News-Ticker zur Pandemie

Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA: Fauci spricht eindringliche Warnung aus

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    vonAnna-Katharina Ahnefeld
    schließen

Die USA verzeichnen einen Rekordwert an Corona-Toten. Top-Experte Anthony Fauci ruft die Menschen noch einmal dazu auf, sich an die Corona-Maßnahmen zu halten.

  • Die Zahl der Corona-Infizierten in den USA steigt steil an.
  • Donald Trump verbreitet wieder einmal unbewiesene Behauptungen über das Coronavirus.
  • Mehr als 150.000 Menschen sind in den USA bislang in Folge einer Corona-Infektion gestorben

+++ 17.51 Uhr: Mitten in der Corona-Pandemie kämpfen die USA auch noch mit einem verheerenden Konjunktur-Einbruch. Zumindest US-Präsident Donald Trump glaubt noch an eine schnelle Wende. Die aktuellsten Entwicklungen zur Corona-Pandemie in den USA lesen Sie in unserem neuen Corona-News-Ticker für die USA.

+++ 12.40 Uhr: Die USA stecken weiter mitten in der ersten Corona-Welle. Allein am Mittwoch wurden nach neuesten Daten fast 71.000 Neuinfektionen und rund 1400 Tote gezählt. Jetzt hat auch der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci noch einmal explizit vor einem Anstieg der Coronavirus-Fälle in einigen Bundesstaaten gewarnt. In einem Interview des Senders MSNBC rief er dringend dazu auf, fünf Maßnahmen zu befolgen:

  • Masken tragen
  • Menschenansammlungen meiden
  • Einen Mindestabstand von mindestens sechs Fuß (rund 1,8 Meter) einhalten
  • Händewaschen
  • Sich von Bars fernhalten oder diese, wo möglich, schließen

„Wenn wir nicht anfangen, diese fünf Prinzipien ziemlich strikt zu befolgen, wird es unvermeidlich passieren, dass die Bundesstaaten, die noch nicht in Schwierigkeiten sind, wahrscheinlich in Schwierigkeiten geraten werden“, warnte Fauci. In südlichen Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona, die bereits eine Wiederzunahme der Ansteckungen erlebt hätten, sei der Anteil der positiv ausgefallenen Tests gestiegen.

Dies ist laut Fauci ein „todsicherer Hinweis darauf, dass man sich in einem Prozess befindet, bei dem man auf ein Wiederaufflammen zusteuert“. Man beginne, dies jetzt auch in anderen Staaten wie Kentucky, Tennessee, Ohio und Indiana zu beobachten. Es gehe nun darum, der Infektionskurve zuvorzukommen, denn die jetzt sichtbaren Auswirkungen spiegelten Entwicklungen der vergangenen Wochen wider.

Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA

Update vom Donnerstag, 30.07.2020, 07.15 Uhr: Mehr als 150.000 Menschen sind bislang in den USA an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Die John-Hopkins-Universität gibt an, dass die Schwelle am Mittwoch (29.0702020) überschritten wurde. Bis Mittwochabend (Ortszeit) wurden 150.447 Todesfälle bekannt. Innerhalb von 24 Stunden waren zuletzt 1267  Personen in den USA dem Coronavirus zum Opfer gefallen. Die Zahl der Neu-Infektionen liegt bei über 68.000 - ein Ende der Pandemie ist in den USA bislang nicht in Sicht.

Nachdem sich der Republikaner Louie Gohmert mit dem Coronavirus infiziert hat, wurde im Repräsentantenhaus eine Maskenpflicht eingeführt. Trump hatte vor einigen Tagen plötzlich das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes öffentlich angepriesen - weicht aber selbst gerne davon ab. Auch gibt der US-Präsident widersprüchliche Aussagen zur Corona-Pandemie von sich.

Corona in den USA: Auch Popstar Madonna verbreitet falsche Behauptungen

Nicht nur Trump hat die irreführenden Behauptungen der texanischen Ärztin Dr. Stella Immanuel über das angebliche Wunder-Heilmittel Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus verbreitet. Auch Popstar Madonna scheint von der Wirkung des Malaria-Medikaments überzeigt. So teilte sie auf ihrem Instagram-Account das Video, das schon Trump auf Twitter verbreitete - in dem die Ärztin von ihren „Erfolgen" mit Hydroxychloroquin berichtete. Auch behauptete Madonna auf Instagram gegenüber ihren 15,4 Millionen Followern, dass seit Monaten ein Corona-Impfstoff zur Verfügung stehe, jedoch geheim gehalten würde, „damit die Reichen reicher und die Armen und Kranken kränker werden“.

Der Beitrag von Madonna zum Coronavirus in den USA wurde von dem Onlinedienst Instagram gelöscht, weil es „falsche Behauptungen über Heilungs- und Präventionsmethoden für Covid-19 aufgestellt hat“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens Facebook, zu dem Instagram gehört.

Corona in den USA: Positiver Corona-Test eines Republikaners sorgt für Ärger

+++ 19.00 Uhr: Viele Republikaner weigern sich hartnäckig, eine Maske zu tragen. Dazu gehörte bisher auch Louie Gohmert, der den US-Bundesstaat Texas im Repräsentantenhaus vertritt. Nun aber ist die Aufregung in den USA groß, weil Gohmert positiv auf das Coronavirus getestet worden ist - kurz bevor er zusammen mit US-Präsident Donald Trump nach Texas fliegen sollte.

Vor allem in Washington sorgte die Nachricht für Ärger. Denn Gohmert war in den vergangenen Tagen ein vielbeschäftiger Mann und hat unter anderem an mehreren Anhörungen im Kongress teilgenommen. Erst am Dienstag (29.07.) stand er während der Anhörung von William Barr in engem Kontakt mit dem Justizminister - und zwar in einem Moment, als auch Barr auf eine Maske verzichtete.

Die oppositionellen Demokraten reagierten entsprechend sauer. So zeigte sich der Abgeordnete Hakeem Jeffries „besorgt über das unverantwortliche Verhalten“ vieler Republikaner, die sich entschieden hätten, „konsequent gegen etablierte Richtlinien zu verstoßen“. Das Mitglied des Justizausschusses bat die Republikaner, Masken aufzusetzen oder nach Hause zu gehen.

Den Mittwoch verbrachten Mitglieder beider Parteien damit, die Schritte von Gohmert nachzuvollziehen. um die Personen zu ermitteln, mit denen er in Kontakt gekommen ist.

Trump zweifelt an seiner Persönlichkeit: „Niemand mag mich“

+++ 09.15 Uhr: Dass Donald Trump für die Weiterverbreitung von Behauptungen über das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin medial gerügt wurde, macht ihm scheinbar wenig aus. Wie CNN berichtet, hat der Präsident der USA jetzt seine umstrittenen Tweets in einer Pressekonferenz verteidigt. Er bezeichnete das – in seiner Wirksamkeit auf das Coronavirus nicht nachgewiesene – Medikament als „sehr positiv“.

Dr. Stella Immanuel, die behauptet, mehr als 350 Patient*innen mit Hydroxychloroquin erfolgreich behandelt zu haben, sei „sehr beeindruckend“. Verschwörungsmythen haben es dem US-Präsidenten scheinbar angetan.

Corona in den USA: Trump verteidigt Verbreitung von Falschmeldungen

CNN zitiert Trump mit folgender Aussage über Hydroxychloroquin: „Da war eine Frau, die spektakulär in ihren Aussagen darüber war und sie hatte enormen Erfolg damit. Und sie haben sie zum Schweigen gebracht – ich weiß nicht, warum sie das getan haben, aber sie haben sie still gestellt. Vielleicht hatten sie gute Gründe, vielleicht auch nicht.“

Das Video von Dr. Stella Immanuel in Washington wurde von dem rechtsgerichteten Medienunternehmen „Breitbart News“ veröffentlicht. Zu sehen war Immanuel mit einer Gruppe von Menschen, die weiße Kittel mit der Aufschrift „America‘s Frontline Doctors“ trugen. Als auf der Pressekonferenz Nachfragen zu dem Wahrheitsgehalt der Behauptungen in Bezug auf das Coronavirus auftauchten, brach Trump diese abrupt ab und stürmte raus.

Corona in den USA: Trump zweifelt an sich selbst – Kritik an ihm könnte an seiner Persönlichkeit liegen

+++ 07.00 Uhr: Während seiner Pressekonferenz am Dienstag klagte US-Präsident Trump über seine gesunkenen Popularitätswerte während der Corona-Krise. „Niemand mag mich“, äußerte er sich. Sein Berater für den Umgang mit der Corona-Pandemie, der Seuchenexperte Fauci, sei populärer sei er selbst. „Dies muss an meiner Persönlichkeit liegen“, sagte Trump.

Corona in den USA: Höchster Anstieg der täglichen Todesopfer seit Mai

Update vom Mittwoch, 29.07.2020, 06.30 Uhr: Erneut erreicht die USA einen traurigen Rekordwert in der Corona-Pandemie. Am Dienstag ist die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer des Corona-Virus auf fast 1600 angestiegen. Das geht aus Zahlen der John-Hopkins-Universität hervor.

1592 Verstorbene in Folgen einer Corona-Infektion - der höchste Anstieg seit Mai. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in den USA liegt aktuell bei mehr als 149.000. Hinzu kommen mehr als 60.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Zuvor waren die Zahlen in den Vortagen etwas zurück gegangen.

Sowohl von den Infektionszahlen als auch von der Anzahl der Todesopfer in Folge einer Corona-Infektion sind die USA das mit Abstand am stärksten betroffene Land der Welt.

Fake News zu Corona: Twitter löscht Tweets von Donald Trump

+++ 19.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat am Montag (27.07.) mit der Verbreitung irreführender Informationen zum Coronavirus für Wirbel gesorgt. Twitter löschte daraufhin mehrere Tweets des Präsidenten, in denen Trump ein Video mit höchst umstrittenen Angaben zu der Pandemie verbreitete. Auch Donald Trumps ältester Sohn Donald Trump Junior verbreitete das Video auf Twitter. Als Reaktion schränkte Twitter das Nutzerkonto des Präsidentensohnes für zwölf Stunden ein. Twitter betonte, das Konto sei nicht vollständig gesperrt worden.

Corona in den USA: Anthony Fauci wehrt sich gegen Donald Trump

Update von Dienstag, 28.07.2020, 16.52 Uhr: Nachdem der Corona-Experte Anthony Fauci mal wieder via Twitter von US-Präsident Trump attackiert worden ist, wehrt er sich jetzt in der Nachrichtensendung „Good Morning America“. Trump hatte Fauci via Twitter indirekt vorgeworfen, er hätte die Bevölkerung in den USA in die Irre geführt, indem er den Einsatz von Hydroxychloroquin gegen die Lungekrankheit Covid-19 nicht befürwortet hatte.

Zu den Vorwürfen auf Twitter sagte Fauci im Interview, er habe die Öffentlichkeit nicht in die Irre geführt. Außerdem stellte er klar: „Ich bin nicht auf Twitter. Ich lese nicht einmal die Tweets, ich will mich damit nicht beschäftigen. Ich werde einfach weiter meinen Job machen, egal was passiert, denn das ist das wirklich Wichtige.“

Corona in den USA: Trump bewirbt wieder Hydroxychloroquin und greift Fauci erneut an

Erstmeldung von Dienstag, 28.07.2020, 14.44 Uhr: Washington - Einen Moment hat Donald Trump den Eindruck vermitteln können, dass er die in den USA wütende Corona-Pandemie endlich ernst genug nimmt. Hat er doch neuerdings sogar angefangen, das Tragen von Masken als „patriotisch“ zu bezeichnen und sich selbst damit zu zeigen.

Apotheker zeigt mehrere Ausgaben des Malaria-Medikaments

Corona in den USA: Donald Trump verbreitet erneut Behauptungen über Hydroxychloroquin

Doch falsch gedacht. Am Montag (27.07.2020) sorgte er auf seiner Lieblingsspielwiese Twitter für Unmut. Denn der US-Präsident hat erneut eine Behauptung über die Wirksamkeit des Malaria-Medikaments  Hydroxychloroquin als Mittel gegen das Corona-Virus retweetet. Die Inhalte wurden zwischenzeitlich von Facebook und Twitter entfernt.

Unter anderem soll Trump das Video einer Dr. Stella Immanuel weiter verbreitet haben, in dem diese behauptet, sie habe 350 Patient*innen mit einer Corona-Infektion erfolgreich mit Hydroxychloroquin behandelt.

Wichtige Hintergrundinformation hierbei: Die Wirksamkeit des Malaria-Medikaments gegen eine Corona-Infektion konnte von Forschenden nicht nachgewiesen werden. Aber Donald Trump nimmt es mit der Wissenschaft bekanntermaßen nicht besonders genau.

Beispielsweise folgender Tweet schien Präsident Trump zu gefallen:

Corona in den USA: Donald Trump hat seine Meinung über Corona-Maßnehmen nie geändert

Der US-Fernsehsender CNN berichtete über den Vorfall. Seine Tweets würden beweisen, dass Trump nie seine Meinung über das Vorgehen gegen die Corona-Pandemie geändert habe, so CNN. So habe er auch Tweets gegen das Tragen einer Maske verfasst. Sein Vorgehen am Montag und die Verbreitung von unbelegten Behauptungen bezeichnete eine CNN-Journalistin als „unverantwortlich“.

„Es geht nicht nur darum, dass der Präsident sich der Maske widersetzt. Er steht kurz davor, Menschen in Gefahr zu bringen“, sagte die Moderatorin in der Sendung. Er sei nicht bereit, auf die Wissenschaft zu hören, sondern verbreite weiterhin Verschwörungsmythen über das Corona-Virus.

Corona in den USA: Donald Trump kritisiert abermals Anthony Fauci

Auch gegen den Pandemie-Berater Anthony Fauci ging US-Präsident Trump wieder vor, wie der folgende von ihm geteilte Tweet beweist.

Aber wer ist Dr. Stella Immanuel, deren Behauptungen viral gingen? Ersten Recherchen zufolge ist sie eine Allgemeinmedizinerin in Houston, Texas. In besagtem Video sagt die Ärztin, die dafür scheinbar eigens nach Washington gereist ist: „Ich bin hier, weil ich persönlich mehr als 350 Menschen mit Covid behandelt habe ... Ich habe ihnen Hydroxychloroquin und Zithromax verordnet und sie haben alle gut funktioniert.“

Corona in den USA: Ärztin hat angeblich 350 Menschen behandelt - Forscher konnten keine Wirksamkeit nachweisen

Sie habe keinen der Patient*innen verloren trotz hohem Alter, Diabetes und anderer Leiden. Darüber hinaus habe auch sie selbst und ihr Team Hydroxychloroquin als Präventionsmittel gegen Covid-19 genommen. „Ich bin nach Washington DC gekommen, um Amerika zu sagen: Niemand muss erkranken.“

Aktuell sind in den USA bereits mehr als 145.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Insgesamt haben sich mindestens 4.272.405 Menschen mit dem Corona-Virus in den USA infiziert, berichtet die „Washington Post“. Im Juni stoppten Forscher*innen eine Studie unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Wirksamkeit von Hydroxychloroquin, weil das Mittel die Sterblichkeit von schwer mit dem Corona-Virus erkrankten Menschen nicht reduziert habe.

Bereits in den vergangenen Monaten hat US-Präsident Trump das Malaria-Medikament als Mittel gegen eine Erkrankung mit dem Corona-Virus gerühmt.

Wie sich die Verbreitung des Coronavirus in den USA und die Situation in den Vereinigten Staaten in den vergangenen Tagen entwickelt hat, können Sie in unserem alten Corona-Ticker nachlesen. Die Deutsche Bank gilt als Hausbank von US-Präsident Donald Trump. Nun gerät eine Transaktion der Privatbankerin Rosemary Vrablic in den Fokus.

Rubriklistenbild: © Alex Brandon

Mehr zum Thema

Kommentare