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Passanten mit Mund-Nasen-Bedeckungen gehen durch die Stadt. Die Corona-Infektionszahlen in der Präfektur Osaka, Japan, sind wieder steigend.
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Passanten mit Mund-Nasen-Bedeckungen gehen durch die Stadt. Die Corona-Infektionszahlen in der Präfektur Osaka, Japan, steigen wieder.

Corona-Pandemie

Steigende Corona-Zahlen in Japan: „Eine neue Welle hat begonnen“ - Fackellauf für Olympia in Osaka verlegt

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Auch in Japan steigen die Corona-Zahlen wieder. Mehrere Städte verkünden neue Maßnahmen. Die geringe Impfbereitschaft könnte für Olympia zum Problem werden.

Tokyo – Japan galt lange als Musterland bei der Bekämpfung des Coronavirus. Die Höchstzahl der gemeldeten Coronafälle lag auf dem Höhepunkt der zweiten Welle im Januar gerade einmal bei 7.790 pro Tag - bei einer Bevölkerung von 126 Millionen Menschen. Auch die Maßnahmen zur Bekämpfung waren und sind im Vergleich zu Deutschland nicht sehr streng.

Doch nun steigen erstmals seit Beginn der zweiten Welle auch dort die Anzahl der Coronavirus-Infektionen immer schneller. Insgesamt gab es laut der Zeitung The Japan Times am gestrigen Mittwoch (07.04.2021) im ganzen Land 3.451 Neuinfektionen mit dem Coronavirus - der höchste Wert seit Ende Januar.

Die Präfektur Osaka hat nun gewarnt, dass durch immer mehr Corona-Infizierte das medizinische System an seine Grenzen kommt. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet, hat der Gouverneur der Präfektur, Hirofumi Yoshimura, am Mittwoch den „Medizinischen Notfall“ erklärt und Krankenhäuser angewiesen, schnell zusätzliche Betten bereitzustellen. In Osaka habe es am Mittwoch 878 neue Corona-Fälle gegeben, in der Hauptstadt Tokyo immerhin 555.

Corona in Japan: Zusätzliche Maßnahmen in mehreren Städten

„Das medizinische System ist am Rande des Zusammenbruchs“, sagte Yoshimura demzufolge bei einer Pressekonferenz. Er führte die schnelle Verbreitung auf eine neue Variante des Coronavirus zurück. „Offensichtlich verbreitet sie sich schneller und ist ansteckender“, sagte er. Etwa 70 Prozent der Krankenhausbetten seien nun belegt und damit die Grenze für einen „medizinischen Notfall“ erreicht. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo im März berichtete, wurde in Japan eine Variante des Coronavirus entdeckt, die sich von denen aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika unterscheidet. Es habe jedoch eine Gemeinsamkeit mit diesen Mutationen, die eventuell dafür sorge, dass Impfstoffe weniger gut wirken.

Zwei Tage zuvor hatte Yoshimura AP zufolge zusätzliche Corona-Maßnahmen für die Stadt Osaka verkündet, nachdem Japans Premierminister Yoshihide Suga für die Präfekturen Osaka, die Nachbarpräfektur Hyogo und die Präfektur Miyagi im Nordosten Japans eine Vorstufe des Corona-Notstands verkündete. Auch in Hyogo gibt es zusätzliche Maßnahmen, genauso wie in der Stadt Sendai in der Präfektur Miyagi. In Osaka soll es nun ebenfalls einen Aufruf an die Bevölkerung geben, wenn möglich zuhause zu bleiben.

Corona in Japan: „Eine neue Welle hat begonnen“

„Eine neue Infektionswelle hat begonnen, daran gibt es keine Zweifel“, sagte AP zufolge Ryuji Wakita, Generaldirektor des Nationalen Insituts für Infektionskrankheiten. Auch in Tokyo versucht die Politik, die neue Corona-Welle aufzuhalten. So hat die Governeurin von Tokyo, Yuriko Koike die Zentralregierung am heutigen Donnerstag (08.04.2021) darum gebeten, ihr wie auch Osaka, Hyogo und Miyagi die Autorität zu geben, strengere Corona-Maßnahmen zu verhängen. Dies berichtet die englischsprachige Zeitung The Japan Times. Dadurch müssten beispielsweise Restaurants, statt wie aktuell um 21 Uhr schon um 20 Uhr schließen.

„Nicht zurückverfolgbare Fälle und solche, die mit Varianten verbunden sind, tauchen mit zunehmender Geschwindigkeit auf“, sagte Koike am Donnerstag gegenüber Reportern. „Was jetzt entscheidend ist, ist die Eindämmung des Fußverkehrs und des Reisens über die Präfekturgrenzen hinweg, um die Ausbreitung von Coronavirus-Varianten im ganzen Land zu verhindern.“

Corona in Japan: Skepsis gegenüber Impfung könnte Problem für Olympia werden

Impfungen gegen das Coronavirus werden in Japan erst seit Ende Februar verabreicht. Laut Daten der Universität Oxford sind in Japan erst durchschnittlich 1,1 Impfdosen pro 100 Personen verimpft - in Deutschland sind es immerhin 18,4. Auch ist in der Bevölkerung die Skepsis gegenüber der Impfung groß. Die fehlende Impfbereitschaft könnte auch für die anstehenden Olympischen Spiele zum Problem werden.

Zuvor hatte Osakas Governeur Yoshimura angeordnet, dass der Fackellauf zu den olympischen Spielen, der im April in seine Stadt stattfinden sollte, auf den öffentlichen Straßen abgesagt werden soll. Dieser soll nun laut AP in einem Park in Osaka ausgetragen werden. Die Olympischen Spiele sollen am 23. Juli in Tokyo beginnen. Nach derzeitigem Stand ohne ausländische Zuschauer:innen. Nachdem sie im vergangenen Jahr vor allem auf Druck von ausländischen Sportler:innen auf 2021 verschoben wurden, sind sie mittlerweile auch unter japanischen Sportler:innen umstritten. (Friederike Meier)

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