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„Alle Flüge sofort einstellen“: Corona-Zahlen in China schnellen nach oben

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Von: Tobias Utz

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Die Corona-Infektions- und Todeszahlen in China steigen: In Deutschland werden deshalb Rufe nach Maßnahmen laut.

Peking – In China wurde nach fast drei Jahren das Ende der Null-Covid-Politik ausgerufen: Die Kehrtwende begründete die Regierung damit, dass Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante mittlerweile keine schweren Covid-19-Verläufe mehr hervorrufen.

Die Lage in den Krankenhäusern und Krematorien sieht allerdings anders aus: Das britische Forschungsinstitut „Airfinity“ schätzt mehr als 5000 Tote in China, die an den Folgen von Corona-Infektionen sterben. Es soll bis zu einer Million Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 täglich geben. Dem Institut zufolge soll die derzeitige Welle ihre Höhepunkte im Januar und März 2023 haben, dann möglicherweise mit bis zu über vier Millionen Neuinfektionen pro Tag.

Corona-Welle in China könnte globale Auswirkungen haben

In Deutschland warnt deshalb nun die Politik vor den globalen Folgen. Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, forderte beispielsweise, alle Linienflüge „von und nach China“ einzustellen. „Die durch die verfehlte Coronapolitik der chinesischen Regierung verursachten explodierenden Covid-Zahlen in China bedrohen die ganze Welt mit einer neuen Infektionswelle“, sagte Hardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der CDU-Politiker fügte hinzu: „Wir dürfen den Fehler von vor drei Jahren nicht wiederholen.“ „Erst wenn wir sicher sind, dass aus China keine neue, gefährliche Mutation droht, sollten wir die Flugverbindungen wieder aufnehmen“, so der CDU-Politiker gegenüber dem RND.

Corona in China
Ein medizinischer Angestellter sitzt auf einem Stuhl vor PCR-Testkabinen in Peking am 12. Dezember, da China nach der Lockerung seiner Null-Covid-Politik vor neuen Herausforderungen steht. © Kyodo News / Imago Images

Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, warb mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen in China für häufigeres Maskentragen in Deutschland. „Nicht nur wegen der Entwicklung in China, sondern auch wegen der übrigen Atemwegserkrankungen in Deutschland ist es wichtig, dass wir die Maske in Innenräumen wieder viel mehr nutzen - völlig unbenommen, welche Regeln gelten“, sagte er dem RND. Auch Dahmen zeigte sich ob möglicher neuer Varianten von Sars-CoV-2 besorgt.

Chinas Corona-Chaos

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO betonte erst kürzlich, dass die Corona-Pandemie keineswegs vorbei sei: unter anderem aufgrund der Entwicklungen in China. Die WHO benötige genauere Angaben über die Belastung des chinesischen Gesundheitssystems. China müsse lernen, die Datenerhebung zu verbessern - über Krankenhauseinweisungen, Sauerstoffversorgung, Intensivstationen und Todesfälle, betonte WHO-Nothilfe-Koordinator Mike Ryan.

Vor Ort sei es nun wichtig, die Impfquote zu erhöhen, so Ryan. Vor allem viele alte Menschen seien nicht ausreichend vor dem Coronavirus geschützt. (tu mit dpa/AFP)

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