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Lehrerverband äußert sich

Corona-Maßnahmen in Schulen: Einschränkungen auch nach den Sommerferien?

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Schüler:innen in Deutschland müssen sich wegen der Corona-Pandemie auf weitere Einschränkungen einstellen. Dieser Ansicht ist der Deutsche Lehrerverband.

Frankfurt – Nach den Sommerferien wird an Schulen in Deutschland das neue Schuljahr beginnen. Wegen der Corona*-Pandemie fürchten viele Lehrer:innen, Schüler:innen und Eltern weitere Einschränkungen. Diese seien aber zu erwarten, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

„Wer jetzt verspricht, dass es im nächsten Jahr auf jeden Fall vollständigen Präsenzunterricht geben wird, begibt sich auf dünnes Eis“, sagte Meidinger Welt.de. Er führte weiter aus, dass niemand ausschließen könne, „dass wir wegen der Delta-Variante und der mangelnden Impfquote eine enorme vierte Welle bekommen, in der dann auch wieder Wechselunterricht nötig wird.“

Corona in Deutschland: Lehrerverband erwartet weitere Einschränkungen an Schulen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes sprach von einer Durchseuchung der Schulen, wenn die Politik um jeden Preis Präsenzunterricht durchsetzen wolle. Im Mai hatte sich Meidinger noch positiv über einen Regelbetrieb an deutschen Schulen nach den Sommerferien geäußert. Doch mit der potenziell höheren Gefahr durch die Delta-Variante würde man bei vollem Präsenzunterricht womöglich eine vierte Corona-Welle riskieren. „So ehrlich sollte Politik das schon sagen“, fügte er hinzu.

BezeichnungCorona
VirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19
Wichtige Varianten/MutantenB.1.1.7 (Alpha), B.1.351 (Beta), B.1.617.2 (Delta), P.1 (Gamma)
Quelle: Rki.de

Kritik erhält die deutsche Bundesregierung auch von Katrin Göring-Eckardt, der Fraktionschefin der Grünen*. „Wir laufen mit Ansage in einen zweiten Corona-Herbst, und wieder unternimmt die Bundesregierung viel zu wenig, um Kitas und Schulen zu sichern. Kinder, Jugendliche und ihre Familien drohen erneut, vergessen zu werden.“ Das sagte Göring-Eckardt gegenüber der Funke Mediengruppe und forderte „jetzt einen Kita- und Schulgipfel, damit sich dieses Planungsversagen nicht wiederholt“.

Corona an deutschen Schulen: Lehrerverband-Chef spricht sich für Impfungen aus

Lehrerverbands-Chef Meidinger spricht sich indessen für Impfungen von Schüler:innen aus. Die Lehrer seien bereits beinahe durchgeimpft, da deren Impfquote bei geschätzt 85 bis 90 Prozent läge. Er sprach davon, dass die Impfbereitschaft über 16-Jährige relativ hoch sei.

Bei zwölf- bis 15-Jährigen sehe die Lage wieder anders aus. Wegen der fehlenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission herrsche größere Zurückhaltung. Die Kinder unter zwölf Jahren könnten „überhaupt nicht geimpft werden“, sagte Meidinger. Seine Befürchtung bezüglich der Corona-Pandemie? „Die derzeit grassierende Delta-Variante kann sich unter den weitgehend ungeimpften Schülern also ungehindert ausbreiten“, fasste er die Lage zusammen.

Schulen in Deutschland könnten nach den Sommerferien wieder leerer werden. Fachleute befürchten weitere Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. (Archivbild)

Deutschland: Maskenpflicht und Testpflicht gegen potenzielle vierte Corona-Welle

Konkrete Maßnahmen, wie man trotz fehlender Impfungen die Corona-Situationen an Schulen unter Kontrolle halten, nannte der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbands, Rolf Busch. Er forderte eine 14-tägige Masken- und Testpflicht im Unterricht nach den Sommerferien in den Schulen. Die Testpflicht in deutschen Schulen habe eine gewisse Sicherheit gebracht.

„Wenn ich diese Sicherheit will und das Impfen sie noch nicht bringen kann, kann ich nur testen und eine Maske tragen“, sagte Busch. Grund für die 14-Tägigen Pflichten seien die möglichen Urlaubsrückkehrer. Auch an Schulen in Hessen wird wegen der Reiserückkehrer eine Masken- und Testpflicht verhängt. „Wir wissen nicht, in welchem starken Ausmaß Reiserückkehrer dann das Virus wieder auch an die Schulen bringen“, sagte auch Lehrerverbands-Chef Meidinger.

Neben Meidinger ist auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen davon überzeugt, dass sich Lehrer:innen, Schüler:innen und Eltern im Herbst auf weitere Einschränkungen einstellen müssen. Kathrin Vitzthum, die GEW-Landesvorsitzende, sprach von einer möglichen Abkehr von Präsenzunterricht an manchen Schulen. Dann müsse man ein Konzept für den Wechselunterricht haben.

Corona-Welle durch Reiserückkehrer in Deutschland: Schulen treffen Maßnahmen

Die Einschleppung des Coronavirus durch Reiserückkehrer fürchtet auch Mecklenburg-Vorpommern. Dort stehen eine 14-tägige Masken- und Testpflicht bereits fest. Darüber hinaus sollen sich ab der zweiten Schulwoche über 16-Jährige in der Schule impfen lassen können. In der ersten Woche werde das Interesse abgefragt und die Ausgabe des Corona-Impfstoffs* koordiniert.

Einen Schritt weiter geht Schleswig-Holstein: Dort gilt Masken- und Testpflicht die ersten drei Schulwochen nach den Sommerferien. Aufgehoben werde die Maskenpflicht aber im Außenbereich. Kinder könnten auch ihre Pausen wieder miteinander verbringen. (jey/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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