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Angst vor Corona-Varianten

Corona in Deutschland: Seehofer verteidigt Einreiseverbote und ruft zu Verzicht auf Auslandsreisen auf

  • Tanja Banner
    vonTanja Banner
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Aus Sorge vor ansteckenden Corona-Varianten schränkt Deutschland die Einreise aus Mutationsgebieten von heute an ein.

  • Die Sorge für mutierten Coronaviren und ansteckenderen Varianten wie B.1.1.7 aus Großbritannien ist in Europa groß.
  • Die EU-Staaten haben sich auf Empfehlungen für Reisebeschränkungen geeinigt.
  • In Deutschland gilt ab Samstag (30. Januar) eine weitreichende Einreisperre.

Update, Samstag, 30.01.2021, 06.45 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die von der Bundesregierung beschlossenen Einreiseverbote verteidigt. „Das Beförderungsverbot ist eine drastische Maßnahme, aber es ist zum Schutz unserer Bevölkerung absolut notwendig“, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). „Es geht um die Abwehr von hoch infektiösen, mutierten Viren“, sagte Seehofer. Er appellierte zugleich dringend an die Bevölkerung, jede nicht zwingend notwendige Reise ins Ausland zu unterlassen. Das sehe er als „Bürgerpflicht“. „Jetzt ohne wirklich zwingenden Grund in Mutationsgebiete zu reisen, das muss ich deutlich sagen, wäre geradezu töricht“, betonte Seehofer.

Um die Ausbreitung von besonders ansteckenden Coronavirus-Mutationen zu bremsen, hat die Bundesregierung die Einreise aus Portugal, Irland, Großbritannien, Südafrika und Brasilien ab Samstag drastisch eingeschränkt. Am Sonntag kommen mit Lesotho und Eswatini zwei kleine südafrikanische Staaten hinzu.

Horst Seehofer verteidigt die neuen Einreisebeschränkungen.

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff kritisierte, pauschale Einreiseverbote seien „nicht der richtige Weg“. Mutationsgebiete müssten ausgewiesen und klar benannt werden. „Dann muss die Einreise von dort so reduziert werden, dass verbindlich alle Einreisenden noch am Flughafen getestet werden können“, sagte Lambsdorff der „Rheinischen Post“ (Samstag).

Der CDU-Innenexperte Patrick Sensburg warnte unterdessen vor Einreisen nach Deutschland mit gefälschten Corona-Tests. „In Ländern wie Russland, Ukraine, Türkei oder Ägypten gibt es inzwischen einen großen Markt für gefälschte Tests“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Somit bestehe ein hohes Risiko, dass Krankheitserreger und auch Coronavirus-Mutationen eingeschleppt werden.

  • Großbritannien
  • Südafrika
  • Brasilien
  • Portugal
  • Irland

Corona in Deutschland: Kabinett beschließt Einreisesperre für Mutationsgebiete

Update vom 29.01.2021, 19.00 Uhr: Wer ab dem morgigen Samstag aus Portugal, Irland, Großbritannien, Südafrika oder Brasilien nach Deutschland einreisen will, dürfte Probleme bekommen: Die Bundesregierung hat die Einreise aus diesen stark von mutierten Corona-Varianten betroffenen Ländern eingeschränkt. Das Kabinett hat eine neue Verordnung beschlossen, nach der Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar keine Passagiere aus diesen Ländern mehr nach Deutschland befördern dürfen. Allerdings gibt es unter anderem Ausnahmen für Deutsche und in Deutschland lebende Ausländer, aber auch für Transitpassagiere und den Warenverkehr.

Am Sonntag sollen zu den betroffenen Staaten noch die kleinen südafrikanischen Staaten Lesotho und Eswatini dazukommen. Besonders die Fluggesellschaften sind von den Einreisebeschränkungen betroffen. Vom 1. bis 26. Januar gab es nach Angaben der Deutschen Flugsicherung 1601 Ankünfte aus den fünf derzeitigen Mutationsgebieten und 1572 Abflüge dort hin – also etwa 60 pro Tag. Wie viele Flüge nun gestrichen werden, ist noch völlig unklar. Ganz eingestellt wird der Flugverkehr werden wird der Flugverkehr wegen zahlreicher Ausnahmen nicht.

Die Einreisesperre wurde von der Bundesregierung im Alleingang und unabhängig von den anderen EU-Ländern verhängt. Die EU-Mitglieder verständigten sich nur auf Empfehlungen für verschärfte Regeln beim Reisen innerhalb der EU.

Deutschland: Kabinett verhängt Einreisesperre ab Samstag

Update vom 29.01.2021, 17.20 Uhr: Deutschland hat eine weitreichende Einreisesperre für Länder verhängt, in denen sich mutierte Varianten des Coronavirus stark ausgebreitet haben. Die Einreisesperre in Form eines Beförderungsverbots für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen gilt ab dem morgigen Samstag (30. Januar) bis zum 17. Februar. Es soll zahlreiche Ausnahmen – unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr geben.

Ab Samstag gelten für Menschen aus Mutationsgebieten verschärfte Einreiseregeln in Deutschland.

Einreisebeschränkungen wegen ansteckender Corona-Variante

Erstmeldung vom 29.01.2021: Die Angst vor ansteckenderen Corona-Varianten wie der Mutante B.1.1.7 aus Großbritannien* sorgen dafür, dass in der EU wieder Reisebeschränkungen ein Thema sind. Die EU-Staaten haben sich auf Empfehlungen für verschärfte Regeln beim Reisen innerhalb der Europäischen Union geeinigt. Es geht um die Einreise aus Gebieten mit sehr vielen Corona-Infektionen oder hoher Verbreitung der neuen mutierten Corona*-Varianten. Auf neue Regeln für die Einreise von außerhalb der EU gab es zunächst keine Verständigung.

Die Empfehlungen sehen laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa vor, dass die bereits bestehende Corona-Ampel-Karte der EU-Gesundheitsagentur ECDC um eine weitere „dunkelrote“ Kategorie ergänzt wird. Sie soll Hochrisikogebiete mit mehr als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen zwei Wochen markieren. Reisende aus diesen Regionen sollen sich künftig vor ihrer Abreise einem Corona-Test unterziehen und bei der Ankunft in Quarantäne gehen. Das soll auch für Regionen gelten, in denen neue Varianten des Coronavirus verbreitet sind.

Reisebeschränkungen wegen Corona: Ausnahme für Grenzpendler

Ausnahmen sollen zum Teil für Beschäftigte im Verkehrswesen gelten, auch Grenzpendler sollen ausgenommen werden – vor allem dann, wenn sie wichtige Funktionen ausüben und etwa einen Beruf im Gesundheitswesen haben. Falls doch an der Testpflicht festgehalten werde, solle die Frequenz der Tests angemessen sein. Betont wird nach Informationen von dpa in diesen Empfehlungen auch, dass es keine pauschalen Einreiseverbote, Grenzschließungen oder Flugverbote geben solle.

Corona-Maßnahme: Deutschland denkt über Einreiseverbote nach

Trotzdem will Deutschland offenbar deutlich weiter gehen als die Empfehlungen der EU und teils schärfere Regeln einführen, hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bereits am Donnerstag (28. Januar) angekündigt. Die Bundesregierung peilt ein weitgehendes Einreiseverbot für Länder an, in denen mutierte Corona-Varianten besonders verbreitet sind. Dazu sollen folgende Länder zählen:

Weitere Länder könnten noch dazukommen. Ausnahmen könnte es nach Angaben von Seehofer für deutsche Staatsbürger und den Güterverkehr geben. Vorgesehen sein sollen Beförderungsverbote, da Einreisesperren aus rechtlichen Gründen nicht möglich seien, berichtet tagesschau.de Schon am Samstag könnten die ersten Einreiseverbote in Kraft treten, der Entwurf einer Verordnung sieht offenbar eine Befristung bis 17. Februar vor.

In Deutschland müssen Einreisende aus aus Gebieten mit einem erhöhten Aufkommen an Corona-Varianten bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen und sich anschließend für zehn Tage in Quarantäne begeben. Nach fünf Tagen können sie sich durch einen negativen Test aus der Quarantäne befreien.

Reisebeschränkungen wegen Corona: Einige Länder planen strengere Regeln

Wegen dieser strengen Pläne hatte Brüssel Deutschland bereits zur Zurückhaltung aufgefordert. Reisebeschränkungen dürften nicht „die wirtschaftliche Erholung und die Bedeutung eines gut funktionierenden Gesundheitssystems behindern“, so Innenkommissarin Ylva Johansson. Menschen müssten auch die Möglichkeit haben, „ihre Angehörigen zu treffen“. Wie die Nachrichtenagentur afp berichtet, hieß es aus Diplomatenkreisen, Deutschland sei nicht das einzige EU-Land, das strengere Regeln plant. Die portugiesische Ratspräsidentschaft habe bei der Debatte der EU-Botschafter „ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ergänzende nationale Maßnahmen möglich sind“, so ein EU-Diplomat. (Tanja Banner mit Material von Agenturen) *fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Rubriklistenbild: © dpa/Bernd von Jutrczenka

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