1. Startseite
  2. Politik

Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich aus: Experte berechnet Zeitpunkt, wann die Corona-Welle abflacht

Erstellt:

Von: Monja Stolz, Jennifer Greve

Kommentare

In Deutschland steigt die Corona-Inzidenz weiter. Das meldet das RKI am Freitag. Der Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich weiter aus.

+++ 12.54 Uhr:  Der Physiker und Corona-Modellierer Dirk Brockmann rechnet damit, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle demnächst erreicht wird. „Der Verlauf dieser Omikron-Welle scheitelt jetzt und wir rechnen damit, dass dann die nächsten Tage das Maximum erreicht ist“, sagte der Professor der Berliner Humboldt-Universität am Freitagmorgen im Deutschlandfunk.

Brockmann verwies darauf, dass Omikron einen klassischen Verlauf aufweise, der an andere Corona-Wellen erinnere. Nach einem exponentiellen Wachstum sehe man, „dass der Anstieg langsam zurückgeht. Das heißt, die Zahlen steigen zwar noch sehr, aber es wird weniger“. Nach seinen Prognosen sei Mitte Februar das Maximum erreicht, sagte der Physiker, der Infektionskrankheiten modelliert.

Der möglicherweise noch leichter übertragbare Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich in Deutschland aus.
Der möglicherweise noch leichter übertragbare Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich in Deutschland aus. © Uwe Anspach/dpa

Zu möglichen Lockerungen sagte er, dass sie bald möglich seien, dennoch Vorsicht geboten sei. „Wenn man sich die Dynamik dieser Pandemie anschaut, dann weiß man, dass man Geduld haben sollte, bis die Zahlen wieder runtergegangen sind“. Daher sollte die Politik nicht „in die fallenden Fallzahlen reinlockern, weil das nur nach hinten verzögert“. In der Vergangenheit habe man gesehen, dass die Pandemie immer für Überraschungen gut gewesen sei.

„Höhepunkt der fünften Welle ist noch nicht erreicht“: Omikron-Subtyp BA.2 breitet sich aus

Update vom Freitag, 11.02.2022, 10.16 Uhr: In Deutschland steigt die Zahl, der am Omikron-Subtyp BA.2 Erkrankten. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) breitet sich die noch schneller übertragbare Variante weiter aus, das geschieht allerdings auf niedrigem Niveau. Für die Woche bis zum 30. Januar weist das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend (10.02.22) einen Anteil der Variante von 8,1 Prozent aus, was einen Anstieg von rund drei Prozentpunkten zur Vorwoche bedeutet. In Deutschland dominiert bisher weiterhin der Omikron-Subtyp BA.1, der in der Infektion kaum Unterschiede zu BA.2 aufweist: „Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden“, heißt es in dem Bericht.

Expert:innen wiesen zuletzt darauf hin, dass der neue Subtyp BA.2, der sich unter anderem in Ländern wie Dänemark bereits stark ausbreitete, auch die Omikron-Welle in Deutschland verlängern könnte: „Es herrscht weiterhin ein sehr hoher Infektionsdruck in der Bevölkerung. Der Höhepunkt der fünften Welle ist noch nicht erreicht“, warnte ein RKI-Experte. Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen wurden laut RKI weiterhin bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren erhoben. Aber auch in den höheren Altersgruppen ist die Anzahl der Corona-Infektionen zuletzt noch einmal deutlich angestiegen.

Zuletzt hatte RKI-Chef Lothar Wieler sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass die Omikron-Welle bald überstanden sei - der Höhepunkt sei allerdings noch nicht erreicht. Für Entwarnung sei es noch zu früh, warnte er und drang auf besondere Achtsamkeit und Aufmerksamkeit.

Corona-Fallzahlen: RKI meldet weiterhin eine steigende Inzidenz

Erstmeldung vom Freitag, 11.02.2022, 05.50 Uhr: Frankfurt – Einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz hat das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet und damit erneut einen Corona-Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen (11.02.2022) mit 1472,2 an.

Zum Vergleich: Am Donnerstag hatte der Corona-Wert bei 1465,4 gelegen, vor einer Woche bei 1349,5 (Vormonat: 387,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 240.172 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 248.838 Ansteckungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 12.009.712 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Ein Mitarbeiter in einem Testzentrum wartet in einem Corona-Testzentrum in Sachsen (Deutschland) auf Kundschaft.
Offizielle Corona-Tests fließen in die Daten des RKI ein. Das Institut meldet jeden Tag die aktuellen Fallzahlen für Deutschland. (Symbolbild) © Sebastian Kahnert/dpa

Die Entwicklung der Corona-Inzidenz in Deutschland im Wochenüberblick

TagNeuinfektionen | Todesfälle | Inzidenz
Freitag (11.02.2022)240.172 | 226 | 1472,2
Donnerstag (10.02.2022)247.862 | 238 | 1465,4
Mittwoch (09.02.2022)234.250 | 272 | 1450,8
Dienstag (08.02.2022)169.571 | 177 | 1441,0
Montag (07.02.2022)95.267 | 49 | 1426,0
Sonntag (06.02.2022)133.173 | 41 | 1400,8
Samstag (05.02.2022)217.815 | 172 | 1388,0
Freitag (04.02.2022)248.838 | 170 | 1349,5
Quelle: Robert Koch-Institut / RKI

Corona-Fallzahlen: RKI meldet Probleme bei der Datenerfassung

Die Zahlen haben allerdings nur noch begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem dürfte mit der geplanten Priorisierung bei PCR-Tests die Zahl der Menschen steigen, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen – sodass diese nicht in die offizielle Statistik einfließt.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 226 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 170 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 119.679. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 8.597.300 an.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 6,23 an (Mittwoch: 6,07). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Trotz hoher Fallzahlen fordert Virologe Hendrik Streeck Corona-Lockerungen: Die Politik soll „keinen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften mehr machen“. (jey/dpa)

Auch interessant

Kommentare