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Coronavirus - Weniger Blutspenden durch die Pandemie.

Pandemie

Corona bremst Organspenden

Die Pandemie erschwert Transplantationen, Lebendspenden sind teilweise ausgesetzt. Weil die Kliniken jetzt wieder mehr operieren, werden auch mehr Blutspender gesucht.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation verzeichnete im ersten Quartal 2020 noch 41 postmortale Organspender mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von 16,1 Prozent in Deutschland. Aktuelle Zahlen liegen noch nicht vor, so lässt sich noch nicht genau sagen, ob und inwieweit sich die Corona-Krise auf die Organspende auswirkt. In Deutschland gibt es aber nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation noch genügend Intensivkapazitäten in den Kliniken. „Nach unseren Erfahrungen in den vergangenen Wochen denken die Entnahmekrankenhäuser weiterhin an die Organspende. Organspender werden weiterhin gemeldet und Organtransplantationen finden weiterhin statt“, sagte eine Sprecherin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Derzeit ist auch ein negativer Sars-CoV-2-Befund bei einer klinischen Untersuchung für eine Organspende notwendig.

Gleichwohl könnte die Corona-Krise laut Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, zu einem Rückgang der Spender und Transplantationen führen: „Derzeit stellt die Coronavirus-Pandemie unser gesamtes Gesundheitssystem vor bisher nicht gekannte Herausforderungen, die möglicherweise auch an der Organspende und Transplantation nicht spurlos vorbeigehen werden“, sagt er. In Italien, in den USA, aber auch in anderen Ländern gebe es jedoch dramatische Rückgänge um bis zu 30 Prozent.

Während Verstorbenen-Organspenden noch möglich sind, ist die sogenannte Lebendspende in vielen deutschen Transplantationszentren eingestellt worden, so die Sprecherin. Bei einer Lebendspende spenden Angehörige beispielsweise eine ihrer Nieren oder einen Teil ihrer Leber. Sie müssen dafür Verwandte ersten Grades (Eltern, Großeltern) oder zweiten Grades (Tanten, Onkel) des Empfängers sein oder ein sehr enges Verhältnis zu ihm haben. Derzeit werde die Lebendspende nur in Ausnahmefällen durchgeführt. „Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit ist man bei der Lebendspende aktuell sehr zurückhaltend“, sagte die Sprecherin.

Wieder mehr Operationen

Anfang März waren die Blutkonserven im Zuge der Corona-Krise knapp: Die Zahl der Blutspender ging stark zurück, der Bedarf an Blutkonserven konnte nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nicht gedeckt werden. Der DRK-Blutspendedienst konnte zudem vielerorts nicht mehr auf vorherige Spendeorte wie Schulen, Turnhallen und Gemeindehäuser zurückgreifen, da diese geschlossen wurden. Und Menschen hatten hinsichtlich einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus beim Blutspenden Bedenken. Doch darüber müssen sich potenzielle Spender laut DRK und der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie keine Sorgen machen: Bei der Blutspende seien die hohen Hygienestandards noch verschärft worden. Da gerade in Corona-Zeiten Blutspenden benötigt werden, wurden bundesweit zahlreiche Aufrufe gestartet.

„Die Aufrufe haben gefruchtet: Wir haben derzeit bundesweit genügend Spender“, sagte ein Sprecher des DRK-Blutspendedienstes dem RND. Seit dem Beginn der Corona-Krise habe das DRK trotz der anfänglichen Rückgänge einen Anstieg an Erstspendern und jungen Spendern erlebt. Seit Ende März gab es keine Engpässe mehr, so der DRK-Sprecher, was nicht zuletzt auch an den Maßnahmen der Krankenhäuser gelegen hat, den Blutverbrauch zu reduzieren. So wurden nicht dringende Operationen verschoben. Der Blutverbrauch lag demnach Ende März um etwa 30 Prozent niedriger als vor der Corona-Krise.

Nun wollen die Kliniken allerdings angesichts der schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen auch ihren Betrieb langsam wieder hochfahren. Vorher verschobene Operationen, für die Blutkonserven benötigt werden, sollen also nach und nach wieder durchgeführt werden. Der Blutspende-Bedarf werde also nun langsam wieder steigen, sagte der DRK-Sprecher: „Somit sind wir auch auf mehr Spender angewiesen.“

Von Ben Kendal

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