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Wieder Wochenend-Demos

Corona-Proteste in Kassel eskalieren: Demonstranten stürmen Einkaufszentrum - Unfassbare „Ballermann“-Szenen

Wieder sind Gegner der Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Kassel griff die Polizei hart durch. Auch ein Einkaufszentrum soll gestürmt worden sein.

Update vom 21. März, 15.12 Uhr: Der eskalierte Corona-Protest in Kassel sorgt auch am Sonntag noch für viele Fragezeichen. Mehrere Tausend Gegner der aktuellen Pandemie-Maßnahmen sorgten dabei für teils wilde Szenen. Davon berichtet nun ein RTL-Reporter. Die Stimmung in Kassel verglich er mit der am Ballermann. Es sei getrunken und gesungen worden - ohne auf Maskenpflicht und Hygieneabstand zu achten. Nach Streitigkeiten mit der Polizei wurden sogar Wasserwerfer eingesetzt.

Doch auch abseits der gerichtlich untersagten Protestaktion auf den Straßen kam es offenbar zu unwirklichen Szenen. Etwa 250 Menschen hätten etwa eine Einkaufs-Galerie gestürmt, berichtet RTL weiter. „Keine Masken, kein Abstand, viel Alkohol und Gesänge“, zitiert das Blatt einen Reporter vor Ort. Die Polizei sei zunächst nicht eingeschritten, heißt es weiter. Auf Twitter beschwert sich etwa ein User: „Der Sicherheitsdienst vor Ort hat wohl schon vor einiger Zeit die Polizei verständigt, die kommt aber nicht.“ Erst eine Stunde nach dem Tweet antwortet die Polizei: „Einsatzkräfte sind da und haben die Personen aus der Königsgalerie verwiesen.“ Die genaue zeitliche Abfolge vor Ort lässt sich daraus aber nicht erschließen.

Corona-Proteste in Kassel: Deutliche Kritik an Polizei - Haben sich Beamte mit „Querdenkern“ solidarisiert?

Update vom 20. März, 21.17 Uhr: In Kassel trafen am Samstag Corona-Gegner, Gegendemonstranten und die Polizei aufeinander. Bilder und Videos auf Twitter zeigen viele Szenen. Einiges an Gewalt ist im Spiel. In einem Video etwa ziehen dem Tweet zufolge „Querdenker“ durch die Straßen, als ein paar angebliche Antifa-Anhänger ihnen mit Fahrrädern den Weg versperren. Neben den Corona-Gegnern greifen auch einzelne Polizisten hart durch und ziehen die Personen samt ihren Fahrrädern von der Straße oder schubsen sie weg. Es folgen Jubelschreie und Applaus von den „Querdenkern“.

Zudem sollen die Polizisten teils unbehelligt die Demonstranten ziehen lassen haben. Es kursiert außerdem ein Foto, das eine Polizistin zeigt, als sie mit den Händen ein Herz in Richtung einer Frau zeigt, die ein Schild trägt mit der Aufschrift: „Schützt unsere Kinder vor diesem Wahnsinn.“ In welchen Zusammenhang das Bild entstand, ist zu diesem Zeitpunkt unklar.

Infolge derartiger Bilder werfen einige Nutzer jedoch Fragen auf. Eine Autorin etwa schreibt: „Warum greift ihr friedliche Bürger wie mich an und demoliert mutwillig mein Fahrrad, anstatt den verbotenen Querdenker-Aufmarsch zu stoppen?“ Die Polizei Nordhessen hat nun ebenfalls über Twitter Stellung bezogen: „Im Netz kursieren Bilder und Videos, welche das Einschreiten von Einsatzkräften kritisch darstellen und die Polizei bei vermeintlichen Solidaritätsbekundungen zeigen. Wir nehmen das sehr ernst und werden die Sachverhalte intensiv aufarbeiten.“ Und weiter: „Unsere Neutralität ist insbesondere bei Einsätzen anlässlich von Demonstrationen sehr wichtig. Verhalten, das gegen das Neutralitätsgebot der Polizei verstößt oder Zweifel daran aufkommen lässt, ist für uns nicht akzeptabel.“

Die Polizei sagt auch, sie sei von der hohen Zahl an Teilnehmern überrascht gewesen. „Mit dieser Anzahl von 20.000 Teilnehmern haben wir nicht gerechnet“, sagte ein Polizeisprecher dem hr. Erwartet habe man eine höhere vierstellige Zahl an Teilnehmern. Der SPD-Politiker Timon Gremmels, der für Kassel im Bundestag sitzt, meldet sich dazu zu Wort: Auf Twitter dankt er zwar den Ordnungskräften vor Ort für ihren Einsatz. „Völlig unakzeptabel ist, dass die Querdenker die Auflagen offensichtlich nicht einhalten.“ Er kritisiert jedoch die Verantwortlichen: „Da stellt sich schon die Frage, warum offensichtlich zu wenig Kräfte vor Ort sind.“

Ein Teilnehmer mit einer roten Zipfelmütze und ohen Mund-Nasen-Bedeckung steht bei einer Kundgebung unter dem Motto „Freie Bürger Kassel - Grundrechte und Demokratie“ vor Polizisten.

Corona-Proteste in Kassel: Polizei schätzt rund 20.000 Teilnehmer - mehrere Beamte angegriffen

Update vom 20. März, 17.10 Uhr: Rund 20.000 Menschen haben nach Polizeischätzung am Samstag in Kassel gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen demonstriert. Dabei wurden massiv die gerichtlich bestätigten Auflagen der Stadt missachtet, die eigentlich nur 6000 Teilnehmer auf einem Doppelplatz in der Peripherie zugelassen hatte. Viele Teilnehmer hielten sich nicht an die Auflage, Mund- und Nasenschutz zu tragen (siehe Update vom 20. März, 14.53 Uhr).

Mehrere Beamte seien angegriffen worden, erklärte ein Polizeisprecher laut dpa. Auch Journalisten wurden angegangen und beschimpft. Die Polizisten setzten den Angaben zufolge Schlagstöcke und Pfefferspray ebenso ein wie den Wasserwerfer ein. Mehrere Menschen seien festgenommen worden.

Am Nachmittag ging es dann etwas friedlicher zu. Die Demonstranten auf dem zentralen Friedrichsplatz waren bunt gemischt: Familien, Querdenker, Selbstständige, Verschwörungstheoretiker, Hippies und Impfgegner. Wer genau zu welchem Lager gehörte, war nur zu erahnen: Regenbogen-Fahnen wehten neben Flaggen verschiedenster Länder, „Merkel muss weg“-Transparente standen neben „Gegen-Rassismus“-Schildern.

Die Polizei war nur an wenigen Orten mit Wasserwerfern und Einsatzkräften präsent und setzte offenbar auf Deeskalation. Selten versuchte sie die Regeln durchzusetzen, bei den nicht genehmigten Umzügen um den Stadtkern hielt sie sich zurück, bevor am Nachmittag dann viele Demonstranten abwanderten.

Einsatzkräfte der Polizei stehen bei einer Kundgebung unter dem Motto «Freie Bürger Kassel - Grundrechte und Demokratie» neben einem Wasserwerfer.

Corona-Proteste in Kassel: Demonstranten ohne Masken und Abstand

Update vom 20. März, 14.53 Uhr: „Solche Angriffe tolerieren wir nicht. Friedlicher Protest sieht anders aus“, twitterte die Polizei zu der Corona-Demo in Kassel (siehe Erstmeldung unten). Demonstranten hätten sich in der Innenstadt zu „verbotenen Versammlungen“ zusammengefunden.

Bei dem Demonstrationszug der „Querdenken“-Gruppierung durch die Innenstadt seien Einsatzkräfte mehrfach angegriffen worden, teilte die Polizei mit. Ein Hubschrauber verschaffe sich einen Überblick, hieß es weiter. Der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt sei komplett eingestellt. Die Polizei twitterte einen „dringenden Appell“ an die Demonstranten, „sich an die Hygienevorschriften zu halten“.

Ein AFP-Reporter vor Ort berichtete, die Demonstranten trügen keine Masken und hielten sich nicht an die Abstandsregeln. Auf Spruchbändern war unter anderem zu lesen: „Schluss mit dem Lockdown“, „Söder weg“ und „Merkel weg“.

Corona-Proteste in Kassel eskalieren - Polizei schreitet bei nicht angemeldeter Demo ein

Unsere Erstmeldung vom 20. März: Kassel - Eine Corona-Demo ist an diesem Samstag eskaliert. Bei Protesten gegen die Lockdown*-Maßnahmen kam es zu massiven Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Mehrere tausend Menschen waren laut Polizei in der Innenstadt unterwegs und missachteten bei einem nicht angemeldeten Demonstrationszug die Behörden-Anweisungen.

Es kam zu Festnahmen und dem Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken, als die „Querdenker“ versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen. Es gab zudem Rangeleien mit Gegendemonstranten.

Corona-Demo in Kassel: „Neben heftigen Wortgefechten treffen auch Fäuste aufeinander“

Polizisten beobachten am 20. März 2021 die Corona-Demo in Kassel - bei den Protesten ist es nun zu Ausschreitungen gekommen.

Die Kollegen von fr.de*, die vor Ort sind, schreiben in ihrem Bericht: „Mitunter auf dem Königsplatz treffen Demonstranten auf Gegendemonstranten, neben heftigen Wortgefechten trafen hier auch bereits Fäuste aufeinander - obwohl von beiden Seiten immer wieder ‚Keine Gewalt‘ gerufen wird. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, dass viele keinen Mund-Nasen-Schutz trugen.

Für diesen Nachmittag war zudem eine Demo gegen die Corona*-Maßnahmen auf dem Alexanderplatz in Berlin angemeldet.

Corona-Demos in Dresden und Stuttgart: Protestler attackiert Reporter

Bereits vergangenes Wochenende kam es zu Ausschreitungen. In Dresden hatten sich am Samstag trotz des Verbots einer „Querdenken“-Demonstration Hunderte Kritiker der Corona*-Maßnahmen in der Stadt versammelt - zeitweise gerieten die Proteste außer Kontrolle. Zwölf Polizisten wurden verletzt, knapp 50 Straftaten registriert. Mehrere Landespolitiker warfen der Polizei sowie dem Innenminister vor, die Situation unterschätzt zu haben, und forderten politische Aufarbeitung.

In Stuttgart demonstrierten am selben Tag viele Hundert Menschen gegen ein Jahr Lockdown-Politik, Schulschließungen, Isolation und Pleiten. Nachdem die Demonstration sich aufgelöst hatte, wurden Medienvertreter angegriffen. Ein Fernsehteam des Südwestrundfunks (SWR) wurde von einem Demo-Teilnehmer mit einem Gegenstand beworfen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Verletzt worden sei niemand. Ein Sprecher des SWR bestätigte den Vorfall.

Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Deutschland: Polizei löst Demo in München auf

Auch in zahlreichen anderen Städten gingen Menschen unter dem Motto „Ein Jahr Lockdown-Politik - es reicht“ auf die Straße. In München wurde eine Demonstration mit rund 2500 Teilnehmern aufgelöst, weil Auflagen* nicht eingehalten und die zugelassene Teilnehmerzahl überschritten worden war.

In Düsseldorf demonstrierten nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen. Bis zu 1000 Demonstranten zählte die Polizei in Berlin, jeweils Hunderte waren es auch in Kiel, Hannover, Erfurt, Cottbus und Potsdam. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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