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Corona-Mutanten beschleunigen dritte Welle: Virologe Drosten warnt - „Brenzlig“ wird es ab 50 Jahren

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Von: Katja Thorwarth

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Christian Drosten
Christian Drosten, Virologe an der Charité Berlin, auf der Bundespressekonferenz. (Archivfoto) © Reiner Zensen/Imago Images

Die Varianten machen die anlaufende dritte Corona-Welle laut Fachleuten äußerst gefährlich: Der Virologe Christian Drosten warnt im Podcast. 

Frankfurt/Berlin – Der Virologe Christian Drosten bedauert angesichts der beginnenden dritten Corona-Welle in Deutschland den Corona-Impfstopp von Astrazeneca. Priorität solle momentan vor allem sein, „dass wir diese Impfung brauchen“, betonte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im „NDR“-Podcast „Coronavirus-Update“. In Deutschland sei die epidemiologische Lage momentan eher schlecht, insbesondere nehme die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 immer mehr Überhand. Ihr Anteil betrage inzwischen drei Viertel.

„Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“, sagte Drosten im Hinblick auf düstere Prognosen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu einem befürchteten starken Anstieg der Corona-Neuinfektionszahlen. Im weiteren Verlauf werde sich die Situation wegen der Mutante „drastisch erschweren“ – und besonders „brenzlig“ werde es für die weitestgehend noch ungeimpften Jahrgänge ab 50 Jahre.

Corona: Thrombose nach Astrazeneca-Impfung – Vor allem Frauen betroffen

Das für Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte Anfang der Woche eine Aussetzung der Corona-Impfungen mit Astrazeneca empfohlen. Bis Dienstagabend wurden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Deutschland insgesamt acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Astrazeneca-Impfung gemeldet. Die Zahl der Fälle ist demnach statistisch signifikant höher als in der Bevölkerung ohne Impfung. Laut Informationen des PEI waren die Betroffenen vor allem Frauen. Ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose besteht, wird derzeit untersucht.

Auch an anderer Stelle gibt es Probleme mit dem Impfstoff. So hatte Astrazeneca eine drastische Kürzung seiner Lieferungen in die Europäische Union angekündigt. Im ersten Halbjahr wollte der Konzern nur 100 Millionen Dosen in die EU-Staaten liefern, hieß es. Eigentlich war man von 220 Millionen Dosen bis zur Jahresmitte ausgegangen.

Virologe Christian Drosten - Thrombose-Häufungen nach Astrazeneca-Impfung ein statistisches Problem?

Christian Drosten sagte über die Häufung der seltenen Thrombosen innerhalb kurzer Zeit, das man das natürlich ernst nehmen und „anschauen“ müsse. Entscheidend sei hier die Suche nach den möglichen Ursachen. Jedoch wolle der Virologe die Entscheidung aufgrund fehlender Hintergrundinformationen nicht bewerten.

Corona-Neuinfektionen
Das Coronavirus Sars-CoV-2 kursiert weltweit. (Symbolfoto) © National Institutes Of Infectious Diseases/Handout/AFP

Möglicherweise könne es sich hier aber auch um ein statistisches Problem handeln, mutmaßte Drosten. Schließlich seien in Deutschland nur Menschen im Alter unter 65 Jahre mit Astrazeneca geimpft worden, weil es zunächst keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Ältere gegeben hatte. In England hätte man hingegen bevorzugt Ältere damit geimpft – trotz einer höheren Zahl an Impfungen sei dort keine solche Thrombosen-Häufung beobachtet worden. Drosten verwies auf einen wohl hohen Frauenanteil beim medizinischen Personal und Pflegepersonal, das Astrazeneca als Impfstoff in Deutschland erhielt. „Könnte es sein, dass das die Statistik färbt?“ Immerhin leiden Frauen generell häufiger an Thrombosen.

Virologe Christian Drosten: Corona wird durch Mutanten gefährlicher

Zu mehreren Studien über die in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 zog Drosten die Bilanz, dass das Coronavirus nicht nur übertragbarer, sondern auch gefährlicher geworden sei. „Und das ist keine gute Botschaft, gerade in diesen Zeiten und in dieser jetzigen Nachrichtenlage“. Laut den Studien könnte die Corona-Variante auch tödlicher geworden sein. (ktho/dpa)

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