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Nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung können sich auch Schwangere gegen Corona impfen lassen. (Symbolfoto)
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Nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung können sich auch Schwangere gegen Corona impfen lassen. (Symbolfoto)

Coronavirus

Neue Impfempfehlung für Schwangere – „Signal für die Politik“

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Die Ständige Impfkommission erweitert ihre Corona-Impfempfehlung für Schwangere. Nutzen und Risiko müssen jedoch weiterhin sorgfältig abgewogen werden.

Berlin – Aufgrund eines erhöhten Risikos für schwere Krankheitsverläufe infolge einer Corona-Infektion bei Schwangeren hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung erweitert. In der aktuellen Fassung der Empfehlung, dem epidemiologischen Bulletin, werden neben schwangeren Risikopatientinnen nun auch Schwangere mit „einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände“ aufgeführt. 

Nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung könne für diese Personengruppen eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden, heißt es weiter.

Corona-Impfung für Schwangere nach individueller Prüfung

„Es ist ein Signal an die Politik, aber auch an die betreuenden Frauenärzte, dass man Schwangeren eine Impfung nach individueller Prüfung großzügig empfehlen kann,“ sagte Marianne Röbl-Mathieu, Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in der Stiko, den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag (18.05.2021). Schwangere könnten ein entsprechendes Schreiben beim Hausarzt oder im Impfzentrum vorzeigen, wenn der Frauenarzt die Impfung nicht selbst vornimmt.

Auch wenn Schwangere von der Stiko nicht explizit in eine der Priorisierungsgruppen aufgenommen wurden, sieht Röbl-Matthieu Interpretationsspielraum: „Im Prinzip fallen Schwangere in dieselbe Kategorie wie ihre Kontaktpersonen, würde ich sagen.“ Diese sind aktuell in Priorisierungsgruppe 2 gelistet.

Stiko spricht keine generelle Empfehlung für Corona-Impfung bei Schwangeren aus

Eine generelle Impfempfehlung für Schwangere spricht die Stiko jedoch weiterhin nicht aus: „Zur Anwendung der COVID-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft liegen aktuell sehr limitierte Daten vor. Die STIKO empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht.“

Das bedeute allerdings nicht, dass die Stiko ein erhöhtes Risiko befürchte, sie könne nur noch nicht ausreichend beurteilen. Ein Schwangerschaftsabbruch müsse nicht ausgeführt werden, komme es zu einer akzidentelle Impfung in der Schwangerschaft, heißt es in der Empfehlung.

Priorisierte Corona-Impfung für Schwangere in anderen Ländern

Da Schwangere ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Verläufe haben, empfiehlt die WHO eine priorisierte Corona-Impfung. In den meisten Nachbarländern Deutschlands wird dies bereits umgesetzt, in Deutschland nicht. „Das ist eine Abwägung, die eben nicht in allen Ländern gleich ausfällt“, so Röbl-Mathieu. Aber natürlich werde die Stiko die Studienlage im Blick und das Thema weiter auf der Agenda behalten.

In den USA werden Schwangere schon seit Längerem prioritär gegen Covid-19 geimpft. Mehr als 100.000 Schwangere haben sich dort bereits immunisieren lassen. Laut einer US-Studie geben Schwangere die gebildeten Antikörper nach einer Corona-Impfung an ihr Baby weiter. Später kann es diese auch über die Muttermilch bekommen. Zur Anwendung der Corona-Impfstoffe in der Stillzeit liegen aktuell nur wenige Daten vor. Die Stiko hält es jedoch für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt. (Anna Charlotte Groos mit dpa)

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