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Im Weißen Haus: Donald Trump mit Robert Redfield, dem Chef der Gesundheitsbehörde seiner Regierung.
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Donald Trump mit Robert Redfield, dem Chef der Gesundheitsbehörde seiner Regierung.

Pandemie in den USA

Streit über Corona-Impfstoff: Donald Trump hält seinen eigenen Experten für „verwirrt“

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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  • Tim Vincent Dicke
    Tim Vincent Dicke
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Donald Trumps Gesundheitsexperte sagt, einen massentauglichen Corona-Impfstoff gebe es erst 2021. Aber Trump ist da ganz anderer Meinung. 

  • Corona-Krise: Die USA melden mehr als 196.000 Tote und 6,6 Millionen Infizierte.
  • Donald Trump gibt Joe Biden die Schuld dafür, dass es in den USA keine Maskenpflicht gibt
  • Der Präsident nennt seinen eigenen Gesundheitsexperten „verwirrt“

+++ 15:15 Uhr: Robert Redfield ist Chef der US-Gesundheitsbehörde CDC. Er weiß also im Grunde, wovon er spricht. US-Präsident Donald Trump weiß allerdings immer alles besser - oder zumindest tut er so, als wüsste er alles besser. Auch Redfield bleibt davon nicht verschont. Als er sich jetzt nämlich in einer Anhörung vor dem Senat zu einem möglichen Corona-Impfstoff äußerte, meldete sich Trump zur Wort und bezeichnete ihn glattweg als „verwirrt“.

Während der Gesundheitsexperte Redfield sagte, ein für die breite Bevölkerung tauglicher Impfstoff könne vermutlich erst Mitte des kommenden Jahres zur Verfügung stehen, bestand Trump auf einem früheren Termin. Der Präsident versicherte erneut, dass ein Corona-Impfstoff schon ab nächsten Monat und vor der Präsidentschaftswahl zum Einsatz kommen könne. Dass es erst 2021 soweit sein soll, sei schlicht eine falsche Information, so Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Der Chef der Gesundheitsbehörde habe einen Fehler gemacht. „Ich glaube, er war verwirrt“, fügte Trump hinzu.

Im Senat machte Redfield auch deutlich, dass Masken aktuell das „wichtigste Instrument“ im Kampf gegen die Pandemie seien. Er glaube sogar, dass eine Maske einen höheren Schutz gegen das Coronavirus biete als eine Impfung. Trump sah auch das ganz anders. „Nein, ein Impfstoff ist viel effizienter als die Masken“, erklärte er. Er habe Redfield angerufen und ihm gesagt, dass dieser aus seiner Sicht die Frage falsch beantwortet habe.

Redfield nahm seine Äußerungen allerdings nicht zurück. Vielmehr rief er auf Twitter das Volk noch einmal explizit dazu auf, Masken zu tragen, die Hände zu waschen und Abstand zu halten. Diese Maßnahmen seien aktuell die beste Verteidigung gegen das Coronavirus.

Update Donnerstag, 17.09.2020, 14:30 Uhr: Die Zahl Menschen, die in den USA nachweislich mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 infiziert sind ist wieder etwas gestiegen. Derzeit sind laut Daten der New York Times 6.653.568 Menschen mit dem Virus infiziert. 39.216 Fälle sind demnach seit gestern dazu gekommen. Zudem gibt es bislang 196.680 Todesfälle.

Der bislang am stärksten betroffene Bundesstaat in den USA ist mit 773.268 Infizierten Kalifornien, wo zuletzt 3.401 neue aktive Fälle und 110 Todesfälle bestätigt wurden. Dort haben die Menschen nicht nur mit dem Virus zu kämpfen, sondern auch mit den verheerenden Waldbränden zu kämpfen haben.

Keine Maskenpflicht in den USA: Donald Trump gibt Joe Biden die Schuld

+++ 16.45 Uhr: Donald Trump weiß offenbar nicht immer so ganz genau, welches Amt er im Augenblick eigentlich ausübt. Sonst könnte er ja nicht ständig andere Leute für irgendwelche Versäumnisse verantwortlich machen, die er nun mal selbst zu verantworten hat. Nun ist es mal wieder soweit. Bei einer Veranstaltung des TV-Senders ABC News warf er nämlich seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden vor, während der Coronavirus-Pandemie keine nationale Maskenpflicht eingeführt zu haben.

Donald Trump nimmt an einer TV-Sendung des Sender ABC News teil.

Das ist schon ein wenig merkwürdig, da Joe Biden derzeit nur ein Kandidat fürs Präsidentenamt ist und mithin keinerlei Befugnis besitzt, solche Dinge in die Wege zu leiten. Kurz nach der Sendung nutzte Biden denn auch sofort die Steilvorlage von Donald Trump und machte klar, dass sich im November die Zuständigkeiten schnell ändern könnten.

Ob Donald Trump weiß, dass Joe Biden schon früher alle Gouverneure der Bundesstaaten dazu aufgefordert hat, eine Maskenpflicht einzuführen, ist nicht bekannt.

Corona in den USA – Masken-Gegner protestieren in einem Supermarkt in Florida

+++ 15.23 Uhr: Der Bundesstaat Florida gehört zu den größten Corona-Hotspots in den USA. Insgesamt wurden dort 668.838 Infektionsfälle bestätigt. 12.786 Menschen sind in Verbindung mit dem Virus gestorben, wie aus aktuellen Daten der New York Times hervorgeht. In den vergangenen sieben Tagen wurden 18.754 Neuinfektionen bestätigt.

Während zahlreiche Menschen in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen, etwa im Supermarkt, gibt es auch klare Masken-Gegner, die sogenannten „Anti-Maskers". Der ehemalige Basketball-Profi Rex Chapman wurde in Florida kürzlich Zeuge, wie eine Gruppe Masken-Gegner in einen Target-Markt stürmten und dort laut protestierten. Sie forderten andere Kunden des Einkaufladens auf, ihre Maske abzusetzen, wie Chapman in einem Video festhielt, das er dann auf Twitter postete.

+++ 11.50 Uhr: US-Präsident Donald Trump rechnet innerhalb von drei bis vier Wochen mit einem Coronavirus-Impfstoff. „Wir stehen kurz davor, einen Impfstoff zu haben“, sagte Trump am Dienstag im Fernsehsender ABC News. „Wir könnten ihn innerhalb von Wochen haben – es könnte in drei Wochen, vier Wochen sein.“ Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump im Sender Fox gesagt, er rechne innerhalb von vier bis acht Wochen mit einem Impfstoff.

Weniger als zwei Monate vor der Präsidentschaftswahl am 3. November steht Trump wegen der anhaltenden Corona-Krise in den USA enorm unter Druck. Die oppositionellen Demokraten äußerten bereits die Befürchtung, dass Trump massiven Druck auf Forscher und Gesundheitsbehörden ausübt, damit möglichst bald ein Impfstoff zugelassen wird.

Donald Trump: „Das Virus wird verschwinden“ - durch „Herdenmentalität“

Update Mittwoch, 16.09.2020, 10:50 Uhr: Dass Donald Trump Tatsachen ganz gerne ignoriert, wenn sie ihm nicht in den Kram passen, ist bekannt. Seine Ignoranz in Bezug auf die Corana-Pandemie stellte der US-Präsident jetzt erneut bei einem Gespräch mit ABC unter Beweis. Unbeeindruckt von der zunehmenden Kritik an seinem wiederholten Leugnen der Schwere der Coronavirus-Pandemie wiederholte Trump seine Behauptung, dass das Virus bald einfach so „verschwinden“ werde. Und selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass dies nicht geschehe, bestünde kein Anlass zur Sorge, denn „dann wird die Herdenmentalität uns alle retten“, so der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Präsident Trump, der offenbar die „Herdenmentalität“ mit der „Herdenimmunität“ in Verbindung bringt oder irgendwie verwechselt, jener Immunität, die auftritt, wenn ein ausreichend großer Teil der Bevölkerung Immunität gegen eine Infektionskrankheit aufgebaut hat (häufig durch Impfung), bestand darauf, dass sich das Land auch ohne Impfstoff von der Pandemie erholen wird. „Es wird auch ohne den Impfstoff verschwinden, aber es wird viel schneller damit verschwinden“, sagte Trump und stellte nochmals klar, „mit der Zeit verschwindet es.“ 

195.000 Tote – Donald Trump wünscht sich trotzdem mehr Anerkennung

+++ 17.53 Uhr: Etwa 75 Prozent der Corona-Hotspots in den USA befinden sich in Städten und Gemeinden mit einer Universität. Mehr als 50.000 Infektionen mit dem Coronavirus sind auf Universitäten zurückzuführen, bei denen die Studenten auf den Campus zurückkehrten, wie „Axios“ berichtet. Von den 25 größten Ausbrüchen im Land sind 19 in Ortschaften mit einer Vielzahl an Studenten. Viele Infektionen sind auf Partys zurückzuführen, bei denen Studenten illegal feierten. Ein Video aus dem Bundesstaat Ohio zeigt, wie ein mit dem Coronavirus Infizierter trotz angeordneter Quarantäne eine Party feiert.

Corona in den USA: Donald Trump verlangt mehr Anerkennung

Erstmeldung vom Dienstag, 15.09.2020: Washington – Die USA sind weiterhin das Land, das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffen ist. Trotzdem scheint das Präsident Donald Trump kaum zu interessieren. Er macht lieber Wahlkampf, verbreitet Lügen und schiebt allen anderen die Schuld zu.

Corona in den USA: 195.000 Tote und 6,5 Millionen Infizierte

Nach Angaben der renommierten US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität sind knapp 195.000 Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 in den USA gestorben. Über 6,5 Millionen Menschen haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie mit dem Virus angesteckt. Zum Vergleich: Italien, das im Frühling dieses Jahres massiv unter steigenden Todes- und Infiziertenzahlen litt, zählt 35.600 Tote.

US-Präsident Donald Trump hatte derweil – trotz aller Warnungen – im Bundesstaat Nevada eine Wahlkampfveranstaltung in einer geschlossenen Halle abgehalten. Bei dem Auftritt in einer Produktionsstätte am Sonntag in Henderson feierte sich Trump für sein Corona-Krisenmanagement, welches „Millionen von Leben gerettet“ habe. Der demokratische Gouverneur von Nevada warf Trump hingegen vor, mit dem Auftritt inmitten der Corona-Pandemie Menschenleben zu gefährden.

Donald Trump zur Corona-Krise in den USA: „Wir haben eine unglaubliche Arbeit geleistet“

„Wir haben eine unglaubliche Arbeit geleistet, wir bekommen absolut keine Anerkennung für die Arbeit, die wir geleistet haben“, sagte Donald Trump mit Blick auf die Bewältigung der Corona-Krise in den USA.

Der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, schrieb auf Twitter über Trumps Auftritt: „Heute Abend handelt Präsident Donald Trump rücksichtslos und egoistisch, wodurch er hier in Nevada unzählige Menschenleben in Gefahr bringt.“ Der Besuch von Trump in Henderson zog nach Angaben der Behörden eine Rüge nach sich, da Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern in Nevada untersagt sind.

Donald Trump war bereits im Juni für eine Kundgebung in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma heftig kritisiert worden. Tausende Trump-Anhänger hatten die Veranstaltung in einem geschlossenem Raum besucht – und sich zum Teil geweigert, Schutzmasken zu tragen und die Hygieneregeln einzuhalten. Ein späterer Anstieg der Corona-Infektionsfälle wurde mit der Veranstaltung in Verbindung gebracht.

Küsschen für die Unterstützer: Donald Trump bei der Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Nevada

US-Präsident Donald Trump und sein Umgang mit Corona: Lügen, Lügen, Lügen

Die „Washington Post“ schrieb nach Donald Trumps Veranstaltung: „Wir wissen aus dem neuen Buch „Rage“ des Reporters Bob Woodward, dass sich Präsident Trump im Frühjahr, als sich die Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten ausbreitete, darüber im Klaren war, dass sie eine ernste Bedrohung darstellte. Dennoch sagte er, das Virus würde einfach verschwinden, und belog damit die Öffentlichkeit vielfach und unverzeihlicherweise. Noch unverzeihlicher mag es jedoch sein, dass Herr Trump jetzt, sechs Monate später, immer noch lügt und immer noch die Realität des Virus leugnet. Seine Wahlkampfkundgebung am Sonntag in Nevada ist ein klarer Beweis dafür.“

Auch Microsoft-Gründer Bill Gates griff US-Präsident Donald Trump wegen der verheerenden Coronavirus-Situation in den Vereinigten Staaten an. „Die Reaktion der USA ist so viel schlechter, als sie hätte sein sollen. Und dafür ist die politische Führung voll und ganz verantwortlich“, so Gates, der mit der Bill & Melinda Gates Foundation in den vergangenen zehn Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Impfstoffe investiert hat.

Corona in den USA: Donald Trumps Ignoranz kennt keine Grenzen

Was macht Donald Trump in der Zwischenzeit? Auf Twitter teilte er ein Video, das die bizarre Interpretation seines Freiheitsgedanken perfekt wiedergibt. Zu sehen sind fünf ältere Menschen, die ihre Masken von den Gesichtern reißen und fröhlich zu „We’re Not Gonna Take It“ tanzen. „Gerade als ich dachte, Donald Trump könnte nicht ignoranter sein... er schafft es immer, sich selbst zu übertreffen. Die Menschen, die für ihn arbeiten, tun mir so leid. Es muss anstrengend sein, mit dieser Ebene der Unwissenheit und Inkompetenz umzugehen“, schreibt eine Nutzerin. (Von Tim Vincent Dicke mit Agenturen)

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