Jährlich werden im Mittel weltweit 390.000 Grippetote vermutet, an oder mit Covid-19 sind bislang 1,2 Millionen gestorben.
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Jährlich werden im Mittel weltweit 390.000 Grippetote vermutet, an oder mit Covid-19 sind bislang 1,2 Millionen gestorben.

Pandemie Covid-19

Corona-Sterblichkeit: Höhere Todesrate in reichen Ländern

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Wer an Covid-19 am häufigsten stirbt, zeigt eine neue Studie.

  • In wohlhabenden Nationen werden die Menschen häufiger mit Corona infiziert.
  • Das Risiko, an Corona zu sterben, ist altersübergreifend.
  • Die Corona-Sterblichkeit ist höher als jene bei der Grippe.

Die Sterblichkeit von Covid-19 ist in ärmeren Ländern geringer als in reicheren. Das hat eine Analyse des Imperial College London ergeben, in die Ergebnisse von Antikörpertests aus 175 Studien weltweit eingeflossen sind. Das klingt nur im ersten Moment überraschend: Mit dem Alter steigt das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. In wohlhabenden Ländern mit ihren gut ausgestatteten Gesundheitssystemen, guter Ernährung und hohen Hygienestandards haben die Menschen eine höhere Lebenserwartung und außerdem weniger Kinder, deshalb ist das Durchschnittsalter wesentlich höher als in armen Ländern.

Corona-Todesfälle: Ältere und Wohlhabende sterben am häufigsten

Konkret kamen die britischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf eine Infektionstodesrate (IFR) von 1,15 in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen und eine von 0,23 in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen. Auch stellten sie fest, dass sich das Risiko, an einer Corona-Infektion zu sterben, alle acht Jahre verdoppelt. Bei unter 40-Jährigen beträgt die Infektionstodesrate 0,1, bei über 80-Jährigen mehr als fünf. Andere Studien sind sogar auf eine Infektionstodesrate von 14 Prozent bei 85-Jährigen gekommen.

Lucy Okell, Co-Autorin der aktuellen Analyse, warnt aber auch: „Obwohl die Älteren das bei weitem höchste Risiko haben, an Covid-19 zu sterben, ist das Risiko doch auch im mittleren Alter hoch.“ Zur Veranschaulichung fügt sie an: „Von 260 infizierten Menschen zwischen 50 und 55 Jahren stirbt einer.“

Corona-Sterblichkeit höher als bei Grippe

Eine Gesamtinfektionssterblichkeit lässt sich also nur schwer als fester Parameter definieren. Sie liegt aber höher – im Schnitt um eine Zehnerpotenz – als bei der Influenza, wo sie nach Saison und Region ebenfalls variiert und zwischen 0,05 und 0,1 angegeben wird. Die Infektionstodesrate beziffert das Verhältnis der Todesfälle zu allen Infektionen, nicht nur den gemeldeten Krankheitsfällen. Jährlich werden im Mittel weltweit 390.000 Grippetote vermutet, an oder mit Covid-19 sind bislang 1,2 Millionen gestorben. (Pamela Dörhöfer)

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