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Bundesregierung

Corona-Pandemie: Kommt die 3G-Regel auch für Züge und Inlandsflüge?

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Reisende sollen künftig auch im Zug oder Flugzeug einen Negativnachweis vorlegen. Während die Bundesregierung die Einführung der 3G-Regel prüft, wird Kritik an der Umsetzbarkeit laut.

Berlin ‒ Während aktuell noch jeder uneingeschränkt in Deutschland reisen darf, prüft die Bundesregierung nun, ob nur Eindämmung der Corona-Pandemie künftig nur noch Geimpfte, Getestete und Genesene Fernzüge und Inlandsflüge nutzen dürfen. „Wir haben sehr stark steigende Fallzahlen und deswegen ist es richtig, zu prüfen, was helfen kann, diesen Anstieg der Zahlen zu dämpfen und möglichst zu stoppen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag (27.08.2021) in Berlin.

Zuvor hatte die Bild-Zeitung über Pläne der Bundesregierung berichtet, den Zugang zu Zügen im Fernverkehr und Flügen im Inland künftig nur noch Geimpften, Genesenen oder getesteten Personen zu gewähren. Die Deutsche Bahn (DB) wollte sich zu den Plänen zunächst nicht äußern.

Steigende Corona-Zahlen: Regierung will Testfrequenz durch 3G-Regel in Zügen und Flügen erhöhen

Seibert verwies auf den starken Anstieg der Corona-Fallzahlen vor allem in der jungen Altersgruppe, die sich noch nicht impfen lassen könne. „Das heißt all diejenigen, die sich impfen lassen können, haben eine Verantwortung gegenüber denen, die sich nicht per Impfung schützen lassen können“, sagte Seibert. Engmaschiges Testen bringe zusätzlichen Schutz, weshalb die Bundesregierung nun auch die Einführung der sogenannten 3G-Regel - Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete - für den Fernverkehr der Deutschen Bahn und Flüge innerhalb Deutschlands prüfe.

Den Angaben zufolge ist das Bundesverkehrsministerium derzeit mit der Prüfung befasst. Als Vorbild für einen solchen Schritt in der Corona-Pandemie nannte Seibert Frankreich, wo die Nachweispflicht bereits im Fernverkehr gelte. In Deutschland gibt es die 3G-Regel bislang nur bei Auslandsflügen und einigen Bereichen des öffentlichen Lebens - etwa in Innenräumen der Gastronomie.

Die Bundesregierung lässt derzeit die Einführung der 3G-Regel im Zug- und Flugverkehr in Deutschland prüfen. Die große Frage: Wer soll das kontrollieren?

„Umsetzbar und praktikabel“: Wer soll die 3G-Corona-Regel in Zügen und Flugzeugen kontrollieren?

Vor allem eine mögliche Ausweitung auf Fernzüge wirft Fragen zur Kontrolle auf. Kristian Loroch, Vorstandsmitglied der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), mahnte am Freitag an, dass beschlossene Corona-Maßnahmen auch „umsetzbar und praktikabel“ sein müssten. Gerade an Bahnhöfen sei die Regel so gut wie unmöglich zu überprüfen.

Die Einführung der 3G-Regelung im Fernverkehr der Deutschen Bahn dürfe außerdem nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter erfolgen, warnte Loroch. Die Bahn wolle das Personal in Zügen reduzieren, „was ohnehin schon zu einer erhöhten Belastung für die Beschäftigten führen wird“. Zudem habe die Zahl der Übergriffe auf Beschäftigte in der Corona-Pandemie „massiv“ zugenommen, sagte Loroch weiter. „Eine 3G-Kontrolle würde diese Situation weiter verschärfen und ist deshalb für uns nicht tragbar.“ Die EVG hatte bereits bei der Einführung der Corona-Maskenpflicht in Zügen darauf hingewiesen, dass die Einhaltung der Regeln schwer kontrollierbar sei.

Die Kontrollen übernahmen dann zu großen Teilen auch Beamte der Bundespolizei. Doch auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält eine Kontrolle der 3G-Regel für schwer umsetzbar. Die Bundespolizei habe kein Personal, um als „Corona-Polizei“ bei Verkehrshalten in wenigen Minuten Impfpässe von Reisenden zu kontrollieren, erklärte der GdP-Vize-Vorsitzende Jörg Radek der Bild.

Kein Corona-Hotspot: CDU-Politiker Merz und Virologe Streeck kritisieren 3G-Regel in Zug und Flugzeug

Auch CDU-Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und Virologe Hendrik Streeck kritisierten im Gespräch mit Bild-Live den Vorstoß der Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel, die 3G-Regel auf den Zug- und Flugverkehr auszuweiten. „Stellen Sie sich das mal vor: Millionen Pendler an den großen Bahnhöfen müssten morgens, bevor sie in den Zug einsteigen, gefragt werden, ob sie getestet, genesen oder geimpft sind“, sagte Merz.

Zudem seien Bahn und Flugzeug ohnehin nicht als Treiber der Corona-Pandemie identifiziert worden. Das bestätigte auch Virologe Streeck von der Universität Bonn. Es gebe kaum eine Evidenz dafür, dass sich überhaupt jemand in Zügen oder im öffentlichen Nahverkehr mit dem Coronavirus infiziere, erklärte der Wissenschaftler bei Bild-Live. (iwe/doa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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