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Bald ohne Corona-Warnhinweise? Boris Johnson spricht von erheblichen Lockerungen der Virus-Maßnahmen. / Trotz Corona und Delta-Variante: Menschen in London (England) tummeln sich am 05.06.2021 auf den Straßen und in den Restaurants.
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Bald ohne Corona-Warnhinweise? Boris Johnson spricht von erheblichen Lockerungen der Virus-Maßnahmen in England.

Großbritannien

Corona in England: Boris Johnson hält trotz hoher Inzidenz an Öffnungs-Fahrplan fest

Die Infektionszahlen steigen - trotzdem sollen in England die Corona-Regeln wegfallen. Boris Johnson informiert über die Änderungen. Karl Lauterbach übt Kritik.

Frankfurt - Freiwillige Teilnahme an Corona-Maßnahmen - darauf setzt ab dem 19.07.2021 die britische Regierung. Am Montagabend (05.07.2021) will Premierminister Boris Johnson über das Ende der bekannten Regeln informieren. Von den Änderungen sind unter anderem Maskenpflicht, Mindestabstand und Kontaktnachverfolgung betroffen.

In einer Pressekonferenz am Montagabend soll Johnson den vierten und letzten Schritt auf dem Weg aus den Corona-Regeln vorstellen. In einer offiziellen Pressemitteilung der Regierung heißt es, das Bürger:innen und Unternehmen so die Chance erhalten sollen, sich auf die kommenden Neuerungen einzustellen.

Corona in England: Lockerungen trotz steigender Infektionszahlen und Delta-Variante

Zuletzt jedoch stiegen die Infektionszahlen in Großbritannien (England, Wales, Schottland und Nordirland). Am Sonntag (04.07.2021) wurde 24.248 Neuinfektionen mit Sars-Cov-2 gemeldet. Eine große Anzahl dieser Fälle wird durch die Delta-Variante des Coronavirus verursacht. Die zuletzt veröffentlichte Sieben-Tage-Inzidenz lag am 29.06.2021 bei 214. Darüber informiert auch die Deutsche Presseagentur (dpa).

Tägl. gemeldete Fälle24.248
Tägl. Todesfälle15
Sieben-Tage-Todesfälle122 (-2)
Sieben-Tage-Fallzahlen173.662 (+69.610)
Sieben-Tage-Inzidenz214,4 (Stand: 29.06.2021)
Quelle: coronavirus.data.gov.uk (Stand: 04.07.2021)

In der offiziellen Pressemitteilung der britischen Regierung werden diese steigenden Infektionszahlen angesprochen - das Impf-Programm habe aber zu weniger Krankenhausaufenthalten und Toten geführt, sodass den Lockerungen derzeit nichts im Weg stehe. Am 12.07.2021 sollen die Änderungen offiziell bestätigt werden. Zu diesem Zeitpunkt könne man die Entwicklung der Pandemie und der Infektionszahlen in England besser einschätzen. Wales, Schottland und Nordirland treffen diesbezüglich eigene Entscheidungen.

Karl Lauterbach kritisiert Corona-Strategie in England

Karl Lauterbach (SPD) hält diese Entwicklung für nicht tragbar. In den sozialen Medien spricht der Gesundheitsexperte davon, dass die Fallzahlen durch den Wegfall der Corona-Maskenpflicht „sehr stark steigen“ werden. Zuletzt hatte Karl Lauterbach die EM-Spiele in London scharf kritisiert. Er mahnt vor der Strategie Englands - „viele Kranke, kaum Tote“ (siehe oberer Absatz) - und ihren Auswirkungen auf erkrankte Menschen. Diese seien in der beachtlichen Gefahr, Long Covid zu entwickeln.

Premierminister Boris Johnson scheint in seiner Argumentation einen anderen Weg zu gehen: Das Coronavirus sei ein Virus, mit dem die Menschen zu leben lernen müssten, ebenso wie sie es mit der Grippe tun. Damit würden auch weiterhin Krankenhausaufenthalte, schwere Krankheitsverläufe und Tode einhergehen.

Diese könnte man aber durch ein erfolgreiches Impf-Programm eindämmen. In Großbritannien sind über 45 Millionen Menschen Erstgeimpft, eine Zweitimpfung haben über 33 Millionen Menschen erhalten (Stand: 03.07.2021).

Video: Corona-Lockerungen in England wegen Delta-Variante verschoben

Corona in England: NHS gegen Lockerungen

Kritik kommt nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem eigenen Land. Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) mahnten vor zu schnellen Lockerungen. Saffron Cordery sprach dahingehend von einer „ziemlich angespannten Situation“, in welcher sich der NHS derzeit befände. Es gäbe zwar weniger Corona-Fälle in den Krankenhäusern, andere Behandlungen seien jedoch in der vergangenen Zeit teilweise nicht durchführbar gewesen. Der Rückstau müsse nun abgearbeitet werden. Darüber informiert die dpa.

Besondere Kritik erfährt der Plan, die Corona-Maskenpflicht in England vollständig aufzuheben. Nikki Kanani, die für die medizinische Grundversorgung beim NHS England verantwortlich ist, äußerte sich gegenüber dem Times Radio wie folgt: „Wir wissen, das Masken funktionieren.“ Gegenüber dem BBC-Radio sagte Chaand Nagpaul, dass es nicht nachvollziehbar sei, „Menschen wissentlich einem Infektionsrisiko“ auszusetzen, wenn die Infektionszahlen derart hoch seien. Nagpaukl ist der Chef der Ärztegewerkschaft British Medical Association (BMA).

Die britische Regierung zeigt sich von der Kritik unbeeindruckt und setzt auf eine freiwillige Teilnahme an etwaigen Corona-Eindämmungsmaßnahmen. In der aktuellen Pressemitteilung wird Boris Johnson folgendermaßen zitiert: „Während wir lernen, mit dem Virus zu leben, müssen wir alle weiterhin umsichtig mit den Risiken durch Covid-19 umgehen und Abwägungen im täglichen Leben treffen.“ (Jennifer Greve)

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