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Desinfektionsmitteleinsatz nach einem Corona-Ausbruch im südafrikanischen Ekurhuleni.
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Desinfektionsmitteleinsatz nach einem Corona-Ausbruch im südafrikanischen Ekurhuleni.

Land von Mutante betroffen

Corona-Katastrophe in Südafrika: Hohe Übersterblichkeit – Regierung versagt bei Impfstoffen

  • Johannes Dieterich
    VonJohannes Dieterich
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Die Übersterblichkeit in Südafrika steigt rasant – verantwortlich ist wohl die Corona-Mutante. Rechtzeitigen Imfstoff gibt es jedoch nicht.

Kapstadt – In Südafrika hat sich ein neues Monsterwort breitgemacht. Es heißt „excess deaths“, übermäßige Tode, und bedeutet die sogenannte Übersterblichkeit: die Zahl der amtlich registrierten Sterbefälle eines Zeitraums, die über dem Durchschnittswert liegt.

Das neue Jahr hat am Kap der Guten Hoffnung mit einem Negativrekord begonnen: In der ersten Woche 2021 starben fast 20.000 Menschen, das sind 11.000 mehr als sonst in diesem Zeitraum. Von diesen starben offiziell 3500 an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus.

Corona in Südafrika: Riesige Dunkelziffer vermutet

Die Zahlen machen ein weiteres Problem deutlich, dass nicht nur die riesige Übersterblichkeit ein Problem darstellt. Hinzu kommt, dass die große Mehrheit der Pandemieopfer stirbt, ohne jemals als covidkrank diagnostiziert worden zu sein. Derzeit melden die Hospitäler des Landes einen Zustrom an Corona-Patient:innen, der selbst die erste Welle der Pandemie im Juli in den Schatten stellt.

Der Gipfel der Woge wird frühestens für Ende dieses Monats erwartet. Es sei damit zu rechnen, dass der Zenit der zweiten Corona-Welle um mehr als die Hälfte höher ausfalle als der erste, so Gesundheitsminister Zweli Mkhize.

Schon jetzt werden in den Kliniken des Landes die Betten, der Sauerstoff und vor allem die Pflegekräfte knapp. 2020 steckten sich Tausende Pflegekräfte mit dem Virus an, mehrere Hundert starben. Dass die Zahl der Pandemieopfer derzeit rapide zunimmt, wird auf die mutierte Variante des Sars-CoV-2-Virus – genannt 501.V2. – zurückgeführt. Er soll wesentlich ansteckender und gefährlicher sein. Vor allem macht er auch jüngeren Erkrankten zu schaffen.

Regierung in Südafrika verschläft die Corona-Impfung

Ein Hoffnungsschimmer könnte die Corona-Impfung sein. Doch darauf werden die Südafrikaner noch warten müssen. Nicht wie andere afrikanische Staaten aus Geldnot, sondern aus Schluderei versäumte es die vom Afrikanischen Nationalkongress (ANC) geführte Regierung, sich rechtzeitig um Kontingente zu kümmern.

Zunächst hatte sich Südafrika nur an dem von der WHO eingerichteten Fonds „Covax“ beteiligt, dessen Corona-Impfstoffkontingente frühestens im April zur Verfügung stehen. Immerhin konnte sich Pretoria jüngst in Indien noch 1,5 Millionen Dosen des Oxforder Serums AstraZeneca sichern: Diese sollen in den nächsten zwei Monaten am Kap eintreffen. Da AstraZeneca zweimal verabreicht werden muss, um zu 90 Prozent sicher zu sein, reicht die Lieferung nur für 750.000 Menschen aus. In Südafrika gibt es aber 1,25 Millionen medizinische Pflegekräfte.

Mutiert das Coronavirus in Südafrika erneut?

Um „Herdenimmunität“ zu erreichen, müssen zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sein; in Südafrika sind das vierzig Millionen Menschen. Bis es so weit sei, werde mindestens noch ein Jahr vergehen, mahnen Fachleute: genug Zeit für eine weitere Mutante des Coronavirus, mit unklaren Folgen für die Wirksamkeit der Impfstoffe. Trotzdem bereitet sich die Regierung derzeit auf eine historische Kampagne vor: In den nächsten zwölf Monaten sollen mehr als 6300 Hauptamtliche das Vakzin an 40 Millionen Menschen verabreichen. (Johannes Dieterich)

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