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Pandemie

Digitaler Impfausweis „CovPass“ kommt ab heute - Wie er funktioniert

  • VonJan Lucas Frenger
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Das Gesundheitsministerium führt den digitalen Corona-Impfausweis in Deutschland ein. Doch wie funktioniert er?

Berlin/Köln/Münster – Viele Menschen haben den gelben Zettel mit Sicherheit erst aufgrund von Corona* wieder aus den Untiefen ihrer Schubladen und Schränke gekramt. Die Rede ist vom Impfausweis. Nun wird die physische Variante des Dokuments zumindest in Sachen Corona ergänzt. Noch an diesem Donnerstag (10.06.2021) soll der digitale Corona-Impfpass in Deutschland eingeführt werden.

Die Anwendung namens „CovPass“ werde zunächst Schritt für Schritt ausgerollt und in den App-Stores verfügbar sein, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn* von der CDU* wolle Einzelheiten dazu am Donnerstag vorstellen, hieß es weiter. Der digitale Nachweis kann zudem auch in der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes angezeigt werden. Die Macher der Tracing-App veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch die aktuelle Version in den App-Stores von Apple und Google.

Der digitale Corona-Impfpass dient als Ergänzung zum bisherigen gelben Zettel.

Digitaler Corona-Impfausweis: Kein Nutzungszwang in Deutschland

Einen Nutzungszwang der digitalen Version gibt es jedoch nicht. Die App stelle demnach vielmehr eine freiwillige Ergänzung des weiter verwendbaren gelben Impfheftes dar. Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines europaweiten Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Corona-Erkrankungen nachweisen kann. Das soll auch das Reisen erleichtern. Den digitalen Nachweis soll man sich künftig direkt in Praxen oder Impfzentren erstellen lassen und dann per Smartphone nutzen können. Auch nachträgliche Ausstellungen sollen möglich sein - etwa bei Ärzten und Apotheken – das teilte das Gesundheitsministerium mit.

Die Smartphone-App „CovPass“ verfügt, anders als die Corona-Warn-App, jedoch nicht über eine Kontaktverfolgungsfunktion. Die Warn-App der Bundesregierung wurde bislang mehr als 28 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass sie von rund 25 Millionen Menschen aktiv genutzt wird.

Corona: Apotheken bieten Impfpass als erstes an

Die Apotheken werden nach Einschätzung ihres Regionalverbandes Nordrhein die ersten sein, die den digitalen Corona-Impfpass in der Fläche anbieten werden. "Zum Start am Montag werden es noch nicht so viele Apotheken sein, weil die Apotheken noch technische, personelle und zum Teil auch räumliche Voraussetzungen schaffen müssen. Aber ein Teil wird auf jeden Fall dabei sein", sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis. Den Bedarf für den digitalen Impfpass schätze der Verband auf etwa 1000 potenzielle Nachweise pro Apotheke.

Preis geht nach den bisherigen zusätzlichen Angeboten für Corona-Schnelltests und Grippeschutzimpfungen davon aus, dass nach einem schrittweisen Aufbau jede vierte Apotheke im Rheinland den Service des digitalen Corona-Impfpasses anbieten werde. Dabei könnte die Möglichkeit einer Reservierung, einer Terminbuchung über das Internet, angesichts der zu erwartenden Nachfrage sinnvoll sein. "Nicht jede Apotheke wird mitmachen können. Die Hauptaufgabe der Apotheken ist die Versorgung mit Arzneimitteln", erklärte er.

Corona-Impfpass für das Handy: „Wie ein Flugticket“

Wer den digitalen Corona-Impfpass haben wolle, müsse den Impfausweis und seinen Personalausweis vorlegen. Die Apotheke erfasse nur wenige Daten, die zum Erstellen eines QR-Codes elektronisch ans Robert Koch-Institut übermittelt und nach wenigen Minuten wieder gelöscht würden. „Wer fünf Minuten später in die Apotheke zurückkommt, weil er seinen Ausdruck verloren hat, muss noch mal von vorn beginnen“, unterstrich Preis. Den ausgedruckten QR-Code könnten die Geimpften zu Hause abfotografieren und in Corona-Apps mit entsprechenden Funktionen nutzen. „Wie bei einem Flugticket gibt es einen Code.“

Der Apothekerverband Westfalen-Lippe geht davon aus, dass die meisten Apotheken bereit seien, diese Aufgabe zu übernehmen. „Die Zahl der Nachfragen der Apotheken hier beim Verband zeigt, dass die Bereitschaft und das Interesse der Apotheken vor Ort groß ist“, sagte Sprecherin Nina Grunsky. „Zahlen, wie viele Apotheken sich beteiligen, können wir allerdings noch nicht nennen.“ Die Apotheken könnten sich seit Mittwoch auf einem Portal des Deutschen Apothekerverbandes für diese Aufgabe anmelden. „Deshalb wird das Angebot zum Start der Aktion am kommenden Montag noch begrenzt sein.“

Erstellung des digitalen Corona-Impfpasses: Impfbescheinigung und Personalausweis nötig

Die Apotheker prüften zum einen die Impfdokumentation - zum Beispiel Impfpass oder Impfbescheinigung aus dem Impfzentrum - sowie die Identität der geimpften Person - mittels Personalausweis oder Pass. „Diese Dokumente sollten die Geimpften folglich auch bei sich tragen.“ In der Regel solle die Ausstellung des Impfnachweises durch die Apotheken nur erfolgen, wenn die Corona-Impfung in räumlicher Nähe, also in der gleichen Gemeinde oder im gleichen Landkreis stattgefunden habe. „Damit wird bezweckt, dass die Form der Nachweise sowie die ausstellenden Leistungserbringer bekannt sind. In begründeten Einzelfällen sind Abweichungen möglich.“

Auf dem Internet-Portal mein-apotheken-manager.de soll es Verbrauchern dann künftig möglich sein, zu erkennen, welche Apotheken in der Nähe die Erstellung eines kostenlosen digitalen Corona-Impfpasses anbieten. Die Einführung eines solchen Ausweises war in den vergangenen Monaten immer wieder Thema*. Dabei soll die digitale Version künftig nicht nur zum Nachweis bei Corona-Impfungen eingesetzt werden: „Geimpfte sollen damit Informationen wie Impfzeitpunkt und Impfstoff künftig auch personalisiert bequem auf ihren Smartphones digital speichern können“, erklärte das Bundesgesundheitsministerium. (Jan Lucas Frenger mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © C.Hardt/FutureImage/Imago

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