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News-Ticker

Corona-Krise: In Deutschland wird nicht schnell genug geimpft – Millionen Dosen auf Lager

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  • Tobias Möllers
    Tobias Möllers
  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger
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    Tobias Utz

Die Corona-Krise spitzt sich in Deutschland zu. Während der Lockdown verschärft wird, stagniert das Impftempo.

  • Am Montag (22.03.2021) haben sich Bund und Länder zum Corona-Gipfel* getroffen.
  • Der Lockdown wird bis zum 18. April verlängert.
  • Auch die Impfkampagne der Bundesregierung sieht derzeit nicht gut aus.

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 07.00 Uhr: Vor dem angekündigten Schub bei den Corona-Impfungen in Deutschland stagniert das Tempo der Impfkampagne derzeit weiter. Auch eine knappe Woche nach dem Ende des Impfstopps für das Präparat von Astrazeneca* ist noch nicht in allen Bundesländern das Onlinebuchen für Impftermine wieder freigeschaltet worden. Von Land zu Land ist es dabei unterschiedlich, wie viel von dem gelieferten Serum bisher tatsächlich verimpft wurde und in welchem Umfang die Hochbetagten geschützt sind. Mit erwarteten 70,5 bis 73,5 Millionen Corona-Impfdosen sollen im bevorstehenden zweiten Quartal dann deutlich mehr Menschen in Deutschland geimpft werden können. Im ersten Quartal waren es 19,8 Millionen Dosen.

In den Ländern sind Millionen noch nicht gespritzte Impfdosen vorhanden. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) etwa sprach am Mittwoch von „Falschmeldungen zu „Impfdosen auf Halde“„. Er erläuterte, die Impfdosen im Lager müssten für bereits vereinbarte Termine oder Zweitimpfungen zur Verfügung stehen. Eine Übersicht über gelieferte und gespritzte Impfdosen gibt das Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums.

Corona in Deutschland: Millionen Impfstoffdosen im Lager

In der Woche nach Ostern sollen nach einem Bund-Länder-Beschluss von vergangener Woche auch die Hausärzte flächendeckend in die Corona-Impfkampagne einsteigen, allerdings zunächst nur mit knapp einer Million Dosen in der Woche, rund 20 Dosen für jede Praxis. Die Lieferungen sollen nach Ostern dann aber Schritt für Schritt deutlich ansteigen. Im April sollen laut Bundesgesundheitsministerium bis zu 15,3 Millionen Dosen Impfstoff geliefert werden - nur 4,5 Millionen weniger als im gesamten ersten Quartal.

+++ 13.49 Uhr: Die katholische Kirche will der Bitte von Bund und Ländern nicht nachkommen, aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen zu Ostern Gottesdienste nur virtuell abzuhalten. „Zu Weihnachten haben wir gezeigt, wie wir mit Vorsicht Messe feiern können. Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten“, schrieb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, am Dienstag bei Twitter.

Trotz Corona-Lockdown: Katholische Kirche will Ostergottesdienste feiern

Bund und Länder hatten sich in der Nacht zu Mittwoch entschieden, Ostergottesdienste zwar nicht zu verbieten. Sie wollen aber die Religionsgemeinschaften bitten, religiöse Versammlungen an den Osterfeiertagen wegen der hohen Corona-Inzidenzwerte ausschließlich virtuell abzuhalten.

Im vergangenen Jahr hatten die Kirchen im Lockdown auf öffentliche Ostergottesdienste verzichtet. (Symbolbild)

Bischöfe „überrascht“ von Ergebnissen des Corona-Gipfels

Ostern sei das wichtigste Fest für die katholische Kirche, Gottesdienste seien „kein Beiwerk“, schrieb Bätzing. Von den Beschlüssen des Corona-Gipfels seien die Bischöfe „überrascht“ worden.

Im vergangenen Jahr hatten die Kirchen im Lockdown auf öffentliche Ostergottesdienste verzichtet. Zu Weihnachten gab es Gottesdienste mit besonders strengen Regeln - viele Gemeinden verlagerten die Feiern nach draußen, auch wurden Voranmeldungen verlangt und blieben die Besucherzahlen stark begrenzt.

+++ 08.00 Uhr: Der Linksfraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch sieht die Verantwortung für den verlängerten Corona-Lockdown bei der Bundesregierung. Die Fortschreibung der Maßnahmen bis zum 18. April, wie es Bund und Länder in der Nacht zum Dienstag vereinbart hatten, sei „maßgeblich ein ‚Weil-es-die-Bundesregierung-vergeigt-hat-Lockdown‘“, sagte Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Kanzlerin und ihre Minister sollten sich bei den Bürgern entschuldigen, um für neues Vertrauen in die Maßnahmen zu werben.“

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, auf einer Pressekonferenz. (Archivfoto)

Bartsch zählte eine ganze Reihe von Bereichen auf, in denen die Regierung seiner Meinung nach schlechte Arbeit leistet: „Impfen, Testen, Digitalisierung: Das Land spielt weit unter seinen Möglichkeiten.“

Markus Söder: „Osterlockdown ein guter und wichtiger Schritt“

+++ 07.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das geplante Herunterfahren des öffentlichen Lebens über die Ostertage als guten und notwendigen Schritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie bezeichnet. „Wir haben de facto den Oster-Lockdown“, sagte Söder am frühen Dienstagmorgen in Berlin, nach rund zwölfstündigen Beratungen von Bund und Ländern. Ziel sei es, damit Geschwindigkeit aus der Pandemie zu nehmen.

„Wir wissen, dass Corona bleischwer über dem Land liegt“, sagte Söder. Man befinde sich aber jetzt in der schwierigsten Phase der Pandemie. Viele unterschätzten die aktuelle Situation. Man dürfe jetzt aber keine Fehler machen. Jetzt habe man es in der Hand, die dritte Welle schneller zu beenden als die vorherige. „Ungeduld darf nicht zu unserer Schwäche werden“, mahnte der CSU-Vorsitzende.

Merkel greift durch: Corona-Lockdown verlängert – Harte Einschränkungen über Ostern

+++ 3.30 Uhr: Angesichts weiter steigender Corona-Infektionszahlen schicken Bund und Länder Deutschland über Ostern in den schärfsten Lockdown seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr. Vom 1. bis einschließlich 5. April, also vom Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, wirtschaftliche und private Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu durchbrechen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in der Nacht zum Dienstag beschlossen.

Corona-Gipfel: Gründonnerstag und Karsamstag als Ruhetag definiert

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird insgesamt bis zum 18. April verlängert. Der Gründonnerstag und Karsamstag werden demnach einmalig als Ruhetage definiert und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen verbunden. Nur am Karsamstag soll demnach der Lebensmittelhandel im engeren Sinne geöffnet bleiben.

Private Zusammenkünfte sollen auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal fünf Personen beschränkt werden. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt. Ansammlungen im öffentlichen Raum werden dem Beschluss zufolge in dieser Zeit generell untersagt. Wo bereits Außengastronomie offen ist, muss sie für diese fünf Tage wieder geschlossen werden. Kirchen und Religionsgemeinschaft werden gebeten, an Ostern nur Online-Angebote für die Gläubigen zu machen. Nur Impf- und Testzentren sollen offen bleiben.

Corona-Gipfel: Lockdown verlängert – Harte Einschränkungen über Ostern drohen

+++ Update vom 23.03.2021, 1.25 Uhr: Überraschende Wendung: nach über sechs Stunden Unterbrechung ist der Corona-Gipfel von Bund und Ländern wieder aufgenommen worden. Nun soll es um einen harten Lockdown ab 01.04.2021 gehen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Demnach könnten ab Gründonnerstag für sechs Tage auch Supermärkte schließen. Dies muss nun in großer Runde mit den restlichen Länderchefs beschlossen werden.

+++ 22.30 Uhr: Noch immer verhandelt Angela Merkel mit einer kleineren Gruppe über die Maßnahmen. Der große Knackpunkt soll weiterhin die Frage nach dem Inlands-Urlaub sein. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, haben sich Bund und Länder bislang auf diese Punkte geeinigt:

  • Der Lockdown wird bis zum 18. April verlängert.
  • Über die Osterfeiertage (02.04.2021 bis 05.04.2021) wird es keine Lockerungen geben.
  • Die Notbremse soll nach drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Inzidenz über 100 konsequent angewendet werden.
  • Unternehmen sind weiterhin angehalten, ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken.

Corona-Gipfel: Inlands-Urlaub Knackpunkt bei Verhandlungen

+++ 19.34 Uhr: Nach einer durch Angela Merkel erbetenen Unterbrechung des Corona-Gipfels wird jetzt weiterverhandelt. Die Kampflinie soll zwischen Kanzlerin Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf der einen sowie den Oberhäuptern der nördlichen Bundesländer auf der anderen Seite verlaufen. Schleswig-Holstein unter Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sowie Mecklenburg-Vorpommern unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) setzen sich für eine Lockerung über Ostern ein. Die Regierenden der Tourismus-Bundesländer wollen innerdeutschen Urlaub durchsetzen.

+++ 17.20 Uhr: Der Lockdown wird bis zum 18. April verlängert. Das berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“ unter Berufung auf Interna der Bund-Länder-Runde.

Kanzlerin Angela Merkel berät heute mit den Bundesländern auf dem Corona-Gipfel. (Archivfoto)

Das Datum kursierte bereits in der Beschlussvorlage, die im Vorfeld des Gipfels öffentlich wurde.

Corona-Gipfel: Lockdown wird verlängert

+++ 15.55 Uhr: Offenbar sind zwei der größten Streitpunkte bereits vom Tisch: Wie „Business Insider“ berichtet, wird von allgemeinen Ausgangssperren abgesehen. Zudem wird es wohl keine Sonderregeln der Kontaktbeschränkung über die Osterfeiertage geben.

+++ 15.28 Uhr: Der Corona-Gipfel hat begonnen.

Corona-Gipfel: Debatte um Ausgangssperren mit Zündstoff

Ein großer Streitpunkt sind offenbar mögliche Ausgangssperren in Deutschland. Nun hat der erste Ministerpräsident angekündigt, dass er das nicht unterstütze.*

+++ 14.52 Uhr: Indes dauert es weiterhin, bis die Bund-Länder-Beratungen starten.

+++ 14.50 Uhr: Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen, erwartet am Montag stundenlange Beratungen. Deshalb wurde die geplante Pressekonferenz auf Dienstag verschoben. Nur im Falle, dass der Corona-Gipfel unerwartet früher endet, soll es am Abend ein Statement geben.

Angela Merkel will sich hingegen definitiv am Montagabend äußern.

+++ 14.30 Uhr: Der Start des Corona-Gipfels verzögert sich offenbar.

+++ 13.30 Uhr: Offenbar gibt es bereits im Vorfeld des Corona-Gipfels Uneinigkeit unter den Bundesländern. Streitthema ist laut Medienberichten Punkt 5 der Beschlussvorlage. Dabei geht es um Familienbesuche an Ostern und Sonderregeln der Kontaktbeschränkungen an den Feiertagen (siehe Update von 11.15 Uhr).

Corona-Gipfel: Sonderregeln an Ostern bergen Zündstoff

Demnach sträuben sich mehrere Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gegen diese Sonderregelung. Dem steht eine Gruppe von Befürwortern entgegen. Der Streitpunkt soll am Nachmittag auf den Gipfel geklärt werden.

+++ 13.00 Uhr: Der Corona-Gipfel soll gegen 14.00 Uhr starten. Im Anschluss werden Statements, unter anderem von Kanzlerin Angela Merkel und Volker Bouffier erwartet: Alle Neuigkeiten zu den Bund-Länder-Beratungen erfahren Sie im Live-Ticker.*

+++ 11.15 Uhr: Zentrales Thema der Beratungen auf dem Corona-Gipfel ist die Kontaktbeschränkung. Eine Verschärfung ist laut Beschlussvorlage relativ wahrscheinlich. Treffen von maximal zwei Personen sind demnach im Gespräch – möglicherweise mit einer Kopplung an die Inzidenz im jeweiligen Landkreis. Doch für Ostern werden auf dem Corona-Gipfel möglicherweise Sonderregeln beschlossen.

Corora-Sonderregeln an Ostern: Was in der Beschlussvorlage steht

Wie „Business Insider“ berichtet, soll eine Ausnahmeregelung im Gespräch sein. Demzufolge könnte sich vom 02. April bis zum 05. April der eigene Hausstand mit vier weitere Familienmitgliedern treffen. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren wären davon ausgenommen. Wörtlich heißt es in der Beschlussvorlage: „Daher werden die Länder vom 2. April bis zum 5. April 2021 - als Ausnahme von den sonst geltenden Kontaktbeschränkungen - Treffen mit 4 über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis, also Ehegatten, Lebenspartnern und Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandten in gerader Linie, Geschwistern, Geschwisterkindern und deren jeweiligen Haushaltsangehörigen zulassen, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände oder 5 Personen über 14 Jahren bedeutet. Selbsttests und die Wahrnehmung der kostenlosen Testangebote unmittelbar vor Familientreffen tragen erheblich zum Infektionsschutz bei solchen Treffen bei.“

Ein weiteres Thema, das auf dem Corona-Gipfel diskutiert werden soll, ist Urlaub innerhalb Deutschlands – unter anderem an den Osterfeiertagen.*

+++ 10.15 Uhr: Gegenwärtig gebe es „wieder ein starkes Infektionsgeschehen und eine exponentielle Dynamik“, heißt es in der Beschlussvorlage des Corona-Gipfels: Ohne „deutlich einschränkende Maßnahmen“ drohe bereits im April eine Überlastung des Gesundheitswesens.

Lockerungen, über welche im Laufe des März diskutiert wurden, erteilt Stefan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, eine klare Absage. Die dritte Corona-Welle sei dafür zu gefährlich, so der 62-Jährige gegenüber dem „RND“: „Die dritte Welle wird durch ansteckendere Virusmutationen getrieben und trifft auf eine Corona-müde Bevölkerung - das macht sie so brandgefährlich.“

Corona-Gipfel: Lockdown-Verlängerung droht

+++ 08.30 Uhr: Bereits vor dem Corona-Gipfel am Montag (22.03.2021) herrscht offenbar Einigkeit bezüglich einer Lockdown-Verlängerung in Deutschland bis zum 18.04.2021. Zudem ist in einer Beschlussvorlage, die der „Deutschen Presse-Agentur“ vorliegt, davon die Rede, dass die bereits beschlossene Notbremsenregelung „konsequent umgesetzt werden“ müsse.

Streitpunkte stellen derweil andere Details der Vorlage dar: Insbesondere die Themen Ausgangsbeschränkungen, Urlaub, Schulen und Kitas werden ab Mittag wohl intensiv diskutiert.

Ab 14.00 Uhr beraten Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidentinnen sowie Ministerpräsidenten der Bundesländer. Gegen Abend werden Statements der Verantwortlichen erwartet.

Update vom Montag, 22.03.2021, 07.30 Uhr: Ein Jahr nach den ersten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind fast zwei Drittel der Deutschen unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schneidet besonders schlecht ab: Nur 24 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden, 69 dagegen unzufrieden.

Corona-Gipfel – Lockerungen nicht in Sicht

Das Kanzleramt will den Corona-Lockdown über Ostern hinweg bis zum 18. April verlängern und die Lockerungs-Notbremse in Regionen mit besonders vielen Neuinfektionen konsequent umsetzen. Dies geht aus einem Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Spitzengespräche am Montag hervor, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Für Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 stellt die Vorlage zusätzliche Einschränkungen in Aussicht - etwa nächtliche Ausgangssperren oder die Schließung von Schulen und Kitas.

Diese Verschärfungen sind in der Vorlage allerdings in eckige Klammern gesetzt - dies bedeutet, dass sie noch strittig sind und Gegenstand der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern sein dürften. Das Kanzleramt hält weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen derzeit für nicht vertretbar. Vielmehr zielen die vorgeschlagenen Maßnahmen darauf ab, nun zu scharfen Eindämmungsmaßnahmen zu greifen, um danach schneller „zur Normalität und zu insgesamt kürzeren Beschränkungen“ zurückkehren zu können.
 

Corona-Gipfel: Merkel will Ausgangssperre - Lockdown soll verlängert werden

+++ 20:25 Uhr: Aus verschiedenen Medienberichten geht hervor, dass das Kanzleramt den aktuellen Lockdown bis zum 18. April verlängern will. Zusätzlich soll in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz von über 100 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen zukünftig eine „verbindliche Ausgangssperre“ bis 5 Uhr gelten. Wann diese beginnen soll, ist noch nicht bekannt.

Die Beschlussvorlage sieht auch erneute Sicherheitsmaßnahmen im Bildungs- und Betreuungsbereich vor. Schulen und Kitas sollen wieder geschlossen beziehungsweise gar nicht erst geöffnet werden. Erst wenn zwei Corona-Schnelltests für Schülerinnen und Schüler, Erzieherinnen und Erziehern, sowie Lehr- und Betreuungspersonal gewährleistet sind, soll wieder geöffnet werden.

Corona-Krise: Lockdown soll verlängert werden

+++ 13.15 Uhr: Berichtigung: Entgegen der ursprünglichen Meldung handelt sich nicht um einen Beschlussentwurf des Bundeskanzleramt, sondern der SPD-Länder.

Die SPD-Länder wollen den derzeitigen Corona-Lockdown bis in den April hinein verlängern. Dies geht aus einem ersten Entwurf für die Bund-Länder-Spitzenberatungen am Montag hervor, der AFP am Sonntag vorlag. Die Vorschläge sind aber noch nicht mit den anderen Beteiligten abgestimmt. Generelle neue Öffnungsschritte sehen sie nicht vor - allerdings sollen Länder und Regionen in Modellprojekten Öffnungskonzepte erproben. Für Reiserückkehrer aus dem Ausland soll eine allgemeine Test- und Quarantänepflicht eingeführt werden.

Mit dem Entwurf zeichnet sich ab, dass Deutschland auch das Osterwochenende im Lockdown verbringen könnte. Ein exaktes Datum für das Ende der Maßnahmen wird darin noch nicht genannt. Am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten konkrete Beschlüsse zur weiteren Corona-Politik fassen.

+++ 12.00 Uhr: Das Bundeskanzleramt will den Lockdown bis in den April hinein fortsetzen. Ein entsprechender Beschlussentwurf für den morgigen Corona-Gipfel von Bund und Ländern liegt dem „Tagesspiegel“ vor. Ein genaues Datum für das Ende der Maßnahmen sei allerdings nicht aufgeführt. „Die Länder werden ihre Landesverordnungen entsprechend anpassen und bis zum [XX. April 2021] verlängern“, soll es in dem Papier heißen. Der Lockdown würde Ostern (4. und 5. April) überdauern. Urlaubsreisen in den Ferien sollen aufgrund der steigenden Corona-Zahlen verhindert werden.

Corona-Krise: Mehrheit gegen Lockdown-Verschärfung

Update vom Sonntag, 21.03.2021, 10.50 Uhr: Trotz stark steigender Corona-Infektionszahlen ist eine klare Mehrheit der Deutschen gegen eine Verschärfung der Einschränkungen zur Kontaktvermeidung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich kurz vor der Bund-Länder-Konferenz zur Pandemie-Bekämpfung am Montag (21.03.2021) nur 30 Prozent dafür aus, den Lockdown wieder auszuweiten. 23 Prozent sind dagegen für eine Beibehaltung der derzeitigen Maßnahmen, 22 Prozent für eine Lockerung. 15 Prozent befürworten sogar ein Ende aller Einschränkungen der Freiheitsrechte. Zehn Prozent machten keine Angaben.

Deutschland zieht die Notbremse – Osterurlaub könnte zum Zankapfel werden

+++ 21.27 Uhr: Am kommenden Montag wollen die Minsterpräsident:innen der Länder gemeinsam mit der Bundesregierung zu dem weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie tagen. Wie aus einem Bericht der Zeitung „Welt am Sonntag“ hervorgeht, welcher der dpa vorab vorliegt, könnte es dabei wieder zu zahlreichen, langen Diskussionen um die genauen Modalitäten der „Bremsziehung“ gehen. Denn was die Landeschef:innen planen, unterscheidet sich teilweise deutlich voneinander.

Corona in Deutschland: Osterurlaub mitten in der dritten Welle – Geht das?

So will Reiner Haseloff (CDU) in Sachsen-Anhalt ermöglichen, dass in den Osterferien zumindest im Landesinneren Urlaub gemacht wird, allerdings nur für Einwohner:innen des Landes. Die Vorstellung, dass Deutsche über Ostern nach Mallorca fliegen, „um dort am Ballerman zu feiern“, scheint auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nur mäßig attraktiv zu finden. Zumindest über das Osterwochenende solle die Möglichkeit bestehen, „bei uns“ zu wandern und mal einkehren zu können, sagte sie gegenüber der „Welt am Sonntag“.

In Tübingen darf die Außengastronomie im Rahmen eines Modellprojekts behutsam öffnen. In mehreren Bundesländern soll es allerdings auch über Ostern keine Lockerungen geben.

In Thüringen sieht man weniger Spielräume. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bittet die Bevölkerung, keine Urlaubsreisen anzutreten. Ganze Urlaubsregionen könne man nicht ungetestet freigeben. Dem pflichtet Brandenburgs Landeschef Dietmar Woidke (SPD) bei. Lockerungen gebe die derzeitige Lage nicht her.

Corona-Krise: Deutschland zieht die Notbremse

+++ 12.45 Uhr: Muss Deutschland angesichts steigender Corona-Fallzahlen die Notbremse ziehen? Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag bereits dafür aus, von dieser Bremse „Gebrauch zu machen“. Dem Notbremsen-Mechanismus liegt ein konkreter Beschluss Merkels und der Länderchefs vom 3. März zugrunde: Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen in einem Bundesland oder einer Region auf über 100, wird die Bremse gezogen. Dann müssen Lockerungen zurückgenommen und Kontakte wieder beschränkt werden.

Für die Bürgerinnen und Bürger hätte die Notbremse konkrete Folgen: Einrichtungen wie Museen und Zoos müssten wieder schließen. Geschäfte müssten ihre Öffnungen im „Click&Meet“-Betrieb aufgeben. Private Treffen müssten wieder auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person beschränkt werden. In vielen Regionen müsste die Notbremse längst gezogen werden, weil die Inzidenz über 100 gestiegen ist. Der Stadtstaat Hamburg etwa setzte sie bereits am Freitag offiziell in Kraft.

Söder sieht keine Lockerungen, Dreyer für regionale Lösungen

+++ 09.50 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen keine Möglichkeit zur Lockerung der aktuellen Schutzmaßnahmen. „Weitere Öffnungen ergeben angesichts der erneut steigenden Infektionen keinen Sinn. Die Notbremse muss für alle gelten. Und zwar konsequent“, sagte Söder der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung»“ Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), will beim Bund-Länder-Gipfel am Montag für regionale Lösungen mit weiteren Öffnungen werben.

Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Dreyer, in Modellkommunen oder Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100, die ein lückenloses Test- und Kontakterfassungssystem vorweisen können, sollten Außengastronomie, Kultur und Einzelhandel für Kunden mit einem tagesaktuellen Corona-Test öffnen können. Zudem will sie am Stufenplan für Öffnungen festhalten, den Bund und Länder am 3. März beschlossen hatten. Bedingung sei aber das Einhalten der vereinbarten Notbremse, die ab einer Inzidenz von 100 wieder konsequentes Schließen vorsieht. Die Notbremse sei „zwingendes Element des Plans genauso wie das Testen und Impfen“.

Corona-Krise: Angela Merkel kündigt Corona-Notbremse an

+++ Update vom Samstag, 20.03.2021, 06:15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Freitagabend auf die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 hingewiesen. „Und wir werden leider auch von dieser Notbremse Gebrauch machen müssen“, sagte sie nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen beim Impfen. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir ohne diese Notbremse auskommen, aber das wird nicht möglich sein, wenn ich mir die Entwicklung der letzten Tage anschaue.“

Am Freitag lagen bereits wieder 6 der 16 Bundesländer über der Marke von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Hamburg befand sich kurz davor, dennoch werden hier schon ab diesem Samstag Öffnungen rückgängig gemacht, die erst Anfang vergangener Woche ermöglicht worden waren.

Deutschland stuft Polen und andere Länder als Hochinzidenzgebiete ein

Update vom Freitag, 19. März 2021, 21.00 Uhr: Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Polen als Hochinzidenzgebiet ein. Ab Sonntag ist die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Nachbarland nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag im Internet bekanntgab.

Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen ab Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete. Für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden dagegen die Reisebeschränkungen deutlich gelockert.

Corona in Deutschland: Inzidenzen und Fallzahlen steigen

Erstmeldung vom Freitag, 19. März 2021, 14.00 Uhr: Berlin - Die Corona-Krise in Deutschland bewegt sich auf einen neuen Höhepunkt zu. Der Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland verläuft nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder „ganz deutlich exponentiell“. „Das Infektionsgeschehen gewinnt an Dynamik“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade.

Neue Corona-Variante: „Leider wieder schwere Wochen“

Ein Wert von mehr als 95 wurde zuletzt Ende Januar (98,1 am 28.1.) gemeldet. Danach war die Inzidenz noch einige Zeit gesunken, ein Tiefstand wurde mit 56,8 am 19. Februar erreicht. Seither geht es mit dem Wert aber wieder merklich aufwärts. Angesichts der raschen Ausbreitung der ansteckenderen Virusvariante B.1.1.7 stünden „leider wieder schwere Wochen bevor“, sagte Schaade.

Eine Verschlimmerung der Lage um Ostern, vergleichbar mit der Zeit vor Weihnachten, sei gut möglich. „Dieser Anstieg der Fallzahlen ist real. Nach unseren Daten lässt er sich nicht damit erklären, dass mehr Schnelltests gemacht werden“, betonte er. Die ansteckendere und wohl auch tödlichere Variante B.1.1.7 wird nach RKI-Daten inzwischen in etwa drei von vier Fällen nachgewiesen.

TagSieben-Tage-Inzidenz
Freitag, 19.3.202195,6
Donnerstag, 18.3.202190,0
Mittwoch, 17.3.202186,2
Dienstag, 16.3.202183,7
Montag, 15.3.202182,9
Sonntag, 14.3.202179,0
Samstag, 13.3.202176,1

Corona-Krise: Zahl der Neuinfektionen steigt rasant

Dass die neue Corona-Welle sich zunehmend aufschaukelt, wird auch bei den erfassten Neuinfektionen deutlich. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten binnen eines Tages 17.482 Corona-Neuinfektionen - etwa 5.000 mehr als vor einer Woche. Auch Werte um 17.500 hatte es bei den täglich gemeldeten Neuinfektionen zuletzt im Januar gegeben.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 226 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 12.834 Neuinfektionen und 252 neue Todesfälle verzeichnet. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zum Januar, in dem die Zahl neu erfasster Todesfälle häufig noch um die 900 oder gar 1000 gelegen hatte.

Corona-Krise in Deutschland: Bei Todeszahlen zeigt sich ein erster Impfeffekt

Zu berücksichtigen ist dabei, dass sich das Infektionsgeschehen stets verzögert in den Todeszahlen niederschlägt, weil zwischen Nachweis der Infektion und dem Tod häufig mehrere Wochen liegen. Die aktuell steigenden Fallzahlen werden sich also erst in einigen Wochen in der Todesfallstatistik niederschlagen. Zudem sehen Experten inzwischen aber auch einen Impfeffekt: Viele der Senioren, die besonders anfällig für schwere Covid-19-Verläufe sind, sind inzwischen geimpft und damit weitgehend geschützt.

Dies dürfe aber nicht zu einer Fehleinschätzung der Lage führen, warnte Schaade. Laufen lassen könne man das Infektionsgeschehen nach wie vor nicht, weil es dann immer mehr Intensivpatienten und Todesfälle in jüngeren Generationen gebe. Schon jetzt sei zu sehen, dass die Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen im Mittel immer jünger werden. (sot/tom/skr/tu mit AFP/dpa) *fr.de und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Mareen Fischinger/imago

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