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Pandemie

Corona bei Kindern und Jugendlichen: Stiko bedauert Entwicklungen

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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In Deutschland ist die Debatte um Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche in vollem Gange. Die Impfkommision des RKI mahnt zur Besonnenheit.

Berlin - Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat bislang keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Thomas Mertens, Vorsitzender der Stiko, hat unter diesem Aspekt die politische Debatte um eine Massenimpfung von Kindern und Jugendlichen vor dem neuen Schuljahr auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am vergangenen Samstag ( 19.06.2021) kritisiert.

Grundsätzlich sei bedauerlich, dass dies zu einem politischen Thema geworden sei, noch bevor es eine Zulassung für einen Impfstoff gegeben habe, so Mertens. „Von diesen ganzen Aussagen war ja praktisch nichts wirklich evidenzbasiert, muss man fairerweise sagen. Und leider Gottes ist in dieser Phase die entscheidende Problematik, nämlich brauchen Kinder und Jugendliche diese Impfung, überhaupt nicht angesprochen worden.“

Impfung für Kinder und Jugendliche: Stiko spricht von „milden Infektionen“

Mertens sagte, Infektionen bei dieser Altersgruppe verliefen „bekanntlich sehr häufig asymptomatisch oder mild“. Es habe insgesamt 1.849 Fälle gegeben, bei denen es Einweisungen ins Krankenhaus gegeben habe. Dies sei nur ein Prozent der schon geringen Zahl gemeldeter Fälle. Zum Teil seien Kinder auch wegen Blinddarmentzündungen ins Krankenhaus gekommen und dann positiv getestet worden. Von den Hospitalisierungen sei dann ein Prozent intensivmedizinisch behandelt worden.

Umstritten: Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche.

Mertens wies aber darauf hin, dass die Schwere der Krankheitsverläufe in der Gruppe der über 60-Jährigen stark ansteige. „Wenn man damals, wie ursprünglich geplant, fünf Millionen Impfstoffdosen für Kinder beiseite gelegt hätte, dann wären das ja fünf Millionen Impfstoffdosen gewesen, die für die Impfung der Eltern gefehlt hätten“, so Mertens. „Also ich kann nur noch mal sagen: Vieles von dem, was da auf der politischen Bühne vor der Zulassung schon diskutiert ist, hält eigentlich einer kritischen Betrachtung nicht stand.“

Die Stiko empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus* nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen. Laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung der Bundesrepublik Deutschland betrifft das etwa elf Prozent der Heranwachsenden dieser Altersgruppe - insgesamt rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche.

Delta-Variante des Coronavirus kann zum Problem in Schulen werden

Unterdessen hat der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI), Carsten Watzl, vor der zunehmenden Ausbreitung der sogenannten Delta-Variante des Coronavirus* auch in Deutschland gewarnt. Zur Vorsicht mahnte er wegen der zuerst in Indien nachgewiesenen Virusvariante besonders an Schulen. „Wenn man die Infektion nicht einfach unter den Schulkindern durchlaufen lassen will, muss man sich spätestens jetzt an Konzepte wie Luftfilter machen, um nicht im Herbst wieder die Schulen zumachen zu müssen“, mahnte Watzl.

Die Stiko

Die Ständige Impfkommission (abgekürzt STIKO, vollständige Bezeichnung: Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) ist eine ehrenamtliche, politisch und weltanschaulich unabhängige, derzeit 18-köpfige Expertengruppe in der Bundesrepublik Deutschland, welche beim Robert Koch-Institut in Berlin angesiedelt ist und sich zweimal jährlich trifft, um sich mit den gesundheitspolitisch wichtigen Fragen zu Schutzimpfungen und Infektionskrankheiten in Forschung und Praxis zu beschäftigen und entsprechende Empfehlungen (darunter auch den jeweils gültigen Impfkalender) herauszugeben. Die Empfehlungen der STIKO, die in der Regel jährlich im Epidemiologischen Bulletin des RKI veröffentlicht werden, dienen den Bundesländern als Vorlage für ihre öffentlichen Impfempfehlungen. (Quelle: wikipedia)

Vor allem „wenn sehr viele Kinder nicht geimpft sind und die Delta-Variante im Herbst kommt, droht in den Schulen wieder ein stärkeres Ausbruchsgeschehen“, warnte der Immunologe weiter. Allerdings wäre es auch „blauäugig, nur auf die Impfungen von Kindern zu setzen“ - schon allein deswegen, weil es für die meisten von ihnen noch gar keine Impfstoffe gebe.

Derzeit ist nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer* für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Impfungen in dieser Altersgruppe bislang nur bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren und rät zu ärztlichen Einzelfallentscheidungen. (skr mit Agenturen) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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