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Corona in den USA: Trump trägt keine Maske - und verstößt damit gegen das Gesetz

  • Tobias Möllers
    vonTobias Möllers
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  • Anna-Katharina Ahnefeld
    Anna-Katharina Ahnefeld
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Die Pandemie hat die USA weiter fest im Griff. Das CDC bittet alle Amerikaner, Masken zu tragen. Trump tut sich damit schwer. Ein Auswanderer aus Berlin spricht über die dramatische Lage in Florida. Die Lage im US-Ticker.

  • Das Coronavirus breitet sich weiter rasant in den USA aus
  • Die USA sind das am stärksten betroffene Land der Welt
  • US-Präsident Donald Trump zeigt sich mit Maske in der Öffentlichkeit

+++ 15.00 Uhr: Alle neuen Infos zur Corona-Krise in den USA finden Sie in unserem neuen Ticker.

+++ 11.58 Uhr: Florida gehört zu den Bundesstaaten der USA, die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen sind - die Infektionszahlen steigen weiterhin massiv an. Dennoch behauptet Trump, er hätte die Lage unter Kontrolle. Eine Maskenpflicht lehnt die Regierung in Florida ab. In einem Bericht von „stern.de" berichtet jetzt der Auswanderer Alexander Stoerr, wie dramatisch die Lage in Florida tatsächlich ist.

Vor allem an der Westküste Floridas halten sich die Menschen laut dem Auswanderer aus Berlin nicht an die Corona-Auflagen. Es gebe zwar jeden Tag Pressekonferenzen, doch es fühlt sich nicht so an, als wäre die Lage auch nur ansatzweise unter Kontrolle. Die Politiker nehmen die Ratschläge von Experten nicht an und sind schlechte Vorbilder für die Bürger. In Supermärkten wird man laut Stoerr sogar schräg angeschaut, wenn man eine Maske aufsetzt. Darüber hinaus müssen die Menschen sehr lange auf Corona-Testergebnisse warten. Jeder dritte junge Erwachsene bringt Risikofaktoren für eine schwere Coronavirus-Erkrankung mit, zeigt eine US-Studie.

Corona in den USA: Donald Trump trägt keine Maske in Atlanta

+++ 10.24 Uhr: US-Präsident Donald Trump sorgt bei einem öffentlichen Auftritt mal wieder für Aufsehen. Wie CNN berichtet, trug Trump bei seinem Besuch in Atlanta auf dem Hartsfield-Jackson International Airport keine Maske. Das entging Atlantas Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms nicht, die den US-Präsidenten daraufhin beschuldigte, das Gesetz zu brechen. Der Flughafen ist im Besitz der Stadt Atlanta - die dort eine Maskenpflicht anordnet.

Das Weiße Haus teilte mit, Präsident Trump habe den Anweisungen des US Centers for Disease Control and Prevention Folge geleistet - mit Verweis darauf, dass Trump die Gesundheit aller Reisenden sehr ernt nehme. Auf den Vorwurf der Bürgermeisterin von Atlanta wurde jedoch nicht eingegangen. Weiter wurde angeführt, dass Trump und seine Mitarbeiter*innen getestet seien und er den Flughafen zu keinem Zeitpunkt verlassen hätte.

Corona-Pandemie in den USA: Entlassungswelle bei US-amerikanischen Fluggesellschaften

+++ 09.30 Uhr: Wie aus einem internen Memo am Mittwoch (Ortszeit) der US-amerikanischen Fluggesellschaft American Airlines hervorgeht, plant das Unternehmen ab Oktober Angestellte in den unbezahlten Zwangsurlaub zu schicken. Rund 25.000 Mitarbeiter*innen könnten davon betroffen sein. Grund ist die in den USA wütende Corona-Pandemie und sie sinkende Nachfrage nach Flugreisen. Das teilten die beiden Konzernchefs Doug Parker und Robert Isom mit. Nach deren Angabe seien die Erlöse im Juni im Jahresvergleich um 80 Prozent gesunken.

Um Staatshilfen zu erlangen, mussten sich US-amerikanische Fluggesellschaften verpflichten, bis Ende September keine Mitarbeiter*innen zu entlassen. Da die Situation in den USA durch das Corona-Virus sich jedoch weiterhin verschlechtert, droht jetzt eine Entlassungswelle ab Herbst.

Update vom 16.07.2020, 6.35 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Rekordwert erreicht: Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwochabend (Ortszeit) 67.632 neue Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Corona-Toten sei um 795 auf mehr als 137.200 gestiegen. Erst am Samstag hatten die USA mit mehr als 66.500 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,49 Millionen.

Corona in den USA: Intrigen gegen Fauci

+++ 21.30 Uhr: Die Corona-Pandemie im Süden und Westen der USA spitzt sich mit täglich Zehntausenden Neuinfektionen weiter dramatisch zu. Aber in der Hauptstadt ging es zuletzt eher um politische Intrigen der Regierung gegen Anthony Fauci, den wohl prominentesten US-Gesundheitsexperten.  Fauci wies jetzt die Anschuldigungen des Weißen Hauses als nicht hilfreich zurück, wie das Magazin „The Atlantic“ berichtete: „Ich kann mir in den wildesten Träumen nicht ausmalen, wieso sie das machen würden“. Die Anschuldigungen rückten letztlich das Weiße Haus in eine schlechtes Licht. Fauci äußerte sich auch zum Umgang von Donald Trump und der Regierung mit dem Coronavirus: „Das müssen wir natürlich besser machen, da muss man ja nur auf die Daten schauen. Im Grunde müssen wir zurück auf Null und sagen: ‚Okay, lasst uns diesen Unsinn beenden.‘“

Unterdessen warb die US-Gesundheitsbehörde CDC mit Nachdruck für das Tragen von Masken zur Eindämmung der Pandemie. Die Ausbreitung des Virus könnte damit innerhalb einiger Wochen unter Kontrolle gebracht werden. „Wenn wir jeden dazu bringen könnten, jetzt sofort eine Maske zu tragen, könnten wir diese Pandemie in vier, sechs, acht Wochen unter Kontrolle bringen“, sagte CDC-Direktor Robert Redfield in einem Interview des Chefredakteurs des Fachmagazins „Journal of the American Medical Association“. Es stimme ihn traurig, dass die Frage des Maskentragens zu einer politischen geworden sei, sagte Redfield in dem Interview.

Eine Maske hätte vielleicht auch Kevin Stitt geholfen. Der Gouverneur des US-Bundesstaats Oklahoma erklärte, ein Coronavirus-Test sei bei ihm positiv ausgefallen. Es gehe ihm insgesamt gut, aber er habe sich von seiner Familie isoliert und werde aus der Quarantäne weiter arbeiten, sagte der Republikaner. Unter den 50 Gouverneuren der US-Bundesstaaten ist Stitts Infektion der erste bestätigte Corona-Fall.

Trump-Berater greift Anthony Fauci an

+++ 17.29 Uhr: Der renommierte Virenexperte Anthony Fauci ist weiterhin Attacken aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt. Dieses Mal war es Trumps Handelsberater Peter Navarro, der in einem Beitrag in der Tageszeitung „USA Today“ gegen Fauci schoss. „Dr. Anthony Fauci ist gut im Umgang mit der Öffentlichkeit, aber er lag in allen Punkten falsch, in denen ich mich mit ihm ausgetauscht habe“, schrieb Navarro. Fauci habe sich im Januar gegen ein Einreiseverbot aus China ausgesprochen und im Risiko das Corona-Risiko für die USA als niedrig bezeichnet.

Vonseiten des Weißen Hauses hieß es zwar, dass Navarros Beitrag nur dessen persönliche Meinung wiedergebe. Aber auch von Trump selbst hatte es wiederholt Kritik an Fauci gegeben, trotz dessen Zugehörigkeit zur Corona-Arbeitsgruppe der US-Regierung. Fauci hatte die Lockerungen in den USA in den verganenen Wochen als vorschnell bezeichnet. Damit war er auf Konfrontationskurs zu Trump gegangen, der auf eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität gedrängt hatte.

Mehr als 220.000 Corona-Tote bis 1. November in den USA befürchtet

+++ 14.30 Uhr: Eine US-amerikanische Hochrechnung der University of Washington prognostiziert aktuell 224.000 Corona-Tote bis zum 1. November 2020. In der Berechnung vergangene Woche ging das Institut noch von fast 16.000 weniger Betroffenen aus. Durch die massiv steigenden Corona-Infektionen in den USA musste die Prognose neu justiert werden, speziell aufgrund der Ereignisse in Florida, Kalifornien, Texas und Arizona. Doch auch Bundesstaaten wie Oklahoma und Nevada berichten von Rekordzahlen an Corona-Neuinfektionen. Die Zahlen gehen auf Daten, die die US-amerikanische Zeitung Washington Post verarbeitet, zurück.

Corona-Krise in den USA: Testlabore sind stark überlast - mehr Tests als Kapazität

Mit 67.417 neuen Corona-Infektionen am Dienstag verzeichnet die USA erneut ein neues Rekordhoch seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Daten stellt täglich die John-Hopkins-Universität zur Verfügung. 900 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuen Corona-Virus wurden ebenfalls bekannt. Damit steigt die Zahl der Corona-Fälle in den USA auf insgesamt mindestens 3.431.574 Corona-Infektionen und 136.466 Verstorbene an.

Die US-amerikanischen Testlabore sind stark überlastet. Die American Clinical Laboratory Association teilte am Dienstag mit, dass sie mehr Corona-Tests erhalten würden, als sie bearbeiten könnten. Wie der Leiter mitteilte, möchte man daher die Priorität auf Testungen von Patient*innen mit Symptomen legen. Erst am Montag hieß es von Seiten eines klinischen Labors, dass manche Tests eine Woche dauern würden aufgrund der hohen Nachfrage.

Corona-Krise in den USA: 71-Jähriger stirbt während er auf Corona-Test wartet

Update 15.07.2020, 12.30 Uhr: Bereits am vergangenen Sonntag verstarb ein 71-jähriger Mann in der Warteschlange vor einem COVID-19-Testcenter der Intermountain Healthcare-Klinik in North Ogden. Wie lokale Medien berichten, hätten ein Fahrer und ein Hausmeister aus einer Pflegeeinrichtung den Patienten zum Testgelände gebracht, wo sie lange in der Schlange warten mussten. Als sie endlich an der Reihe waren, stellten sie fest, dass der Patient tot war.

In den USA kommt es vor den Testcentern vermehrt zu langen Wartezeiten - immer mehr Menschen lassen sich auf Antikörper testen, und die Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus.

Keine Ausweisung für ausländische Studierende

+++ 21.45 Uhr: Eigentlich wollte die US-Regierung ausländische Studierende, die wegen der Coronavirus-Pandemie nur an Online-Kursen teilnehmen können, ausweisen. Doch nun hat die US-Regierung die Androhung der Ausweisung zurückgezogen, wie eine US-Bundesrichterin bekanntgab. Gegen die Regelverschärfung der Regierung von Präsident Donald Trump waren mehrere Bundesstaaten und Universitäten vor Gericht gezogen.

Beobachter hatten die geplante Visums-Regelverschärfung als einen Versuch der Trump-Regierung gewertet, die Universitäten zu einer Rückkehr zum normalen Unterricht zu drängen. Trump selbst hat die Pläne von Harvard für Online-Unterricht als „lächerlich“ bezeichnet. Die traditionsreiche Hochschule solle sich „schämen“.

Der US-Präsident drängt inmitten der Coronavirus-Pandemie zu einer raschen Rückkehr zur Normalität - obwohl die USA derzeit einen rapiden Anstieg der Infektionszahlen erleben. Derzeit werden Tag für Tag zehntausende neue Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden in den USA bereits rund 3,4 Millionen Infektionen und mehr als 136.000 Todesfälle bestätigt. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen weltweit.

Neue Kampagne während Corona-Krise: Hohn und Spott für Ivanka Trump

+++ 19.15 Uhr: Ivanka Trump ist eine der wichtigsten Beraterinnen ihres Vaters Donald Trump. Auch in der Corona-Krise ist die Präsidententochter immer vorne mit dabei, wenn es darum geht, eine neue Kampagne ins Leben zu rufen. Das ist auch am heutigen Dienstag (14.07.2020) so, an dem ihre Werbekampagne „Find Something New“ losgeht. Mit diesem Programm sollen arbeitslose Amerikaner ermutigt werden, in ihrer Karriere „etwas Neues zu finden“.

Ivanka Trumps neue Kampagne findet nicht nur Freunde.

Doch vor allem mit dem Slogan stößt Ivanka Trump in der gegenwärtigen Situation nicht überall auf Gegenliebe. Der ehemalige Obama-Berater Tommy Vietor hielt mit seiner Meinung jedenfalls nicht hinterm Berg. Den Leuten zu sagen, dass sie während einer Pandemie und einer Wirtschaftskrise rausgehen und „etwas Neues finden“ sollen, sei der größte Mist, den er je gehört habe. Überrascht zeigte er sich auch darüber, dass das Logo der Kampagne nicht Ivanka Trump zeige, die über einen Bauern hinweg in ihr Schloss stolziere. Die Journalistin Molly Jong-Fast brachte es dagegen ganz einfach auf den Punkt: „Ivanka muss etwas Neues finden, wenn ihr Vater im November die Wahl verliert.“

Corona in den USA: Donald Trump prahlt mit Wirtschaft - Kalifornien macht wieder zu

+++ 15.30 Uhr: Während die Fallzahlen der Corona-Krise in den USA einen Rekord nach dem anderen brechen, hat sich US-Präsident Donald Trump in einer nächtlichen Twitter-Tirade an seine Follower gerichtet. Trump teilte mehrfach ein Video, das ursprünglich von „Team Trump“ veröffentlicht wurde, dem offiziellen Account des US-Präsidenten für die US-Wahlen 2020.

Donald Trump spricht von „bester Wirtschaft, die es je gab“

Statt sich mit rasant steigenden Infektionszahlen in Florida, Kalifornien, Texas und weiteren US-Bundesstaaten zu beschäftigen, erzählte Donald Trump in dem Video lieber davon, wie er „die beste Wirtschaft gebaut“ habe, „die es jemals gab“. Dann aber sei das Coronavirus gekommen, oder wie Trump es nennt: „Die Plage aus China“. Auch dabei habe er und seine Administration alles richtig gemacht. „Und jetzt öffnen wir wieder“, so Trump.

Doch in weiten Teilen des Landes sieht die Realität anders aus. In Florida ist die Zahl der täglichen Neu-Infektionen mit Corona höher als in ganz Europa. In Kalifornien kündigte Gouverneur Gavin Newsom an, dass Restaurant, Weinläden, Kinos, Zoos und Museen wieder schließen müssten. Dasselbe gilt für die Bars des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates. In Los Angeles und San Diego gaben die Behören bekannt, dass Schülerinnen und Schüler nicht, wie ursprünglich geplant und von Donald Trump gefordert, in die Schule zurückkehren könnten. Der Schulstart müsse online erfolgen.

Statt Corona-Krise: Donald Trump attackiert Joe Biden

Statt den Realitäten im Land widmete sich Donalld Trump lieber seinem Gegner Joe Biden und sprach dem demokratischen Herausforderer die Fähigkeit ab, die USA zu führen: „Wenn Biden reinkommt, wird die Wirtschaft zerstört ... Fast alle seine Entscheidungen waren falsch. Und jetzt will er kommen und uns helfen?! Wir brauchen keine Hilfe.“

Corona-Krise in den USA: Auflagen werden wieder hochgefahren - Trump kein Bezug zur Realität

Während Trump mit seiner Präsidentschaftswahl beschäftigt ist und überzeugt, dass das Schlimmste vorbei ist, haben Gouverneure und Bürgermeister alle Hände voll zu tun, die Corona-Lockerungen, die Trump verlangt hat, wieder rückgängig zu machen. Auch diejenigen, die Trumps aggressive Strategie guthießen, haben angesichts massiv steigender täglicher Corona-Infektionen keine Wahl, als die Corona-Auflagen wieder zu installieren. Wie CNN berichtet, lässt diese Maßnahmen den US-Präsidenten dastehen, als hätte er den Bezug zur Realität verloren.

Corona-Krise in den USA: So sehen derzeit die Planungen für die Schulöffnungen in großen US-Städten aus:

  • Los Angeles, San Diego: Am Montag verkündeten die zwei größten kalifornischen Schuldistrikte, dass sie auch mit Start des neuen Schuljahres weiterhin auf Präsenzunterricht verzichten. Die Entscheidung, Schulen geschlossen zu halten, dürfte US-Präsident Trump nicht gefallen, der massiv auf eine Öffnung drängt - sogar mit der Drohung finanzielle Mittel zurück zu halten.
  • New York City: Der größte Schuldistrikt des Landes wird zumindest laut aktuellem Plan wieder teilweise zum Präsenz-Unterricht ab Herbst wechseln. Das teilte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio mit - Die Anwesenheit der Schüler*innen könnte von ein bis drei Tagen die Woche möglich sein. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo schaltete sich am Montag mit der Aussage ein, dass für eine Öffnung der Schulen Phase vier der Corona-Pandemie notwendig sei. Das wäre aktuell nicht der Fall in New York City.
  • Miami: Die Stadt arbeitet derzeit verschiedene Methoden für Präsenz- und Fernunterricht aus. Währenddessen drängt Gouverneur und Trump-Vertrauter Ron DeSantis darauf, die Schulen wieder zu öffnen. Sein Argument: Wenn Walmart und andere Geschäfte wieder öffnen, sollten Schulen das auch tun.

Corona-Krise in den USA: Wut entlädt sich bei Pressekonferenz eines Trump-Vertrauten

+++ 12.29 Uhr: Der Trump-Vertraute und Florida-Gouverneur Ron DeSantis hat bei einer Pressekonferenz in Miami die Wut der Bevölkerung zu spüren bekommen. Florida ist aktuell Hotspot der in den USA wütenden Corona-Pandemie.

Ron DeSantis, Gouverneur von Florida, wird wegen seiner Politik in der Corona-Krise scharf kritisiert.

Corona in den USA: Herbe Kritik an Gouverneur von Florida

Der Protestler Thomas Kennedy stellte auf seinem Twitter-Account ein Video online, das zeigt, wie er die Pressekonferenz des Gouverneurs unterbricht, indem er ruft: „Schämen Sie sich. Sie sind eine Schande. Wir haben jeden Tag neue Rekordzahlen und Sie machen nichts. Sie verfälschen Informationen und führen die Öffentlichkeit in die Irre. Mehr als 4000 Menschen sind gestorben und Sie geben den Demonstranten die Schuld. Sie haben keinen Plan und Sie machen nichts. Schämen Sie sich.“ Thomas Kenney arbeitet für „United We Dream“, eine Organisation, die sich für Migrant*innen in den USA einsetzt.

Florida hat am Montag mehr als 12.000 neue Corona-Infektionen verzeichnet - mehr Neu-Infektionen als in ganz Europa zusammen.

Auch weitere Bundesstaaten in den USA kommen nicht zur Ruhe:

  • Texas: Der Bürgermeister von Houston schlägt einen zweiwöchigen Lockdown vor, nachdem Gouverneur Greg Abbott vor Tagen die Möglichkeit strengerer Corona-Auflagen genannt hat.
  • Kalifornien: Gouverneur Gavin Newsom hat die Schließung von Restaurants, Weingütern, Kinos, Zoos, Museen und Bars angeordnet, die sich in Innenräumen befinden.
  • Oregon: Aufgrund der steigenden Corona-Infektionen sind Zusammenkünfte von mehr als zehn Menschen verboten.

+++ 10.11 Uhr: Und wieder haben die USA in der Corona-Krise einen traurigen Rekord aufgestellt. 5,4 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner stehen ohne Krankenversicherung da. Sie haben sie verloren, und das mitten in einer Pandemie. Zu diesen erschreckenden Zahlen kam eine Studie, die die Verbraucherschutz-Organisation „Families USA“ veröffentlichte.

Grund für die hohen Zahlen sind die vielen Kündigungen aufgrund der Corona-Krise, so die Forscher. 5,4 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verloren zwischen Februar und Mai mit ihren Jobs auch noch ihre Krankenversicherung. Dieser Anstieg in den letzten Monaten ist der höchste, den die USA jemals verzeichnen mussten. Zum Vergleich: Bisher war der höchste Anstieg an Menschen ohne Krankenversicherung innerhalb eines ganzen Jahres verzeichnet worden. Während der Finanzkrise hatten zwischen 2008 und 2009 insgesamt 3,9 Millionen Erwachsene ihre Jobs und die damit verbundene Krankenversicherung verloren.

Corona-Krise in den USA: US-Senator Cruz ohne Maske im Flieger

Update 14.07.2020, 5.50 Uhr: Ein Foto des US-Senators Ted Cruz ohne Atemschutzmaske im Flugzeug sorgt in den USA für Wirbel. Das Bild zeigt, wie der Republikaner aus Texas einen Kaffeebecher und ein Handy in den Händen hält, eine Maske ist in seiner Nähe nicht zu sehen. Die Fluggesellschaft American Airlines (AA) teilte am Montag mit, sie habe Kontakt zu Cruz aufgenommen, um diesen nachträglich über ihre Corona-Vorschriften zu informieren.

An Bord aller AA-Flüge gelte eine Maskenpflicht, betonte die Airline. Sie machte keine Angaben dazu, während welchen Fluges das Foto von Cruz gemacht wurde und ob der 49-Jährige eine Maske trug, wenn er nicht gerade seinen Kaffee trank.

Corona-Krise in den USA: Kalifornien macht Lockerungen rückgängig

+++ 22.44 Uhr: Wegen rasch steigender Corona-Neuinfektionen macht Kalifornien, der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat, viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig. Bars und Kinos müssen schließen, Restaurants dürfen in geschlossenen Räumen keine Gäste mehr bewirten, wie Gouverneur Gavin Newsom am Montag erklärte. Außerdem müssten in 30 Bezirken, darunter Los Angeles, auch Fitnessstudios, Kirchen und Einkaufszentren ihren Betrieb einstellen, sofern dieser in geschlossenen Räumen stattfinde, hieß es weiter.

Der riesige Schulbezirk Los Angeles kündigte an, dass die Schüler wegen der anhaltenden Corona-Pandemie in dem am 18. August beginnenden Schuljahr bis auf Weiteres nur online lernen können. „Die Gesundheit und Sicherheit aller in der Schulgemeinschaft ist nichts, wo wir Kompromisse eingehen können“, hieß es. US-Präsident Donald Trumps Regierung übt Druck auf Bundesstaaten und Kommunen aus, Schulen mit dem neuen Schuljahr wieder normal zu öffnen.

Corona-Pandemie in den USA: Spannungen zwischen Trump und Fauci wachsen weiter

+++ 17.00 Uhr: Donald Trump versucht weiterhin, den Virenexperten Anthony Fauci zu diskreditieren. Für Aufsehen sorgte, dass das Weiße Haus Medienberichten zufolge eine Liste mit Äußerungen Faucis verteilte, in denen der Virologe bezüglich der Corona-Pandemie falsch gelegen haben soll. Mit dieser neuen Aktion wachsen die Spannungen zwischen US-Präsident Trump, der versucht, die Corona-Pandemie zu verharmlosen, und Fauci, der stetig zu Vorsicht mahnt, weiter. Fauci stellte zuletzt immer wieder deutlich klar, dass die USA ein großes Problem habe. Das sorgt für Missbilligung bei Trump, der, vier Monate vor der kommenden Präsidentschaftswahl, positive Nachrichten hören möchte - und vor allem eine schnelle Rückkehr zur Normalität. Die beiden Männer haben sich seit über einem Monat nicht mehr getroffen.

Corona in den USA: Militärbasis stark betroffen

+++ 16.40 Uhr: Eine US-amerikanische Militärbasis in Okinawa, einer japanischen Insel, ist stark von einem Corona-Ausbruch betroffen. Nachdem es 94 Corona-Infektionen auf dem Gelände mehrerer US-Marine-Einheiten gegeben hat, steht das Personal seit Samstag unter Quarantäne. Wie CNN berichtet, dürfen Zehntausende das Lager ohne Genehmigung nicht mehr verlassen. Unter Quarantäne steht auch der Luftwaffenstützpunkz „Kadena Air Base“.

Im von der Corona-Pandemie stark betroffenen New York hat es vorläufigen Daten zufolge erstmals seit dem Ausbruch einen Tag ohne bestätigten oder wahrscheinlichen Todesfall nach einer Infektion mit dem Corona-Virus gegeben. Für Sonntag meldete die New Yorker Gesundheitsbehörde zunächst keinen auf das Virus zurückzuführenden Todesfall. Insgesamt starben im Verlauf der Corona-Pandemie bislang rund 25.000 Menschen wahrscheinlich oder bestätigt an Covid-19.

Corona in den USA: Trump: US-Präsident unterstützt Tweet, der Wissenschaftler*innen der Lüge bezichtigt

+++ 15.45 Uhr: Auf Twitter hat US-Präsident Donald Trump einen Tweet retweetet, der besagt, dass die CDS, die Zentren für Gesundheitskontrolle - und prävention, und die meisten Ärzt*innen über Covid-19 und Corona Lügen verbreiten würden. Der Tweet stammt von Chuck Woolery, einem Gameshow-Moderator. Des Weiteren behauptete Woolery dies geschehe, um die Wirtschaft und die kommenden US-Wahlen zu ruinieren. Offensichtlich stieß Woolery mit dieser Aussage bei Präsident Trump auf offene Ohren.

Dieser Retweet passt zu dem derzeitigen Bild über Präsident Trump im Umgang mit der Corona-Krise in den USA. Wie der Guardian berichtet, scheint Trump angesichts steigender Infektionszahlen der Meinung zu sein, das Corona-Virus wäre eine Verschwörung, um ihm zu schaden. Die britische Zeitung bezieht sich dabei auf Prof. Peter Hotez, der bereits zu einem früheren Zeitpunkt über die Wahrscheinlichkeit geschrieben hat, dass Politiker*innen sich in einer Art Verteidigungshaltung gegen Wissenschaftler*innen wenden würden. Trumps Attacken auf Pandemie-Berater Fauci ordnet Hotez so ein, ebenso Trumps Haltung gegenüber China und der WHO.

Corona in den USA: Arzneimittelbehörde genehmigt bei Impfstoff beschleunigtes Verfahren

+++ 15.00 Uhr: Die Arzneimittelbehörde FDA der USA erteilt dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Mainzer Firma Biontech die Genehmigung für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei mögliche Impfstoffe gegen das Coronavirus. Es handele sich laut der beiden Unternehmen um die am weitesten entwickelten Varianten eines möglichen RNA-Impfstoffs mit Namen „BNT 162b1“ und „BNTb2“.

Insgesamt laufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II zu vier Kandidaten. Für die USA hatten Biontech und Pfizer erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt. Diese nannten die Unternehmen „ermutigend“, mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30 000 Probanden zeigen. Erste Ergebnisse zu Tests in Deutschland werden laut Biontech noch im Juli erwartet.

Corona-Krise in den USA: Bundesregierung will sich für deutsche Studierende einsetzen

+++ 14.30 Uhr: Jetzt hat sich die deutsche Bundesregierung eingeschaltet, nachdem Trump ausländischen Studierenden mit der Ausweisung aufgrund der Corona-Krise droht. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin meldete sich zu Wort. Der drohende Entzug des Visums bringe „die deutschen Studierenden in eine sehr belastende und schwierige Situation“. Weiter hieß es, dass die Bundesregierung mit den USA über das Thema sprechen werde.

Aktuell befinden sich nach Angaben der Bundesregierung 92.000 Studierende aus Deutschland in den USA. Nach Auskunft des Außenamtssprecher können diese sich an deutsche Vertretungen in den USA wenden.

Corona-Krise in den USA: Trump will internationalen Studierenden das Visum entziehen

Die USA kündigten an, internationalen Studierenden, die an ihren Universitäten nur noch an Online-Kursen teilnehmen können, das Visum zu entziehen. Die Betroffenen müssten laut US-Einwanderungsbehörde ICE das Land verlassen oder sich an einer Universität mit Präsenz-Unterricht einschreiben.

+++ 12.52 Uhr: Im Bundesstaat Texas ist ein 30-Jähriger an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, nachdem er an einer „Covid-19-Party“ teilgenommen hatte. Der Gastgeber der Party sei selber mit dem neuartigen Virus infiziert gewesen, teilte die Chefmedizinerin am Methodisten-Krankenhaus in San Antonio, Jane Appleby, in einem von US-Medien verbreiteten Video mit.

Bei der Party hätten die Teilnehmer herausfinden wollen, ob das Virus wirklich existiere und ob es gegebenenfalls besiegt werden könne, sagte die Ärztin. Der nun Verstorbene habe kurz vor seinem Tod über seinen Partybesuch gesagt: „Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht.“ Der Patient habe das Coronavirus für einen „Schwindel“ gehalten und sich aufgrund seines jungen Alters ohnehin für „unbesiegbar“ gehalten.

Corona-Krise in den USA: Warnung für junge Leute

Appleby beschrieb den Fall als Warnung an junge Leute. Mit dem Coronavirus infizierte junge Menschen würden oft nicht selber erkennen, wie krank sie tatsächlich seien. Bei Untersuchungen des Sauerstoffgehalts in ihrem Blut und Labortests werde oft festgestellt, dass sie „in Wahrheit kranker sind als sie scheinen“.

Update, 13. Juli 2020, 06:26 Uhr: Der US-Bundesstaat Florida ist der neue Hotspot der Corona-Krise in den Vereinigten Staaen. Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Behörden 15.299 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Noch nie wurden derart viele Neuinfektionen innerhalb von einem Tag in den USA registriert.

Corona-Krise in den USA: Neuer Rekord bei Infektionen in Florida

Bisher war dort die höchste Zahl mit 11.694 Ansteckungen in Kalifornien gemeldet worden. Dieser Rekord wurde letzten Mittwoch festgestellt und war damit nicht mal eine Woche alt. Floridas Gouverneur Ron DeSantis, ein Vertrauter der Bundesregierung unter Donald Trump, gerät wegen seiner frühzeitigen Politik der Öffnung zunehmend in die Kritik - auch von Seiten des US-Virologen und Trump-Beraters Anthony Fauci.

Fauci wiederum muss sich zurzeit jedoch selbst einiges an Kritik von Donald Trumps Regierung anhören. Das Weiße Haus hatte in einem Statement bekannt gegeben, dass „zahlreiche Mitarbeiter des Weißen Hauses besorgt über die vielen Fehler“ seien, die Fauci aus ihrer Sicht in der Corona-Krise bislang gemacht habe. Donald Trump selbst hatte in einem Telefon-Interview mit dem US-Sender Fox News harsche Kritik an Fauci geäußert. „Dr. Fauci ist ein netter Mann, aber er hat viele Fehler gemacht", sagte Trump.

Die Distanz zwischen dem Top-Virologen der USA und dessen Präsidenten wird immer größer wird. Fauci und Trump sollen seit über einem Monat nicht mehr miteinander gesprochen haben. Eine ganze Reihe von Interviews, die Fauci in der anstehenden Woche hätte geben sollen, wurden wieder abgesagt, nachdem Fauci die Politik in der Corona-Krise offen kritisiert hatte. „Als Land, verglichen mit anderen, kann man nicht sagen, dass wir es gut machen", hatte Fauci, der 1984 und unter sechs verschiedenen US-Präsidenten für die Regierung arbeitet, in der vergangenen Woche gesagt.

US-Corona-Krise: Donald Trump zeigt sich öffentlich mit Maske - und hat seltsame Erklärung

+++ 13.02 Uhr: Nachdem US-Präsident Donald Trump das erste Mal innerhalb der Corona-Krise eine Maske in der Öffentlichkeit getragen hat, hat er eine bizarre Erklärung abgegeben. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump in einem Krankenhaus in den USA eine Schutzmaske mit dem Siegel des Präsidenten trug. Nach Angaben des Weißen Hauses wollte Trump in dem Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige treffen. Er wollte zudem mit medizinischem Personal zusammenkommen, dass sich in der Corona-Krise um Erkrankte kümmert.

Donald Trump (l), Präsident der USA, trägt einen Stoff-Mundschutz, bei seinem Besuch im Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda.

Trump sagte vor Journalisten auf eine entsprechende Frage: „Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen.“ Er fügte hinzu: „Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür.“ In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

Trump hatte im April Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump wird vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben – und mit großem Abstand sind die USA das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land.

Corona-Krise in den USA: Neuer Höchststand bei Neuinfektionen

Update vom Sonntag, 12.07.2020, 07.28 Uhr: In den USA hat die Zahl der täglich registrierten Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Samstagabend (Ortszeit) 66.528 Ansteckungsfälle verzeichnet. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach um 760 auf 134.729. Insgesamt infizierten sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen 3,24 Millionen Menschen in den USA mit dem neuartigen Coronavirus.

Derweil zeigte sich US-Präsident Donald Trump  erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mit einer Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit. Trump trug am Samstag bei einem Termin im Walter-Reed-Militärkrankenhaus nahe Washington einen schwarzen Mund-Nasen-Schutz. Der 74-Jährige, der sich in der Klinik mit verwundeten Veteranen traf, ging schweigend an den wartenden Reportern auf dem Krankenhausflur vorbei.  

Hinrichtungen in den USA wegen Coronavirus ausgesetzt

+++ 19.59 Uhr: Die bevorstehende erste Hinrichtung in den USA auf Bundesebene seit 17 Jahren ist wegen der Corona-Krise vorläufig ausgesetzt worden. Ein Gericht gab den Angehörigen der Opfer des wegen Mordes Verurteilten Daniel Lee am Freitag (10.07.2020) Recht, nachdem sie um einen Aufschub wegen der Coronavirus-Pandemie gebeten hatten.

Sie argumentierten, dass sie bei der Exekution anwesend sein wollten, dies aber wegen der Gefahr der Ansteckung mit dem Coronavirus ein zu großes Risiko darstellte. In den vergangenen Monaten hatten es in US-Gefängnisses besonders viele Erkrankungen mit Covid-19 gegeben.

USA: Mehr als 66.000 Coronavirus-Infektionen an einem Tag

+++ 15.46 Uhr: Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben die USA mehr als 66.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Samstag (11.07.2020) lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66.627. Erst am Donnerstag war die Zahl auf einen Höchstwert von 63.247 gestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, hat seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch zugenommen.

Seit Beginn der Corona-Krise in den USA haben die Forscher der JHU insgesamt fast 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134.000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt in den USA zwar weiterhin deutlich niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen. Am Freitag verzeichnete die Statistik der Universität 802 Tote.

Corona in den USA: Kalifornien lässt Gefängnisinsassen frei

+++ 13.03 Uhr: In Kalifornien sollen bis zu 8000 Gefängnisinsassen vorzeitig entlassen werden. Der Grund: Die Gefängnisse sind oftmals überlegt und dicht besiedelt und werden somit zu Corona-Hotspots. Allein im Gefängnis San Quentin, einem der ältesten in den USA, waren mehr als 1000 Insassen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie kürzlich bekannt wurde.

Die 8000 Häftlinge könnten bis August entlassen werden. Es handelt sich einem Bericht der Zeitung „The Mercury News“ zufolge dabei um Straftäter, die die Behörden als keine große Gefahr für die Bevölkerung einschätzen, beispielsweise ältere Insassen.

Seit Beginn der Corona-Krise durften im US-Bundesstaat Kalifornien, der schwer von der Pandemie betroffen ist, bereits 10.000 Häftlinge das Gefängnis vorzeitig verlassen. Insgesamt sitzen in Kalifornien 113.000 Menschen im Gefängnis. Eine Woche nach ihrer Entlassung sollen die Menschen erneut auf eine Corona-Infektion getestet werden.

USA verzeichnen weiter alarmierende Corona-Zahlen

+++ 10.25 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist weiterhin alarmierend: Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) 63.643 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Corona-Toten sei um 774 auf fast 134.000 gestiegen. Erst am Donnerstag hatten die USA mit 65.551 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

Update vom 11. Juli 2020, 9.20 Uhr:  Wegen der drohenden Ausweisung ausländischer Studierender aus den USA bitten deutsche Studenten die Bundesregierung um Unterstützung. „Wir zählen auf Ihre Rückendeckung“, heißt es in einem von knapp 100 derzeitigen, künftigen und früheren deutschen Studenten in den USA unterzeichneten Brief, der an Bundesaußenminister Heiko Maas, an Botschafterin Emily Haber in Washington und an Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag adressiert ist. Die US-Einwanderungsbehörde ICE hatte am vergangenen Montag mitgeteilt, ausländische Studierende an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen der Corona-Pandemie ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln. 

Wegen Corona Verbot von Großveranstaltungen verlängert

Update, 20.10 Uhr: Wie die Stadt New York jetzt bekanntgegeben hat, wird das Verbot für Großveranstaltungen erneut verlängert. Seit Mitte März dürfen in der Stadt aufgrund der Corona-Pandemie keine Veranstaltungen stattfinden, die eine Genehmigung der Stadt erfordern. Dazu zählen unter anderem Straßenfeste und Konzerte.

Das Verbot soll nun vorerst bis Ende September gelten. Bürgermeister Bill de Blasio hält dies in Anbetracht der weiterhin rasant steigenden Corona-Infektionszahlen für die einzig richtige Entscheidung. Ausgenommen von der Regelung sind laut ihm allerdings Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Corona-Virus: Donald Trump gerät unter Druck

Update, 17.10 Uhr: Wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie steht Trump zunehmend unter Druck. Das zeigt auch eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos und dem TV-Sender ABC News: Demzufolge heißen nur 33 Prozent der Befragten Trumps Handhabung der Krise gut, 67 Prozent äußerten sich unzufrieden. Mitte März waren es 43 Prozent, die ihre Missbilligung zum Ausdruck brachten.

US-Immunologe Fauci: Grund in frühen Lockerungen in einigen Bundesstaaten

US-Immunologe Anthony Fauci sieht einen Grund für die neuen Corona-Ausbrüche in der frühen Lockerung der Corona-Auflagen in einigen Bundesstaaten der USA. „In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im Wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh“, äußerte sich Fauci im Podcast „FiveThirtyEight“. Er nennt Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe. Im Vergleich gäbe die USA momentan kein gutes Bild ab. US-Präsident Donald Trump äußerte unterdessen Kritik an dem angesehenen Experten.

Dass die USA täglich derart hohe Anstiege bei den Neu-Infektionen verzeichnen, führt Fauci auch auf die Zerstrittenheit der amerikanischen Politik zurück: „Ich denke, man muss davon ausgehen, dass es ohne eine solche Spaltung einen koordinierteren Ansatz geben würde.“ Einigen Politiker*innen in den Vereinigten Staaten, allen voran Präsident Trump und einigen Gouverneur*innen wurde mehrfach vorgeworfen, in der Pandemie Entscheidungen unter politischen und nicht gesundheitlichen Gesichtspunkten zu treffen.

Donald Trump: Schulen sollen wieder öffnen - ansonsten will er die Finanzierung kürzen

Update, 14.30 Uhr: Donald Trump übt weiterhin Druck auf Schuleinrichtungen aus. Der US-Präsident will, dass Schulen im Herbst wieder öffnen - trotz der täglich steigenden Corona-Infektionen in den USA. Er droht damit, die finanzielle Unterstützung zu reduzieren. Auf Twitter verkündete er, dass das digitale Lernen „schrecklich“ im Vergleich zum Präsenzunterricht sei. Die Schulen „müssen" im Herbst wieder öffnen. Wenn nicht, führt er weiter aus, wüsste er nicht, wieso die Regierung sie finanzieren sollte.

Corona-Virus in den USA: Republikaner will, dass sich mehr Menschen mit dem Corona-Virus anstecken

Update, 14.00 Uhr: Ein Republikaner aus dem US-Bundesstaat Alabama, Del Marsh, Senate President, schlug am Donnerstag vor, dass sich mehr Menschen mit dem Corona-Virus anstecken sollten - um eine Herdenimmunität zu entwickeln. Und so die Ausbreitung des Virus zu verringern und anfälligere Bevölkerungsgruppen zu schützen.

“Those people who are susceptible to the disease, especially more serious pre-existing conditions, elderly population, those folks, we need to, you know, do all we can to protect them. But I’m not concerned, I want to make sure that everybody can receive care.” (Übersetzung: „Wir müssen alles tun, um anfälligere Personen, vor allem solche mit Vorerkrankungen, ältere Menschen, zu beschützen. Aber ich bin nicht besorgt, ich will sicherstellen, dass jeder eine Behandlung bekommen kann.“)

Bisher ist nicht bekannt, ob Menschen, die mit Covid-19 infiziert waren, eine Immunität entwickeln, beziehungsweise, wie lange diese anhält. Und selbst wenn: Experten schätzen, dass mindestens 70 Prozent einer Bevölkerung sich infizieren dafür müssten - also Millionen Erkrankte.

Corona-Virus in den USA: Erneutes Rekordhoch an täglichen Neuinfektionen

Erstmeldung vom Freitag, 10.07.2020, 13.30 Uhr: Immer neue Rekordstände bei den täglichen Ansteckungszahlen mit dem Corona-Virus verzeichnet derzeit die USA. Weitere 65. 5111 Neu-Infektionen mit dem Corona-Virus innerhalb von 24 Stunden. Das vermeldete am Donnerstagabend (Ortszeit) die John-Hopkins-Universität. Ein erneutes Rekordhoch für die USA.

Vor allem in Bundesstaaten im Süden und Westen der USA, wie Texas, Florida und Arizona, verbreitet sich das neuartige Corona-Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt. Nach Angaben der John-Hopkins-Universität liegt die Zahl der erfassten Corona-Infektionen in den USA bei 3,1 Millionen. Damit sind die Vereinigten Staaten das mit Abstand am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt - sowohl was die Infektionstahlen als auch die Zahlen der an Covid-19 verstorbenen Menschen betrifft.

Donald Trump: US-Präsident widerspricht seinem Corona-Berater Fauci erneut

Insgesamt sind bislang 133.195 Menschen seit Ausbreitung des Corona-Virus in den USA ums Leben gekommen, allein seit Mittwoch liegt die Zahl bei 1000 Todesopfern. Anthony Fauci, oberster Seuchenexperte der USA, bezeichnete am Donnerstag die Situation als „sehr schwierige“ Phase. Er sprach sich dafür aus, dass die Bundesstaaten der USA bei der Lockerung ihrer Corona-Auflagen eine Pause einlegen. Jedoch hält er es nicht für nötig, dass öffentliche Leben weitgehend zum Stillstand zu bringen.

Fauci ist ein Berater des US-Präsidenten Donald Trump. Wie der Bürgermeister von Los Angeles in Kalifornien, Eric Garcetti, am Mittwoch verkündete, denke die Stadtverwaltung darüber nach, die Ausgangssperre wieder zu verhängen. Andrew Cuomo, der Gouverneur von New York hat auf Twitter folgende Nachricht retweetet: “Yesterday the US hit a record high for new Covid cases. WEAR A MASK.” (Übersetzung: Gestern hat die USA ein Rekordhoch an neuen Covid-Fällen erreicht. Tragt eine Maske.“)

Das schnelle Lockern der Corona-Auflagen halten Kritiker für den Grund für das erneute Hochschnellen der Corona-Infektionen. Die Maßnahmen gegen das Virus wurde in vielen Orten wieder verstärkt. Trotz dieser Entwicklung spricht Präsident Donald Trump immer wieder von einer positiven Entwicklung im Kampf gegen das Corona-Virus. So widersprach Trump am Donnerstag erneut der Einschätzung seines Beraters Fauci.

Donald Trump über Corona in den USA: Hohe Fallzahl liege an umfassenden und "besseren" Testungen

Trump führt die hohe Zahl der Corona-Infektionen darauf zurück, dass ihm zufolge in den USA viel mehr und “besser“ getestet werde als in anderen Ländern der Welt. Das äußerte Donald Trump via Twitter: “For the 1/100th [sic] time, the reason we show so many Cases, compared to other countries that haven’t done nearly as well as we have, is that our TESTING is much bigger and better. We have tested 40,000,000 people. If we did 20,000,000 instead, Cases would be half, etc. NOT REPORTED!” (Übersetzung: „Zum hundertsten Mal, der Grund, dass wir so viele Fälle verzeichnen im Vergleich zu anderen Ländern, die sich nicht annähernd so gut wie wir geschlagen haben, liegt daran, dass unsere Testungen viel umfassender und besser sind. Wir haben 40 Millionen Menschen getestet, hätten wir stattdessen 20 Millionen getestet, wären die Fälle um die Hälfte weniger, etc. Das wird nicht berichtet!“) Laut ihm würden die „Fake News“ nicht mögen, dass das der Öffentlichkeit bekannt würde.

Donald Trump bezeichnet die Testungen des Weiteren als zweischneidiges Schwert, als „gut zu haben“, aber „macht, dass wir schlecht dastehen“.

Im Gegensatz zu dieser Äußerung führen Reporter und Faktenchecker immer wieder an, dass solche Behauptungen unsinnig seien und nur ein Versuch, von den steigenden Corona-Infektionen abzulenken. Auch Joe Biden, der ins Rennen um die US-Präsidentenwahl 2020 geht, widersprach Trump. Er sieht den Grund in der misslungenen Präsidentschaft Donald Trumps.

Kritiker werfen Donald Trump vor, die Corona-Situation in den USA zu verharmlosen

Die Einschätzung des Präsidenten sorgt bei vielen für Irritation. So werfen ihm Kritiker vor, er würde die Bedrohung durch die Corona-Situation in der USA verharmlosen. Am Samstag tritt Donald Trump vor Tausenden für seinen Wahlkampf im US-Bundesstaat New Hampshire auf. Auf seinem Auftritt vor zwei Wochen in Tulsa konnte die örtliche Behörde einen Anstieg an Corona-Infektionen zurückführen. (Von Tobias Möllers und Anna-Katharina Ahnefeld)

Selbstbewusst tragen zwei Trump-Fans in den USA ihre Hakenkreuz-Masken zur Schau. Es kommt zur Konfrontation an einer Walmart-Kasse in der Stadt Marshall. Das Video geht viral.

Rubriklistenbild: © Drew Angerer

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