Präsident und Virologe

Donald Trump plant Corona-Briefing - Anthony Fauci weiß von nichts

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    vonAnna-Katharina Ahnefeld
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US-Präsident Trump will wieder regelmäßige Pressekonferenzen zum Stand der Corona-Krise in den USA abhalten. Doch davon weiß sein Pandemie-Berater Fauci nur vom Hörensagen.

  • US-Präsident Donald Trump will wieder tägliche Briefings zu dem Corona-Virus in den USA einführen
  • Corona-Experte und Pandemie-Berater Anthony Fauci hat dazu noch nichts von Donald Trump gehört
  • Die Beziehung zwischen Donald Trump und Anthony Fauci ist angespannt

Washington - Ein Corona-Briefing ohne den führenden Corona-Experten Anthony Fauci? Klingt absurd, scheint aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen zu sein. Nachdem US-Präsident Donald Trump ab Montag eine Rückkehr seiner täglichen Pressekonferenz zum Stand der Corona-Pandemie in den USA veranlasst hat, ist scheinbar noch nicht klar, ob Fauci teilnehmen wird. Und auch darüber hinaus werden bislang keine Mitglieder der Einsatzgruppe zur Corona-Pandemie erwartet, teilte eine Quelle der CNN mit. Das könne sich jedoch kurzfristig ändern.

Fauci über Corona-Briefing: Trump hat Pandemie-Berater bisher nicht über Pressekonferenzen informiert

Faucis Angaben zufolge, habe er diesbezüglich noch nichts vom Weißen Haus oder von Donald Trump vernommen. In einem Interview bei der Morning Edition des morgendlichen Nachrichtenprogramm NPR äußerte sich der Immunologe folgendermaßen: „I would imagine that I would be at least in on some of them, but we have not heard anything definitive yet. I mean, if they want me there, I‘ll be more than happy to be there. And if they have not, that‘s okay, too. As long as we get the message across.“ (Übersetzung: Ich wüde mir vorstellen, dass ich zumindest in manchen von ihnen dabei bin, aber wir haben noch nichts Definitives gehört. Ich meine, wenn sie mich dort haben wollen, bin ich mehr als froh, dort zu sein. Und wenn nicht, ist das auch ok. Solange wir die Botschaft vermitteln.“

Seiner Meinung nach, hätten Pressekonferenzen - auch die von Donald Trump - „das Potenzial“, um das Vertrauen der US-amerikanischen Bevölkerung in den Umgang der USA mit der Corona-Pandemie wieder zu stärken. Wobei er sich jedoch nicht explizit auf das Corona-Briefing bezog, sondern eine generelle Aussage bevorzugte. Über das Briefing selbst habe er nur die bekannten Gerüchte gehört, dass es wieder eine Pressekonferenz gebe.

Fauci über Corona-Briefing: Kritiker sehen Wahlspektakel - Verhältnis mit Trump ist angespannt

Solange es sich um klare, nicht-widersprüchliche Botschaften handeln würden, könnte es helfen, die Bürger*innen auf den aktuellen Wissensstand zu bringen, welche Richtung man einschlage, um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen.

Kritiker*innen sehen in der Wiederaufnahme des täglichen Corona-Briefings von Donald Trump vielmehr ein weiteres Wahlspektakel - so waren auch seine Auftritte bis Ende April mediale Inszenierungen. Für Trump selbst scheint seinen Aussagen zufolge vor allem die damalige hohe Einschaltquote ein wesentlicher Punkt für die Wiederaufanahme der Pressekonferenzen.

Donald Trump und Anthony Fauci - ein unterkühltes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen US-Präsident Trump und dem Corona-Experten und Pandemie-Berater ist sehr angespannt. Und sogar einen Monat Funkstille gab es zwischen den beiden Männern. Donald Trump gibt offenkundig recht wenig auf die Meinung des international renommierten Seuchenexperten - und ignoriert gerne Faucis Vorschläge zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Den aktuellen Stand der Corona-Pandemie in den USA finden Sie im News-Ticker.

Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN/afp

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