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Wegen aggressiver Mutanten

Corona-Krise in Brasilien: Gesundheitsministerium bittet Frauen, nicht schwanger zu werden

  • Matthis Pechtold
    VonMatthis Pechtold
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Brasilien sucht fieberhaft Wege aus der Corona-Krise. Jetzt empfiehlt das Gesundheitsministerium Frauen, besser nicht schwanger zu werden.

São Paulo – Brasilien kämpft weiter mit dem Coronavirus, das dort bereits 371.678 Menschen das Leben gekostet hat, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Seit Anfang März liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 200 und damit höher als je zuvor in der Pandemie. Und wenngleich die Inzidenzkurve aktuell wieder abwärts weicht, ist das kaum ein Grund für Entwarnung. Gesundheitsexpert:innen gehen mittlerweile davon aus, dass in Brasilien neben der Variante P1 mehrere Virus-Varianten grassieren, die besonders ansteckend sein könnten. Eine dieser Varianten soll für besonders schwere Krankheitsverläufe bei Schwangeren verantwortlich sein. Davor warnt jetzt auch das brasilianische Gesundheitsministerium – und wendet sich mit einer pauschalen Bitte an Frauen: Sie mögen doch, wenn möglich, bitte ihre Schwangerschaft vertagen.

Corona-Krise in Brasilien: Wegen einer Variante, die offenbar bei Schwangeren schwere Verläufe hat, sollen Frauen eine mögliche Schwangerschaft verschieben. (Symbolbild)

Das sagte laut CNN ein leitender Beamter im Gesundheitsministerium auf einer Pressekonferenz am Freitag (16.04.2021). Das gelte für jüngere Frauen, könne er aber nicht in Richtung Frauen sagen, die „42, 43“ Jahre alt sind, fügte der Beamte, Raphael Camara, hinzu. Auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament stünde diese Empfehlung nicht, bekannte er, verwies aber auf Expert:innen. Diese beobachteten aktuell, dass eine Covid-19-Erkrankung bei Schwangeren nicht nur wie bisher zum Ende der Schwangerschaft einen schwereren Verlauf annehme, sondern zum Teil bereits in Phasen davor. Das Ministerium arbeite derzeit an Studien zur genaueren Ermittlung der von Corona für Schwangere ausgehenden Gefahr, sagte Camara.

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Aggressive Coronavirus-Varianten in Brasilien – Ministerium mit Ratschlag für Frauen

Dass die auffällig hohen Corona-Fallzahlen in Brasilien auch auf politisches Versagen zurückzuführen sind, erklärten zuletzt mehrere Mediziner:innen und Gesundheitsexpert:innen in einem Artikel im Fachjournal „Science“. „In Brasilien war die Reaktion der Regierung eine gefährliche Kombination aus Untätigkeit und Fehlverhalten, einschließlich der Bewerbung von Chloroquin als Behandlung trotz fehlender Evidenzen“, heißt es CNN zufolge in dem Artikel.

Im Land werden bereits Stimmen laut, die die Amtsenthebung von Präsident Jair Bolsonaro fordern. Die Virusvarianten könnten weiter zu „unvorstellbaren Verlusten von Leben“ führen, sollte die Regierung nicht sofort angemessene Maßnahmen ergreifen, warnen die Forscher:innen. Dazu zählen sie unter anderem eine verstärkte Genomsequenzierung von Coronaviren sowie ein höheres Tempo beim Impfen. Mitte April haben in Brasilien laut den Daten von „Our World in Data“, welche das ZDF aufbereitet, 11,7 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. 3,8 Prozent gelten als vollständig geimpft. (mp)

Rubriklistenbild: © Lucas Amorelli/dpa

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