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Der Problem-Vektor

Corona-Impfstoffe: Fieberhafte Suche nach den Ursachen für schwere Nebenwirkungen

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Die Suche nach der Ursache für die Nebenwirkungen bei den Impfstoffen von Johnson & Johnson und Astrazeneca geht weiter.

Nachdem auch im Zusammenhang mit Impfungen des Vakzins von Johnson & Johnson Hirnvenenthrombosen aufgetreten sind, haben die USA dessen Verwendung vorübergehend gestoppt, und der US-Pharmakonzern hat von sich aus die Markteinführung in Europa verschoben. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte den Impfstoff am 11. März zugelassen, mit den Impfungen sollte demnächst begonnen werden. Johnson & Johnson teilte mit, dass alle derzeit laufenden Studien mit seinem Corona-Impfstoff, der anders als alle anderen nur einmal gespritzt werden muss, vorübergehend ausgesetzt wurden.

In den USA waren sechs Fälle der sehr seltenen, aber sehr gefährlichen Hirnvenenthrombosen aufgetreten, bei etwa sechs Millionen verabreichten Impfungen. Die Betroffenen waren ausschließlich Frauen im Alter von 18 bis 48 Jahren, die Komplikationen waren sechs bis 13 Tage nach der Impfung aufgetreten. In einigen US-Bundesstaaten pausierten bereits in der vergangenen Woche aus anderen Gründen die Impfungen mit dem Vakzin. Dabei ging es um gehäufte Reaktionen wie Schwindel und Ohnmacht unmittelbar nach der Verabreichung.

Auch in den USA wie hier in Michigan wurde die Verwendung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson vorübergehend ausgesetzt.

Nach Impfung mit Vakzin von Astrazeneca: Zahl der Hinvenenthrombosen steigt

Auch die EMA hat eine Untersuchung der Fälle von Hirnvenenthrombosen nach Impfungen mit Johnson & Johnson eingeleitet. Laut der Deutschen Presse-Agentur habe sich bislang noch kein ursächlicher Zusammenhang feststellen lassen. Bereits während der klinischen Studien war es zu nicht näher beschriebenen thromboembolischen Ereignissen gekommen, zu 15 in der Impfstoff- und zehn in der Placebo-Gruppe.

Derweil ist in Deutschland die Zahl der Hirnvenenthrombosen nach der Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca, das der Konzern in „Vaxzevria“ umbenannt hat, auf 49 Fälle gestiegen.

Corona-Impfstoff aus Russland: Was ist mit Sputnik V?

So dokumentiert es der aktuelle Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), der Fälle bis zum 2. April umfasst. In einem neuen „Rote-Hand-Brief“ weist das PEI darauf hin, dass ein „kausaler Zusammenhang zwischen Impfungen mit Vaxzevria und Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenie“ als „plausibel“ angesehen werde. Spezifische Risikofaktoren bei den Betroffenen habe man bisher nicht identifizieren können.

Außerdem untersucht die EMA noch eine weitere mögliche Nebenwirkung des Impfstoffs von Astrazeneca. Es geht um fünf Fälle des Kapillarleckssydroms. Bei diesem Phänomen ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße erhöht, was zu Blutdruckabfall und Ödemen führen kann. In Deutschland lautet die Empfehlung derzeit, den Impfstoff von Astrazeneca nur noch an Menschen über 60 zu verabreichen. Forschungsteams suchen danach, welche Bestandteile der Impfstoffe die Hirnvenenthrombosen auslösen könnten. Da die Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson beide auf der gleichen Technologie mit einem Vektorvirus als Transporter für die Erbinformation des Corona-Spike-Proteins beruhen, liegt es nahe, darin die Ursache zu suchen.

Die Suche nach der Ursache bei Astrazeneca und Johnson & Johnson

Astrazeneca verwendet ein genetisch verändertes Adenovirus von Schimpansen, Johnson & Johnson ein humanes Adenovirus (aktive Adenoviren lösen gewöhnliche Erkältungen aus). Weil das Immunsystem nicht nur Abwehrstoffe gegen das Spike-Protein von Sars-CoV-2 bildet, sondern auch gegen das Vektorvirus reagiert, könne es sein, dass die starke Immunantwort das Risiko für „unvorhersehbare Nebenwirkungen“ erhöhe, sagt Gunnveig Grodeland von der Universität Oslo, die zu diesem Thema forscht. Eine andere Möglichkeit wäre es, dass das Adenovirus direkt der Auslöser ist.

Träfe eine dieser Erklärungen zu, so müsste auch bei Sputnik V mit Komplikationen gerechnet werden. Denn der russische Impfstoff basiert ebenfalls auf der Vektor-Technologie und nutzt Adenoviren als Träger. In Deutschland hat Bayern als erstes Bundesland einen Vorvertrag über die gesonderte Lieferung von Sputnik V abgeschlossen, Mecklenburg-Vorpommern plant das Gleiche.

Rubriklistenbild: © Bridget Barrett via www.imago-images.de

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