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Pandemie

Update für Corona-Warnapp: Download mit Check-in-Funktion in Kürze

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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Noch in dieser Woche soll in der Corona-Warnapp der Bundesregierung eine neue Funktion zur Verfügung stehen.

Berlin – Spätestens ab Mittwoch (21.04.2021) soll die neue Version der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes bereitstehen. Die Version 2.0 soll um eine Check-in-Funktion erweitert sein. Damit sollen vor allem risikoreiche Begegnungen von Menschen in Innenräumen besser erfasst werden.

In künftigen Versionen soll außerdem - noch vor Beginn der Sommerferien - auch ein digitales Impfzertifikat angezeigt werden können. Anwender:innen könnten damit nachweisen, dass sie vollständig geimpft worden sind. Außerdem sollen in der App die Ergebnisse von Schnelltests angezeigt werden können.

Neue Funktionen der Corona-App: Cluster-Erkennung jetzt möglich

Mit der neuen Check-in-Funktion in Version 2.0 reagieren die App-Macher auf Erkenntnisse aus der Aerosolforschung. Denn bisher registriert die App nur, wenn sich zwei Menschen für längere Zeit in einem Abstand von zwei Metern oder weniger aufgehalten haben.

Weil mittlerweile klar ist, dass sich Menschen häufig über Aerosole mit dem Coronavirus anstecken, reicht dies nicht mehr aus. Denn inzwischen sind sogar Fälle bekannt, in denen Menschen andere angesteckt haben, die nicht mal zeitgleich, sondern nach ihnen in denselben Räumen waren. Die Corona-App hätte in diesen Fällen also nicht reagieren können.

Corona-App registriert Kontakte nur anonymisiert

Die Lösung: Für die Erkennung von „Clustern“ in Räumen können sich die Nutzer:innen durch das Einscannen eines QR-Codes einchecken, ähnlich wie bei der privaten Luca-App. Dabei werden Ort der Veranstaltung, die zeitliche Dauer sowie der Event-Typ erfasst, nicht aber Namen und Telefonnummern der Besucher. Fachleute hatten bereits im vergangenen Herbst gefordert, eine solche Cluster-Verfolgung in die App zu integrieren.

Im Gegensatz zur Luca-App oder vergleichbaren Check-in-Anwendungen privater Anbieter werden die Kontakte also nur anonymisiert registriert. Dieses Verfahren hatten Google und Apple vorgeschrieben, wenn man ihre Bluetooth-Schnittstellen für die Kontaktermittlung nutzen möchte.

Update der Corona-App keine Konkurrenz zur Luca-App

Mögliche Warnungen über gefährliche Begegnungen laufen bei der App des Bundes nicht über die Gesundheitsämter, sondern direkt als rote oder grüne Warnung über das System der Corona-Warn-App selbst.

Apps wie Luca, darfichrein.de, Recover oder eGuest sind vor allem dazu gedacht, die in den Bundesländern vorgeschriebene Erfassung von Personen in Restaurants, Geschäften oder bei Events digital umzusetzen. Dabei müssen die Besucher:innen ihre kompletten Kontaktdaten abgeben. Solange die Infektionsschutzverordnungen der Bundesländer die Erfassung der persönlichen Daten vorschreiben, kann die Corona-Warn-App des Bundes diese Aufgabe nicht übernehmen.

Corona-App hat bereits 140.000 Infektionen erkannt

Obwohl die deutsche Corona-Warn-App mit 27 Millionen Downloads die erfolgreichste Anwendung zur digitalen Kontaktverfolgung in Europa ist, wird die Wirksamkeit der App immer wieder infrage gestellt. So hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im vergangenen Oktober die Anwendung für praktisch wirkungslos erklärt: „Die App ist leider bisher ein zahnloser Tiger“, sagte Söder damals in einem Interview. „Sie hat kaum eine warnende Wirkung.“

Die Corona-Warn-App wurden mehr als 27 Millionen Mal heruntergeladen.

Dieser Eindruck wird allerdings durch aktuelle Zahlen aus Kreisen der Bundesregierung widerlegt. Allein in den vergangenen vier Wochen haben demnach 79.000 Anwenderinnen und Anwender ihre Kontakte über ein positives Testergebnis gewarnt. Eine Positivmeldung löse im Durchschnitt Warnungen an sechs andere Personen aus. Vier von fünf Menschen, die eine rote Warnmeldung in der App erhalten, absolvieren daraufhin einen Test. Bei sieben Prozent werde eine Corona-Infektion positiv nachgewiesen.

Berücksichtigt man diese Zahlen, so wurden durch die App vermutlich insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen vor einer risikoreichen Begegnung mit anderen gewarnt und letztlich 140.000 Covid-19-Infektionen erkannt. (Friederike Meier, dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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