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Bundesgesundheitsminister

Corona-Krise: Karl Lauterbach legt sich mit Karnevalisten an

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) liegt mit den Karnevalisten im Clinch. Er will den Karneval wegen Corona auf Sommer verlegen. Das stößt auf Kritik.

Berlin/Köln – Weihnachtlicher Corona-Streit zwischen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und Fans des Karnevals: Die Kölner Karnevalisten haben den SPD-Politiker für dessen Aussagen über die närrische Zeit harsch kritisiert. Dieser meldet sich erneut zu Wort.

„Es ist schade, wie wenig Sie als Rheinländer über den Karneval wissen. Sonst würden Sie sich nicht öffentlich eine Verlegung der Karnevalsaktivitäten in den Sommer wünschen“, schrieb Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, in einem Offenen Brief an den in Nordrhein-Westfalen geborenen Lauterbach.

Wegen Corona-Aussagen: Karnevalisten greifen Karl Lauterbach an

Der Karneval sei mehr als Feiern um jeden Preis, vielmehr ein wichtiges und erhaltenswertes Kulturgut, schrieb Kuckelkorn weiter. „Der Karneval ist ein Fest im Jahreskreislauf wie Weihnachten oder Ostern. Niemand würde ernsthaft fordern, alle weihnachtlichen Feiern vom Weihnachtsmarkt über die Christmette bis zu den Treffen im Familienkreis auf den Sommer zu verlegen – selbst in Pandemiezeiten nicht.“

Lauterbach hatte den Karnevalisten am Donnerstag (23.12.2021) im WDR wenig Hoffnung auf eine normale Session gemacht – insbesondere wegen der Corona-Variante Omikron. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir den Karneval durchführen können. Und es ist auch kein guter Karneval“, argumentierte Lauterbach und gab zu bedenken: „Was ist das für ein Karneval, wo man versucht, fröhlich zu sein, wo es aber immer mit dem Risiko einhergeht, dass man sich selbst oder andere infiziert und dann möglicherweise mit einer schweren Krankheit rechnen muss?“

Karl Lauterbach warnt vor Corona-Ausbreitung: „Mir wäre tatsächlich ein Sommer-Karneval lieber“

Zugleich schlug der Mediziner vor, die närrischen Aktivitäten wegen der drohenden Omikron-Coronavirus-Welle in die warme Jahreszeit zu verlagern. „Mir wäre tatsächlich ein Sommer-Karneval lieber, der dann unter sicheren Bedingungen stattfindet, als dass wir versuchen, uns jetzt hier durchzulavieren und gefährden uns.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)

Gerade als Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Köln und Leverkusen müsste Lauterbach wissen, „dass der rheinische Karneval als immaterielles Kulturgut der Bundesrepublik Deutschland anerkannt“ sei, so Kuckelkorn. „Und zwar zurecht, denn unser Brauchtum besteht eben aus viel mehr als wilden Partys und zügellosem Alkoholkonsum.“

Der Karneval gebe den Menschen in der Corona-Pandemie Hoffnung und Zuversicht. Lauterbach solle mal in die Schulen, Kitas, Krankenhäuser und Altenheime gehen: „Dort erleben Sie, wie Menschen den Karneval im Herzen tragen – und gleichzeitig überaus verantwortungsvoll mit der pandemischen Lage umgehen.“

Karl Lauterbach reagiert auf Corona-Kritik

Karl Lauterbach solle heraus aus seinem „Talkshow-Modus“ und die Anliegen des Karnevals erst nehmen. Er tue so, als seien die Jecken „unbelehrbare Corona-Leugner“, kritisierte Kuckelkorn: „Was wir brauchen, sind keine weiteren moralischen Appelle, sondern eine klare Haltung und Unterstützung für die Vereine, Künstler, Saalbetreiber und andere Dienstleister, denen andernfalls durch freiwillige Absagen die Pleite droht.“

Lauterbach reagierte am Samstag (25.12.2021) auf die Vorwürfe. „Auch mir ist der Karneval in Köln sehr wichtig. Besonders das Leben der Feiernden. Die Vereine müssen planen können. Wir erwarten eine so massive Omicron Welle, dass der Karneval unter den geplanten 2G Bedingungen wahrscheinlich nicht sicher genug ist“, schrieb der Bundesgesundheitsminister auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. (tvd/dpa)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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