, „confinements“ (Ausgehsperren) stünden „unmittelbar“ bevor. Macron bewies aber Nerven: Als eines von wenigen Ländern Europas hat Frankreich einen dritten Lockdown bisher vermieden. Schulen und Betriebe bleiben grundsätzlich offen, was in der Bevölkerung auf Zustimmung stößt. Nachts gilt eine Ausgangssperre ab 18 Uhr, doch die Wirtschaft ist nicht zum Erliegen gekommen.

Macron sorgt sich in der Corona-Krise um die Wirtschaft

Macrons Zögern speist sich vor allem aus Sorge um die Wirtschaft. Viele Kleinbetriebe und Läden kämpfen gegen den Konkurs und würden eine erneute Schließung nicht überleben. Zudem nimmt das Haushaltdefizit mit 178 Milliarden Euro in 2020 langsam beängstigende Ausmaße an, auch wenn die tiefroten Zahlen der Sozialkassen da herausgerechnet werden.

Ein spontaner Aufstand im Gastgewerbe vergangene Woche zeigte, wie groß die Gefahr wachsenden Widerstands im Land ist. In einer Regierungssitzung schimpfte Macron offen über jene Wissenschaftler:innen, die ihn wegen der steigenden Gefahr der Coronavirus-Mutanten zu einem Lockdown drängen. In einem kleineren Kreis soll er zudem gegen Journalist:innen gewettert haben, die ihm zufolge ein Klima der Angst in der Bevölkerung verbreiteten.

Macron handelt in der derzeitigen Corona-Situation zögerlich.

Corona in Frankreich: Bevölkerung bescheinigt der Regierung schlechtes Management

In Umfragen bescheinigen 61 Prozent der Französinnen und Franzosen der Staatsführung ein schlechtes Corona-Management. Macron kommentierte giftig, in seinem Land gebe es offenbar „66 Millionen Staatsanwälte“ – was der Einwohnerzahl des Landes entspricht. Der Vorwurf an den Elysée, in der Krise von der Masken- bis zur Impffrage versagt zu haben, dürfte bis zu den Präsidentschaftswahlen 2022 kaum leiser werden. (Stefan Brändle mit AFP)

Rubriklistenbild: © Daniel Cole

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