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Impfung

Astrazeneca korrigiert Angabe zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoff

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  • Anna Charlotte Groos
    Anna Charlotte Groos
  • Tim Vincent Dicke
    Tim Vincent Dicke
  • Tobias Utz
    Tobias Utz
  • Marvin Ziegele
    Marvin Ziegele

Bedenken am Astrazeneca-Impfstoff gegen Corona wurden durch eine Studie der Universität Oxford zunächst zerstreut. Der Hersteller zieht nun doch Konsequenzen. 

  • Der Astrazeneca-Impfstoff* wird neben dem Corona-Impfstoff* von Biontech/Pfizer* und Moderna* häufig verimpft.
  • Nach der Beurteilung der EMA hebt Gesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) den Stopp der Astrazeneca-Impfung auf.
  • US-Expert:innen zufolge hatte Astrazeneca in einer neuen Oxford-Studie veraltete Daten verwendet. Der Konzern hat die Wirksamkeit des Corona-Mittels daher korrigiert.

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 07.11 Uhr: Nach Zweifeln an einer großangelegten US-Studie zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca hat das Pharamunternehmen seine Angaben nach unten korrigiert. Der Impfstoff schützt zu 76 statt 79 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatten US-Experten angemerkt, dass bei der Studie möglicherweise veraltete Daten zum Einsatz gekommen seien.

Gegen schwere Covid-Erkrankungen sei der Impfstoff weiterhin zu 100 Prozent wirksam, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Astrazeneca hatte am Montag das Ergebnis seiner Phase-III-Studie in den USA bekannt gegeben.
Ein internes Kontrollgremium hatte jedoch Bedenken geäußert, dass durch das Einbeziehen von „veralteten Informationen“ ein „unvollständiges Bild der Wirksamkeit vermittelt“ worden sein könnte, teilte das US-Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) am Dienstag (23.03.2021) mit. 

Über den Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird derzeit viel diskutiert. (Archivfoto)

Astrazeneca wehrte sich gegen den Vorwurf und kündigte die rasche Bereitstellung weiterer Daten an.
An der Studie nahmen den Angaben zufolge 32.449 Probanden teil, von denen zwei Drittel geimpft wurden. Rund 20 Prozent der Teilnehmer waren 65 Jahre oder älter und rund 60 Prozent hatten Vorerkrankungen wie Diabetes, die das Risiko eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung erhöhen. Ein erhöhtes Thrombose-Risiko wurde bei den 21.583 Probanden, die mindestens eine Impfdosis erhielten, nicht festgestellt.

Fachleute zweifeln neue Studie an: „Veraltete Informationen“ über Astrazeneca

Update vom Dienstag, 23.03.2021, 15.19 Uhr: Inzwischen hat sich auch der Pharmakonzern selbst zu Wort gemeldet. Astrazeneca betonte in einer Stellungnahme, die veröffentlichten Zahlen basierten auf einer Zwischenanalyse mit dem Datenstichtag 17. Februar. Die Ergebnisse einer zusätzlichen Auswertung stimmten mit dieser Zwischenanalyse überein.

Die US-Gesundheitsbehörde NIAID zweifelt die Aussagekraft von Daten einer neuen Untersuchung des Pharmakonzerns Astrazeneca zu dessen Impfstoff an. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelt die NIAID in ihrem Statement nicht an.

Aktuelle Wirksamkeitsdaten von Astrazeneca benötigt

„Der DSMB hat sich besorgt gezeigt, dass Astrazeneca möglicherweise veraltete Informationen aus dieser Studie aufgenommen hat, die eine unvollständige Ansicht der Wirksamkeitsdaten geliefert haben könnten“, teilte das NIAID am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf den Datenüberwachungsausschuss Data and Safety Monitoring Board (DSMB) mit. Das Unternehmen müsse die Daten überprüfen und sicherstellen, dass die genauesten und aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden.

Das britisch-schwedische Unternehmen kündigte an, sich umgehend mit dem DSMB in Verbindung zu setzen und die aktuellsten Wirksamkeitsdaten vorzulegen. Diese Ergebnisse würden innerhalb von 48 Stunden veröffentlicht.

Update vom Dienstag, 23.03.2021, 14.20 Uhr: Nachdem eine Studie der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca veröffentlicht wurde, nach welcher der Impfstoff eine Wirksamkeit von 79 Prozent haben soll, ist nun Skepsis gegenüber der Validität der Ergebnisse geäußert worden. US-Expert:innen zweifeln die Impfstoffdaten an, die in der Studie benutzt wurden. Diese sollen möglicherweise veraltet gewesen sein.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern wurde nun aufgefordert, mit dem Data and Safety Monitoring Board (DSMB), ein unabhängiges Komitee, das die Studie überwacht, die Wirksamkeitsdaten zu überprüfen. Die aktuellsten und genauesten Daten sollen so schnell wie möglich veröffentlicht werden. Frühere Daten, die bei Studien genutzt wurden, werden nicht angezweifelt.

Die eigentlich geplante Notfallzulassung des Impfstoffs Astrazeneca in den USA muss nun aufgeschoben werden. Eine Stellungnahme von AstraZeneca liegt zunächst nicht vor.

Die Daten, mit denen AstraZeneca in einer Studie die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs belegte, sollen möglicherweise veraltet sein. (Symbolbild)

Astrazeneca-Vakzin – Studie zeigt Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs

Update vom Montag, 22.03.2021, 09.45 Uhr: Nachdem die Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs in ganz Europa für einen kurzen Zeitraum unterbrochen worden war, liefert nun eine Studie der Universität Oxford neue Erkenntnisse. Die Forschenden in Oxford, die den Astrazeneca-Impfstoff entwickelten, teilten mit, dass der Impfstoff zu 79 Prozent gegen das Coronavirus wirksam ist. Dies berichtete die „Washington Post“. An der Studie nahmen 32.000 Personen aller Altersgruppen teil.

Astrazeneca-Impfstoff: Studie untersucht Wirksamkeit von Corona-Vakzin

Dabei erhielten die Teilnehmenden im Abstand von vier Wochen entweder zwei Standarddosen des Astrazeneca-Impfstoffs oder einen Placebo-Impfstoff, so die Oxford-Forscher. Das Data Safety Monitoring, eine unabhängige Expertengruppe in den USA*, die Studiendaten überwacht, soll keine Sicherheitsbedenken unter den Teilnehmenden, welche mindestens eine Dosis des Impfstoffes erhalten hatten, vermeldet haben. „In vielen verschiedenen Ländern und Altersgruppen bietet der Impfstoff ein hohes Maß an Schutz gegen Covid-19, und wir hoffen, dass dies zu einer noch größeren Verbreitung führen wird“, so Sarah Gilbert, Entwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffs.

Die federführende Entwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffs, Sarah Gilbert von der Oxford Universität. (Archivbild)

Astrazeneca: Vertrauen gesunken – 55 Prozent der Deutschen stufen Vakzin als unsicher ein 

Update vom Montag, 22.03.2021, 06.30 Uhr: Nach den Turbulenzen um den Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist das Vertrauen in das Vakzin in mehreren europäischen Ländern deutlich gesunken. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage des britischen Instituts Yougov hält eine Mehrheit der Menschen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien den Impfstoff für unsicher. Demnach erhöhte sich der Anteil der Deutschen, die dem Astrazeneca-Präparat misstrauen, innerhalb eines Monats um 15 Prozentpunkte auf 55 Prozent. Nur 32 Prozent der Bundesbürger stuften ihn als sicher ein.

Das Astrazeneca-Vakzin. (Archivfoto)

In Frankreich waren 61 Prozent der Befragten der Ansicht, dass der Astrazeneca-Impfstoff nicht sicher sei. Besonders deutlich stieg das Misstrauen in Spanien und Italien, wo der Anteil derjenigen, die das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers als unsicher bezeichneten, um jeweils 27 Prozentpunkte zunahm. In beiden Ländern sind jeweils weniger als 40 Prozent der Befragten von der Sicherheit des Impfstoffs überzeugt.

EU-Komminssionspräsidentin lehnt Corona-Impfstoff-lieferungen an arme Länder ab

Update vom Sonntag, 21.032021, 10.30 Uhr: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lehnt Corona-Impfstoff-Lieferungen der Europäischen Union (EU) an ärmere Länder vorläufig ab. „Jetzt gibt es erstmal einen ziemlichen Druck in den Mitgliedstaaten, selbst Impfstoff zu bekommen“, sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Einen zusätzlichen Mechanismus, mit dem die Union Impfstoff mit anderen Ländern teilt, werde die EU erst starten, wenn es eine bessere Produktionslage innerhalb der Europäischen Union gibt.

Sie verwies auf die internationale Covax-Initiative, die ärmeren Ländern Zugang zu Impfstoffen ermöglichen soll. Die EU habe 2,2 Milliarden Euro in diese Initiative investiert, und Covax habe bereits 30 Millionen Impfdosen in 52 Länder geliefert.

Astrazeneca: Ursula von der Leyen droht mit Exportverbot für Impfstoff

Update vom Samstag, 20.032021, 11.45 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Astrazeneca mit einem Exportverbot für Impfstoffe gedroht, sollte der Pharmakonzern nicht zuerst seine vertraglichen Lieferpflichten gegenüber der EU erfüllen. „Wir haben die Möglichkeit, einen geplanten Export zu verbieten“, sagte von der Leyen den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Wochenende. „Das ist die Botschaft an Astrazeneca: Du erfüllst erst deinen Vertrag gegenüber Europa, bevor du beginnst, in andere Länder zu liefern.“

Die Kommissionspräsidentin warf dem Unternehmen vor, im ersten Quartal nur 30 Prozent der vereinbarten Menge an die EU geliefert zu haben. Im Vertrag sei zudem klar geregelt, dass die EU Impfstoff aus Fabriken in der EU und in Großbritannien erhalte. „Von den Briten haben wir aber nichts bekommen, während wir ihnen Impfstoff liefern“, beklagte von der Leyen. Sie sprach von einem „förmlichen Mahnschreiben“, das die Kommission in dieser Sache an Astrazeneca geschickt habe.

Astrazeneca: Forschende finden Ursache für Thrombose – Gegenmittel steht bereit

+++ Update vom Freitag, 19.03.2021, 10.13 Uhr: Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben offenbar die Ursache für Hirnthrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca gefunden. Dies berichtete das NDR 1 Radio MV. Bei den betroffenen Personen kam es durch die Impfung mit Astrazeneca zu einem Abwehrmechanismus des Körpers.

Die Forschenden erhielten vom Paul-Ehrlich-Institut, das für die Überprüfung und Zulassung von Impfstoffen verantwortlich ist, sechs Blutproben von Personen, bei denen es nach der Impfung zu einer Thrombose gekommen war. Die Untersuchung dieser Blutproben ergab, dass der Impfstoff Astrazeneca einen Prozess auslöst, der die Thrombozyten, also die Blutplättchen, aktiviert. Normalerweise werden die Blutblättchen nur bei einer Wundheilung aktiviert, damit das Blut gerinnt und die Wunde sich verschließen kann. Durch die Impfung mit Astrazeneca wurde bei einigen Personen der gleiche Mechanismus verursacht, so dass sich im Gehirn Blutgerinnsel bildeten.

Eine medizinische Angestellte bereitet eine Imfpung vor. (Symbolbild)

Da die Forschenden den Mechanismus nun so klar benennen konnten, habe eine spezielles Gegenmittel entwickelt werden können. Betroffene erhalten nun ein Thrombose-Mittel. Das Mittel kann nicht vorsorglich verabreicht werden, sondern erst, wenn es bereits zu einer Bildung von Blutgerinnseln gekommen ist.

Astrazeneca: Jens Spahn gibt Impfstoff wieder frei

+++ 20.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) tritt vor die Presse. Die Entscheidung der EMA bestätige, dass der Impfstoff von Astrazeneca hochwertig sei, so Spahn. Das Serum werde daher für den Einsatz in Deutschland wieder freigegeben – allerdings versehen mit einem Warnhinweis. Besonders Frauen unter 55 müssten nun systematisch über die Risiken einer Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff aufgeklärt werden. Die Patienteninformationen sollen daher um entsprechende Informationen ergänzt werden. Spahn betonte, dass ihm die Entscheidung des Impfstopps nicht leichtgefallen sei, am Ende habe ihn die Beurteilung der EMA aber in seinem Vorgehen bestätigt. Auch in Hessen werden die Impfungen von Freitag an fortgesetzt.

Astrazeneca: EMA verteidigt Impfstoff – Spahn informiert über weiteres Vorgehen

+++ 19.53 Uhr: Nachdem die EMA den Corona-Impfstoff von Astrazeneca verteidigt hat, wird sich noch am Abend Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum weiteren Vorgehen in Deutschland äußern. Spahn hatte am Montag einen Impfstopp für das Vakzin von Astrazeneca verhängt und war dafür scharf kritisiert worden.

Jens Spahn äußert sich zum Aussetzen der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca.

+++ 19.05 Uhr: Die Stadt Düsseldorf rechnet damit, bereits am Freitag (19.03.) wieder den Impfstoff von Astrazeneca verwenden zu dürfen. Die Kapazitäten im Impfzentrum fahre man bereits hoch, wie Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) am Donnerstagnachmittag (18.03.) in einer Stadtratssitzung laut dpa verkündete. Man rechne damit, dass das Bundesgesundheitsministerium die Verwendung des Präparats noch am Donnerstagabend wieder freigeben werde.

Astrateneca: Düsseldorf und Kreis Viersen wollen Impfungen bereits am Freitag fortsetzen

Auch der nordrhein-westfälische Landkreis Viersen will schon ab Freitagmorgen wieder mit Astrazeneca impfen. Am Donnerstagnachmittag hatte die Europäische Arzneimittelkommission EMA nach einer erneuten Prüfung des Astrazeneca-Impfstoffs seine Empfehlung für die Verwendung in der EU bekräftigt.

Der TV-Sender Phoenix erwartete eine Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Donnerstag, 18 Uhr, diese fiel dann allerdings aus. Wann bzw. ob eine Pressekonferenz zur Aufhebung der Astrazeneca-Sperre heute noch stattfindet, ist derzeit nicht bekannt.

Astrazeneca: EMA verteidigt Impfstoff – Kretschmann will sich am Freitag demonstrativ impfen lassen

+++ 18.14 Uhr: Winfried Kretschmann (B90/Die Grünen) will sich am Freitag gegen das Coronavirus impfen lassen. Den Termin des 72 Jahre alten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg habe man bereits vergangene Woche vereinbart, teilte ein Sprecher aus dem Staatsministerium des Landes laut dpa mit.

Dass er dabei den Impfstoff von Astrazeneca verabreicht bekommen könnte, scheint er nicht nur einzukalkulieren, sondern hofft offenbar sogar darauf. Die Regierung will damit für Vertrauen in den Impfstoff werben, berichtet die dpa. Wenn Astrazeneca zugelassen sei, werde sich Kretschmann damit auch impfen lassen, sagte sein Sprecher der dpa. Falls nicht, werde Kretschmann den Impfstoff erhalten, der vorrätig sei. Anschließend will sich Kretschmann gegenüber der Presse äußern. Noch ist nicht klar, ob bzw. wann in Deutschland wieder Impfungen mit dem Serum erlaubt sind.

Will sich mit Astrazeneca impfen lassen: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Astrazeneca: EMA verteidigt Impfstoff – „sicher und effektiv“ in der Bekämpfung von Covid-19

+++ 17.45 Uhr: Der Impfstoff von Johnson & Johnson soll besonders intensiv hinsichtlich möglicherweise auftretender Thrombosen geprüft werden, wie EMA-Direktorin Emer Cooke sagte. Noch sei dieser nicht auf dem Markt. Zugelassen hat ihn die EMA bereits. Sie selbst würde sich „noch morgen impfen lassen“, sagte Cooke außerdem und unterstrich damit das Vertrauen der EMA in alle vier durch sie bisher für die EU zugelassenen Impfstoffe.

Dr. Sabine Straus bestätigte auf Nachfrage, dass keine der festgestellten Fälle von Sinusvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Impfung auf minderwertige Impfdosen zurückzuführen sei.

Eine Dosis des AstraZeneca-Impfstoffes in Italien.

Astrazeneca: Europäische Arzneimittelbehörde betont Nutzen des Präparats

+++ 17.30 Uhr: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) konnte nach einer erneuten Prüfung keine Verbindung der Astrazeneca-Impfung mit der Erhöhung des Risikos von Blutgerinnseln bei Menschen feststellen, sagte EMA-Direktorin Emer Cooke. Eine Verbindung mit bestimmten Fällen habe man aber auch nicht definitiv ausschließen können. Dennoch überwiege der Nutzen des Präparats die Risiken, erklärte Cooke.

Zur Frage, ob es Gruppen gäbe, die möglicherweise einem größeren Risiko für Sinusvenenthrombosen sagte Dr. Sabine Straus vom EMA-Ausschuss für Risikobewertung im Bereich Pharmakovigilanz, Frauen, besonders jüngeren Alters, seien der bisherigen Analyse zufolge einem höheren Risiko ausgesetzt. Hier sollten allerdings noch weitere Untersuchungen folgen.

EMA bewertet Astrazeneca nach erneuter Prüfung als „sicher und effektiv“

+++ 17.20 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hält am Impfstoff von Astrazeneca fest. Das verkündete die Behörde in einer Pressekonferenz am Donnerstag (18.03.2021). Deutschland sowie zahlreiche weitere Länder hatten Impfungen mit dem Präparat zuletzt ausgesetzt, nachdem mehrere Thrombose-Fälle im Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfung gemeldet worden waren. Die EMA hatte das Vakzin auf den Prüfstand gestellt und kommt zu dem Ergebnis, dass der Impfstoff „sicher und effektiv“ ist.

Blutgerinnsel, also Thrombosen, in Hirnvenen könnten aber auftreten, weswegen die Informationen zu den Nebenwirkungen von Astrazeneca* um eine Warnung vor diesen Thrombosen erweitert werden.

Astrazeneca: Gesundheitsministerium meldet weitere Thrombose-Fälle nach Impfung

+++ 13.35 Uhr: Nach dem vorsorglichen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Mittel des Herstellers Astrazeneca sind weitere Vorfälle in Deutschland bekannt geworden. Inzwischen gebe es 13 gemeldete Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag (18.03.2021) mitteilte. Drei Patienten seien gestorben. Insgesamt handele es um zwölf Frauen und einen Mann zwischen 20 und 63 Jahren. Angesichts derartiger Vorfälle sind die Impfungen mit Astrazeneca am Montag vorsorglich ausgesetzt worden – damals gab es sieben Fälle. Trotz der hohen Zahl von mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit Astrazeneca ist dies demnach überdurchschnittlich viel. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am Donnerstag (18.03.2021) voraussichtlich eine Einschätzung zum weiteren Vorgehen abgeben.

Im regionalen Impfzentrum wird eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca aufgezogen.

Astrazeneca-Impfstoff – Laschet kritisiert Spahn wegen Corona-Impfstopp

+++ Update vom Donnerstag, 18.03.2021, 09.45 Uhr: Den jüngst von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verordneten Astrazeneca-Impfstopp hält der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für verfrüht. „Vielleicht hätte man sich mit dieser Entscheidung etwas mehr Zeit lassen sollen“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag (18.03.2021) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Astrazeneca-Impfstoff – Laschet kritisiert Spahn

Die genaue Untersuchung schwerer Impffolgen bezeichnete er als völlig richtigen Schritt. „Aber was hätte dagegen gesprochen, den Impfstoff von Astrazeneca bis zu einer Neubewertung durch die Europäische Arzneimittelagentur zu verimpfen?“, gab der Ministerpräsident zu Bedenken.

Das vorschnelle Handeln von Gesundheitsminister Spahn habe zu einer „Menge Verwirrung bei den Menschen und Unruhe im System“ geführt, so Weil weiter. Er selbst würde sich indes sofort den Impfstoff von Astrazeneca verabreichen lassen. Angesichts klassischer Nebenwirkungen von Impfungen sagte er: „Die Sicherheit, die ich damit gewinne, wäre es mir jedenfalls immer wert.“

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (NRW). (Archivfoto)

Die Kritik an Jens Spahn wird lauter. Politiker der Opposition forderten jüngst seine Absetzung. Spahns Bild in der Öffentlichkeit hat sich vom Krisenmanager zum „Ankündigungsminister“ gewandelt.*

Astrazeneca: Boris Johnson vor Impfung mit umstrittenem Vakzin

+++ 23.03 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson geht laut eigenen Angaben davon aus, „sicherlich“ mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Anbieters Astrazeneca geimpft zu werden. Während einer Rede im Unterhaus des Vereinigten Königreiches sagte Johnson, dass er „sehr bald“ mit dem umstrittenen Vakzin immunisiert werde. Gleichzeitig verteidigte Johnson den Impfstoff und trat kritischen Fragen nach dessen Sicherheit entgegen.

Der Impfungen mit Astrazeneca wurden, wie hier in Litauen, in mehreren EU-Staaten vorerst ausgesetzt.

Im am schwersten von Corona betroffenen Land Europas mit mehr als 125.000 Todesopfern wurden bereits mehr als elf Millionen Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca verabreicht. Nach einer anfänglich zögerlichen Reaktion auf die Corona-Krise gilt das Vereinigte Königreich inzwischen als Vorbild auf dem Feld der Organisation von Impfungen.

+++ Update vom Mittwoch, 17.03.2021, 15.30 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt bis auf Weiteres die Fortsetzung der Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. „Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen“, teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit.

Die WHO Europa hat zusätzlich auf die Bedeutung der Impfkampagnen und ihrer Sicherheit hingewiesen. Die Impfsicherheit sei entscheidend, die Kontrolle aller Impfstoffe laufe fortgehend, teilte das in Kopenhagen ansässige Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwoch auf Twitter mit.

Astrazeneca: WHO sieht keinen Zusammenhang zwischen Impfung und Trombose

Die Impfungen reduzierten die Zahl der ernsthaften Krankheits- und Todesfälle durch Covid-19, könnten aber nicht verhindern, dass andere Erkrankungen aufträten. Ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer Impfung mit Astrazeneca und Blutgerinnsel besteht, ist unklar und wird derzeit unter anderem die Europäische Arzneimittelagentur EMA analysiert. Auch die WHO hat die Fälle im Blick.

Der Astrazeneca-Impfstoff steht aktuell in der Kritik. (Archivfoto)

Wie die WHO Europa schrieb, wollen Experten in dieser Woche zu einem Schluss kommen, ob einige oder alle der Bedingungen mit der Impfung zusammenhängen oder nur zufällig durch andere Faktoren hervorgerufen worden sind. Zugleich wies das Regionalbüro darauf hin: „Die Anzahl der identifizierten schwerwiegenden unerwünschten Vorfälle nach der Covid-19-Impfung ist extrem niedrig unter den Millionen bereits geimpften Personen gewesen.“ Weiter hieß es: „Mit keinem bisherigen Hinweis zu einem Zusammenhang mit den Impfstoffen ist es wichtig, dass die Impfkampagnen weitergehen, um ernsthafte Covid-19-Erkrankungen/Todesfälle zu verhindern.“

Impftstopp mit Astrazeneca: Kritik an Entscheidung der Bundesregierung

Update vom Mittwoch, 17.03.2021, 09.45 Uhr: Der Verfassungs- und Medizinrechtler Josef Franz Lindner findet die Entscheidung der Bundesregierung, das Impfen mit dem Vakzin von Astrazeneca auszusetzen, rechtlich problematisch. Es sei schwierig, dem Einzelnen die Entscheidung über das Risiko möglicher Komplikationen bei der Verabreichung eines zugelassenen Impfstoffs abzunehmen, sagte Lindner der Presse. „Jeder sollte nach Aufklärung selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen will.“

Die Aussetzung der Impfung werde zu Todesfällen wegen Covid-19 bei Menschen führen, die nun nicht geimpft werden könnten. Der Astrezeneca Impfstoff sei zugelassen und faktisch verfügbar, sagte Lindner, der an der Universität Augsburg den Lehrstuhl für öffentliches Recht, Medizinrecht und Rechtsphilosophie inne hat. Allerdings handle es sich bei der Entscheidungsfreiheit um eine theoretische Möglichkeit, weil das Vakzin in den Impfzentren momentan eben nicht mehr angeboten werde.

Verfassungsrechtler: Priorisierung bei Corona-Impfung rechtlich problematisch

Auch die in der Impfverordnung festgelegte Priorisierung hält Lindner eindeutig für rechtlich problematisch. „Das Verfassungsrecht verlangt bei wesentlichen Entscheidungen über Leben und Gesundheit ein Gesetz, das vom Parlament beschlossen wird“, sagte er. Zwar sei nachgebessert worden: Es sei nun gesetzlich geregelt, nach welchen Kriterien - etwa Alter - priorisiert werden könne. „Aber das ist zu wenig“, sagte Lindner.

Astrazeneca-Impfstopp: Paris und Rom hoffen auf baldige Wiederaufnahme der Impfungen

+++ 20:33 Uhr: Frankreich und Italien halten die ersten Äußerungen der Europäischen Arzneimittelagentur EMA zum Astrazeneca-Impfstoff nach Angaben aus Paris für „ermutigend“. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Premier Mario Draghi seien bereit, die Impfkampagnen mit dem Astrazeneca-Impfstoff sehr schnell wieder aufzunehmen, falls die zusätzliche Überprüfung durch die EMA positiv ausfalle, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung nach einem Gespräch der Beiden, das der Élyséepalast in Paris verbreitete. Der Impfstopp sei eine „vorübergehende Vorsichtsmaßnahme“.

Astrazeneca-Impfstopp: Besonders Frauen von Nebenwirkungen betroffen

+++ 15:23 Uhr: Die sieben Fällen einer speziellen Thrombose, die Grund für die Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen waren, betrafen Menschen zwischen etwa 20 und 50 Jahren. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut nun mit. Sechs davon hätten eine sogenannte Sinusvenenthrombose gehabt, alles Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter. Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen sei medizinisch sehr vergleichbar gewesen.

„Alle Fälle traten zwischen 4 und 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca auf“, hieß es. Drei der sieben Betroffenen seien verstorben. Alle zur Einschätzung herangezogenen Expertinnen und Experten seien einstimmig der Meinung gewesen, dass hier ein Muster zu erkennen und ein Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der Astrazeneca-Impfung „nicht unplausibel“ ist, hieß es vom PEI.

Astrazeneca-Impfung: Zahl der Thrombose-Fälle statistisch signifikant erhöht

Die Zahl der Fälle nach einer solchen Impfung sei demnach statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten: „Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden.“

Von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel sei nicht die Altersgruppe betroffen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Verlauf habe. Betroffen seien nicht Senioren, sondern Menschen in jüngerem bis mittlerem Alter.

„Nach Gesamtbetrachtung und Erwägung der genannten Fakten hat das Paul-Ehrlich-Institut empfohlen, die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca in Deutschland vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu analysieren“, so das Fazit des Instituts.

Astrazeneca-Impfstoff: Auch Schweden setzt Impfungen aus

+++ 13:24 Uhr: Nach Deutschland, Dänemark und mehreren weiteren EU-Ländern setzt nun auch Schweden die Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vorsorglich aus. Man pausiere den Einsatz des Impfstoffs des britisch-schwedischen Unternehmens, bis die Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zu vermuteten Nebenwirkungen des Mittels abgeschlossen sei, teilte die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten mit. „Der Entschluss ist eine Vorsichtsmaßnahme“, erklärte Staatsepidemiologe Anders Tegnell.

Brisant an dem Beschluss ist, dass Astrazeneca teils schwedisch ist: Der Pharmakonzern ist 1999 aus dem Zusammenschluss des schwedischen Unternehmens Astra und dem britischen Konzern Zeneca entstanden. Seinen Hauptsitz hat Astrazeneca im englischen Cambridge.

Astrazeneca: Boris Johnson verteidigt Impfstoff

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das in seinem Land schon millionenfach verwendete Corona-Vakzin dagegen als „sicher“ bezeichnet. „Dieser Impfstoff ist sicher und wirkt extrem gut“, schrieb Johnson in einem Beitrag für die „Times“. Er werde an zahlreichen Orten „von Indien bis zu den USA ebenso wie in Großbritannien hergestellt“ und auf der ganzen Welt eingesetzt.

Johnson verwies auch auf die strengen Zulassungsverfahren der britischen Arzneimittelbehörde MHRA. Diese sehe keinerlei Anlass dafür, die Impfungen mit Astrazeneca auszusetzen, sagte der britische Premierminister am Montag zu Journalisten.
Auch die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte am Montag vorerst an ihrer Bewertung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca festgehalten. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass das Mittel ein ernstes Gesundheitsrisiko darstelle, hieß es.

WHO und EMA beraten über Astrazeneca-Impfstoff

Für Donnerstag plant die EU-Behörde eine Sondersitzung zum Astrazeneca-Vakzin. Beim Beratergremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Impfstoffsicherheit standen Beratungen zum Astrazeneca-Impfstoff bereits am Dienstag auf der Tagesordnung. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Blutgerinnsel konnte bisher in keinem der Fälle festgestellt worden. Dies war auch in den Staaten betont worden, die die Impfungen bis zum Abschluss von Prüfungen vorsorglich ausgesetzt haben.

+++ 08.45 Uhr: Der EU-Inselstaat Zypern setzt vorübergehend die Corona-Impfungen mit Mitteln des Herstellers Astrazeneca aus. Dies teilte am Dienstag eine Sprecherin des zyprischen Gesundheitsministeriums im Staatsrundfunk (RIK) mit. Die Entscheidung gelte, bis eine Analyse der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA vorliege, wie es weiter gehen soll, hieß es.  

Portugal und Lettland setzten Corona-Impfungen mit Astrazeneca aus

Update vom Dienstag, 16.03.2021, 06.45 Uhr: Nach Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen haben zwei weitere EU-Staaten Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca vorerst gestoppt. Portugal entschied am Montag, als „Vorsichtsmaßnahme“ die Verabreichung des Impfstoffs auszusetzen, wie die Leiterin der Gesundheitsbehörde, Graça Freitas, mitteilte. Die Impfungen sollen bis zu einer neuen Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) pausieren. Die EMA plant für Donnerstag eine Sondersitzung zum Astrazeneca-Vakzin.

Auch in Lettland entschieden die Gesundheitsbehörden, die Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffs vorerst zu stoppen. Es handle sich um eine auf maximal zwei Wochen befristete „Vorsichtsmaßnahme“, erklärten die Behörden des baltischen Staats.

Astrazeneca-Impfstopp: Lauterbach kritisiert Spahn-Entscheidung bei „Hart aber Fair“

+++ 21.48 Uhr: Nach Hinweisen auf mögliche Nebenwirkungen sind die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland vorerst gestoppt. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierte die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Ich hätte es nicht getan“, sagte der 58-Jährige in der ARD-Talkshow „Hart aber Fair“ am Montagabend (15.03.2021).

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Thrombosefälle Nebenwirkungen des Astrazeneca-Impfstoffs sind, seien zwar „überwältigend hoch“, so Lauterbach. Trotzdem müsse man die Verhältnismäßigkeit betrachten, da sich Deutschland in einer pandemischen Notlage befinde. „Der Nutzen im Verhältnis zu dem Schaden ist gut vertretbar.“ Würde er die Verantwortung tragen, hätte er den Impfstopp nicht veranlasst.

„Das Risiko ist wirklich sehr gering“, sagte Lauterbach. Zwar warte er das Ergebnis der EMA-Prüfung ab, jedoch gehe er davon aus, dass danach weiter mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft werde. Theoretisch könnten auch nur bestimmte Chargen des schwedisch-britischen Impfstoffs betroffen sein.

Astrazeneca-Impfstopp in Deutschland: Auswirkungen in Hessen

+++ 17.15 Uhr: Die Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums, die Corona-Impfungen mit Astrazeneca zu stoppen, hat bereits erste Auswirkungen in Hessen. Zahlreiche Impftermine fallen aus.* Alle 28 hessischen Impfzentren seien angewiesen worden, die Impfungen mit dem Vakzin umgehend einzustellen, teilte das Innenministerium am Montagnachmittag mit.*

Bisher wurden in Hessen 114.703 Personen mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft. 43 Menschen haben auch die Zweitimpfung erhalten.

+++ 16.55 Uhr: Nach Deutschland setzen auch Frankreich und Italien die Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca vorsorglich aus. Das kündigten der französische Präsident Emmanuel Macron und die italienische Arzneimittelbehörde am Montag an. Zuvor waren Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Impfungen mit dem Mittel bekannt geworden.

Astrazeneca: Nach Deutschland – Auch Italien und Frankreich stoppen Corona-Impfungen

In Italien waren in der vergangenen Woche und am Wochenende Menschen gestorben, die zuvor mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft worden waren. Die Aifa hatte die Verwendung der betreffenden Chargen zunächst gestoppt. Italienische Experten hatten das Corona-Vakzin zuletzt weiter für sicher befunden. Sie hatten auch betont, dass es zwar einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Todesfällen gegeben habe, jedoch kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen wurde.

Astrazeneca-Impfstopp in Deutschland: Spahn äußert sich – Lauterbach fassungslos

+++ 16.23 Uhr: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) hat sich zum Impf-Stopp des Astrazeneca-Mittels* geäußert: „Das hätte ich nicht gemacht. Eine Prüfung bei laufenden Impfungen wäre angesichts der Seltenheit der auftretenden Fälle besser gewesen. Angesichts dessen, dass die Fälle bei Geimpften wie bei nicht-Geimpften gleich hoch ist, hätte ich die Impfung weiterlaufen lassen. Jetzt haben wir einen erheblichen Vertrauensverlust. Unsere Impfstrategie fällt in sich zusammen, wenn der Impfstoff von AstraZeneca nicht weiter verwendet werden würde“, sagte er im Interview*. Dann käme es auch nicht zu Impfungen in den Arztpraxen. Lauterbach schätze aber, „wir setzen nur für kurze Zeit aus“. Die Impfreihenfolge müsse nun umso genauer eingehalten werden, um Sterbefälle zu verhindern.

Astrazeneca-Impfstoff – Lauterbach kreidet EU Fehler an

Der SPD-Politiker weiter: „Es zeigt sich nun immer stärker, dass es ein Fehler vonseiten der EU war, nicht mehr Kapazitäten für Moderna, J&J und Biontech durch Kapazitätsausbau zur Verfügung zu stellen.“

+++ 16.15 Uhr: Das Statement von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist beendet. Er hatte die vorläufige Aussetzung der Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat von Astrazeneca als „reine Vorsichtsmaßnahme“ bezeichnet. „Wir setzen aus, um zu überprüfen“, sagte Spahn am Montag in Berlin. Das Ergebnis der Überprüfung sei offen. Er fügte hinzu, für das Vertrauen in den Impfstoff sei es am wichtigsten, den fachlichen Empfehlungen zu folgen.

Astrazeneca: Spahn äußert sich zu Corona-Impfstoff

Deutschland setzt die Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen vorsorglich aus. Spahn sprach von sieben berichteten Fällen bei mehr als 1,6 Millionen Impfungen in Deutschland. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken.

+++ 16.12 Uhr: Ob es realistisch sei, dass Menschen in Deutschland sich den Astrazeneca-Impfstoff noch einmal impfen lassen werden. „Sehen Sie mir nach, dass ich Ihnen nicht alle Folgefragen beantworten kann. Mir war es rechtzeitig, Sie frühzeitig zu informieren. Was für die Monate folgt, beantworte ich, wenn die Situation klarer wird.“

Corona in Deutschland: Impfung mit Astrazeneca-Vakzin ausgesetzt

+++ 16.10 Uhr: „Wir fügen hinzu: diese Aussetzung ist vorsorglich. Das ist mir wichtig, das zu kommunizieren. Natürlich ist mir klar, was das jemandem auslöst, der diese Meldung liest. Im Zweifel sollte man sich zur Abklärung ärztlichen Rat holen.“ Die Aussetzung sei fachlich empfohlen worden, weswegen man der Empfehlung gefolgt sei. „Sollte das Impfen mit Astrazeneca wieder möglich werden, werden wir wieder für das Vertauen in die Impfung werben.“

+++ 16.06 Uhr: Spahn wird gefragt, was mit den Menschen passiert, die mit Astrazeneca geimpft wurden. „Personen, die den Impfstoff erhalten haben und sich vier Tage nach der Impfung unwohl fühlen, sollten sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollten. Die Hirnvenenthrombose ist selten aufgetreten, insgesamt sieben Fälle bei 1,6 Millionen Impfungen.

+++ 16.04 Uhr: Für die Impfstrategie bei Hausärzten bedeutet die Aussetzung des Impfstoffes von Astrazeneca laut Spahn: „Es ist wenig Zeit vergangen, sich mit den weiteren Schritten zu beschäftigen. Es war mir wichtig, die Bundesländer informieren. Alles Weitere, was daraus folgt, ist offen.“

Astrazeneca-Impfstoff: Bundesregierung setzt Impfungen wegen Hirnvenenthrombose aus

+++ 16.01 Uhr: Das Statement von Jens Spahn (CDU) beginnt. „Aufgrund einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts setzt die Bundesregierung die Impfung mit Astrazeneca vorsorglich auf.“ Das Paul-Ehrlich-Institut habe weitere Untersuchungen empfohlen, da bei einer kleinen Zahl von Geimpften sogenannte Hirnvenenthrombosen festgestellt wurden. Die Entscheidung zur Aussetzung betreffen Erst- und Folgeimpfungen. „Wenn die wissenschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen sind, kann auch insgesamt über den Fortgang der Impfungen entschieden werden. Die Entscheidung heute ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Der Impfstoff wird weltweit millionenfach geimpft. Die Tragweite dieser Entscheidung ist uns voll bewusst.“

Erstmeldung vom Montag, 15.03.2021, 15.50 Uhr: Berlin – Als leicht lagerbares und günstiges Präparat könnte der Impfstoff gegen das Coronavirus* von Astrazeneca äußerst populär sein. Doch das in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelte Vakzin stößt seit Monaten immer wieder auf Kritik und Vorbehalte. Sie beziehen sich sowohl auf die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen des Mittels als auch auf die Lieferpraxis.

Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus*. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag (15.03.2021) mit und verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zu notwendigen weiteren Untersuchungen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU) will dazu um 16.00 ein Statement abgeben.

Astrazeneca: Impfstoff stößt auf Kritik

Im November sorgte AstraZeneca mit der Darstellung für Aufsehen, sein Corona-Impfstoff könne mit der mehr als 90-prozentigen Wirksamkeit der deutlich schwerer lagerbaren und teureren Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna mithalten. Diese Erfolgsquote sei in klinischen Tests allerdings nur festgestellt worden, wenn die erste Injektion mit einer halben Dosis erfolgt sei und die zweite Impfung mit der vollen Dosis, räumte der Hersteller ein.

Die Entwickler des AstraZeneca-Impfstoffs stellten dies nur durch Zufall fest, weil bei einem Teil der Probanden versehentlich zuerst nur eine halbe Dosis verabreicht wurde. Dieses Missgeschick ließ Zweifel an der Zuverlässigkeit der Tests insgesamt aufkommen. Mittlerweile gibt Astrazeneca die Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs insgesamt mit rund 70 Prozent an.

Südafrika verzichtete allerdings auf den Einsatz seiner Astrazeneca-Dosen und verschob deswegen Anfang Februar seine Impfkampagne. Das Land verwies darauf, dass das Mittel laut einer Studie nur einen „minimalen Schutz“ gegen leichtere Covid-19-Fälle durch die in Südafrika grassierende Virusvariante biete.

Astrazeneca: Nur eingeschränkte Zulassung

Nach der EU-weiten Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs Ende Dezember schränkten Deutschland und andere Mitgliedsländer die Nutzung für Menschen bis 64 Jahre ein, weil für ältere Menschen nicht genügend Daten vorlagen. Dadurch war das Vakzin für viele Menschen in der Prioritätsstufe 1 nicht nutzbar. Erst Anfang März gaben Deutschland und auch andere EU-Länder das Mittel auf Grundlage neuer Forschungsdaten auch für ältere Menschen frei. (marv/tu/tvd/ag/sot/dpa/AFP) *fr.de, fnp.de, hna.de, fuldaerzeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Joel Saget/AFP

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