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Corona-Pandemie

Covid-19: Impfpriorisierung aufgehoben – eine Übersicht

  • Ute Fiedler
    vonUte Fiedler
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Es ist der nächste große Schritt im Kampf gegen das Coronavirus: Ab heute wird die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe aufgehoben. Was gilt es zu beachten?

Berlin - Es ist der nächste große Schritt im Kampf gegen das Coronavirus*: Gut fünf Monate nach der ersten Impfung in Deutschland wird am 7. Juni 2021 die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe bundesweit aufgehoben: Ab Montag kann sich jeder, der möchte, um einen Impftermin bemühen. Doch ein schneller Durchbruch auf dem Weg zum großen Ziel Herdenimmunität ist nicht zu erwarten. Ärzt:innen und Politiker:innen bitten um Geduld.

Wie viele Menschen in Deutschland sind bereits geimpft? Wie viele warten noch auf ihre Impfung gegen das Coronavirus? Wo können sie sich impfen lassen? Wie viele Dosen der Impfstoffe* stehen zur Verfügung? Ein Überblick.

Coronavirus: Wie hoch ist das Tempo bei den Impfungen?

Wie viele Menschen in Deutschland sind bereits gegen das Coronavirus geimpft? Stand 4. Juni 2021 sind insgesamt mehr als 53 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Laut Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts haben 44,1 Prozent der Menschen in Deutschland bereits eine Erstimpfung erhalten, 20,1 Prozent davon sind vollständig immunisiert. In Deutschland leben etwa 74 Millionen Menschen, die älter als zwölf Jahre sind.        

Was ändert sich ab 7. Juni? Bislang konnten sich Menschen um Impftermine bemühen, die einen erhöhten Anspruch auf eine Schutzimpfung hatten. Ab 7. Juni wird die festgelegte Impfreihenfolge aufgehoben. Impfen lassen können sich laut Schutzverordnung nun „alle Personen, unabhängig von ihrem Alter, ihres Gesundheitszustandes sowie ihrer beruflichen Tätigkeit und eines damit zusammenhängenden signifikant erhöhten Risikos für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf.“ Der Anspruch besteht für alle „im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe“.

Am Montag, 7. Juni 2021, wird die Priorisierung der Coronaimpfungen aufgehoben. Dann dürfte der Andrang in Arztpraxen und Impfzentren noch größer werden.

Schwangere, Kinder - wer kann sich gegen das Coronavirus impfen lassen?

Wer kann sich ab 7. Juni impfen lassen, wer nicht? Theoretisch können sich alle Menschen in Deutschland ab Montag impfen lassen – wenn sie zwölf Jahre und älter sind. Seit Kurzem ist der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen.

Doch eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird es aller Voraussicht nach nicht geben*. Eine abschließende Entscheidung solle in ein, zwei Tagen veröffentlicht werden.  Auch Schwangere, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Corona-Verlauf haben*, sind bislang von einer generellen Impfempfehlung der Stiko ausgenommen. Allerdings passte die Stiko im Mai ihre Empfehlung an*: So können dem Gremium zufolge Schwangere mit „einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände“ und nach Nutzen-Risiko-Abwägung sowie ausführlicher Aufklärung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon geimpft werden.

Corona-Pandemie: Nur mit Impfung in Schule oder Kindergarten?

Dürfen nur geimpfte Kinder nach den Sommerferien in die Schule und in den Kindergarten? Verpflichtende Impfungen soll es nicht geben. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* betont, eine Impfung der Kinder solle eine individuelle Entscheidung der Betroffenen und ihrer Eltern und Ärzt:innen sein. „Wir werden definitiv keine verpflichtenden Impfungen haben, auch nicht an Schulen oder Kindergärten“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa den CDU*-Politiker. Kriterien für eine Impfentscheidung sind Spahn zufolge Vorerkrankungen, die persönliche und familiäre Situation, und Risiken einer Covid-19-Infektion. Ziel sei, bis Ende August allen Kindern ab zwölf Jahren Impfungen anzubieten.

Wie viel Impfstoff steht zur Verfügung? Die Impfstoffmengen nehmen laut einem dpa-Bericht zwar zu. Allerdings werden die Impfstoffdosen nur nach und nach geliefert und werden vor allem für Zweitimpfungen genutzt werden.

Prognosen der Hersteller zufolge sollen in der kommenden Woche rund 2,6 Millionen Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer* an die Praxen gehen, darüber hinaus mehr als 300.000 von Astrazeneca* und 514.000 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson*. Die Impfzentren sollen insgesamt rund 2,5 Millionen Impfstoffdosen erhalten.

Corona-Impfungen in den Arztpraxen - wie ist die Situation vor Ort?

Wie ist die Situation in den Arztpraxen? Seit Ostern impfen rund 75.000 Haus- und Facharztpraxen ihre Patient:innen gegen das Coronavirus. Schon in den vergangenen Wochen und Monaten war der Andrang groß. Die Aufhebung der Impfpriorisierung dürfte viele Praxisteams stark fordern. Ärzt:innen und Politiker:innen bitten um Nachsicht. „Wenn Sie unbedingt sauer sein wollen, weil es vielleicht nicht gleich beim ersten Anruf klappt, dann seien Sie im Zweifel sauer auf mich“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn. Jeder werde geimpft, aber nicht sofort, teilte darüber hinaus die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit.

Was machen die Betriebsärzt:innen? Laut Bundesgesundheitsministerium haben bereits mehr als 6000 Betriebsärzt:innen Impfstoffdosen geordert. Sie sollen in der ersten Woche 702.000 Dosen erhalten, um die Mitarbeiter:innen der Unternehmen zu immunisieren.

Ist ein Ende der Corona-Pandemie in Sicht?

Wann ist die Herdenimmunität in Deutschland erreicht? Es wird noch Wochen und Monate dauern, bis eine Herdenimmunität in Deutschland erreicht sein wird und die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben werden können.

RKI-Präsident Lothar Wieler lobt zwar den Impffortschritt. „Um weitgehend auf Maßnahmen verzichten zu können, müssen aber mehr als 80 Prozent der Menschen in unserem Land einen Impfschutz haben oder einen Immunschutz haben - entweder durch eine vollständige Impfung oder durch eine Infektion plus Impfung“, zitiert die dpa den RKI-Chef. Einen kompletten Impfschutz hat in Deutschland derzeit erst etwa jeder Fünfte. (Ute Fiedler mit dpa, AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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