Der Ausbruch von Covid-19 wurde durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, die dazu führten, dass die Erreger vom Wirtstieren wie Fledermäusen auf den Menschen übersprangen.
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Der Ausbruch von Covid-19 wurde durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, die dazu führten, dass die Erreger vom Wirtstieren wie Fledermäusen auf den Menschen übersprangen.

Klimawandel

Experten warnen vor Potenzial für neue Pandemien - Gefährlicher als Corona

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Der internationale Biodiversitätsrat mahnt zu mehr Naturschutz in Zeiten von Corona. Und warnt vor womöglich noch gefährlicheren Viren.

  • Global breitet sich das Coronavirus weiter aus.
  • Experten warnen angesichts des Klimawandels vor noch gefährlicheren Viren.
  • Gesundheits- und Naturschutz muss zusammengedacht werden.

Die Hoffnung, die Welt könne die Corona-Krise nach der ersten Infektionswelle im Frühjahr in den Griff bekommen, hat sich zerschlagen. Führende Naturschutz-Experten des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) warnen in dieser Situation davor, dass der Ausbruch weiterer und womöglich noch gefährlicherer Pandemien nur vermieden werden können, wenn Politik und Wirtschaft beim Natur-, Umwelt- und Klimaschutz umsteuern. Das sei möglich – und deutlich billiger als eine nachträgliche Krisenbekämpfung. Der IPBES ist ein wissenschaftliches Beratergremium der UN analog zum Weltklimarat.

Coronavirus: Pandemierisiko durch Klimawandel

„Dieselben menschlichen Aktivitäten, die den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt antreiben, führen auch zu einem Pandemierisiko durch ihre Auswirkungen auf unsere Umwelt“, sagte der US-Zoologe und Virenexperte Peter Daszak, Hauptautor des Berichts und Leiter eines Workshops mit 22 Experten, den der IPBES zum Thema eingerichtet hatte. Als Ursachen benennt der Report die Änderungen in Landnutzung, zum Beispiel Entwaldung und Verstädterung, die Ausweitung der Landwirtschaft sowie nicht nachhaltige Handels-, Produktions- und Konsummuster. Dies störe die Natur und verstärke den Kontakt zwischen Wildtieren, Nutztieren, Krankheitserregern und Menschen. „Dies ist der Weg zu Pandemien“, sagte Daszak.

Der Ausbruch von Covid-19 wurde laut dem Report wie alle bisherigen Pandemien, darunter die Spanische Grippe, Aids und Sars, durch menschliche Aktivitäten ausgelöst, die dazu führten, dass die Erreger vom Wirtstieren wie Fledermäusen und anderen Wildtieren auf den Menschen übersprangen. Insgesamt seien mehr als 70 Prozent der neu aufgetretenen Krankheitserreger wie Ebola-, Zika- und Nipah-Virus tierischen Ursprungs. Das Potenzial für neue Pandemien schätzt der Rat als immens ein. Nach Schätzungen existieren noch 1,7 Millionen „unentdeckte“ Viren in Säugetieren und Vögeln, von denen 500 000 bis 850 000 auf den Menschen überspringen könnten. Als weiterer Faktor für neu auftretende Krankheiten gilt der legale oder illegale Handel mit Wildtieren. Der legale Handel habe sich in den letzten 15 Jahren auf 107 Milliarden Dollar im Jahr 2019 verfünffacht, so der Rat. Der illegale Markt wird auf sieben bis 23 Milliarden Dollar jährlich geschätzt.

Corona-Krise: Ausweitung von Naturschutzgebieten gefordert

Die Experten sehen allerdings durchaus Chancen, die Risiken für neue Pandemien zu verringern. Es sei bekannt, welche Tierarten besonders virenreich sind, ebenso kenne man die Übertragungswege. Das ermögliche es, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu zählten ein Zurückfahren naturzerstörender Aktivitäten, die Ausweitung von Schutzgebieten und generell ein besserer Schutz der Biodiversität besonders in den Tropen. Man müsse Gesundheits-, Natur- und Klimaschutz zusammendenken, postulierte IPBES-Generalssekretärin Anne Larigauderie. (Joachim Wille)

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