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Impfstart

Corona-Krise: Hausärzte wollen endlich impfen - doch Jens Spahn bremst aus

  • Marvin Ziegele
    VonMarvin Ziegele
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Die Impfung gegen das Coronavirus in Hausarztpraxen soll in Deutschland bald beginnen. Doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bremst die Euphorie.

  • In Hausarztpraxen sollen bald Impfstoffe* gegen das Coronavirus* gespritzt werden.
  • Über 75.000 Praxen stehen für das Impfen in ganz Deutschland bereit.
  • Laut Fachleuten kann höheres Impftempo nur erreicht werden, wenn auch mehr Impfstoff vorhanden ist.

Update vom Freitag, 12.03.2021, 07.54 Uhr:  Corona-Impfungen wird es wohl erst ab Mitte April in größerem Umfang in den Arztpraxen geben - und das stößt auf Kritik. Vor allem die Hausärzte selber fordern, die Impfungen zügig aus den Impfzentren in die Praxen zu verlegen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verweist darauf, dass die Mengen der verfügbaren Impfstoffe dazu noch nicht ausreichen. So rechnet er frühestens Mitte April mit Lieferungen des Impfstoffes von Johnson & Johnson*, der am Donnerstag in der Europäischen Union genehmigt wurde. Damit gibt es jetzt vier in der EU zugelassene Impfstoffe gegen Covid-19.

Impfen in Hausarztpraxen: Jens Spahn in der Kritik

Nach einer Empfehlung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern sollen Impfungen in Praxen „frühestmöglich“, aber spätestens in der Woche vom 19. April starten. Verfügbarer Impfstoff soll jedoch weiter zuerst an die bestehenden regionalen Impfzentren der Länder gehen.

Nach Vorstellungen ihres Verbandes sollen die Hausärzte künftig komplett anstelle von Impfzentren gegen Covid-19 immunisieren. „Man mag die jetzt dort noch gebuchten Impftermine ja abarbeiten, aber parallel dazu muss das Feld der Impfungen endlich den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten überlassen werden“, sagte Verbandspräsident Ulrich Weigeldt der „Augsburger Allgemeinen“. „Die Praxen könnten sofort mit dem Impfen loslegen“, sagte er.

Corona-Krise: Impfstart in Hausarztpraxen – Fachleute warnen vor zu großen Erwartungen

Update vom Donnerstag, 11.03.2021, 9.40 Uhr: Fachleute bezweifeln, dass der von Bund und Ländern für Anfang April anvisierte Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen sich so frühzeitig in die Tat umsetzen lässt. So begrüßt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zwar die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfstrategie, dämpft jedoch zugleich die Erwartungen an ein höheres Impftempo. Gegenüber der „Rheinischen Post“ sagte er am Donnerstag (11.03.2021), dass sich das Tempo bis Ende April noch nicht wesentlich erhöhen werden lasse.

Ähnlich äußerte sich im ZDF-“Morgenmagazin“ auch Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Er sieht die Haus- und Fachärzte nicht wie von der Bundesregierung geplant bereits im April mit Corona-Impfungen starten. Auf die dafür notwendigen Impfressourcen könne „wohl erst im Mai in Arztpraxen zurückgegriffen werden“, so Gassen.

Zwar seien „fünf Millionen Impfungen pro Woche in Arztpraxen ohne große Anstrengung machbar“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Impfstoffmengen auch verfügbar seien. „Dann wären 50.000 oder 100.000 Praxen im Impfprozess beteiligt. Das können sogar mehr werden“, stellte Gassen in Aussicht.

Mancherorts werden in Hausarztpraxen bereits Corona-Impfungen verabreicht, wie hier im bayerischen Landkreis Hof.

Corona-Krise: Impfstart in Hausarztpraxen – Entscheidung verzögert sich

Update vom Mittwoch, 10.03.2021, 15.30 Uhr: Die Entscheidung zur Einbindung von hausärztlichen Praxen in die Impfkampagne gegen das Coronavirus verzögert sich. Die Gesundheitsminister:innen der Länder wollten noch am Mittwoch (10.03.2021) eine gemeinsame Empfehlung in dieser Frage erarbeiten.

Die endgültige Entscheidung solle dann aber erst in einer Spitzenrunde von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder fallen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Diese Runde solle „zeitnah“ noch vor der für 22. März geplanten Ministerpräsidentenkonferenz stattfinden.

Corona-Krise: Impfstart in Hausarztpraxen

Erstmeldung vom Mittwoch, 10.03.2021, 10.18 Uhr: Berlin – Ab Anfang April sollen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen. Darauf einigten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Ein genauer Termin soll erst im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

Der Impfstoff gegen das Coronavirus soll auf dem normalen Weg über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Der bürokratische Aufwand für die Arztpraxen solle auf ein Minimum reduziert werden, hieß es. Die Impfzentren sollen vorerst bestehen bleiben. Vereinbarte Termine dort sollen erhalten bleiben.

Corona in Deutschland: 2,5 Millionen Menschen geimpft

Bis Sonntag wurden laut Bundesgesundheitsministerium 2,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das sind drei Prozent der Bevölkerung. 5,2 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten. 

Bund und Länder hatten bereits am Mittwoch (03.03.2021) beschlossen, dass mit steigenden Mengen an Impfdosen haus- und fachärztliche Praxen ab Ende März/Anfang April generell in die Impfkampagne eingebunden werden sollen. Die Priorisierung einzelner Bevölkerungsgruppen soll beibehalten werden, aber dann sollen die Ärztinnen und Ärzte selbst entscheiden, wer auf Basis der Empfehlungen die Impfung erhält.

Das Impfen gegen das Coronavirus soll bald in Hausarztpraxen beginnen.

Corona-Impfung in Deutschland: 75.000 Hausarztpraxen bereit

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hatte in einem Interview gesagt, es habe gute Argumente gegeben, die Praxen erst bei genug Impfstoff gegen das Coronavirus einzubeziehen. Unter anderem könnte sich mancher Arzt gegenüber „seinen Patienten“ mit der korrekten Impfreihenfolge schwer tun, so Mertens.

Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) stehen für das Impfen 75.000 Haus- und Facharztpraxen in Deutschland bereit. Wenn 50.000 Arztpraxen täglich jeweils 20 Impfstoffdosen verabreichten, könnten laut KBV alleine dadurch bis zu fünf Millionen Impfungen in der Woche durchgeführt werden. Wenn es genug Impfstoff gibt, kann es nach Modellrechnungen der KBV gelingen, am 1. August einen Impfvollschutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen. (marv/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/dpa

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